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Etablierung eines regionalen Kompetenzzentrums zur Sicherstellung der medizinische Versorgung von Flüchtlingen im Kreis Lippe

Titre: Etablierung eines regionalen Kompetenzzentrums zur Sicherstellung der medizinische Versorgung von Flüchtlingen im Kreis Lippe

Travail de Projet (scientifique-pratique) , 2016 , 36 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Dr. med. M.Sc. Patrick Dißmann (Auteur)

Santé - Santé Publique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Projektarbeit beschäftigt sich mit der Einrichtung eines regionalen Kompetenzzentrums mit regelmäßigen Sprechstunden zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen im Kreis Lippe.

Bereits im September 2014 hat das Klinikum Lippe die Initiative ergriffen und unter Einbeziehung von Kreisbehörden, Öffentlichem Gesundheitsdienst, Ärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung und Rettungsdienst eine Task Force etabliert. In der Folge gelang es, rund 9000 Flüchtlinge einer strukturierten und dokumentierten Erstuntersuchung im Klinikum zuzuführen. Das sind annähernd 100% der im Kreisgebiet in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebrachten Flüchtlinge und Asylbewerber. Was zunächst als vorübergehende Unterstützung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst gedacht war, wurde inzwischen als „Flüchtlingsambulanz“ seit ca. 1,5 Jahren zu einer festen Größe in der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen im Kreis Lippe.

Die aktuelle Herausforderung besteht in der medizinischen Versorgung derjenigen Flüchtlinge, die bereits den Kommunen zugewiesen wurden und nicht mehr in den Unterbringungseinrichtungen leben. Aufbauend auf den Erfahrungen mit den Erstuntersuchungen hat das Klinikum Lippe ein Versorgungsmodell entwickelt, das für diese Population sowohl im Hinblick auf den Zugang zum System als auch im Hinblick auf das Leistungsspektrum praktikable Lösungen anbietet. Das Modell der Lippischen Flüchtlingsambulanz ist im Grundsatz auf andere Kreise und kreisfreie Städte übertragbar.

Asylsuchende und Geflüchtete haben innerhalb der ersten 15 Monate keinen Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung. Sie sind auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) angewiesen. Dieses ermöglicht allerdings neben Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen nur die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände im Sinne einer Notversorgung. Die Konsequenz daraus: Auch mit Bagatellbeschwerden gehen Flüchtlinge in die Notaufnahme, obwohl sie beim Hausarzt richtig aufgehoben wären.

Das entscheidende Problem im Hinblick auf den Leistungsumfang besteht jedoch darin, dass die gemäß Asylbewerberleistungsgesetz geltende strikte Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Behandlungsanlässen die medizinische Versorgungsrealität nicht abbildet und eben dadurch eine qualitativ angemessene und zugleich kostengünstige ärztliche Betreuung dieser Population verhindert wird. Auch der Bereich Prävention ist hier ein unterentwickeltes Thema.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Bisherige Herausforderungen in der medizinischen Versorgung

1.2 Aktuelles Versorgungskonzept des Kreises Lippe

1.3 Zukünftige Herausforderungen in der medizinischen Versorgung

1.4 Gliederung der Projektarbeit

2 Thema und Zielsetzung

3 Gesundheitspolitische Relevanz

3.1 Aktuelle Gesundheitslage der Flüchtlinge

3.2 Organisation der Gesundheitsversorgung für Asylbewerber

3.3 Zugangsbarrieren und medizinische Fehlversorgung

3.4 Auswirkungen auf die Notfallversorgung

3.5 Aspekte des Bevölkerungsschutzes

4 Stand der Forschung und Entwicklung in der Praxis

4.1 Gesundheitsberichterstattung

4.2 Versorgungsforschung

4.3 Sentinel Surveillance

4.4 Organisation der flächendeckenden medizinischen Versorgung

5 Durchführung

5.1 Der „PDCA“-Zyklus

5.1.1 Plan

5.1.2 Do

5.1.3 Check

5.1.4 Act

5.2 Projektakteure

5.2.1 Auftraggeber

5.2.2 Projektleitung

5.2.3 Projektgruppe

5.2.4 Steuerungsgruppe

5.3 Projektbetrieb

5.3.1 Betriebszeiten

5.3.2 Personelle Besetzung

5.3.3 Dienstleistungen

6 Finanz- und Zeitplanung

6.1 Zeitplanung

6.1.1 Analyse und Bedarfserhebung

6.1.2 Interventionsplanung

6.1.3 Projektdurchführung

6.2 Finanzplanung

6.2.1 Personalkosten

6.2.2 Räumlichkeiten/Ausstattung

6.2.3 Sachmittel- und Betriebskosten

6.2.4 Erlöse aus Gesundheitsuntersuchungen nach §62 AsylVfG

6.2.5 Vergütung für Leistungen nach §4 AsylbLG

6.2.6 Zusammenfassung der Erlöse-Kosten-Rechnung

7 Evaluation und zu erwartende Ergebnisse

7.1 Meilensteine

7.1.1 Ende der Analyse- und Bedarfserhebungsphase

7.1.2 Ende der Interventionsplanungsphase

7.1.3 Feedback nach 6 Monaten Durchführung

7.1.4 Abschlussevaluation

7.2 Erwartete Ergebnisse

7.2.1 Medizinische Grundversorgung

7.2.2 Entlastung der Notfallbereiche

7.2.3 Kooperation mit psycho-traumatologischen Versorgungsstrukturen

7.2.4 Flüchlingsmedizinische Versorgungsforschung

Zielsetzung & Themen

Die Projektarbeit zielt darauf ab, ein regionales Kompetenzzentrum im Kreis Lippe zu etablieren, um die medizinische Versorgung von Flüchtlingen nachhaltig zu sichern. Dabei steht die Umstrukturierung einer bestehenden Ambulanz im Fokus, um neben der notwendigen medizinischen Grundversorgung und Infektionsprävention auch eine Entlastung der klinischen Notaufnahmen und eine verbesserte psycho-traumatologische Versorgung zu ermöglichen.

  • Strukturierung einer effizienten, krankenhausbasierten Flüchtlingsambulanz.
  • Optimierung der Notfallversorgung durch Kanalisierung in regelmäßige Sprechstunden.
  • Früherkennung und zeitnahe Intervention bei psycho-traumatologischen Erkrankungen.
  • Aufbau von Rahmenbedingungen für eine fundierte flüchtlingsmedizinische Versorgungsforschung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Bisherige Herausforderungen in der medizinischen Versorgung

Die o.g. Zitate entstammen der Zeit kurz nach der Entscheidung der Bundeskanzlerin, Angela Merkel, in einer humanitären Großaktion tausende in Ungarn gestrandete Flüchtlinge über die sog. Balkanroute nach Deutschland zu holen. Diese Entscheidung war von enormer Tragweite, wie sich später herausstellen sollte. Sie führte dazu, dass allein im Jahr 2015 laut „EASY“-Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) knapp 1.1 Millionen Flüchtlinge Schutz und Unterkunft in der BRD suchten (Münchener Merkur 2016) und mehr als 475.000 Asylanträge gestellt wurden (BAMF, 2016, S.4).

Gemäß Artikel 16a Absatz 1 GG genießen politisch Verfolgte in der BRD Asylrecht. Die Zuständigkeit für die Durchführung von Asylverfahren liegt beim BAMF. Der ausländerrechtliche Vollzug der Gesetze obliegt den Innenministerien der einzelnen Länder. Die Aufnahme, landesweite Verteilung, Unterbringung und soziale Versorgung der Asylsuchenden obliegt in den meisten Bundesländern dem jeweils zuständigen Ministerium für Arbeit und Soziales. Die regionale Verteilung der Flüchtlinge erfolgt im „EASY“-Verfahren nach dem sog. Königssteiner Schlüssel.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen angesichts hoher Zuwanderungszahlen und beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie das bestehende Versorgungskonzept im Kreis Lippe.

2 Thema und Zielsetzung: In diesem Kapitel wird die Einrichtung eines regionalen Kompetenzzentrums zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen als Hauptziel formuliert, inklusive der Umstrukturierung der bestehenden Ambulanz und der Kooperation mit verschiedenen Leistungserbringern.

3 Gesundheitspolitische Relevanz: Das Kapitel analysiert die gesundheitliche Lage von Flüchtlingen, bestehende Zugangsbarrieren im deutschen Gesundheitssystem sowie die Auswirkungen auf Notfallambulanzen und die Notwendigkeit von Bevölkerungsschutzmaßnahmen.

4 Stand der Forschung und Entwicklung in der Praxis: Hier wird der Mangel an belastbaren Daten zur gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen aufgezeigt und der aktuelle Stand von Forschungsprojekten sowie praktischen Ansätzen der Versorgung beschrieben.

5 Durchführung: Dieses Kapitel erläutert die Umsetzung des Projekts unter Anwendung des „PDCA“-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) und definiert die Akteure sowie den geplanten täglichen Projektbetrieb.

6 Finanz- und Zeitplanung: Hier werden die zeitlichen Phasen der Projektdurchführung sowie eine detaillierte Kalkulation der Personalkosten, Investitionen und zu erwartenden Erlöse dargelegt.

7 Evaluation und zu erwartende Ergebnisse: Das Kapitel definiert Meilensteine zur Überprüfung des Projektfortschritts und beschreibt die zu erwartenden positiven Auswirkungen auf die medizinische Grundversorgung, die Notfallbereiche und die wissenschaftliche Versorgungsforschung.

Schlüsselwörter

Flüchtlingsmedizin, Kompetenzzentrum, medizinische Grundversorgung, Notfallversorgung, Asylbewerberleistungsgesetz, PDCA-Zyklus, Gesundheitsuntersuchung, Versorgungsforschung, Kreis Lippe, psycho-traumatologische Versorgung, Impfangebot, Interkulturelle Kompetenz, Bevölkerungsschutz, Sentinel Surveillance, Projektmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Etablierung eines regionalen Kompetenzzentrums zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen im Kreis Lippe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen zählen die medizinische Grundversorgung, die Entlastung von klinischen Notaufnahmen, die psycho-traumatologische Betreuung und die Durchführung von Versorgungsforschung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist die Umstrukturierung einer bereits existierenden Flüchtlingsambulanz, um durch regelmäßige Sprechstunden und Kooperationen eine effizientere und qualitativ hochwertigere medizinische Betreuung zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Projektsteuerung verwendet?

Das Projekt nutzt den klassischen „PDCA“-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) als Managementmethode für die Planung, Umsetzung, Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung der Prozesse.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die gesundheitspolitische Relevanz, den aktuellen Forschungsstand, die praktische Projektorganisation inklusive Zeit- und Finanzplanung sowie Methoden zur Evaluation des Projekterfolgs.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Flüchtlingsmedizin, interkulturelle Kompetenz, Notfallentlastung, Versorgungsforschung sowie die rechtlichen Grundlagen gemäß AsylbLG und §62 AsylVfG.

Wie wirkt sich das Projekt konkret auf die Notfallambulanzen aus?

Durch die Etablierung regelmäßiger Sprechstunden sollen ad-hoc-Vorstellungen in Notaufnahmen reduziert werden, was die Ressourcen für die Notfallversorgung der einheimischen Bevölkerung schont.

Welche Rolle spielt die Kooperation mit der Universität Bielefeld?

Die Zusammenarbeit dient primär dazu, wissenschaftliche Bedingungen für eine fundierte Versorgungsforschung und eine strukturierte Gesundheitsberichterstattung zu schaffen.

Wie soll das Projekt finanziert werden?

Die Finanzierung basiert auf Erlösen aus Gesundheitsuntersuchungen nach §62 AsylVfG und Leistungsvergütungen für die Notfallbehandlung nach §4 AsylbLG, ergänzt durch stationäre Erlöse für das Klinikum Lippe.

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Résumé des informations

Titre
Etablierung eines regionalen Kompetenzzentrums zur Sicherstellung der medizinische Versorgung von Flüchtlingen im Kreis Lippe
Université
Bielefeld University  (Gesundheitswissenschaften)
Cours
Master of Health Administration - Weiterbildender Studiengang
Note
1,3
Auteur
Dr. med. M.Sc. Patrick Dißmann (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
36
N° de catalogue
V334574
ISBN (ebook)
9783668269910
ISBN (Livre)
9783668269927
Langue
allemand
mots-clé
Flüchtlinge Medizinische Versorgung Zugangsbarrieren Leistungsumfang Gesundheitssystem Deutschland Nordrhein-Westfalen Asylbewerberleistungsgesetz Asylverfahrensgesetzt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. med. M.Sc. Patrick Dißmann (Auteur), 2016, Etablierung eines regionalen Kompetenzzentrums zur Sicherstellung der medizinische Versorgung von Flüchtlingen im Kreis Lippe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334574
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Extrait de  36  pages
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