Diese Seminararbeit betrachtet zunächst die Entstehung und den Aufbau des Alten Testaments, ordnet dann die Josefsgeschichte ein und erarbeitet diese unter exegetischen Gesichtspunkten. Außerdem werden Anknüpfungspunkte für den Religionsunterricht aufgezeigt und eine didaktische Reflexion vorgenommen.
Im ersten Teil der Arbeit soll grundsätzliches Wissen über das Alte Testament und dessen Aufbau vermittelt und aufgezeigt werden, ehe konkreter auf die Tora/ den Pentateuch eingegangen wird. Dabei soll neben einer kurzen allgemeinen Einführung Fokus auf die Entstehungsgeschichte und den Inhalt gelegt werden.
Im Anschluss daran folgt der zweite Teil der Arbeit, der die Josefsgeschichte näher betrachtet. Dafür sollen zunächst eigene Textbeobachtungen festgehalten werden, bevor ein kurzer exegetischer Teil folgt. Die Betrachtung der wichtigsten theologischen Aspekte der Erzählung bilden die Überleitung zum didaktischen Teil der Arbeit, in dem zunächst allgemeine didaktische Bemerkungen zur Josefsgeschichte getroffen werden, ehe etwas konkretere Umsetzungsmöglichkeiten für den Unterricht skizziert werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung – Eigene Zugänge
2.) Grundwissen zur Entstehung und Aufbau des Alten Testamentes
2.1 Aufbau des Alten Testaments
2.2 Die Tora/ Der Pentateuch
2.3 Entstehungszusammenhang des Pentateuchs
2.4 Zugehörige Texte und Themen
3.) Erarbeitung der Josefsnovelle
3.1 Narrative Beschreibung des Kontextes
3.2 Eigene Textbeobachtungen
3.3 Exegetische Erarbeitung der Bibelstelle
3.4 Theologische Aussagen und Anknüpfungspunkte für den Religionsunterricht
4.) Didaktische Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, grundlegendes Wissen über den Aufbau und die Entstehung des Alten Testaments zu vermitteln und darauf aufbauend eine exegetische sowie didaktische Analyse der Josefsgeschichte (Gen 37-50) durchzuführen, um deren Relevanz für den Religionsunterricht aufzuzeigen.
- Struktureller Aufbau und Kanon des Alten Testaments
- Wissenschaftliche Theorien zur Entstehung des Pentateuchs
- Literarische und theologische Analyse der Josefsnovelle
- Didaktische Konzepte zur Einbettung der Erzählung in den Unterricht
- Vermittlung von Werten und Konfliktlösungskompetenzen durch biblische Texte
Auszug aus dem Buch
3.3 Exegetische Erarbeitung der Bibelstelle
Anders als die Geschichte der Erzeltern ist die Josefsgeschichte durch und durch novellistisch, also eine Prosaerzählung mit einer unerhörten Begebenheit. Im Zentrum steht der Konflikt zwischen und Josef und seinen Brüdern, der schlussendlich Auslöser und Beweggrund für Josefs Aufstieg ist. Auch die Straffheit und die zumeist mit einem Erzählstrang versehen Geschichte sprechen für eine Novelle. „Dargeboten wird eine Einheit mit einem einzigen Spannungsbogen, der immerhin mehr als 10 Kapitel umfasst, mancherlei Zwischenszenen und retardierende Momente einschließt und dabei komplizierte psychologische Situationen erzählerisch entfaltet.“50
Gleichzeitig wird nach dem Muster antiker Biographien Josefs Lebensgeschichte erzählt, wobei dieser nur aus den Texten des Alten Testaments bekannt ist und sich in keiner außerbiblischen Quelle finden lässt. Josef selbst lässt sich historisch also weder be- noch widerlegen und die Josefsgeschichte ist somit eine literarische Erzählung, deren heute bekannte Form aus exilisch-nachexilischer Zeit stammt und zu der Gattung der sogenannten „Diasporanovelle“ gezählt wird.51
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung – Eigene Zugänge: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl und skizziert den Aufbau der Hausarbeit von den Grundlagen bis zur didaktischen Anwendung.
2.) Grundwissen zur Entstehung und Aufbau des Alten Testamentes: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Einführung in die Struktur des Alten Testaments, den Pentateuch und die komplexen, hypothetischen Theorien zur Entstehungsgeschichte der Tora.
3.) Erarbeitung der Josefsnovelle: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Josefsgeschichte, inklusive ihrer narrativen Einbettung, Textbeobachtungen, exegetischer Analyse und ihrer theologischen Bedeutung.
4.) Didaktische Reflexion: Der Autor reflektiert über die Möglichkeiten, die Josefsgeschichte in den Grundschul- und Sekundarstufenunterricht zu integrieren, wobei der Fokus auf lebensweltlichen Bezügen und der Wertevermittlung liegt.
Schlüsselwörter
Altes Testament, Pentateuch, Josefsnovelle, Exegese, Religionspädagogik, Tora, Entstehungsgeschichte, Josef, Jakob, Gotteserfahrung, Vorsehung, Didaktik, Werteerziehung, Bibeldidaktik, Diasporanovelle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die exegetische Untersuchung der Josefsgeschichte im Alten Testament sowie deren didaktische Nutzbarkeit im Religionsunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Das Spektrum reicht von den Grundlagen des Alten Testaments und der Entstehung des Pentateuchs bis hin zur narrativen Analyse der Josefsgeschichte und pädagogischen Umsetzungsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Verständnis für die Josefsgeschichte durch eine exegetische Betrachtung zu vertiefen und konkrete Wege aufzuzeigen, wie Schüler durch diesen biblischen Text zu theologischen und lebenspraktischen Reflexionen angeregt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine literarische und exegetische Analyse angewandt, die durch theologische Interpretationen und religionspädagogische Reflexionen ergänzt wird.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil stehen die narrative Beschreibung des Kontextes der Josefsgeschichte, eigene Textbeobachtungen und die Diskussion theologischer Aussagen, wie etwa das Wirken Gottes durch Vorsehung.
Welche Keywords charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Altes Testament, Pentateuch, Josefsnovelle, Religionspädagogik, Exegese und Bibeldidaktik.
Warum wird die Josefsgeschichte in der Arbeit als Novelle bezeichnet?
Die Arbeit begründet dies mit der besonderen Erzählform: Sie ist eine straffe Prosaerzählung mit einem zentralen Spannungsbogen, der psychologische Entwicklungen und eine "unerhörte Begebenheit" in den Fokus rückt.
Welche Rolle spielt Gott in der Deutung der Josefsgeschichte?
Die Arbeit betont, dass Gott in der Josefsgeschichte nicht direkt eingreift, sondern indirekt durch Vorsehung wirkt, was menschliche Schuld in einen heilvollen Plan einbetten kann.
Wie kann die Geschichte laut Autor im Unterricht vermittelt werden?
Der Autor schlägt unter anderem die Visualisierung von Personenkonstellationen durch Pfeile und Symbole sowie die Methode des Standbildes vor, um zwischenmenschliche Beziehungen und deren Entwicklung für Schüler greifbar zu machen.
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- Anonym (Autor), 2015, Die Josefsnovelle (Gen 37-50). Eine exegetische Betrachtung unter Berücksichtigung didaktischer Aspekte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/333846