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Die Institutionenlehre Arnold Gehlens

Title: Die Institutionenlehre Arnold Gehlens

Seminar Paper , 2003 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marion Klotz (Author)

Pedagogy - General
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„Der Mensch weiß nicht, was er ist, daher kann er sich nicht direkt verwirklichen. Er muß sich mit sich durch die Institutionen vermitteln lassen“. Diese Aussage Gehlen in seinem Spätwerk Moral und Hypermoral: Eine pluralistische Ethik sagt schon aus sich heraus viel über das Menschenbild und das Institutionenverständnis des Anthropologen aus. Scheint dieses Verständnis vom Menschen und seinem elementaren Bedürfnis nach der Ordnung und dem Schutz der Institutionen auf den ersten Blick überaus konservativ und möglicherweise nicht mehr gänzlich zeitgemäß anmaßen, so ist es doch unbedingt einer näheren Betrachtung und Reflexion wert. Beides versuche ich in der vorliegenden Arbeit zu liefern.

Die Institutionenlehre Gehlens ist tief in seinem Menschenbild verankert und lässt sich nur mit dessen Hilfe verstehen. Ich werde also in dieser Arbeit zunächst über die Hauptpunkte von Gehlens Anthropologie referieren und dabei in der Reihenfolge vorgehen, die er in seinem für dieses Thema relevantesten Werk Der Mensch: Seine Natur und Stellung in der Welt selbst gewählt hat.

In einem zweiten Teil werde ich mich dann konkret mit der Institutionenlehre Gehlen befassen. Dabei werde ich zuerst auf die Aufgaben der Institutionen im Allgemeinen eingehen und dann kurz die Folgen des von Gehlen beklagten Verfalls der Institutionen behandeln.

In einer abschließenden Zusammenfassung werde ich die Hauptargumente aus den beiden ersten Teilen zusammenbringen und eine kritische Schlussfolgerung ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mensch

2.1. Instinktmangel und Unspezialisiertheit

2.2. Weltoffenheit

2.3. Reizüberflutung

3. Die Institutionen

3.1. Die Aufgabe der Institutionen

3.1.1. Vorhersehbarkeit des Handelns

3.1.2. Entlastung von Grundsatzentscheidungen

3.2. Der Verfall der Institutionen

3.2.1. Das Institutionenverständnis im Wandel

3.2.2. Die Folgen des Verfalls

4. Zusammenfassung

5. Literaturangaben

5.1. Primärliteratur

5.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Arnold Gehlens Institutionenlehre in den Kontext seines anthropologischen Menschenbildes zu stellen. Dabei wird untersucht, inwiefern Institutionen als notwendige Kompensationsmechanismen für die biologische Instinktarmut des Menschen fungieren und welche gesellschaftlichen Folgen Gehlen im Falle eines institutionellen Verfalls prognostiziert.

  • Anthropologische Grundlagen: Instinktmangel und Unspezialisiertheit
  • Das Konzept der Weltoffenheit und Reizüberflutung
  • Die stabilisierende Funktion von Institutionen als Entlastungssysteme
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Gehlens Pessimismus
  • Der Wandel des Institutionenverständnisses in modernen Gesellschaften

Auszug aus dem Buch

2.2.Weltoffenheit

Die Unspezialisiertheit des Menschen bezüglich seiner Umwelt führt dazu, dass er „der tierischen Einpassung in ein Ausschnittsmilieu“5 entbehrt und so keine naturgegebene Umwelt hat. Die ihn umgebende Welt steht ihm feindlich gegenüber und es liegt an ihm, sie „allein durch seine Arbeitsfähigkeit oder Handlungsgabe, d.h. durch Hände und Intelligenz“6 zu einer lebensfreundlichen Umwelt umzuwandeln. Durch seine fehlenden Instinkten und die durch den Mangel an Reizfiltern hervorgerufene Reizüberflutung ist er somit nicht mit einer „Umwelt instinktiv nahegebrachter Bedeutungsverteilung“7 konfrontiert, sondern mit einem „Überraschungsfeld unvorhersehbarer Struktur, das erst in ‚Vorsicht‘ und ‚Vorsehung‘ durchgearbeitet, d.h. erfahrbar gemacht werden muß“8.

Gehlen bezeichnet den Menschen daher als „weltoffen“9: Er hat keine naturgegebene Umwelt, in der er ohne technische Hilfsmittel überleben kann, und muss sich so die Welt umgestalten, bis sie seinen Bedürfnissen entspricht.

Diese Weltoffenheit des Menschen birgt zum Einen Nachteile, da er in keiner natürlichen Umwelt zu Hause ist. Zum Anderen befähigt sie ihn jedoch dazu, nahezu jede Umwelt seinen Bedürfnissen gemäß umzugestalten und sie sich zum Zuhause zu machen. Somit kann er dank seiner Weltoffenheit und Unspezialisiertheit paradoxerweise doch in fast jeder Umwelt überleben. Der Mensch, so Gehlen, kann sein Leben nicht einfach geschehen lassen, er muss es „führen“10.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Menschenbild Arnold Gehlens ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung von der Anthropologie hin zur Institutionenlehre.

2. Der Mensch: In diesem Kapitel werden die biologischen Voraussetzungen des Menschen, wie Instinktmangel, Weltoffenheit und die daraus resultierende Reizüberflutung, erläutert.

3. Die Institutionen: Das Kapitel analysiert die stabilisierende Rolle von Institutionen als Entlastungsmechanismen und thematisiert kritisch den von Gehlen beklagten Verfallsprozess.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert Gehlens Thesen kritisch und hinterfragt, ob der Wandel von Institutionen zwingend als Verfall zu deuten ist.

5. Literaturangaben: Dieses Verzeichnis listet die für die Arbeit herangezogene Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Arnold Gehlen, Institutionenlehre, Anthropologie, Weltoffenheit, Reizüberflutung, Entlastung, Instinktmangel, Unspezialisiertheit, Institutioneller Verfall, Menschenbild, Moral, Gesellschaftsstruktur, Handlungsfähigkeit, Soziale Stabilität, Gewohnheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und anthropologischen Institutionenlehre Arnold Gehlens und deren Bedeutung für das menschliche Zusammenleben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die biologische Ausstattung des Menschen (Instinktmangel), die Notwendigkeit von Entlastung durch Kultur und Institutionen sowie die Folgen des gesellschaftlichen Wandels.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den inneren Zusammenhang zwischen Gehlens anthropologischem Verständnis des "Mängelwesens" Mensch und der daraus abgeleiteten Notwendigkeit stabiler Institutionen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf den Hauptwerken Gehlens basiert und diese im Kontext der geisteswissenschaftlichen Forschung einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die anthropologischen Grundlagen (Mensch) und die institutionelle Theorie (Institutionen), inklusive einer Erörterung über die Folgen ihres Verfalls.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Weltoffenheit", "Entlastung", "Instinktmangel" und "Institutionenlehre" charakterisiert.

Warum hält Gehlen Institutionen für überlebenswichtig?

Institutionen dienen als Filter und Ordnungssysteme, die den Menschen vor der Überlastung durch eine ungefilterte Umwelt ("Reizüberflutung") schützen und sein Handeln vorhersehbar machen.

Wie steht die Autorin zum Pessimismus von Arnold Gehlen?

Die Autorin äußert Skepsis gegenüber Gehlens pessimistischer Sichtweise und argumentiert, dass der Wandel von Institutionen nicht zwangsläufig ihren Verfall bedeutet, sondern Teil notwendiger gesellschaftlicher Anpassungsprozesse sein kann.

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Details

Title
Die Institutionenlehre Arnold Gehlens
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Pädagogisches Institut)
Course
Mittelseminar Institutionen II
Grade
1,7
Author
Marion Klotz (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V33537
ISBN (eBook)
9783638339865
Language
German
Tags
Institutionenlehre Arnold Gehlens Mittelseminar Institutionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Klotz (Author), 2003, Die Institutionenlehre Arnold Gehlens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33537
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