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Faktoren salafistischer Radikalisierung. Bedeutung und Wirkung auf junge Muslime in Deutschland aus Expertensicht

Título: Faktoren salafistischer Radikalisierung. Bedeutung und Wirkung auf junge Muslime in Deutschland aus Expertensicht

Tesis (Bachelor) , 2015 , 80 Páginas , Calificación: 1,6

Autor:in: Sven Böttger (Autor)

Sociología - Individuo, grupos, sociedad
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Die Gefahrenpotentiale des islamistischen Terrorismus sind auf internationaler Ebene schon seit Jahrzehnten erkennbar: der Terroranschlag auf das World Trade Center oder die Selbstmordattentate auf Touristen in Luxushotels in Amman 2005 sind nur zwei Beispiele. Auf europäischer Ebene sind insbesondere die Madrider Zuganschläge 2004, die Anschläge auf den öffentlichen Nahverkehr in London 2005 und der Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo 2015 hervorzuheben.

Angesichts dieser Gefahrenlage wird die Wichtigkeit präventiver Maßnahmen deutlich. Neben repressiven, gegenwartsbezogenen Maßnahmen sind es gerade präventive, zukunftsbezogene Maßnahmen, welche dazu beitragen, Terroranschläge zu verhindern. Um präventive Maßnahmen effizient gestalten zu können ist es von zentraler Wichtigkeit, den Prozess und die in diesem Zusammenhang rekonstruierbaren Faktoren islamistischer Radikalisierung näher zu erforschen und besser zu verstehen.

Es geht in dieser Arbeit darum, die Bedeutung der Faktoren islamistischer Radikalisierung, mit Schwerpunkt auf die salafistische Strömung, in ihrer Wirkung auf junge Musliminnen und Muslime in Deutschland aus Expertensicht zu ergründen und somit auch den Verlauf islamistischer Radikalisierung besser zu verstehen.

Aus dem Inhalt:
- Entstehung des Salafismus;
- Strömungen;
- Situation in Deutschland;
- Der Prozess der Radiklaisierung;
- Radikalisierungsfaktoren

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Einbettung

2.1. Salafismus

2.1.1. Historischer Kontext und verschiedene Strömungen

2.1.2. Zur Lage des Salafismus in Deutschland

2.2. Radikalisierungsforschung

2.2.1. Der Prozess der Radikalisierung

2.2.2. Radikalisierungsfaktoren

2.2.2.1. Kontakte zur salafistischen Szene

2.2.2.2. Orientierung der Peergroup

2.2.2.3. Einfluss der Familie

2.2.2.4. Nutzung salafistischer Internetangebote

2.2.2.5. Eigene oder fremde Viktimisierungserfahrungen

2.2.2.6. Gruppe und Gemeinschaft

2.2.2.7. Salafistische Ideologie

2.2.2.8. Identitätsprobleme

2.2.2.9. Persönliche Krisensituationen

2.2.2.10. Politische Entwicklungen

2.3. Hypothesen

3. Qualitative Forschungsmethodik

3.1. Erhebungsinstrument - Experteninterview

3.2. Auswertungsmethode – Qualitative Inhaltsanalyse

4. Ergebnisse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirkung von Faktoren salafistischer Radikalisierung auf junge Muslime in Deutschland aus der Perspektive von Experten aus Beratungsstellen. Das primäre Ziel ist es, den Radikalisierungsprozess besser zu verstehen, um präventive Maßnahmen effizienter gestalten zu können.

  • Identifikation zentraler Radikalisierungsfaktoren
  • Analyse der Rolle des sozialen Umfelds und der Peergroup
  • Bedeutung salafistischer Internetpropaganda
  • Einfluss persönlicher Krisen und Diskriminierungserfahrungen

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Der Prozess der Radikalisierung

Zu dem Prozess der Radikalisierung ist erstaunlich wenig an wissenschaftlicher Literatur im deutschsprachigen Raum vorhanden. Deshalb sollen, nachdem Radikalismus und Extremismus als zentrale Begrifflichkeiten unterschieden wurden, verschiedene Modelle aus dem angelsächsischen Raum sowie ein alternatives Modell zuerst beschrieben und dann das Modell des New York Police Departement (NYPD) näher ausgeführt werden, um jenes später hinsichtlich der Hypothesenbildung und Leitfadengestaltung verwenden zu können. Dieses Modell wird auch von Ceylan und Kiefer verwendet, um den Prozess der Radikalisierung aufzuzeigen (vgl. Ceylan/ Kiefer, 2013: S. 162).

Im Folgenden wird angenommen, dass „Radikalismus“ „eine Haltung bezeichnet, die deutlich von einem (identifizierten) Wertekonsens der Mehrheitsgesellschaft abweicht und dogmatisch ist, aber nicht zwangsläufig auch gewaltbereit“ (Damir-Geilsdorf, 2014: S. 216). „Radikalismus“ und „Extremismus“ verbindet, dass beide den gesellschaftlichen Wertekonsens ablehnen, dogmatisch aufgestellt sind und möglicherweise Gewalt zur Durchsetzung ihrer Positionen legitimieren. Es unterscheidet sie jedoch, dass im „Radikalismus“ die gesellschaftlichen Probleme auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden und hier quasi an der Wurzel gepackt werden sollen, während im „Extremismus“ allzu häufig Probleme auf eine einzige Ursache und damit einhergehend meist auf eine einzige Lösung, hin reduziert werden, wobei hier meistens bestimmte Gruppen als „Sündenböcke“ herangezogen werden (vgl. Schubert/Klein, 2007: S. 105, 244).

Radikalisierung wird im weiteren Verlauf als Prozess verstanden, also „nicht als Ereignis, sondern als eine Art Progression, in deren Verlauf sich das Denken und/oder Handeln einer Person oder Gruppe ändert.“ (Neumann, 2013: S. 3). Dabei können engere Radikalisierungsfaktoren und weitere Einflüsse als Variablen angenommen werden, welche in Zusammenspiel, Entwicklung und Verlauf miteinander prozesshaft interagieren. Peter Neumann beschreibt hierbei unterschiedliche Modelle verschiedener Wissenschaftler/innen, auf welche im Folgenden Bezug genommen werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die aktuelle Bedrohungslage durch islamistischen Terrorismus in Deutschland und begründet die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen sowie die Forschungsrelevanz.

2. Theoretische Einbettung: Erläutert zentrale Begriffe wie Salafismus, definiert verschiedene Strömungen und stellt den aktuellen Forschungsstand zu Radikalisierungsfaktoren und Prozessen dar.

3. Qualitative Forschungsmethodik: Legt das Experteninterview als Erhebungsinstrument und die qualitative Inhaltsanalyse als Auswertungsmethode dar.

4. Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Befunde der geführten Experteninterviews und prüft die aufgestellten Hypothesen.

5. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der identifizierten Radikalisierungsfaktoren für die Praxis.

Schlüsselwörter

Salafismus, Radikalisierung, Experteninterview, Islamismus, Jugendhilfe, Prävention, Identitätsfindung, Internetpropaganda, Diskriminierung, Peergroup, Radikalisierungsfaktoren, Migration, Integrationsprobleme, Soziale Netzwerke

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und dem Verlauf islamistischer Radikalisierungsprozesse bei jungen Muslimen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die salafistische Szene, Einflussfaktoren wie Familie und Peergroups, die Rolle des Internets sowie die Bedeutung persönlicher Identitätskrisen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Bedeutung und Wirkung spezifischer Faktoren auf den Radikalisierungsprozess aus der Sicht von Experten zu ergründen, um präventive Maßnahmen zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine qualitative Forschungsmethodik angewandt, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews und einer anschließenden inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Strömungen des Salafismus, bestehende Radikalisierungsmodelle, zehn spezifische Radikalisierungsfaktoren sowie die Ergebnisse der Experteninterviews detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Salafismus, Radikalisierung, Prävention, Identitätsfindung und Experteninterview charakterisieren.

Wie unterscheiden sich die Strömungen des Salafismus nach Wagemakers?

Wagemakers unterscheidet zwischen Puristen/Quietisten, politischen Salafisten und Jihadisten, wobei der Fokus der Arbeit auf den politischen Salafisten und Jihadisten liegt.

Welche Bedeutung haben "Ex-Ante-Hypothesen" in dieser Arbeit?

Ex-Ante-Hypothesen dienen als legitimes Mittel, um das vorhandene Wissen aus der Forschung in die qualitative Analyse einzubinden und die eigene Reflektion des Vorwissens zu unterstützen.

Final del extracto de 80 páginas  - subir

Detalles

Título
Faktoren salafistischer Radikalisierung. Bedeutung und Wirkung auf junge Muslime in Deutschland aus Expertensicht
Universidad
University of Hannover
Calificación
1,6
Autor
Sven Böttger (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
80
No. de catálogo
V335031
ISBN (Ebook)
9783668273931
ISBN (Libro)
9783960950110
Idioma
Alemán
Etiqueta
Salafismus Radikalisierung Prävention Experteninterview
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sven Böttger (Autor), 2015, Faktoren salafistischer Radikalisierung. Bedeutung und Wirkung auf junge Muslime in Deutschland aus Expertensicht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335031
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