Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, warum heutzutage die französische Sprache innerhalb der Frankophonie mehr vereinheitlicht wird als die deutsche Sprache innerhalb der DACH-Länder. Diesbezüglich habe ich sowohl den geschichtlichen als auch den geographischen Hintergrund miteinbezogen und diesem den Großteil der Arbeit gewidmet.
Zuvor habe ich Sprache definiert. Essentiell zur Beantwortung der zentralen Frage sind das fünfte und das achte Kapitel. In diesen Kapiteln geht es um Variationen des Deutschen und Französischen. Variationen sind Unterschiede von der Standardsprache, sprich Dialekte. Sprachen, die dialektal beeinflusst sind beziehungsweise die es noch in anderen Dialekten gibt, nennt man plurizentrische Sprachen.
Zur Beantwortung der zentralen Frage habe ich Bücher als Quellen verwendet. Das Buch „Plurizentrik“ von Kellermeier-Rehbein hat mir im Bereich der Sprachlichen Variation des Deutschen weitergeholfen. Die Quelle „Grundkurs Sprachwissenschaft“ von Volmert habe ich in den Kapiteln 2, 3 und 4 verwendet. Des Weiteren habe ich das Werk „Einführung in die französische Sprachwissenschaft“ von Geckeler und Dietrich verwendet. Die Kapitel der Geschichte der Französischen Sprache und die Variation im Französischen habe ich damit aufs Papier gebracht. Mit Hilfe des Buches „Frankophonie“ von Erfurt habe ich die geographischen Zusammenhänge der französischen Sprache niederschreiben können. Die Quelle „Germanistische Linguistik“ von Stenschke und Busch habe ich nur einmal verwendet, nämlich in Kapitel 2, als ich die Sprache definiert habe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Sprache?
3 Die Geschichte der deutschen Sprache
4 Die Entstehungsgeschichte des Hochdeutschen
4.1 Das Althochdeutsche
4.2 Das Mittelhochdeutsche
4.3 Frühneuhochdeutsch
4.4 Neuhochdeutsch
4.5 Das heutige Deutsch
5 Sprachliche Variation im Deutschen
6 Die Geschichte der französischen Sprache
6.1 Die Romanisierung Galliens
6.2 Das Altfranzösische
6.3 Das Mittelfranzösische
6.4 Die französische Sprache vom 16. bis 18. Jahrhundert
6.5 Von der französischen Revolution bis zum heutigen Französisch
7 Die französische Sprache geographisch
7.1 Das Französische in Europa
7.2 Das Französische außerhalb Europas
8 Die Variation im Französischen
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Ursachen für den unterschiedlichen Grad der sprachlichen Vereinheitlichung im Deutschen innerhalb der DACH-Länder im Vergleich zum Französischen innerhalb der Frankophonie, wobei insbesondere die historische Entwicklung und die geographische Ausbreitung beider Sprachen analysiert werden.
- Historische Entwicklung der deutschen Sprache von den Anfängen bis zur Gegenwart
- Die Entstehungsgeschichte des Hochdeutschen und regionale sprachliche Variation
- Die Entwicklung der französischen Sprache von der Romanisierung Galliens bis heute
- Geographische Verbreitung und plurizentrische Ausprägungen des Französischen
- Vergleich der zentralistischen Tendenzen und Einheitsbildung in Deutschland und Frankreich
Auszug aus dem Buch
6.1 Die Romanisierung Galliens
Der erste Kontakt mit den Römern fand im Jahre 154 v. Chr. statt. Die Römer wurden anfangs nur um Hilfe gerufen und sind dann im Lande geblieben. Im Folgenden wurde Gallien romanisiert. Zur damaligen Zeit bewohnten viele verschiedene Völker mit unterschiedlichen Sprachen Gallien. Das Zentrum und den Norden bewohnten Kelten (Gallier). Nördlich der Pyrenäen und im Südwesten waren die Iberer zu finden. Die Mittelmeerküste war voller Griechischer Kolonien. Nicht zu vergessen waren noch die Ligurer, die von den Pyrenäen bis zu den Alpen siedelten. Die zweite Romanisierungswelle erfolgte durch den Gallischen Krieg (58-51 v. Chr.) unter Julius Caesar. Das Ergebnis war die totale Eroberung Galliens. Das Gallische wird als gesprochene Sprache noch bis ins 4. Jh. n. Chr. bezeugt. Bis dahin war ein großer Teil der Bevölkerung zweisprachig. Nach Reichenkron waren die folgenden sieben Faktoren ursächlich für die Romanisierung:
1. Das römische Heer. Zum einen haben sich römische Soldaten mit gallischen Frauen gepaart. Zum anderen wurden gallische Männer in das römische Heer aufgenommen.
2. Die römische Kolonisation. Die Römer haben Städte gebaut und ausgebaut.
3. Die römische Verwaltung und das römische Straßennetz. Auch wenn Anfangs das gallische in Privatverträgen zugelassen war, war die Verwaltungssprache Latein. Die römischen Straßen machten es möglich, dass unzugängliche Gebiete zugänglich wurden.
4. Der römische Handel. Die Sprache des Handels war Latein.
5. Das römische Bürgerrecht. Die Verleihung des römischen Bürgerrechts 212 durch Caracalla bewirkte eine weitere Integration.
6. Die römische Schulen und die römische Erziehung.
7. Das Christentum.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier wird die zentrale Forschungsfrage nach der stärkeren Vereinheitlichung des Französischen gegenüber dem Deutschen erläutert und die methodische Herangehensweise vorgestellt.
2 Was ist Sprache?: Dieses Kapitel widmet sich der grundlegenden Definition von Sprache und ihrer Funktion als Verständigungsmittel innerhalb menschlicher Gemeinschaften.
3 Die Geschichte der deutschen Sprache: Hier wird der indoeuropäische Ursprung des Deutschen und die Entwicklung der germanischen Sprachfamilie dargelegt.
4 Die Entstehungsgeschichte des Hochdeutschen: Dieses Kapitel beschreibt die chronologischen Entwicklungsstufen vom Althochdeutschen bis zum heutigen Deutsch und die damit verbundenen lautlichen und morphologischen Veränderungen.
5 Sprachliche Variation im Deutschen: Hier werden die Gründe für die dialektale Vielfalt im Deutschen, wie eingeschränkte Mobilität und späte Nationalstaatsbildung, analysiert.
6 Die Geschichte der französischen Sprache: Dieses Kapitel behandelt die Romanisierung Galliens sowie die Entwicklung des Französischen über das Mittelalter bis hin zur modernen französischen Sprache.
7 Die französische Sprache geographisch: Hier wird die Verbreitung des Französischen in Europa und die koloniale Expansion in Übersee betrachtet.
8 Die Variation im Französischen: Dieses Kapitel analysiert, warum das Französische trotz seiner weltweiten Verbreitung weniger dialektal zersplittert ist als das Deutsche.
9 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und begründet die Unterschiede in der sprachlichen Vereinheitlichung vor allem mit der historischen Mobilität und zentralistischen Strukturen in Frankreich.
Schlüsselwörter
Standardisierung, Plurizentrik, Sprachgeschichte, Hochdeutsch, Französisch, Dialekt, Romanisierung, Sprachvariation, Sprachwandel, Frankophonie, Sprachwissenschaft, Indoeuropäisch, Nationalstaat, Sprachliche Einheit, Kulturgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum die französische Sprache heute innerhalb der Frankophonie einen höheren Grad an Vereinheitlichung aufweist als das Deutsche innerhalb der DACH-Länder.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die historische Sprachgeschichte, die Entwicklung von Standardvarietäten, die Rolle von geografischen Faktoren und die Einflüsse politischer sowie sozialer Strukturen auf die Sprachentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage durch eine fundierte historische und geographische Analyse der Entwicklung beider Sprachen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte, vergleichende Analyse unter Einbeziehung geschichtswissenschaftlicher und linguistischer Quellen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der deutschen Sprachgeschichte und deren dialektaler Ausprägung sowie eine parallele Analyse der französischen Sprache, inklusive ihrer Romanisierung und späteren Verbreitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Standardisierung, Plurizentrik, sprachliche Variation, Sprachgeschichte, Nationalstaatsbildung und Dialektologie.
Warum spielt die Romanisierung Galliens eine wichtige Rolle für das heutige Französisch?
Die Romanisierung legte durch den frühen Aufbau von Infrastruktur, zentraler Verwaltung und Latein als Einheitssprache den Grundstein für eine frühe sprachliche Homogenisierung, die das heutige Französisch bis heute prägt.
Welchen Einfluss hatten Kriege auf die Entwicklung des Deutschen?
Beispielsweise führte der Dreißigjährige Krieg zur Festigung des Hochdeutschen, während die Weltkriege im 20. Jahrhundert durch Urbanisierung und Mobilität zu neuen Umgangssprachen und Sprachmischungen führten.
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- Lukas Otschko (Author), 2016, Sprachvariation und Plurizentrik. Zur Geschichte und Sprachpolitik des Deutschen und Französischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324257