Diskursmarker und verbale Höflichkeit im Spanischen. Untersuchung der Umsetzung im schulischen Lehrwerk


Hausarbeit, 2014

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Diskursmarker und verbale Höflichkeit im Spanischen
2.1 Hintergrund: Definition des Wortes ,,Diskursanalyse“
2.2 Warum sollte man Diskursmarker analysieren?
2.3 Was gilt im Spanischen grundsätzlich als unhöflich?
2.4 Das face- Konstrukt und die verbale Höflichkeit
2.5 Beispiele zu Diskursmarkern

3. Praxis: Untersuchung der Umsetzung von Höflichkeit und Diskursmarkern in schulischen Lehrwerken
3.1 Umsetzung von Höflichkeit im Lehrerhandbuch Encuentros
3.2 Diskursmarker im schulischen Lehrwerk Línea dos

4. Fazit

5. Anhang

6. Bibliographie

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit den Diskursmarkern in Lehrwerken unter Berücksichtigung der spanischen Höflichkeit beschäftigen. Zuerst werde ich allgemein erklären, was man unter Diskursmarkern versteht und dies mit einigen Beispielen untermalen sowie erwähnen warum man Diskursmarker überhaupt analysieren sollte. Anschließend werde ich kurz erklären, was man im Spanisch überhaupt als Unhöflich bezeichnet und auch auf das face-Konstrukt in der verbalen Höflichkeit eingehen, welches aufgrund der Kritik den größten Teil der Theorie einnehmen wird, da es sich hier um ein sehr kontroverses Themengebiet handelt. Die zuvor genannten Beispiele für Diskursmarker, werde ich in Oberbegriffen zuordnen, um alles etwas übersichtlicher zu gestalten.

Im Hauptteil werde ich in die Praxis übergehen, wobei ich die Einführung in das Thema ,,Höflichkeit“ anhand des Lehrerhandbuches Encuentros anführen werde und auch erwähnen werde, wie das Lehrerhandbuch die Einführung in das Thema im Schulunterricht vorsieht. Anschließend werde ich einen Beispieltext aus dem Lehrbuch Línea dos auf seine Diskursmarker untersuchen und erklären, was genau welcher Diskursmarker aussagt und zu welcher Gattung er gehört.

Abschließend werde ich zur Höflichkeit allgemein, zu dem Umsetzungsvorschlag im Lehrerhandbuch und auf die Diskursmarker im Lehrbuch eingehen. Außerdem kommt noch ein persönlicher subjektiver Eindruck zum Thema ,,Höflichkeit im Spanischen“ von mir hinzu, wo ich von meinen Erfahrungen in einer spanischen Familie berichten werde.

2. Diskursmarker und verbale Höflichkeit im Spanischen

2.1 Hintergrund: Definition des Wortes ,,Diskursanalyse“

Marcador del discurso ist der Oberbegriff für unveränderliche linguistische Einheiten, die innerhalb eines Satzes keine syntaktische Funktion innehaben, aber für die Rede eine sehr wichtige Aufgabe haben: nämlich das Gespräch zu strukturieren und zu lenken.[1]

Da die Diskursanalyse ein weit gefasstes und doppeldeutiges Feld ist, ist es gar nicht so leicht eine eindeutige Definition zu finden.

Brown und Yules definieren die Diskursanalyse als ,,the analysis of language in use“, dabei kann es nicht nur auf die linguistischen Formen und Funktionen in menschlichen Beziehungen reduziert werden.

Stubbs Theorie ist, dass die Analyse von ,,language in use“ außerdem auf den sozialen Kontext eingehen muss und darüber hinaus auf die Interaktion zwischen Sprechern.[2]

Diskursanalyse ist nicht nur ein Teil der Linguistik, sondern auch in Sozialwissenschaften und der Philosophie, da es ein Teilbereich der sprachlichen Umgangsform ist. ,,(…) discourse has long been one oft he natural interfaces between sociology and linguistics.“[3] Es ist also von verschiedenen Faktoren abhängig, da das menschliche Wesen von mehreren äußeren Gegebenheiten beeinflusst wird. Die Kommunikation zwischen einem oder mehreren Menschen ist ein variables Konstrukt und abhängig nicht nur von der Persönlichkeit des Menschen, sondern auch von der des Gegenübers und von Ort, Zeit, kulturelle Umstände und vielen Faktoren mehr.

,,I operationally define markers as sequetially dependent elements which bracket units of talk.“[4]

2.2 Warum sollte man Diskursmarker analysieren?

Schriffrin meint, dass die Diskursanalyse ein Teilbereich der generellen Analyse von Diskurskohärenz sei, wie Sprecher und Zuhörer gemeinsam Formalia, Meinungen und Aktionen integrieren, um dem Gesagtem einen allgemeinen Sinn zu geben.[5]

Diskursmarker sind nötig um Argumente zu formulieren und dadurch seine Position deutlich herauszustellen.

Sie formen einen heterogene Einheit (Namen, Adjektive, Verben, Adverbien, Konjunktionen, Ausrufeworte, Syntagmen, Wendungen…) und charakterisieren subjektive Bedeutung des Sprechers und sind generell kennzeichnend und unübersetzbar. Die Diskursmarker erleichtern dem Angesprochenen die Interpretation des Gesagtem, da sie mehr ausdrücken, als nur die gesprochene Worte.

Außerdem zeugt die Nutzung von Diskursmarker eine mentale Reife. Sie demonstrieren die Fähigkeit Emotionen zu verbalisieren. Dies ist in der eigenen Muttersprache immer am einfachsten.[6]

2.3 Was gilt im Spanischen grundsätzlich als unhöflich?

Die Spanische Unhöflichkeit lässt sich grundsätzlich in drei große Oberschemata gliedern:

1. Unaufmerksamkeit
2. Unfreundlichkeit
3. Taktlosigkeit

Demonstriert man in einer Unterhaltung, dass es einem an Zuvorkommenheit, Höflichkeit, und Aufmerksamkeit mangelt, führt das zu einem Mangel an Aufmerksamkeit, Benehmen, Taktgefühl, Liebenswürdigkeit und Anstand.[7]

2.4 Das face- Konstrukt und die verbale Höflichkeit

,,El constructo de face está constantemente en obras y necesita señarles ritualizadas para esa labor de construcción.“[8]

Das ,,positive Gesicht“ ist allgemein alles positive, welches der Sprecher vom Empfänger zurückbekommt. Dazu gehören Verständnis, Sympathie und Liebesbekundungen. Dabei ist das ,,positive Gesicht“ nichts einseitiges, sondern ein wechselseitiges Konstrukt zwischen Sprecher und Empfänger. In innigen Beziehungen steigt auch das ,,positive Gesicht“ (Brown & Levinson). Das bedeutet, es fallen häufiger Komplimente, Danksagungen, Erkundigungen und vieles mehr.[9]

Das face Konstrukt versteht sich als universelle Theorie, obwohl die Höflichkeitsform in jeder Kultur unterschiedlich ist (Brown und Levinson).[10] Um ein Modell von den Untersuchungen, dass die Hoffnung auf ein universelles Modell existiert zu zeigen, beschränken wir uns auf die spanischen Studien von Escandell Vidal über die Höflichkeit von Diana Bravo über die Grundeinstellung des face -Konstruktes für die Spanier:[11]

Escandell Vidal ist einer der größten Kritiker des Modells von Brown und Levinson, da es als mehr als kritisch betrachtet wird, dass man Höflichkeit, unabhängig von allen Kulturen, durch ein festes Reglement bestimmen kann. ,,(…) la gran variablidad sociocultural de los fenómenos de cortesía no deja mucho espacio para una teoría general, (…)“[12]

Viele Linguisten, nicht nur Escandell Vidal, sondern auch Kasper (1990), Thomas (1995) und Meier (1995) um nur einige Namen zu nennen, wehren sich gegen die Allgemeingültigkeit der Höflichkeits-Prinzipien nach Brown und Levinson.[13]

Jedoch gibt es auch einiges, welches in jeder Kultur identisch ist, wie zum Beispiel ,,das Vorhandensein verschiedener Strategien der Unterstützung und Distanzwahrung“. Darüber hinaus kennen alle Kulturen ,,Danksagungen, Komplimente, emphatische Hörsignale, Verwandlungen von Befehlen in Bitten, das Verblümen von Kritik und das Herunterspielen von Wünschen.“[14]

[...]


[1] Martín Zorraquino, María Antonia; Portolés Lázaro, José: “Los marcadores del discurso”, in: Bosque, Ignacio; Demonte, Violeta (Hrsg.): Gramática descriptiva de la lengua española. S. 4055.

[2] Schiffrin, Deborah. 1987. Discourse markers. Cambridge University Press. London 1987. S. 1

[3] Ebd., S. 2

[4] Ebd., S. 31

[5] Ebd., S. 49

[6] Martí Sanchez, Manuel: Los marcadores en español L/E: conectores discursivos y operadores pragmáticas. Arco Libros. Madrid 2008. S 9

[7] Lalana Lac, Fernando: Gesprächswortschatz Spanisch. Exponer, comentar y discutir en español. Max Hueber Verlag. Ismaning 1995. S 164

[8] Landone, Elena: Los marcadores del discurso y la coresía verbal en español. 1. Auflage. Peter Lang AG. Bern 2009. S 35

[9] Kotthoff, Helga: Aspekte der Höflichkeit im Vergleich der Kulturen. In: Muttersprache (4). 2003. S 5

[10] Landone, Elena: Los marcadores del discurso y la coresía verbal en español. 1. Auflage. Peter Lang AG. Bern 2009.., S. 36

[11] Ebd., S. 37

[12] Ebd., S. 38

[13] Pikor-Niedzialek, Marta: A critical overview of politeness theories in discourse analysis. OAlster 2005. S 110

[14] Kotthoff, Helga: Aspekte der Höflichkeit im Vergleich der Kulturen. In: Muttersprache (4). 2003. S 5

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Diskursmarker und verbale Höflichkeit im Spanischen. Untersuchung der Umsetzung im schulischen Lehrwerk
Hochschule
Universität zu Köln  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Pragmatik des Spanischen
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V334020
ISBN (eBook)
9783668238909
ISBN (Buch)
9783668238916
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pragmatik, Höflichkeit, Diskursmarker, Sprachwissenschaft
Arbeit zitieren
Alina Willkomm (Autor), 2014, Diskursmarker und verbale Höflichkeit im Spanischen. Untersuchung der Umsetzung im schulischen Lehrwerk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334020

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