Aus Alt mach Neu. Das Prinzip von Recycling ist nicht nur für Umweltschützer und Ökologen wesentlich. Auch in der Film- und Fernsehwelt werden seit den Anfängen dieser Medien immer wieder alte und zumeist erfolgreiche Formate neu aufgegriffen und etwas Neues daraus geschaffen. Die Bandbreite dabei ist groß und reicht von einfachen Remakes bis hin zu komplexen Adaptionen von einzelnen Figuren oder Handlungssträngen. Weitere Möglichkeiten, um aus bereits bestehenden Werken Neues zu schaffen bieten sogenannte Spin-offs.
Diese Arbeit untersucht drei Arten von Kinofilm Spin-offs. Dafür wurden exemplarisch jeweils eine Serie und deren darauffolgender Kinofilm ausgesucht. Drei wesentliche Fragestellungen stehen dabei im Zentrum: Zum einen wird untersucht, wie sich die zeitlichen Strukturen von Serie und dazugehörendem Kinofilm verhalten. Zum anderen wird das Gedächtnis der Figuren betrachtet und wie sich diese an das Ursprungswerk bzw. das Spin-off erinnern oder Bezug darauf nehmen. Als letzter Punkt soll der Aufbau und die Dramaturgie anhand von für Serie und Kinofilm markanten Plots betrachtet werden. Soweit möglich werden die drei verschiedenen Spin-off Paare untereinander verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Spin-offs
2.1.1 Sequel
2.1.2 Prequel
2.1.3 Parallelform
2.1.4 Nicht-zeitbezogene Bezugsmöglichkeiten
2.2 Behandelte Serienformen
3 Serien- und Filmanalyse
3.1 Zeitliche Strukturen
3.2 Gedächtnis der Figuren
3.3 Dramaturgie von Serie und Film
4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht filmische Spin-offs von Fernsehserien anhand dreier Fallbeispiele, um die strukturellen, dramaturgischen und inhaltlichen Beziehungen zwischen Serie und Kinofilm zu analysieren und eine theoretische Kategorisierung vorzunehmen.
- Analyse der zeitlichen Strukturen von Serie und Spin-off
- Untersuchung des "operativen Gedächtnisses" der Figuren
- Vergleich der Dramaturgie von Serie und Spielfilm
- Definition und Abgrenzung der Spin-off-Formen Sequel, Prequel und Parallelform
- Fallstudien zu "Twin Peaks", "Sex and the City" und "Türkisch für Anfänger"
Auszug aus dem Buch
3.1 Zeitliche Strukturen
Eine kurze Übersicht zum äußeren Zeitbezug, der Erzählzeit, wurde in der Einführung des Kapitels gegeben. Damit „bezeichnet man jenen Zeitraum, den man benötigt, um eine Geschichte zu erzählen bzw. zu lesen“. Im Fall von Serie oder Film ist damit also die Dauer, das Ausstrahlungsdatum und der -zeitraum gemeint. Der äußere Zeitbezug spielt für die Analyse jedoch keine bedeutende Rolle, weshalb in diesem Unterkapitel die Serien und Spin-off Kinofilme auf ihren inneren Zeitbezug, der erzählten Zeit, hin untersucht werden. Die erzählte Zeit ist diejenige, über die sich die erzählte Geschichte inhaltlich darstellt.
Die erzählte Zeit der Serie und des Prequel-Kinofilms TWIN PEAKS folgt einem nahezu exakten linearen Verlauf. Der Film beginnt mit der Geschichte über die versuchte Klärung des Mordes an einem Mädchen namens Teresa Banks im kleinen Örtchen Deer Meadow. Bei 00:34:17 weist ein Untertitel den Zuschauer auf einen Zeitsprung um ein Jahr später hin und wir befinden uns in Twin Peaks. Es werden die letzten sieben Tage der Figur Laura Palmer erzählt. Von hier an über den Filmschluss, nahtlos zum Piloten der Serie und bis hin zu deren letzten Episode lässt sich die erzählte Zeit nun tagesgenau nachvollziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Spin-offs und Definition der Forschungsfragen und methodischen Vorgehensweise.
2 Theoretische Grundlagen: Definition und Abgrenzung der Begriffe Sequel, Prequel und Parallelform sowie theoretische Einordnung der untersuchten Serienformen.
3 Serien- und Filmanalyse: Vergleich der drei gewählten Spin-off-Paare hinsichtlich ihrer zeitlichen Strukturen, des Gedächtnisses der Figuren und der Dramaturgie.
4 Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorschläge für zukünftige medienwissenschaftliche Forschung zur Terminologie von Spin-offs.
Schlüsselwörter
Spin-off, Fernsehserie, Kinofilm, Sequel, Prequel, Parallelform, Dramaturgie, Erzählzeit, Zeitstruktur, operatives Gedächtnis, Twin Peaks, Sex and the City, Türkisch für Anfänger, Filmanalyse, Medienwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Kinofilme, die auf Fernsehserien basieren (Spin-offs), strukturell und inhaltlich mit ihrem Ursprungswerk verbunden sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der zeitlichen Erzählstruktur, der Charakterentwicklung und der dramaturgischen Gestaltung bei der Übertragung von Serieninhalten in einen Spielfilm.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, verschiedene Spin-off-Typen (Sequel, Prequel, Parallelform) anhand von Fallbeispielen zu analysieren und zu zeigen, wie sich diese Formen voneinander unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exemplarische filmwissenschaftliche Analyse der drei Spin-off-Paare "Twin Peaks", "Sex and the City" und "Türkisch für Anfänger" durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der vergleichenden Analyse von Zeitverläufen, dem Erinnerungsvermögen der Figuren an vorherige Ereignisse und der dramaturgischen Entwicklung der Plots.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Spin-off, Prequel, Sequel, Parallelform, Erzählzeit, Dramaturgie und operatives Gedächtnis.
Warum wurde "Twin Peaks" als Beispiel für ein Prequel gewählt?
Der Film "Twin Peaks: Fire Walk With Me" dient als Musterbeispiel, da er eine extrem lineare, tagesgenaue zeitliche Kontinuität zur Serie aufweist.
Was unterscheidet die Parallelform von Sequel und Prequel?
Im Gegensatz zu Sequels oder Prequels greifen Figuren in der Parallelform (wie bei "Türkisch für Anfänger") nicht auf Ereignisse des anderen Mediums zurück; Film und Serie existieren weitgehend unabhängig voneinander.
Welche Bedeutung hat das "operative Gedächtnis" für die Analyse?
Dieser Begriff hilft zu untersuchen, inwieweit Figuren sich an Geschehnisse aus der Serie erinnern können oder müssen, um die narrative Konsistenz im Spin-off zu gewährleisten.
Welche Rolle spielen Rückblenden (Flashbacks) bei den untersuchten Werken?
Flashbacks dienen als Brückenelemente, um dem Zuschauer den Einstieg in das Spin-off zu erleichtern oder Informationen aus der Serie für das Filmgeschehen aufzuarbeiten.
- Citation du texte
- Michael Kalb (Auteur), 2014, Von der Serie zum Kinofilm. Vergleich verschiedener Arten von Spin-offs von Fernsehserien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334941