Durch eine alternde Belegschaft und Erkrankungen stehen Arbeitgeber heute vor größeren Herausforderungen. Die Arbeitsfähigkeit von Arbeitnehmern zu erhalten gelingt nicht immer. Kranke Mitarbeiter verursachen durch ihren Ausfall Kosten und verschärfen den Personalmangel. Die Eingliederung von Mitarbeitern hat in Zukunft eine höhere Priorität und ist heute unverzichtbarer denn je.
In der vorliegenden Arbeit wird auf die Arbeitsplatzrückkehr von Schlaganfall überlebenden eingegangen. Die Forschungsfrage lautet: Wie wirkt sich ein Schlaganfall, aus der Sichtweise von Betroffenen, auf die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit aus? Damit Verantwortliche individuelle Unterstützungsangebote entwickeln können, sollen die Erfahrungen und Perspektiven von Betroffenen erforscht werden. Das Ziel ist es, Themenfelder zu identifizieren, die für die Rückkehr an den Arbeitsplatz beachtet werden müssen. Mittels eines Vergleichs zweier Studien, wird die Forschungsfrage beantwortet und ein praktischer Nutzen geboten.
Grundlage dafür bildet eine systematische Literaturrecherche. Die zwei am Ende der Recherche ausgewählten Studien von Vestling et.al und Gilworth et. al haben gemeinsam, dass sie qualitative Interviews als Methode einsetzen. Beide Studien untersuchen die persönliche Erfahrung von Schlaganfallpatienten bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz. Herausgefunden werden konnte, dass Betroffene allgemein zu wenig unterstützt werden, sie mehr Information und vor allem klare Ratschläge benötigen. Auch sind Mitspracherechte sowie die Unterstützung durch das soziale Umfeld und den Arbeitgeber Betroffenen wichtig.
Es stellt sich heraus, „return-to-work“ ist ein individueller Prozess, bei dem Motivatoren und die persönliche Bedeutung von Arbeit eine entscheidende Rolle spielen. Für die Praxis empfiehlt es sich Maßnahmen zu ergreifen um Betroffene besser zu unterstützen und bspw. aufkommender Hilflosigkeit, Depression und Erschöpfung entgegenzuwirken. Konkret müssen von Arbeitgebern oder Rehabilitationsträgern entsprechende Angebote, Strategien und Programme entwickelt werden. Da sich auch gezeigt hat, dass für die Entwicklung einer evidenzbasierten Praxis noch zu wenig Wissen zur behandelten Thematik existiert, sollte unbedingt weitere Forschung hierzu erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodik
3 Textzusammenfassungen
3.1 Studie A (Vestling et al. 2013)
3.2 Studie B (Gilworth et al. 2009)
4 Textbewertung und Studienvergleich
4.1 Studie A (Vestling et al. 2013)
4.2 Studie B (Gilworth et al. 2009)
4.3 Vergleich
5 Diskussion
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der Arbeitsplatzrückkehr von Schlaganfallüberlebenden. Ziel ist es, durch einen qualitativen Vergleich zweier Studien, die Erfahrungen und Perspektiven Betroffener zu analysieren, um notwendige Themenfelder für die Entwicklung unterstützender "Return-to-work"-Programme zu identifizieren.
- Analyse der Erfahrungen von Schlaganfallpatienten bei der beruflichen Wiedereingliederung.
- Vergleich zweier ausgewählter qualitativer Studien (Vestling et al. 2013 und Gilworth et al. 2009).
- Identifikation von Barrieren und Erfolgsfaktoren für einen nachhaltigen "Return-to-work"-Prozess.
- Ableitung von Empfehlungen für Arbeitgeber und Rehabilitationsträger.
Auszug aus dem Buch
3.1 Studie A (Vestling et al. 2013)
Der Titel „Thoughts and experiences from returning to work after stroke“. Veröffentlicht wurde die Studie 2013 von Vestling et al. in dem Journal „Work“, welches den Artikel in einem Zeitraum von über 4 Monaten mittels einem Peer-Review begutachtet hat. Durchführungsland war Schweden. Die Studie setzt sich mit Erfahrungen von Schlaganfallpatienten mit der Rückkehr an den Arbeitsplatz auseinander. Arbeit hat für viele eine wichtige Bedeutung und die Gesellschaft erwartet eine schnelle Rückkehr an den Arbeitsplatz. Mittlerweile weiß die Wissenschaftsgemeinde über die Faktoren eines erfolgreichen return-to-work Prozesses bescheid. Wie die Autoren der vorliegenden Studie an einem systematischem Review in der Einleitung darlegen, sind Wohlwollen des Arbeitgebers und Vertrauen entscheidend. Return-to-work ist insgesamt ein komplexer Prozess, in dem viele Parteien mit einbezogen sind. In der Vergangenheit wurden Arbeitgeber oder Ärzte befragt, wenig Wissen existiert jedoch bezüglich der Gefühle und Gedanken von Betroffenen. Ziel der Studie war es, das Verständnis für Mitarbeiter mit Schlaganfall zu verbessern. Die Autoren der Studie wollten die Gedanken und Erfahrungen von Mitarbeitern im Bezug zu ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz erforschen.
Mittels der Methode teilstrukturierter Interviews wurde das Forschungsfeld untersucht. Die Interviews orientierten sich an einem thematischen Gesprächsleitfaden und dauerten zwischen 45 und 90 Minuten. Die Grundgesamtheit setzte sich aus 12 Menschen zusammen, die einen Schlaganfall erlitten, im Bezirk von Scania wohnten und an den Arbeitsplatz zurückkehren konnten. Der Altersdurchschnitt lag bei 53 Jahren. Die Behinderungen und Professionen der Beteiligten waren gemischt. Nachdem alle Interviews anschließend transkribiert wurden, erfolgte eine Inhaltsanalyse, bei der durch eine Matrix Themen identifiziert werden konnten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtet den demografischen Wandel und die steigende Bedeutung der betrieblichen Wiedereingliederung von erkrankten Mitarbeitern, insbesondere nach einem Schlaganfall.
2 Methodik: Beschreibt das Vorgehen bei der systematischen Literaturrecherche in den Datenbanken EBSCO und PubMed sowie die Auswahlkriterien für die zwei Vergleichsstudien.
3 Textzusammenfassungen: Stellt die Inhalte der beiden ausgewählten Studien von Vestling et al. (2013) und Gilworth et al. (2009) detailliert vor.
4 Textbewertung und Studienvergleich: Führt eine kritische Analyse und einen direkten Vergleich der methodischen Qualität und der Ergebnisse beider Studien durch.
5 Diskussion: Reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse in Bezug auf die Forschungsfrage und erörtert die Limitationen der zugrunde liegenden Studien sowie der eigenen Literaturrecherche.
6 Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen, gibt Handlungsempfehlungen für die Praxis und benennt zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Wiedereingliederung, Schlaganfall, Arbeitnehmer, Studienvergleich, qualitative Forschung, Return-to-work, betriebliches Eingliederungsmanagement, Arbeitsplatzrückkehr, Unterstützung, Evidenzbasierte Praxis, Personalmanagement, Rehabilitation, Arbeitsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die Schlaganfallüberlebende bei der Rückkehr in ihr Arbeitsleben erleben, und beleuchtet diese aus der Perspektive der Betroffenen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Erfahrungen der Betroffenen, die Rolle des Arbeitgebers, Barrieren bei der Rückkehr sowie die Bedeutung von Information und Unterstützung im Wiedereingliederungsprozess.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie wirkt sich ein Schlaganfall, aus der Sichtweise von Betroffenen, auf die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit aus?“ Ziel ist die Ableitung von Erkenntnissen für eine personenzentrierte Wiedereingliederung.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, gefolgt von einem qualitativen Studienvergleich zweier ausgewählter Fachartikel auf Basis eines strukturierten Bewertungsinstruments.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Vorstellung und Zusammenfassung zweier Studien, deren kritische Bewertung und einen direkten Vergleich ihrer methodischen Ansätze sowie ihrer Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wiedereingliederung, Schlaganfall, Arbeitnehmer, Studienvergleich, Return-to-work und betriebliches Eingliederungsmanagement.
Warum wurde ein qualitativer Ansatz für diese Arbeit gewählt?
Da es um die persönlichen Erfahrungen, Gefühle und Sichtweisen der Schlaganfallpatienten geht, bieten qualitative Interviews die besten Voraussetzungen, um die individuellen Herausforderungen tiefgehend zu verstehen.
Welche konkreten Empfehlungen werden für Arbeitgeber ausgesprochen?
Die Arbeit empfiehlt den Einsatz von Mentoren, klare Leitlinien für den Prozess, flexible Arbeitszeiten, stufenweise Wiedereingliederungsprogramme sowie eine verbesserte Informationsbereitstellung.
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- Domenic Sommer (Author), 2016, Return-to-work aus der Perspektive von Schlaganfallpatienten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335324