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Die Aura im digitalen Medium. Reproduktionen im Sound-Sampling

Eine Untersuchung mit Walter Benjamins Kunsttheorie

Title: Die Aura im digitalen Medium. Reproduktionen im Sound-Sampling

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simon Dietze (Author)

Communications - Multimedia, Internet, New Technologies
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Die Aura im digitalen Medium: Reproduktionen im Sound-Sampling". Dabei bietet Walter Benjamins Kunsttheorie „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ die Grundlage dieser Verschriftlichung.

Zuerst sollen Benjamins Reproduktionsbegriff und die Aura des Kunstwerks erläutert werden, um danach mit seinen Thesen die Kulturtechnik des Samplings untersuchen zu können. Hierbei wird zuerst die Funktionsweise der musikalischen Praxis verdeutlicht. Da Sampling in einer Mischung aus Reproduktionsvorgängen und Eigeninitiative geschieht, sollen die Verhältnisse von Original und Abbildern in den Arbeitsschritten analysiert werden. Währenddessen wird vorrangig Bezug auf den textuellen Part im Rap-Genre genommen, da hierbei Sampling als technischer Vorgang und als Zitiermaschine Anwendung findet. Zum Abschluss soll Bruno Latours und Adam Lowes Aura-Kritik an Walter Benjamin hinzugezogen werden. Darin findet eine Aufwertung des Kopierprozesses statt, der durchaus auf das digitale Medium übertragen werden kann. Im Fazit werden die Erkenntnisse zusammengetragen.

Ziel der Hausarbeit ist es die Praktik des Musik-Samplings mit den Begriffen aus Benjamins Kunsttheorie zu untersuchen und damit zu überprüfen, ob diese Bezeichnungen in der behandelten digitalen Reproduktionsform im gleichen Maße angewendet werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Benjamins Reproduktionsbegriff und die Aura des Kunstwerks

3. Sound-Sampling

3.1 Die Funktionsweise von Sound-Sampling

3.2 Das Verhältnis von Original und Kopie

3.3 Die Aufwertung der Kopie und eine wandernde Aura

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht die Praktik des Musik-Samplings auf Basis von Walter Benjamins kunsttheoretischen Konzepten, insbesondere seinem Essay über das Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu prüfen, inwieweit Begriffe wie Aura, Original und Kopie auf die digitale Reproduktionsform des Samplings anwendbar sind und welche Rolle hierbei moderne theoretische Ansätze zur Aufwertung der Kopie spielen.

  • Analyse von Walter Benjamins Begriffen der technischen Reproduzierbarkeit und Aura.
  • Untersuchung der technischen und künstlerischen Funktionsweise von Sound-Sampling.
  • Diskussion des Verhältnisses von Original und Kopie im Kontext digitaler Medien.
  • Integration von Bruno Latours und Adam Lowes Konzept einer "wandernden Aura".
  • Fallbeispielbasierte Betrachtung von Sampling im Hip-Hop-Genre.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Funktionsweise von Sound-Sampling

Die im allgemeinen Wortgebrauch verwendeten englischsprachigen Begriffe „sampling“ und die dazugehörige Auskopplung „sample“ entstammen dem Lateinischen „exemplum“, das als Beispiel, Abbild oder Modell übersetzt wird. Demnach stellt ein „sound sample“ ein momentanes Abbild oder Muster aus einem kontinuierlichen Schallereignis dar. Jenes Schallereignis wird durch das Sampling in Einzelabschnitte unterteilt, die einen zeitlichen Anfangs- und Endpunkt festlegen und einen periodischen Ablauf ermöglichen.

Speziell im musikalischen Verfahren werden bestimmte akustische Fragmente aus einer auditiven Quelle herauskopiert. Jedes Einzelteil wird digitalisiert und gespeichert, kann in diesem Vorgang zudem bearbeitet werden, ehe es in seiner exportierten Konsistenz in einen neuen musikalischen Kontext eingebunden wird. Daher enthalten Sampler nicht nur einen reproduktiven Charakter, sondern können ebenso manipulativ als auch extrahierend wirken.

Die Fragmentierung bestimmt die temporäre Komponente der klanglichen Datei und enthält zudem parallel auf der Zeitleiste Informationen über Tonhöhen und die Dynamik. Dabei ist es nicht nur möglich musikalische Abschnitte zu samplen, Wortbeiträge oder Geräusche können hierbei ebenso herausgeschnitten und bearbeitet werden.

Die Vorgänge sind in ihrer Umkehrung stark mit der Abfolge von Einzelbildern vergleichbar, die sich in der Filmmontage wiederfinden. Das Sampling von Schallereignissen zerlegt die zeitliche Abfolge bewegter Bilder in entsprechende „Einzelaufnahmen“, deren gemessene Werte in digitaler Form verwahrt und modifiziert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Samplings ein und verknüpft die musikalische Praxis mit Walter Benjamins kunsttheoretischen Ansätzen zur Aura.

2. Benjamins Reproduktionsbegriff und die Aura des Kunstwerks: Das Kapitel erläutert Benjamins zentrale Thesen zur technischen Reproduzierbarkeit und den daraus resultierenden Verlust der Aura des Kunstwerks durch Entwertung seines Hier und Jetzt.

3. Sound-Sampling: Dieses Hauptkapitel analysiert die technische und künstlerische Natur des Samplings als Verfahren zur Fragmentierung und Neukombination von Klang.

3.1 Die Funktionsweise von Sound-Sampling: Hier werden die technischen Schritte – Herausschneiden, Bearbeiten und Zusammensetzen – sowie die Analogie zur filmischen Montage beschrieben.

3.2 Das Verhältnis von Original und Kopie: Dieser Abschnitt thematisiert die Verschiebung des Originalbegriffs im digitalen Raum und zieht Vergleiche zur Appropriation Art.

3.3 Die Aufwertung der Kopie und eine wandernde Aura: Das Kapitel führt Latours und Lowes Konzept der wandernden Aura ein, um zu zeigen, wie Kopien den Wert von Originalen stützen können.

4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Sampling die Benjaminsche Aura durch eine neue Qualität der Reproduktion und des intertextuellen Rückbezugs transformiert statt sie nur zu entwerten.

Schlüsselwörter

Sound-Sampling, Walter Benjamin, Technische Reproduzierbarkeit, Aura, Digitales Medium, Kopie, Original, Hip-Hop, Appropriation Art, Musikalische Montage, Identität, Intertextualität, Historizität, Musikproduktion, Klangfragment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Sound-Samplings in der Musikproduktion unter Rückgriff auf die medientheoretischen Überlegungen von Walter Benjamin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Aura-Verlust durch Reproduktion, der technischen Funktionsweise von Sampling und der Neubewertung von Original und Kopie in der digitalen Kultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu überprüfen, ob sich die Bezeichnungen aus Benjamins Kunsttheorie auf die moderne Praxis des digitalen Sound-Samplings übertragen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, kombiniert mit der Untersuchung spezifischer musikalischer Beispiele, um die Anwendung abstrakter Thesen auf die Praxis zu validieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Sampling-Technik, eine philosophische Einordnung des Kopierens im digitalen Raum und eine kritische Auseinandersetzung mit der Aura durch Ansätze von Latour und Lowe.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Aura, technische Reproduzierbarkeit, Sampling-Technik, intertextuelle Verweise und das Konzept der wandernden Aura.

Wie unterscheidet sich Sampling vom bloßen Kopieren?

Sampling ist laut der Arbeit nicht nur ein reproduktiver Vorgang, sondern durch die selektive Bearbeitung und den Transfer in neue Kontexte eine eigene schöpferische Leistung.

Inwiefern spielt Hip-Hop eine Rolle in der Analyse?

Hip-Hop dient als Fallbeispiel, da Sampling hier als "Zitiermaschine" fungiert, die kulturelle Traditionen durch intertextuelle Bezüge am Leben erhält und legitimiert.

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Details

Title
Die Aura im digitalen Medium. Reproduktionen im Sound-Sampling
Subtitle
Eine Untersuchung mit Walter Benjamins Kunsttheorie
College
University of Weimar  (Fakultät Medien)
Course
Medien und Walter Benjamin
Grade
1,0
Author
Simon Dietze (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V334334
ISBN (eBook)
9783668239722
ISBN (Book)
9783668239739
Language
German
Tags
Aura digital Medium Reproduktion Produktion Sampling Sound-Sampling Musik Walter Benjamin Kunsttheorie Hier und Jetzt Subkultur Hip-Hop
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Dietze (Author), 2016, Die Aura im digitalen Medium. Reproduktionen im Sound-Sampling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334334
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