Die amerikanische Kultur verstehen und in der Arbeitswelt leben

Ein Guide für Expatriates


Studienarbeit, 2015

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Analyse des Landes
2.1 Politik
2.2 Ökonomie
2.3 Umwelt
2.4 Technik und Entwicklung

3 Analyse nach Hofstede

4 Die amerikanische Kultur, erste Kontaktaufnahme und
Geschäftsanbahnung

5 Die Geschäftswelt
5.1 Einblicke in die amerikanische Geschäftswelt
5.2 Verhandlungen, Entscheidungen und Verträge
5.3 Geschäftsessen und After Work

6 Kommunikation und Wirkung

7 Berufliches Miteinander
7.1 Meetings und Präsentationen
7.2 Koordination und Zusammenarbeit
7.3 Führung und Motivation

8 Do’s and Dont’s

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Hofstede Analyse
Abbildung 3: Kommunikationsmodell

1 Einleitung

Die Alpha Industries Gruppe mit Sitz in Düsseldorf, Deutschland, ist der weltweit führende Hersteller von hochwertigen Industrierobotern. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 1872 von Horst August Hagen. Kurz nach der Gründung wurden bereits Vertretungen in Österreich, der Schweiz und England eröffnet. Heute umfasst die Alpha Industries Gruppe die Alpha Industries GmbH und mehr als 100 Tochtergesellschaften in über 20 Ländern. Neben den Standorten in Deutschland existieren in Polen, China und Russland mehr als 40 Produktionsstätten.

Der Umsatz der Alpha Industries Gruppe betrug im Wirtschaftsjahr 2014 rund 20 Mrd. Euro, der von insgesamt 180.000 Mitarbeitern eingefahren wurde.

Um den steigenden Kundenanforderungen und dem technologischen Fortschritt gerecht zu werden, wächst die Alpha Industries Gruppe von Jahr zu Jahr. Neben der Einstellung zusätzlichen Personals ist auch die Eröffnung weiterer Niederlassungen weltweit ein dauerhaftes Thema. Bereits existierende Niederlassungen haben jedoch auch mit dem Problem der Fluktuation zu kämpfen. Um diesem Problem entgegen zu wirken, werden von der Mutter in Düsseldorf Expatriates in die jeweiligen ausländischen Niederlassungen entsendet, um dort nicht nur neu entstandene Personallücken zu füllen sondern auch in Deutschland gesammeltes Wissen in dem jeweiligen Land an die Mitarbeiter weiter zu geben und auch um eigene Erfahrungen zu sammeln, neues Wissen sich anzueignen und notwendige Führungserfahrungen zu sammeln, um in Deutschland in einer höheren Position (wieder) einsteigen zu können.

Um diese Entsendung den Expatriates so einfach wie möglich zu machen, folgt an dieser Stelle ein Guide explizit für das Land USA, in dem auch einige Niederlassungen der Alpha Industries Gruppe sind. Aufgrund möglicher Konfliktpotentiale und den großen Differenzen zwischen der deutschen und amerikanischen Kultur, die nicht zuletzt aus Völkern bestehen, die unterschiedlich handeln, fühlen und denken[1], sind die Inhalte dieses Guides in die nachfolgenden Kapitel unterteilt. Inhalt dieses Guides sind eine Analyse des Ziellandes, Einblicke in die amerikanische Kultur, die (erste) Kontaktaufnahme, Kommunikation und ihre Wirkung, Meetings und Präsentationen sowie Verhandlungen, Entscheidungen und Verträge. Darüber hinaus werden auch die Themen Koordination und Zusammenarbeit, Führung und Motivation sowie auch Geschäftsessen und After Work behandelt. Abgeschlossen wird der Guide durch eine Auflistung der Do’s and Dont’s in den USA und ein abrundendes Fazit.

2 Analyse des Landes

2.1 Politik

Die Politik in den USA basiert auf der im Jahre 1789 gegründeten Verfassung, die sich seitdem kaum verändert hat. Das politische Grundsystem ist eine präsidiale Demokratie, die als Grundlage die Verfassung hat. Innerhalb dieser ist das Land in die 50 Bundesstaaten aufgeteilt und wiederum innerhalb dieser gibt es Counties, Cities, Townships und Villages. Die Zuständigkeiten in den einzelnen Bundesstaaten ist durch die Verfassung streng getrennt. Zudem gibt es noch die Gewaltenteilung in die Exekutive, die aus dem Präsidenten besteht, die Legislative, die durch den Congress, bestehend aus dem Senate und dem House of Representatives besteht und der Judikativen, die durch den Supreme Court dargestellt wird. Die Aufteilung der Gewalten in die drei eben genannten Ebenen, wird regelmäßig durch Prüfungen kontrolliert.[2]

2.2 Ökonomie

Im Bereich der Wirtschaft liegt die USA vorne mit der Erwirtschaftung von ca. einem Fünftel des jährlichen Welteinkommens. Diese Zahl ist auch leichter zu erreichen für ein Land, das über ein Staatsgebiet von 10 Millionen m² verfügt . Der Einwohnerstand im Jahre 2015 von 320 Millionen Einwohnern hilft auch dabei, das BIP von 17,74 Bio. US-Dollar im Jahr 2014 zu erwirtschaften. Deutschland hat im Vergleich dazu im Jahr 2013 ein BIP von 3,59 Bil. US-Dollar erwirtschaftet. Das Bruttoinlandsprodukt in den USA setzt sich aus 67 % vom Dienstleistungssektor, 20 % vom Industriesektor und 13 % vom Staat zusammen. Insgesamt verzeichnete das BIP im Jahre 2014 ein Wachstum von 2,4 % in den USA. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich, indem 2014 monatlich 260.000 und 2015 monatlich 200.000 neue Stellen geschaffen wurden. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 16,3 %,[3] im Vergleich dazu in Deutschland 7,1 %.[4] Jedoch hat sich die amerikanische Wirtschaft nach der Krise im Jahr 2008 nur schwer erholen können. Der Immobilienmarkt half zunächst mit einem Wachstum im zweistelligen Bereich, dieses ist nun aber auch rückläufig. Der amerikanische Haushalt verzeichnete im Jahr 2014 auch ein Defizit in Höhe von 485 Mrd. US-Dollar. Lediglich der private Konsum stabilisiert sich wieder seit 2014, was unter anderem auch der sinkenden Arbeitslosenquote zu verdanken ist.

2.3 Umwelt

Vor dem Jahr 1932 gab es in den USA noch keine Sozialversicherung. Diese wurde erst im genannten Jahr von Franklin Roosevelt eingeführt. Diese beinhaltet monatliche Zahlungen vom Lohn für die Renten-, Arbeitslosen- und Erwerbsunfähig-keitsversicherung. Auch die Armut stellt ein großes Problem in den USA dar, denn im Jahr 2009 lag die Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie bei $ 21.954. Das trifft auf 11,1 % aller in den USA lebenden Familien zu. Insgesamt fallen 43,6 Mio. Amerikaner unter diese Grenze, was eine Quote von 14,3 % bedeutet. Einige der Familien, die sich mit ihrem Einkommen an oder unter dieser Grenze befinden, erhalten eine monatliche Unterstützung, sogenannte Sozialhilfe. Diese Sozialhilfe ist dafür da, dass sich die Familie die Miete, Essen und Kleidung leisten kann. Die Sozialhilfe wie man sie bis dato kannte in den USA ist seit dem Jahre 1996 beschränkt, sodass eine Familie oder Einwohner, sobald gewisse Kriterien auf sie zutreffen, weniger oder keine Sozialhilfe mehr erhält.[5]

2.4 Technik und Entwicklung

Die USA hat es sich als Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2030 25% des Bedarfs an Treibstoffen mit Bioethanol zu decken. Auch im Bereich der Weltraumtechnologie steht eine große Entwicklung und Veränderung bevor, die zunehmende Privatisierung der Raumfahrt und dem Ausbau des Weltraumtourismuses in der Zukunft. Ebenfalls sind im Bereich der Gentechnik Entwicklungen zu verzeichnen. Hierbei sind 90% der angebauten Baumwolle und 80% der Sojabohnen allein durch die Gentechnik entstanden. Des Weiteren kommen die Fortschritte in der Gentechnik auch dem Menschen zu Gute, indem durch die klinische Testung einiger Hundert Krebsmedikamente die Verlängerung des menschlichen Lebens möglich gemacht wird.[6]

3 Analyse nach Hofstede

Um dem Expatriate einen möglichst übergeordneten Blick auf die amerikanische Kultur geben zu können, ist es auch wichtig, die amerikanische Kultur hinsichtlich der Kulturdimensionen von Geert Hofstede zu untersuchen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Hofstede Analyse

Quelle: Online[7]

Im Bereich der Machtdistanz, oder wie es in Abbildung eins als Power Distance betitelt wird, zeigt sich, inwiefern unterschiedliche Personen die vorhandenen Ungleichheiten, die sich zwischen Hierarchien befinden, anerkennen und/oder billigen. Die Machtdistanz spielt eine wichtige Rolle in allen sozialen Schichten und Ansammlungen von Personen und wird dabei vom Rangniedrigsten bewertet. Eine starke Ausprägung der Machtdistanz sagt über das Land oder die Kultur aus, dass starke hierarchische Ausprägungen akzeptiert werden. Bei einer schwachen Ausprägung lässt sich sagen, dass Hierarchien weniger gewünscht werden und der Wunsch zu einer gerechten Verteilung der Macht geht, wie es in Deutschland als auch den USA mit einer Machtdistanz von 35 und 40 der Fall ist.[8] Der Individualismus versus Kollektivismus wird in Abbildung eins als Individualism bezeichnet. „Der Individualismus bezieht sich auf die Stärke der Beziehungen zwischen Individuen und seiner Gruppe. Ein hoher Grad an Individualismus beschreibt einen starken, auf sich selbst und enge Familienmitglieder gerichteten Fokus des Individuums. Die Beziehungen zur Gesellschaft sind lose. In kollektivistischen Kulturen dagegen herrschen eine hohe Loyalität innerhalb einer Gruppe und eine enge soziale Beziehungen zwischen Individuen und ihrer Gruppe.“[9] Diese Kultureben ist mit 91 in den USA besonders stark ausgeprägt, wodurch das Land sehr individualistisch ausgeprägt ist und die einzelnen Personen stark auf sich sowie auf Familienmitglieder geprägt sind. In Deutschland dagegen ist diese Ebene mit 67 nicht so stark ausgeprägt aber tendiert doch schon eher Richtung Individualismus als Richtung Kollektivismus. Die folgende Ebene, Maskulinität oder auch Masculinity wie in der Abbildung 1, befasst sich damit, ob und inwieweit eine Kultur an femininen oder maskulinen Werten festhält und einer klassischen Verteilung der Rollen zwischen den Geschlechtern folgt. Eine Ausprägung bei dieser Dimension zeigt, dass in dieser Kultur besonders hohe Erwartungen an die Männer gestellt werden zum Beispiel in den Bereichen Leistungen und Karriere. Bei einer schwachen Ausprägung tendiert die Kultur eher dazu, ein Gleichgewicht zwischen dem Privat- und dem Arbeitsleben herzustellen. Sowohl in Deutschland als auch den USA ist die Ausprägung mit 66 und 62 tendenziell eher zur Maskulinität, ist aber trotzdem noch sehr ausgewogen.[10]

„Die Toleranz einer Gruppe hinsichtlich Unsicherheit und Ambiguität wird mit der Kulturdimension der Unsicherheit identifiziert. Die zentrale Frage ist, wie eine Gesellschaft mit unvorhersehbaren Situationen umgeht. Kulturen mit einer hohen Unsicherheitsvermeidung versuchen mittels Regeln und Vorgaben Unsicherheiten entgegen zu wirken, wobei in Nationen mit einer weniger starken Ausprägung mehr die Leistung, als das Befolgen bestimmter Prinzipien, zählt.“[11] In Deutschland liegt die Unsicherheitsvermeidung bei lediglich 46 was bedeutet, dass Regeln und Prinzipien zwar eine Rolle spielen aber eine eher untergeordnete. In den USA liegt die Unsicherheitsvermeidung jedoch bei 65, was eine starke Ausprägung ist im Vergleich zu Deutschland und darauf schließen lässt, dass die amerikanische Kultur unter anderem durch Regeln, Gesetze und Bestimmungen bestimmt ist. Die Ebene Langzeitorientierung versus Kurzzeitorientierung drückt aus, inwieweit eine Kultur ihre traditionellen Werte über einen langfristigen oder eher kurzfristigen Zeitraum beibehält und dafür sorgt, dass diese Werte gelebt werden. In einer Kultur mit einer starken Ausprägung der Long Term Orientation wird der Kultur sowie ihren Traditionen und Werten Respekt gezeigt und diese über langfristige Sicht auch beibehalten. In einer Kultur mit einer eher geringen Ausprägung, wie mit 31 in Deutschland un 29 in den USA wird eher nach Individualität gestrebt und eine Gleichheit gefördert anstelle an Werten und Traditionen fest zu halten.[12] Die letzte Dimension, die der Nachgiebigkeit und Beherrschung (Indulgence), beschreibt die Erreichung von Glück durch Kontrolle und Beherrschung über das eigene Leben. Die USA hat in dieser Ebene 68 Punkte, was darauf schließen lässt, dass die Amerikaner sehr gewillt sind, sich selbst zu beherrschen und zurück zu halten, um das eigene Glück zu erreichen. Die Deutschen hingegen erreichen hier nur 40 Punkte, was vermuten lässt, dass die eigene Zielerreichung oder Erreichung von persönlichem Glück weniger im Vordergrund steht oder dafür nicht die nötige Kontrolle und Selbstbeherrschung eingesetzt wird.

4 Die amerikanische Kultur, erste Kontaktaufnahme und Geschäftsanbahnung

Um in den USA leben und arbeiten zu können, unabhängig vom Zeitraum, sollte die Kultur des Landes verstanden werden. Das verstehen der Kultur beruft sich aber ebenso auf das Verständnis der Herkunft des Wortes Kultur. „Dieses Wort hat mehrere Bedeutungen; sie sind alle aus seinem lateinischen Ursprung abgeleitet, der das Bestellen des Bodens bezeichnet. In den meisten westlichen Sprachen bedeutet „Kultur“ gemeinhin „Zivilisation“ oder „Verfeinerung des Geistes“ und insbesondere die Ergebnisse dieser Verfeinerung, wie Bildung, Kunst und Literatur. Das ist Kultur im engeren Sinne. Kultur als mentale Software bezieht sich jedoch auf eine viel weiter gefasste, unter Soziologen und – im Besonderen – unter Anthropologen übliche Bedeutung des Wortes […]. Sozial- (oder Kultur-)Anthropologie ist die Wissenschaft von dem menschlichen Gesellschaften, insbesondere (aber nicht ausschließlich) den traditionellen oder „primitiven“. In der Sozialanthropologie umfasst der Begriff „Kultur“ all die in den vorherigen Absätzen genannten Denk-, Fühl- und Handlungsmuster. Nicht nur Tätigkeiten, die den Geist verfeinern sollen, sind hier gemeint; sondern auch gewöhnliche und niedrige Dinge des Lebens: Grüßen, Essen, das Zeigen oder Nichtzeigen von Gefühlen, das Wahren einer gewissen physischen Distanz zu anderen, Geschlechtsverkehr oder Körperpflege.“[13]

In der Zivilisation oder Arbeitskultur der Amerikaner ist ein Punkt das nahezu oberste Gebot: dass Zeit Geld ist. Zudem ist eine Geschäftsanbahnung meist schwierig, da sie ebenfalls mit fremden Dingen nicht so gut umgehen können. Aufgrund dieser beiden Tatsachen muss in jeder Kontaktaufnahme und jedem Gespräch deutlich werden, welchen Nutzen der Gegenüber von der Geschäftsbeziehung hat. Dies funktioniert am besten durch eine kurze und einprägsame E-Mail, die den eventuellen Nutzen und die Vorteile klar herausstellt. Auch bei einem Telefongespräch sollte das Anliegen kurz und möglichst informativ formuliert werden.

Auch als Expatriate kann man sich den USA in der Situation befinden, auf einer Messe zu sein um dort neue potentielle Kunden zu generieren. Findet die Reise zur Messe alleine statt, empfiehlt es sich im Voraus Flyer und Broschuren zu organisieren, um herauszustellen, mit welchen Personen man gerne in Kontakt treten möchte. Des Weiteren sollten bereits im Voraus mit den gewünschten Gesprächspartnern Termine vereinbart werden, damit alles reibungslos abläuft bei der Ankunft auf der Messe. Ratsam ist es auch, auf die Messebesucher direkt zuzugehen und in ein Gespräch zu verwickeln. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dem Gesprächspartner zur Begrüßung nicht die Hand zu geben und die förmliche Madam oder Sir zu vermeiden. Nachdem sich beide Parteien vorgestellt haben, wird sich üblicherweise lediglich noch mit dem Vornamen angesprochen. Das mögliche Anliegen sollte auch hier kurz und präzise formuliert sein und der Nutzen für den Gesprächspartner deutlich hervorgehoben werden. Zum Ende des Gespräches hin, sollten die Visitenkarten oder Infobroschüren ausgetauscht werden.

Sofern das persönliche Gespräch positiv verlief, bietet es sich an den potentiellen neuen Geschäftspartner zu einem Business-Essen einzuladen. Dabei sollten im Voraus besondere Wünsche, Präferenzen oder Abneigungen herausgefunden werden durch einen gezielten Anruf im Büro des Partners.

Die bereits erwähnten Visitenkarten, die nach dem persönlichen Gespräch ausgetauscht werden sollten, müssen von deutscher Seite aus gewissen Ansprüchen entsprechen, um verwendbar zu sein. Dazu gehört unter anderem die Form, die exakt wie die von deutschen Visitenkarten sein muss, damit die Visitenkarte auch in die vorgesehen Etuis passt, andernfalls würde es keinen guten Eindruck machen. Nicht nur die richtige Visitenkarte und der erste Kontakt sind wichtig für erfolgreiche Geschäfte sondern auch die optimale Pflege der Kontakte. Hier eignen sich E-Mails und insbesondere Telefonate, sobald sich der Expatriate wieder im Heimatland befindet. Unabhängig von der gewählten Kommunikationsform sollte sich für die Zusammenarbeit bedankt werden oder für das informative Gespräch. Gründe um einen Geschäftspartner in den USA zu kontaktieren ist neben der Kontaktpflege und über aktuelles und Veränderungen zu reden, auch das geschäftliche wie zum Beispiel über neue Produkte zu informieren und den daraus resultierenden Nutzen für den Geschäftspartner. Zwischen Telefonaten und dem E-Mailverkehr, können auch kleine Aufmerksamkeiten versendet werden in Form von Hinweisen auf Literatur, gemeinsame Interessen oder auch Themen, die die Geschäftsbeziehung betreffen. Solche Kleinigkeiten verstärken die Geschäftsbeziehung und sorgen für eine bessere Bindung der Geschäftspartner.[14]

5 Die Geschäftswelt

5.1 Einblicke in die amerikanische Geschäftswelt

Ein Einblick in die amerikanische Geschäftswelt ist existenziell, um erfolgreich in den USA arbeiten zu können. Dabei ist es wichtig die Idee zu verstehen, die dahinter steckt, wie man miteinander leben möchte. Inhalt dieser Idee ist dabei Unabhängigkeitserklärung. Diese verdeutlicht ganz besonders, dass der Glaube der Amerikaner darauf fußt, Perfektion nur durch große Anstrengung zu erlangen. Diese gewünschte Perfektion zu erreichen ist ein ewig andauernder Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist und dadurch ein nicht enden wollendes Projekt oder eine Baustelle darstellt. Darüber hinaus wird durch die Unabhängigkeitserklärung sichtbar, dass die Amerikaner sich keiner Besteuerung unterziehen lassen wollen ohne nicht zuvor die politische Vertretung dazu gewählt zu haben. Sich Gesetze auferlegen zu lassen ist außer Frage. Gesetze, die das Zusammenleben regeln und erleichtern werden gewünscht und für nötig erachtet.

Um wie zuvor genannt in den USA erfolgreich Geschäfte machen zu können ist es wichtig, sich mit der Kultur und den Werten dieses Landes auseinander zu setzen. Zu den wichtigsten Werten zählen der Glaube an den Erfolg sowie den amerikanischen Traum, Kreativität, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit sowie auch Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Der Glaube an den Erfolg und den amerikanischen Traum ist dabei durch die protestantische Arbeitsmoral gezeichnet, die Werte wie Ausdauer, den Wert harter Arbeit, Ehrlichkeit und auch Selbstkontrolle und Selbstverantwortung hoch hält. Unabhängig von dem Arbeitseinsatz zählt zum Ende hin lediglich das Ergebnis oder auch der jeweilige Erfolg. Wie viele Versuche eine Person benötigt hat, um den gewünschten Erfolg zu erreichen bleibt dabei außen vor und wird nicht beachtet. Beachtenswert ist jedoch, dass einem jeden mehr als ein Versuch zusteht, um zu Ruhm und Erfolg zu gelangen.[15]

5.2 Verhandlungen, Entscheidungen und Verträge

Ebenso ein wichtiger zu beachtender Faktor, wenn der Expatriate für einen (gewissen) Zeitraum in die USA geht, ist, über Verhandlungen, Entscheidungen und Verträge des Gastlandes informiert zu sein. Unter anderem wird von Seitens der amerikanischen Geschäftspartner bereits eine gewisse Erwartung an Preise und Leistungen oder Konditionen gesetzt, welche auch von der amerikanischen Seite im Gespräch deutlich zum Ausdruck gebracht wird. Darüber hinaus wird alles bei etwaigen Verhandlungen offen angesprochen und es gibt nichts, was verdeckt gehalten wird. Unabhängig vom Inhalt eines Meetings oder vom Ziel der Verhandlungen, wird weder ein sanfter noch interpretationsreicher Ton angeschlagen und deutlich ausgedrückt, was gewünscht oder verlangt wird. Dabei werden von der amerikanischen Seite aus die Schwächen des Expatriate häufig ausgenutzt und daraus Profit für das eigene Unternehmen gezogen. Um die Schwächen nicht als Nachteil auf der eigenen Seite zu haben, sollte daher bei der Preiskalkulation darauf geachtet werde, dass ein Puffer eingebaut wird, um noch einen möglichst großen Handlungsspielraum zu besitzen und nicht durch, auf Schwächen basierend ausgespielte Vorteile, zu wenig Einnahmen durch das Produkt oder die Leistung zu erzielen. Wenn das Produkt oder die Leistung dem amerikanischen Gegenüber trotz Verhandlungsspielräume nach wie vor zu teuer ist, merkt das der Expatriate dadurch, dass der (potentielle) Geschäftspartner mit Gegenvorschlägen kommt und dem Expatriate gegebenenfalls Anteile oder Beteiligungen am Unternehmen anbietet.

[...]


[1] Vgl. Hofstede, G., (2011), S. 2.

[2] Online im Web: http://www.americanet.de/politisches_system__ubersicht.html (letzter Stand 28.12.2015).

[3] Online im Web: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/ USA/Wirtschaft_node.html, (letzter Stand 28.12.2015).

[4] Online im Web: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/74795/umfrage/jugendarbeitslosigkeit-in-europa/, (letzter Stand 28.12.2015).

[5] Vgl. Online im Web: http://usa.usembassy.de/gesellschaft-socialsecurity.htm, (letzter Stand 28.12.2015).

[6] Vgl. Online im Web: http://www.zukunftsentwicklungen.de/technik.html, (letzter Stand 05.01.2016).

[7] Online im Web: http://geert-hofstede.com/united-states.html, (letzter Stand 5.01.2016).

[8] Vgl. Online im Web: http://www.interkulturelles-management.com/nationale-kultur/kulturdimension/hofstede.html, (letzter Stand 13.01.2016).

[9] Online im Web: http://www.interkulturelles-management.com/nationale-kultur/kulturdimension/hofstede.html, (letzter Stand 13.01.2016).

[10] Vgl. Online im Web: http://www.interkulturelles-management.com/nationale-kultur/kulturdimension/hofstede.html, (letzter Stand 13.01.2016).

[11] Online im Web: http://www.interkulturelles-management.com/nationale-kultur/kulturdimension/hofstede.html, (letzter Stand 13.01.2016).

[12] Vgl. Online im Web: http://www.interkulturelles-management.com/nationale-kultur/kulturdimension/hofstede.html, (letzter Stand 13.01.2016).

[13] Hofstede, G., (2011), S. 4.

[14] Vgl. Marius, J. (2014), S. 28 ff.

[15] Vgl. Marius, J. (2014), S. 9 ff.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die amerikanische Kultur verstehen und in der Arbeitswelt leben
Untertitel
Ein Guide für Expatriates
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V334718
ISBN (eBook)
9783668244696
ISBN (Buch)
9783668244702
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kultur, arbeitswelt, guide, expatriates
Arbeit zitieren
Carolin Storz (Autor), 2015, Die amerikanische Kultur verstehen und in der Arbeitswelt leben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334718

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