Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Segmentberichterstattung nach HGB i. V. m. dem DRS 3 zu vermitteln. Zur strukturierten Problemerfassung wird zunächst definiert, was unter der Segmentberichterstattung zu verstehen ist, wann diese anzuwenden ist und welches Ziel mit ihr verfolgt wird. Anschließend werden verschiedene Methoden zur Segmentabgrenzung sowie zur Segmentdatenbestimmung dargestellt, ehe daran anknüpfend die Angabevorschriften zur externen Segmentberichterstattung erläutert werden. Abschließend folgt ein persönliches Fazit.
Für die deutsche Jahresabschlusserstellung ist traditionell die Ausschüttungsbemessungsfunktion von größerer Bedeutung als die Informationsfunktion. Aus diesem Grunde spielte die externe Segmentberichterstattung, die lediglich eine Informationsfunktion erfüllt, lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle.
Im Zuge der Globalisierung der letzten Jahrzehnte wurden die großen Unternehmen zunehmend auf internationalen Märkten sowie auf diversifizierten Geschäftsfeldern tätig.
Mit steigender Diversifikation ging zwangsläufig ein zunehmender Informationsverlust bzw. eine Informationsverzerrung aufgrund der starken Aggregation des Jahres- oder Konzernabschlusses einher. Die externe Rechnungslegung konnte ihrer Aufgabe, externe Abschlussadressaten mit wichtigen entscheidungsrelevanten Informationen zu ver-sorgen, zunehmend weniger nachkommen.
In diesem Informationsverlust sowie in der zunehmenden Orientierung der Rechnungslegung an den Investoren liegt die Bedeutungssteigerung der externen Segmentberichterstattung begründet.
International und insbesondere in den USA existieren bereits seit den siebziger Jahren umfangreiche Vorschriften zur Segmentberichterstattung, wohingegen deutsche Unternehmen bis zur Einführung des DRS 3 im Jahre 1999 nach HGB lediglich dazu verpflichtet waren, die Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen sowie nach geografisch bestimmten Märkten anzugeben.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN DER SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
2.1 Definition und Anwendungsbereich
2.2 Zielsetzung und Relevanz
3 ABGRENZUNG DER SEGMENTE
3.1 Methoden zur Segmentabgrenzung
3.1.1 Management-Approach versus Risks-and-Rewards-Approach
3.1.2 Bestimmungen nach HGB und DRS 3
3.2 Aggregationsmöglichkeiten einzelner Segmente
3.3 Anzugebende Segmente
3.4 Sonstige Segmente
3.5 Schema zur Bestimmung anzugebender Segmente
4 BESTIMMUNG DER SEGMENTDATEN
4.1 Methoden zur Segmentdatenbestimmung
4.1.1 Antonomous-Entity-Approach versus Disaggregation-Approach
4.1.2 Beispiel zu den unterschiedlichen Konzeptionen
4.2 Segmentbilanzierung und -bewertung
5 ANGABEVORSCHRIFTEN ZUR SEGMENTBERICHT-ERSTATTUNG
5.1 Vorschriften zur Segmentbeschreibung
5.2 Anforderungen an die Segmentinformationen
5.3 Weitere Vorschriften
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Segmentberichterstattung nach deutschem Handelsgesetzbuch (HGB) in Verbindung mit dem Deutschen Rechnungslegungsstandard (DRS) 3 zu geben. Dabei werden die theoretischen Grundlagen, die Methoden zur Abgrenzung von Segmenten, die Bestimmung der Segmentdaten sowie die geltenden Angabepflichten detailliert analysiert und kritisch hinterfragt.
- Grundlagen und Zielsetzung der externen Segmentberichterstattung
- Methoden der Segmentabgrenzung (Management-Approach vs. Risks-and-Rewards-Approach)
- Kriterien zur Identifikation anzugebender Segmente
- Methoden der Segmentdatenbestimmung (Autonomous-Entity-Approach vs. Disaggregation-Approach)
- Detaillierte Analyse der Angabevorschriften nach DRS 3
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Management-Approach versus Risks-and-Rewards-Approach
Zur Implementierung einer Segmentberichterstattung ist zunächst eine Abgrenzung der einzelnen Segmente unabdingbar. In der Literatur wird überwiegend zwischen zwei zentralen Segmentierungskonzeptionen differenziert.
Erfolgt die Segmentierung auf Basis des Management-Approach (= MA), so ergibt sich die Segmentabgrenzung aus der internen Organisations- und Berichtsstruktur des Unternehmens. Folglich resultiert daraus meist eine produktorientierte oder geografische Abgrenzung der Segmente. Abschlussadressaten soll bei dieser Methode ein Einblick auf die verschiedenen Segmente aus Sicht des Managements ermöglicht werden.
Die zweite Konzeption zur Segmentabgrenzung, der sogenannte Risks-and-Rewards-Approach (= RARA), verhält sich unabhängig von den internen Unternehmensstrukturen und basiert auf den Chancen und Risiken des Unternehmens. Demnach werden die Segmente auf Basis einer homogenen Chancen- und Risikostruktur abgegrenzt, wobei demzufolge die Strukturen der einzelnen Segmente untereinander heterogen sind. Inwiefern bei dieser Konzeption eher eine produktbezogene oder eher eine geografische Segmentabgrenzung erfolgt, ist abhängig von der Chancen- und Risikostruktur des Unternehmens. Sofern Unternehmen die interne Organisationsstruktur der einzelnen Bereiche anhand der Chancen und Risiken ausrichten, führen der MA und der RARA bei der Abgrenzung zwangsläufig zu einem identischen Ergebnis.
Durch die Konvergenz zwischen den internen Strukturen und der externen Segmentberichterstattung bei der Methode des MA und der damit einhergehenden Transparenz können die Abschlussadressaten etwaige Managemententscheidungen im Vergleich zur Abgrenzung nach dem RARA besser beurteilen, da nicht nur die veröffentlichten Ergebnisse beurteilt werden können, sondern vielmehr auch die Qualität der internen Unternehmensstrukturen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung beschreibt die wachsende Bedeutung der Segmentberichterstattung aufgrund zunehmender Globalisierung und Diversifikation von Unternehmen sowie das Ziel, einen Überblick über die Regelungen nach HGB und DRS 3 zu geben.
2 GRUNDLAGEN DER SEGMENTBERICHTERSTATTUNG: Dieses Kapitel definiert die Segmentberichterstattung als Disaggregation komprimierter Daten und erläutert deren fakultativen Charakter sowie die Zielsetzung, Informationslücken über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einzelner Geschäftsbereiche zu schließen.
3 ABGRENZUNG DER SEGMENTE: Hier werden Methoden zur Segmentabgrenzung wie der Management-Approach und der Risks-and-Rewards-Approach sowie Kriterien zur Aggregation und Identifikation berichtspflichtiger Segmente dargestellt.
4 BESTIMMUNG DER SEGMENTDATEN: Dieses Kapitel befasst sich mit den Methoden zur Ermittlung von Segmentdaten, insbesondere dem Autonomous-Entity-Approach und dem Disaggregation-Approach, sowie den Grundsätzen der Segmentbilanzierung und -bewertung.
5 ANGABEVORSCHRIFTEN ZUR SEGMENTBERICHT-ERSTATTUNG: Hier werden die detaillierten Anforderungen an die Segmentbeschreibung sowie die quantitativen und qualitativen Angabepflichten gemäß DRS 3 für anzugebende Segmente dargelegt.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Bedeutung des DRS 3 als Rahmenwerk und diskutiert kritisch die fakultative Natur der Segmentberichterstattung in Deutschland im Vergleich zu internationalen Pflichtstandards.
Schlüsselwörter
Segmentberichterstattung, HGB, DRS 3, Management-Approach, Risks-and-Rewards-Approach, Segmentabgrenzung, Segmentdaten, Disaggregation, Konzernabschluss, Finanzlage, Ertragslage, Abschlussadressaten, Angabevorschriften, Rechnungslegung, Publizitätspflicht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die externe Segmentberichterstattung nach deutschem Handelsrecht (HGB) unter Berücksichtigung des Deutschen Rechnungslegungsstandards DRS 3.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen, Abgrenzungsmethoden für Segmente, die Bestimmung segmentbezogener Daten sowie die gesetzlichen und standardisierten Angabevorschriften.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die Anwendung und Gestaltung der Segmentberichterstattung im deutschen Handelsrecht zu vermitteln und die zugrundeliegenden Konzepte zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erörterung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und eine systematische Aufarbeitung der geltenden Bestimmungen des HGB und des Standards DRS 3.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Segmentabgrenzung, die Bestimmung der relevanten Segmentdaten sowie die spezifischen Angabepflichten zur Segmentbeschreibung und Informationsbereitstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Segmentberichterstattung, DRS 3, Management-Approach, Segmentabgrenzung und Disaggregation.
Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Management-Approach und dem Risks-and-Rewards-Approach?
Der Management-Approach richtet sich nach der internen Organisationsstruktur, während der Risks-and-Rewards-Approach die Segmente basierend auf einer homogenen Chancen- und Risikostruktur abgrenzt.
Was besagt das Größenkriterium für die Berichterstattung?
Ein operatives Segment muss als anzugebendes Segment ausgewiesen werden, wenn es mindestens 10% der Umsatzerlöse, des Segmentvermögens oder des Segmentergebnisses (absolut) ausmacht.
Warum ist die Überleitungsrechnung für die Segmentberichterstattung wichtig?
Die Überleitungsrechnung stellt den notwendigen Zusammenhang zwischen den aggregierten Daten des Konzernabschlusses und den disaggregierten Informationen der Segmente her, um Transparenz zu gewährleisten.
Welche Bedeutung hat das Fazit des Autors hinsichtlich der Publizitätspflicht?
Der Autor kritisiert, dass die Segmentberichterstattung in Deutschland lediglich fakultativ ist und diskutiert, ob eine umfassende Pflicht zur Steigerung der Transparenz für Kapitalanleger sinnvoll wäre.
- Citation du texte
- Michael Belle (Auteur), 2016, Segmentberichterstattung nach HGB. Abgrenzung, Bestimmung der Segmentdaten und Angabevorschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323953