Sowohl Fachzeitschriften als auch die Tagespresse thematisieren immer häufiger den Trend des gemeinsamen Konsums in ihren Artikeln. Es ist kein Zufall, dass der Aufstieg der Sharing Economy zeitglich mit dem aktuellen Siegeszug von Social Media einhergeht. Soziale Netzwerke haben einen großen Anteil daran, dass Menschen neben digitalen Inhalten wie Fotos, Videos oder Erfahrungen aktuell immer mehr Gegenstände über das Internet leihen und tauschen. Sie haben den Menschen das Teilen, welches sie in der Konsumgesellschaft zu Beginn der Sechzigerjahre verloren haben, unbewusst wieder näher gebracht. Die zunehmende Vernetzung von Menschen und Dingen durch das Social Web führt dazu, dass sie immer öfter unbewusst und aus einer Selbstverständlichkeit teilen und nicht nur aus Hilfsbereitschaft.
Gemeinsam mit der Revolution des Internets in den vergangen Jahren und dem daraus entstandenen Phänomen Social Media sind die Internetnutzer von passiven Konsumenten zu aktiven Nutzern geworden. Einhergehend mit dieser Entwicklung wird das Teilen und Tauschen von Fahrzeugen, Wohnungen oder Werkzeugen immer beliebter. Verstärkt durch die zwischen 1980 und 2000 geborene Generation Y etablieren sich neue Nutzergewohnheiten, die über das Teilen von Informationen hinausgehen.
Die CeBIT hat als weltweit wichtigste Veranstaltung der digitalen Wirtschaft das Teilen und gemeinsame Nutzen von Wissen, Ressourcen und Erfahrungen als neue Formen der Zusammenarbeit mit dem Leitthema „Shareconomy“ im Jahr 2013 ins Zentrum gerückt.1 Neben der Entwicklung in der Wirtschaft entstehen auch für den privaten Konsum nahezu täglich neue Geschäftsideen, die den kollaborativen Konsum fördern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
1.3.1 Methodik
1.3.2 Gliederungssystematik
2 Theoretische Abgrenzungen
2.1 Grundlagen Social Media
2.1.1 Definition Social Media
2.1.2 Entwicklung von Social Media
2.1.3 Bedeutung von Social Media
2.1.4 Social Media Nutzerstruktur
2.1.5 Formen von Social Media
2.2 Grundlagen Generation Y
2.2.1 Generationsbegriffe
2.2.2 Die Generation X
2.2.3 Die Generation Y
2.2.4 Der gesellschaftliche Wandel und die Bedeutung digitaler Medien
2.3 Grundlagen Sharing Economy
2.3.1 Entwicklung der Sharing Economy
2.3.2 Veränderungen durch das Web 2.0
2.4 Zusammenfassendes Zwischenfazit
3 Die Basis der Sharing Economy
3.1 Der Wandel von Besitz und Eigentum
3.2 Konsumenten der Sharing Economy
3.2.1 Veränderung der Wertevorstellung und gestiegene Anforderungen – Angehörige der Generation Y
3.3 Recycling 2.0
3.4 Ausprägungen der Sharing Economy
3.4.1 Airbnb – der Star der Sharing Economy
3.4.2 Erfolgsmodell Carsharing
3.5 Sharing Economy – Treiber für Innovationen
3.6 Zusammenfassendes Zwischenfazit
4 Durchführung der empirischen Untersuchung
4.1 Auswahl der empirischen Forschungsmethode
4.2 Festlegung der Datenquelle
4.3 Entwicklung und Grundlagen des Fragebogens
4.4 Aufbau der Online-Umfrage
4.5 Auswertung und Darstellung der Umfrageergebnisse
4.5.1 Nutzung von Social Media
4.5.2 Teilnahme am kollaborativen Konsum
5 Interpretation der Ergebnisse und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen
5.1 Bezug zur Sharing Economy
5.1.1 Interpretation der Ergebnisse
5.1.2 Darlegung der Chancen
5.1.3 Aufzeigen bestehender Risiken
5.1.4 Kritische Reflexion
5.1.5 Handlungsempfehlungen
5.2 Bezug zur Generation Y
5.2.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2.2 Darlegung der Chancen
5.2.3 Aufzeigen bestehender Risiken
5.2.4 Kritische Reflexion
5.2.5 Handlungsempfehlungen
6 Schlussbetrachtung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelor-Thesis analysiert kritisch den Einsatz von Social Media vor dem Hintergrund des Wertewandels der Generation Y und der wachsenden Sharing Economy. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für den Erfolg kollaborativen Konsums zu identifizieren und den Einfluss veränderter Kommunikations- und Konsumgewohnheiten der Generation Y auf die Wirtschaft zu ermitteln.
- Rolle von Social Media als Treiber der Sharing Economy
- Wertewandel der Generation Y (Digital Natives)
- Kritische Analyse von Sharing-Geschäftsmodellen (z.B. Airbnb, Carsharing)
- Empirische Studie zum Nutzungsverhalten der Generation Y
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Wandel von Besitz und Eigentum
Bereits seit geraumer Zeit wird beobachtet, dass das Eigentum gegenüber dem Nutzen in den Hintergrund getreten ist. Waren Eigentum und Besitz in den Sechzigerjahren der wichtigste Maßstab für den Erfolg, werden derzeit neue Maßstäbe definiert. In der heutigen Gesellschaft repräsentieren der Besitz und der Zugang zu diesem den Lebensstil und nicht mehr das Eigentum. Als Beispiel für den Wandel von Besitz und Eigentum wird oft die Bohrmaschine genannt. Im Durchschnitt kommt sie in einem normalen Haushalt auf eine jährliche Laufzeit von 12 bis 15 Minuten und verbringt somit die meiste Zeit in der Abstellkammer. In diesem Fall spricht nichts dagegen, sich dem globalen Trend Collaborative Consumption anzuschließen. Statt des Erwerbs einer teuren Bohrmaschine, kann sie zukünftig solange gegen eine Leihgebühr geliehen werden, wie sie benötigt wird. Eigentum wird vor allem bei jungen Leuten in diesem Zusammenhang immer weniger als Prestige empfunden. Nach ihrer Auffassung bedeutet Prestige, beispielsweise die neuesten technischen Geräte zu besitzen. Der Status wird über das aktuellste Smartphone definiert. Gleichermaßen verschieben sich die Werte vom materiellen Besitz weg. Teilen gillt als Bereicherung und wird als klug und smart empfunden. Zudem ist bereits durch diverse Studien bewiesen worden, dass materieller Wohlstand ab einem gewissen Wert nicht mehr glücklich macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Trendbewegung des gemeinsamen Konsums ein und erläutert die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Theoretische Abgrenzungen: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Social Media, Sharing Economy und Generation Y und untersucht deren wechselseitige Bedeutung und historische Entwicklung.
3 Die Basis der Sharing Economy: Hier wird der Kern der Sharing-Bewegung beleuchtet, einschließlich des Wertewandels von Eigentum zu Zugang sowie der Rolle der Konsumenten.
4 Durchführung der empirischen Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das Design und die Durchführung der Online-Umfrage, die speziell die Zielgruppe der Generation Y befragte.
5 Interpretation der Ergebnisse und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen: Es erfolgt die Analyse der Studiendaten, eine kritische Reflexion und die Erarbeitung von Strategien für Unternehmen und Politik.
6 Schlussbetrachtung und Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und reflektiert die zukünftige Bedeutung der Sharing Economy für die Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Sharing Economy, Collaborative Consumption, Generation Y, Social Media, Web 2.0, Wertewandel, Digital Natives, Konsumverhalten, Nachhaltigkeit, Carsharing, Airbnb, Reputation, Vertrauen, Wissensgesellschaft, Empfehlungsmarketing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Social Media und die Generation Y den Wandel vom klassischen Besitz hin zur sogenannten "Sharing Economy" beeinflussen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Grundlagen des Web 2.0, dem Wertewandel der Generation Y sowie den verschiedenen Modellen des kollaborativen Konsums.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob Social Media aktiv den Wandel von einer Welt des Besitzens zu einer Welt des Teilens gestaltet und welche Rahmenbedingungen für diesen Erfolg notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Neben einer umfangreichen Literaturanalyse wurde eine eigene empirische Studie in Form einer Online-Umfrage bei der Generation Y durchgeführt, um deren Einstellung und Verhalten zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Wandel von Besitz und Eigentum, die spezifischen Konsum-Charakteristika der Generation Y und zeigt konkrete Ausprägungen wie Airbnb oder Carsharing auf.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Kollaborativer Konsum, Generation Y, Social Media, Wertewandel und Nachhaltigkeit sind die zentralen Konzepte der Arbeit.
Warum spielt Vertrauen eine so große Rolle in der Sharing Economy?
Da beim kollaborativen Konsum oft mit Fremden geteilt wird, ist Vertrauen die Basis. Die Arbeit zeigt, dass Reputation und Bewertungssysteme notwendig sind, um diese Hürde zu überwinden.
Wie unterscheidet sich die Generation Y in ihrem Konsum von der Generation X?
Während für die Generation X Besitz oft ein Statussymbol war, bevorzugt die Generation Y "Zugang statt Besitz" und legt mehr Wert auf Flexibilität, Authentizität und den Nutzwert.
Welche Empfehlungen gibt der Autor für Unternehmen?
Unternehmen sollten nicht mehr nur Produkte, sondern Services anbieten, auf Qualität und Langlebigkeit setzen, Transparenz durch "Trust Features" schaffen und den Dialog mit Kunden aktiv suchen.
- Quote paper
- Alfred Sturm (Author), 2014, Social Media und Sharing Economy. Zur Entwicklung in der Generation Y, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/333741