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Freiheit in der Republik - Betrachtung über den Stellenwert individueller Freiheit im Republikanismus, am Beispiel Niccolo Machiavellis

Title: Freiheit in der Republik - Betrachtung über den Stellenwert individueller Freiheit im Republikanismus, am Beispiel Niccolo Machiavellis

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 25 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Uwe Schneider (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Einleitung

Die republikanische Idee hat ihren Ursprung in der Antike. Sie hat sich dort zu einer bewussten Gegenform zur Monarchie entwickelt. Die ursprüngliche Idee war, alle Bürger an dem politischen Entscheidungsprozess teilhaben zu lassen. Es handelt sich um nichts anderes als eine Negation der Einherrschaft. Mit dem römischen Ausdruck res publika wird das Gemeinwesen bezeichnet. Die Herrschaft sollte nicht von der Entscheidung einer physischen Person abhängen, sondern auf mehrere Schultern verteilt werden. Der Grundgedanke lag in der Identität von Bürger und Staat und in einer völligen Gleichheit der Staatsglieder. Die Bürger bringen sich in die Gemeinschaft ein, übernehmen politische Ämter und wirken bei der Gesetzgebung mit.
Niccolo Machiavelli greift im 15. Jahrhundert diese Konzeption wieder auf. Das Leben in der Republik ist politisch, bürgerlich und frei. Es gibt in ihr eine Freiheit, weil alle Sicherheit vor Willkür und Gewalt genießen. Dafür sorgen unparteiische und dem Gemeinwohl zuträgliche Gesetze. Diese schützen vor der absoluten Macht eines Alleinherrschers. Dafür ist das politische Engagement aller Bürger nötig. Nur so kann die Vitalität des politischen Prozesses und damit die Freiheit des Staates garantiert werden. Freiheit ist nur in der Gemeinschaft möglich.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. REPUBLIKANISMUS BEI MACHIAVELLI

3. ZWEI FREIHEITSBEGRIFFE

3.1. negative Freiheit

3.2. positive Freiheit

4 EIN DRITTER WEG

4.1. Nicht-Einmischen vs. nicht beherrscht werden

4.2. Republikanismus ist keine positive Freiheit

5. "NEUER" REPUBLIKANISMUS

6. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung individueller Freiheit innerhalb des republikanischen Staatsverständnisses, insbesondere unter Rückgriff auf die Lehren von Niccolo Machiavelli. Ziel ist es zu analysieren, ob der republikanische Freiheitsbegriff, der häufig als reine "positive Freiheit" abgewertet wird, tatsächlich keinen Raum für die Freiheit des Einzelnen lässt oder ob eine Versöhnung von Gemeinwohlorientierung und individueller Freiheit möglich ist.

  • Vergleich zwischen positiver und negativer Freiheit nach Isaiah Berlin.
  • Analyse des republikanischen Freiheitsverständnisses bei Machiavelli.
  • Diskussion des "dritten Weges" von Phillip Pettit (Non-Domination).
  • Bedeutung von Bürgertugend und Gemeinwohl für die Freiheit des Staates.
  • Vereinbarkeit von staatlichen Institutionen und individueller Unabhängigkeit.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die republikanische Idee hat ihren Ursprung in der Antike. Sie hat sich dort zu einer bewussten Gegenform zur Monarchie entwickelt. Die ursprüngliche Idee war, alle Bürger an dem politischen Entscheidungsprozess teilhaben zu lassen. Es handelt sich um nichts anderes als eine Negation der Einherrschaft. Mit dem römischen Ausdruck res publika wird das Gemeinwesen bezeichnet. Die Herrschaft sollte nicht von der Entscheidung einer physischen Person abhängen, sondern auf mehrere Schultern verteilt werden. Der Grundgedanke lag in der Identität von Bürger und Staat und in einer völligen Gleichheit der Staatsglieder. Die Bürger bringen sich in die Gemeinschaft ein, übernehmen politische Ämter und wirken bei der Gesetzgebung mit.

Niccolo Machiavelli greift im 15. Jahrhundert diese Konzeption wieder auf. Das Leben in der Republik ist politisch, bürgerlich und frei. Es gibt in ihr eine Freiheit, weil alle Sicherheit vor Willkür und Gewalt genießen. Dafür sorgen unparteiische und dem Gemeinwohl zuträgliche Gesetze. Diese schützen vor der absoluten Macht eines Alleinherrschers. Dafür ist das politische Engagement aller Bürger nötig. Nur so kann die Vitalität des politischen Prozesses und damit die Freiheit des Staates garantiert werden. Freiheit ist nur in der Gemeinschaft möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in den republikanischen Freiheitsbegriff und die Fragestellung zur Vereinbarkeit von Gemeinwohl und Individualfreiheit.

2. REPUBLIKANISMUS BEI MACHIAVELLI: Darstellung von Machiavellis Theorie des Staates, der Rolle von Gesetzen und der Bedeutung der Republik als Garant für Sicherheit und Freiheit.

3. ZWEI FREIHEITSBEGRIFFE: Analyse der von Isaiah Berlin systematisierten Konzepte der negativen Freiheit (Abwesenheit von Zwang) und positiven Freiheit (Selbstregierung).

4 EIN DRITTER WEG: Vorstellung von Phillip Pettits Konzept der "Non-Domination" als Alternative zu den klassischen Freiheitsmodellen.

5. "NEUER" REPUBLIKANISMUS: Untersuchung der staatsbürgerlichen Identität und der Notwendigkeit einer regelbasierten politischen Gemeinschaft.

6. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Republikanismus für ein modernes Verständnis von Freiheit.

Schlüsselwörter

Republikanismus, Niccolo Machiavelli, Freiheit, Negative Freiheit, Positive Freiheit, Non-Domination, Gemeinwohl, Bürgertugend, Politische Partizipation, Phillip Pettit, Isaiah Berlin, Selbstregierung, Rechtsstaatlichkeit, Politische Philosophie, Staatsform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Stellenwert der individuellen Freiheit innerhalb des republikanischen Modells und hinterfragt dessen oft kritisierte Gegenüberstellung zum modernen Liberalismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Freiheitsverständnis bei Machiavelli, die Differenzierung von positiver und negativer Freiheit sowie der Begriff der Beherrschungsfreiheit (Non-Domination).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass ein republikanisches System Freiheit nicht durch die Unterdrückung des Individuums, sondern durch institutionelle Absicherung und gemeinschaftliche Teilhabe garantieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und philosophische Analyse, die zentrale Theorien von Denkern wie Machiavelli, Berlin, Pettit und Skinner interpretiert und vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Gegenüberstellung der Freiheitskonzepte, der Kritik am Liberalismus und der praktischen Anwendung des republikanischen Modells auf moderne staatliche Strukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Republikanismus, Freiheit, Machiavelli, Non-Domination und Gemeinwohl.

Wie bewertet die Arbeit Machiavellis Rolle in der Theoriegeschichte?

Der Autor ordnet Machiavelli als Vordenker eines modernen, realistischen Republikanismus ein, der politische Teilhabe nicht als Selbstzweck, sondern als notwendiges Instrument zur Sicherung bürgerlicher Freiheit sieht.

Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz von Phillip Pettit von klassischen Modellen?

Pettit führt das Konzept der "Non-Domination" ein, welches Freiheit nicht allein durch die Abwesenheit von Einmischung (negativ) definiert, sondern durch die Abwesenheit willkürlicher Machtverhältnisse (Beherrschung).

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Details

Title
Freiheit in der Republik - Betrachtung über den Stellenwert individueller Freiheit im Republikanismus, am Beispiel Niccolo Machiavellis
College
Dresden Technical University  (Politikwissenschaft)
Course
HS: Staatsräson und Republikanismus. Machiavellis europäisches Erbe
Grade
1,5
Author
Uwe Schneider (Author)
Publication Year
2001
Pages
25
Catalog Number
V3282
ISBN (eBook)
9783638119962
Language
German
Tags
Berlin Freiheit Machiavelli Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Uwe Schneider (Author), 2001, Freiheit in der Republik - Betrachtung über den Stellenwert individueller Freiheit im Republikanismus, am Beispiel Niccolo Machiavellis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3282
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