Da es vor allem in den Industrienationen den Anschein macht, als ob sich viele über das Ausmaß von Kinderhandel und Kinderprostitution nicht bewusst sind, vielerorts das Problem verdrängt wird bzw. von der Bevölkerung und den Staatsoberhäuptern nicht wahrgenommen werden möchte, werde ich mich im Folgenden genauer mit der Problematik befassen und darüber aufklären.
Um dabei für ein besseres Verständnis zu sorgen werde ich vorab definieren, was man unter den Begriffen `Kindheit´, `Kinderhandel´ und `Kinderprostitution´ grundlegend versteht. Zudem beziehe ich mich auf die nationalen gesetzlichen Regelungen und die internationalen Übereinkommen zum Schutze des Kindes vor Kinderhandel und Kinderprostitution, als Basis für die Bewältigung dieser Probleme, gefolgt von einer Einführung in die Entstehung, in Form eines Rückblicks, sowie die Veranschaulichung der aktuellen Lage, um den Zusammenhang und die Ausmaße der Kinderarbeit/-prostitution nachvollziehbar zu machen.
Außerdem erläutere ich die Ursachen, die zum Kinderhandel, der der Kinderprostitution dient, führen und wer die Beteiligten in diesem Gewerbe sind. Abschließend gehe ich auf die Schäden ein, die dadurch bei den Kindern verursacht werden und welche Problematiken mit dem Thema im Allgemeinen einhergehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition relevanter Begriffe
2.1. Kindheit
2.2. Kinderhandel
2.3. Kinderprostitution
3. Rechtliche Grundlagen
3.1. Internationale Vereinbarungen
3.2. Deutschland
4. Kinderprostitution weltweit
4.1. Entwicklung im Rückblick
4.2. Aktuelle Lage
4.3. Beispiel Philippinen
5. Ursachen
5.1. Armut
5.2. Sextourismus
6. Täter
6.1. Händler
6.2. Pädophile
7. Folgen für Kinder
7.1. Physische Folgen
7.2. Psychische Folgen
8. Probleme bei der Behandlung der Thematik
9. Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das globale Phänomen des Kinderhandels zum Zwecke der Kinderprostitution. Ziel ist es, das Ausmaß dieser Menschenrechtsverletzung aufzuzeigen, die Ursachen zu analysieren sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und deren praktische Umsetzung – oder das Versagen derselben – kritisch zu hinterfragen, um einen Beitrag zur Sensibilisierung für dieses dringliche Problem zu leisten.
- Grundlagendefinitionen von Kindheit, Kinderhandel und Kinderprostitution.
- Analyse der internationalen und nationalen (deutschen) Rechtslage.
- Untersuchung der Ursachen, insbesondere Armut und Sextourismus.
- Betrachtung der Akteure (Händler und Pädophile) sowie der physischen und psychischen Folgen für die Opfer.
- Diskussion über Probleme bei der praktischen Umsetzung bestehender Gesetze.
Auszug aus dem Buch
5.2. Sextourismus
Sextourismus oder auch Prostitutionstourismus wird als solches bezeichnet, da Urlauber als Ziel dieser Reise den „sexuellen Kontakt mit einheimischen Kindern oder Erwachsenen“ (Wuttke, 1998, 20), anstreben. Da sich die Zuhälter nach den Neigungen und Vorlieber der Sextouristen richten, wird nicht einmal eine Grenzen bei den jüngsten gezogen und somit auch Kinder zwischen vier bis zwölf, die nicht annähernd geschlechtsreif sind, zum Sex gezwungen. Dieses ganze Unterfangen wäre für die ausländischen Pädophilen weitaus beschwerlicher umzusetzen, gäbe es nicht eine Vielzahl an Reiseagenturen, die Urlaubsreisen, genau auf dieses Ziel ausgerichtet, anbieten und dafür mit Anzeigen wie „Midlife-Crisis-Tour“ oder „Eine asiatische Affäre“ werben würden. Diese organisierten Sexreisen sind dabei keineswegs Vorkommnisse der Entwicklungsländer, die als beliebtes Reiseziel des Prostitutionstourismus gelten, sondern weit häufiger von Länder, die gesellschaftlich und kulturell als hochentwickelt gelten, wie beispielsweise Frankreich, Schweden, Großbritannien, die USA und auch Deutschland. Aber nicht allein die Reiseanbieter sind für dieses Millionengeschäft verantwortlich. Vielmehr ist es ein umfangreiches, internationales Netz, in das nicht nur die Händler verwickelt sind, sondern unter anderem auch Behörden, Polizisten, Zollbeamte, Hotelbetreiber und Taxifahrer (Gallwitz/Paulus, 2009, 92; O´Grady, 1997, 58 ff.; Wuttke, 1998, 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die erschreckende Aktualität des Themas Kinderhandel und skizziert das Ziel der Arbeit, über die Problematik aufzuklären und die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen zu verdeutlichen.
2. Definition relevanter Begriffe: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten Kindheit, Kinderhandel und Kinderprostitution definiert, um ein einheitliches Verständnis als Basis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3. Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel analysiert internationale Übereinkommen wie die UN-Kinderrechtskonvention und spezifische deutsche Strafgesetze zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern.
4. Kinderprostitution weltweit: Hier wird die historische Entwicklung, die aktuelle Lage und beispielhaft die Situation auf den Philippinen betrachtet, um das weltweite Ausmaß des Phänomens aufzuzeigen.
5. Ursachen: Dieses Kapitel beleuchtet die wesentlichen Triebfedern für Kinderprostitution, namentlich extreme Armut und den florierenden Sextourismus.
6. Täter: Die Täterseite wird in Form von Händlern, die organisierte Strukturen nutzen, und pädophilen Konsumenten, die die Nachfrage generieren, analysiert.
7. Folgen für Kinder: Hier werden die verheerenden physischen Gesundheitsschäden sowie die tiefgreifenden psychischen Traumata und Folgen für die betroffenen Kinder dargelegt.
8. Probleme bei der Behandlung der Thematik: Es wird diskutiert, warum trotz existierender Gesetze die Bekämpfung scheitert, wobei Faktoren wie staatliche Ignoranz, Korruption und kulturelle Unterschiede hervorgehoben werden.
9. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass ein länderübergreifendes, globales Vorgehen unter Einbeziehung der Verantwortung von Industrienationen und Solidarität der Gesellschaft zwingend notwendig ist, um den Schutz von Kindern nachhaltig zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Kinderhandel, Kinderprostitution, Menschenrechte, Sextourismus, UN-Kinderrechtskonvention, sexuelle Ausbeutung, Armut, Kindesmissbrauch, Pädosexualität, StGB, globale Problematik, Kinderschutz, Menschenhandel, Prävention, Dunkelziffer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik des weltweiten Kinderhandels, der spezifisch auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern in Form der Kinderprostitution ausgerichtet ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Ursachen des Phänomens (insbesondere Armut und Sextourismus), die Akteure auf Täterseite sowie die schwerwiegenden physischen und psychischen Folgen für die betroffenen Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf das Ausmaß der globalen Ausbeutung aufmerksam zu machen und die Diskrepanz zwischen bestehenden rechtlichen Schutzmaßnahmen und deren mangelhafter praktischer Umsetzung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse von Berichten internationaler Organisationen, menschenrechtlicher Publikationen und juristischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Begriffen, die Analyse der Rechtslage, die weltweite Verbreitung des Phänomens inklusive Fallbeispielen, die Ursachenforschung, die Täterstrukturen sowie die Darstellung der drastischen Auswirkungen auf die Opfer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Kinderhandel, sexuelle Ausbeutung, Sextourismus, Pädosexualität, Kinderschutz und das Versagen bei der Umsetzung internationaler Konventionen.
Welche Rolle spielt der Sextourismus bei der Verbreitung der Kinderprostitution?
Der Sextourismus fungiert als wesentlicher Nachfragefaktor, da er Pädophilen aus wohlhabenden Nationen ermöglicht, in ärmeren Regionen ihre Neigungen straffrei oder aufgrund von Korruption weitgehend ungestört auszuleben.
Warum ist die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention problematisch?
Die Umsetzung scheitert häufig an wirtschaftlichen Faktoren in den betroffenen Staaten, mangelndem politischen Willen, Korruption sowie dem sogenannten "Konsensprinzip", das die Wirksamkeit der Vereinbarung durch Kompromisslösungen einschränkt.
- Citar trabajo
- Tamara Gill (Autor), 2016, Der weltweite Kinderhandel zum Zwecke der Kinderprostitution. Rechtliche Grundlagen, Ursachen, Täter und Folgen im Überblick, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334865