Deutschlandweit wurden in den letzten 3–5 Jahren jedes Jahr hunderte Kindergärten und Kindertagesstätten eröffnet, aufgrund der Ausweitung der U3-Plätze und im Sinne von Inklusion, die jeweils mit neuen Mitarbeitern bestückt wurden. Dies berichtet auch RÜBENACH (2014) in seiner Pressemitteilung beim Statistischen Bundesamt: „Im März 2014 gab es bundesweit 53415 Kindertageseinrichtungen. Dies waren 931 Einrichtungen mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (+ 1,8 %)“. Daher herrscht aktuell mehr Nachfrage denn je, Teams zu stärken und Teams schnell und effektiv zusammenwachsen und entstehen zu lassen. Speziell auf diese Zielgruppe ausgerichtete Fortbildungen und Teambildungsmaßnahmen gibt es jedoch kaum beziehungsweise nahezu gar nicht. Dies ändert sich mit der vorliegenden Arbeit zu dem Thema „Von der Gruppe zum Team - Konzeption einer Teamentwicklungsmaßnahme für die Neugründung eines Kita-Teams“.
Die Menschen, die in einer neuen Kita als Team gemeinsam arbeiten sollen, kennen sich weder gegenseitig noch wissen sie in der Regel, welche gemeinsamen Aufgaben sie erfüllen sollen. Bei ihrem ersten Zusammentreffen soll plötzlich aus einer Gruppe fremder Menschen ein Team mit gemeinsamen Interessen und Zielen entstehen. Ohne ein gewisses System dahinter beziehungsweise jemanden, der diesen Prozess steuert und gezielt bearbeitet, kann dies zu Problemen führen, die die langfristige Zusammenarbeit stört und zu starker Fluktuation in Team führt. Damit dies nicht geschieht, setzt diese Arbeit schon im Vorfeld an.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, mit Hilfe einer Befragung bei pädagogischen Fachkräften den Bedarf und die Interessen der Fachkräfte mit einzubeziehen und daraus ein Konzept für eine Fortbildungsmaßnahme zur Teamarbeit zu erstellen. Dadurch sollen Einrichtungen die Möglichkeit bekommen, schon vor der Eröffnung eines neuen Kindergartens das Team zu stärken und Zeit zu finden, schon ein wenig zusammenzuwachsen. Für die Entwicklung des Fragebogens werden Theorien zu dem Thema „Gruppe“ und „Team“ erarbeitet, welche dann die Konzeption des nachfolgenden Fragebogens unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung/Idee
2. Definitionen
2.1. Gruppe
2.1.1. Was ist eine Gruppe?
2.1.2. Gruppendynamik und Gruppenprozesse
2.1.2.1. Gruppendynamik
2.1.2.2. Gruppenprozess
2.2. Team
2.2.1. Was ist ein Team?
2.2.2. Formen der Teamarbeit: Teams in sozialpädagogischen Einrichtungen
2.2.3. Teammitglieder
2.2.4. Teamleitung
2.2.5. Teamentwicklung
2.2.6. Konflikte in der Teamarbeit
2.2.6.1. Was ist ein Konflikt?
2.2.6.2. Neun Eskalationsstufen nach GLASL (1997, 2008)
3. Fragebogen
3.1. Konzeption des Fragebogens
3.1.1. Gruppe
3.1.2. Team
3.1.3. Konzept
3.2. Entwicklung des Fragebogens/Methoden
3.3. Fragebogen
3.4. Auswertung
4. Konzept:
4.1. Entwicklung des Konzeptes/Verknüpfung Konzept und Fragebogen
4.2. Konzept:
4.2.1. Zielgruppe
4.2.2. Ziele
4.2.3. Räumlichkeiten
4.2.4. Ablauf des Workshops
4.2.5. Durchführung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Bachelor-Arbeit ist es, ein wissenschaftlich fundiertes Konzept für eine Teambildungsmaßnahme zu entwickeln, das speziell auf die Bedürfnisse von neu gegründeten Kita-Teams zugeschnitten ist. Die Forschungsarbeit basiert auf einer Befragung pädagogischer Fachkräfte, um deren Interessen und Bedarfe zu ermitteln und diese direkt in die Planung der Maßnahme einfließen zu lassen.
- Grundlagen der Gruppendynamik und Gruppenprozesse
- Differenzierung zwischen Gruppe und Team sowie deren spezifische Formen
- Methoden der Teamentwicklung und Konfliktlösung in sozialen Berufen
- Entwicklung und Auswertung eines praxisorientierten Fragebogens zur Bedarfsanalyse
- Konzeption eines viertägigen Workshops zur Teambildung
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Was ist eine Gruppe?
Um die Gruppe als solche zu definieren, kann man sich verschiedener Ansätze bedienen, die Definitionen nach DUDEN, AßMANN und KÖNIG & SCHATTENHOFER sind dabei nur einige von vielen. Die allgemeine Definition von von DUDEN (BIBLIOGRAPHISCHES INSTITUT GMBH, 2013, Web)besagt, dass eine Gruppe „[eine]Gemeinschaft, [ein] Kreis von Menschen [ist], die aufgrund bestimmter Gemeinsamkeiten zusammengehören, [oder] sich aufgrund gemeinsamer Interessen, Ziele zusammengeschlossen haben“. Verschiedene Gruppentypen werden außerdem definiert: „konservative, soziale, politische, therapeutische Gruppen“ (BIBLIOGRAPHISCHES INSTITUT GMBH, 2013, Web).
Im weiteren Verlauf wird das Hauptaugenmerk auf soziale Gruppen gelegt. Zu den bekanntesten sozialen Gruppen gehört die Familie, Schulgruppen, Sportgruppen und Gruppen innerhalb des beruflichen Kontextes. Soziale Gruppen werden sowohl in formelle als auch informelle Gruppen unterteilt (vgl. AßMANN, 1977) Eine formelle Gruppe ist eine Gruppe, die sich aus Organisationen und Betrieben heraus ergeben. Charakteristisch für eine solche Gruppe sind die hierarchisch organisierten Strukturen mit klaren Vorgaben und Regelungen, was und wie in diesen Gruppen gearbeitet werden soll. Im Gegensatz dazu sind die informellen Gruppen eher spontan entstandene Gruppen, die unabhängig von den äußeren Umständen zusammenkommen. Eine bestimmte Ordnung, bestimmte Ziele und Aufgaben sind in ihnen nicht vorgegeben. Aufgrund ihrer Gegensätzlichkeit ergänzen diese beiden Gruppenformen sich gegenseitig.
KÖNIG & SCHATTENHOFER (2007, S. 15 ff.) beschreiben in ihrem Buch „Einführung in die Gruppendynamik“ verschiedene Kriterien und Merkmale einer Gruppe (S. 15ff): Demnach ist eine Gruppe dann eine Gruppe, wenn sie aus drei bis ca. 20 Mitgliedern besteht. Ab ca. 20 Mitgliedern wird aus einer typischen (Klein-)Gruppe eine Großgruppe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung/Idee: Diese Einleitung beleuchtet den Bedarf an Teambildungsmaßnahmen bei der Neugründung von Kitas angesichts des Kita-Ausbaus und definiert das Ziel, ein bedarfsorientiertes Konzept durch eine Fachkräftebefragung zu erstellen.
2. Definitionen: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu den Begriffen Gruppe und Team, beleuchtet Gruppendynamik, Rollenverteilungen, Führungstypen sowie Konflikteskalationsstufen nach Glasl.
3. Fragebogen: Hier wird die Konzeption, methodische Entwicklung und Durchführung der Online-Befragung bei pädagogischen Fachkräften detailliert beschrieben sowie die erhobenen Daten ausgewertet.
4. Konzept: Dieses Kapitel transformiert die Ergebnisse der Befragung in einen konkreten vier-tägigen Workshop-Plan, inklusive detaillierter Ablaufplanung und Begründung der eingesetzten Methoden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert den Prozess der Konzepterstellung sowie die Bedeutung einer praxisnahen Vorbereitung für neu zusammengesetzte Kita-Teams.
Schlüsselwörter
Teambildung, Kita-Neugründung, Gruppendynamik, Teamarbeit, Pädagogische Fachkräfte, Konfliktmanagement, Workshop-Konzeption, Online-Fragebogen, Führungskompetenz, Sozialpädagogik, Teamrollen, Teamentwicklung, Situative Führung, Werte, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Teambildungskonzepts für neu gegründete Teams in Kindertagesstätten, um den Übergang von einer zufälligen Gruppe hin zu einem leistungsfähigen Team zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung von Team- und Gruppenprozessen, der Analyse von Konfliktsituationen sowie der praktischen Anwendung von Methoden der Teamentwicklung im pädagogischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, mittels einer Befragung den tatsächlichen Bedarf und die Interessen pädagogischer Fachkräfte zu ermitteln, um darauf aufbauend ein passgenaues Konzept für eine Teambildungsmaßnahme zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine empirische Online-Befragung bei 136 pädagogischen Fachkräften, um Bedarfe zu ermitteln, sowie eine fundierte Literaturanalyse zu gruppendynamischen Modellen (z.B. nach Tuckman, Belbin, Glasl).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Begriffe Gruppe und Team, die detaillierte Beschreibung der Befragungsmethodik sowie die konkrete Ausarbeitung eines viertägigen Workshop-Konzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Teambildung, Kita-Neugründung, Gruppendynamik, Teamarbeit, Konfliktmanagement und Workshop-Konzeption.
Warum ist das Thema gerade für Kita-Neugründungen wichtig?
Bei Kitaneugründungen treffen häufig fremde Personen ohne gemeinsame Arbeitsgeschichte aufeinander. Ein strukturiertes Teambildungskonzept hilft dabei, Fluktuation zu vermeiden und schnell eine vertrauensvolle sowie effiziente Arbeitsatmosphäre zu schaffen.
Welchen Einfluss hat die Befragung auf das finale Konzept?
Die Befragungsergebnisse bilden die Basis für die Auswahl der Methoden und Themen. Da sich etwa 40,9 % der Teilnehmer einen Workshop wünschten, floss diese Präferenz direkt in die Form des Konzepts ein.
- Citar trabajo
- Vanessa Küppers (Autor), 2015, Von der Gruppe zum Team. Konzeption einer Teamentwicklungsmaßnahme für die Neugründung eines Kita-Teams, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334844