Jeder Dozent hat sicherlich schon mehr als ein Mal vor der Frage gestanden: Wie kann ich meinen Stoff am besten vermitteln? Im Wirrwarr der Methoden ist ein Überblick zum Teil sehr schwierig und auch die Literatur ist so vielfältig und zum Teil widersprüchlich, dass manch einer wohl frühzeitig das Handtuch wirft und sich auf seine alten Methoden verlässt.
In dieser Hausarbeit möchte ich eine Methode vorstellen, die schon eindeutig zu den älteren Exemplaren ihrer Gattung gehört und wegen ihrer angeblichen Verstaubtheit von manch einem Dozenten schon gerne gänzlich über Bord geworfen wäre: Den Vortrag. Hierbei möchte ich in einem ersten Teil auf den idealen Aufbau dieser Lehrtechnik in den einzelnen Arbeitsschritten eingehen und diese dabei näher erläutern und ihre Existenz zum Teil überhaupt zu begründen. Danach werde ich auf die Anwendungsmöglichkeiten des Vortrags zu sprechen kommen und hierbei vor allem seine Vorteile und seine Nachteile näher beleuchten. In einem zusammenfassenden Kapitel führe ich die Hauptargumente aus den vorangegangenen Kapiteln noch einmal kurz zusammen und ziehe ein abschließendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Aufbau des Vortrags
2.1 Ideensammlung und Zielbestimmung: Inventio und Dispositio
2.2 Rhetorische Ausgestaltung: Elocutio
2.3 Aneignung und Vortrag: Memoria und Actio
2.4 Abrundung und Auswertung: Evaluation
3. Zur Anwendbarkeit des Vortrags
3.1 Seine Vorteile
3.2 Seine Nachteile
4. Fazit
5. Literaturangaben
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Vortrag als Lehrmethode, indem sie dessen Aufbau, rhetorische Gestaltung und praktische Anwendbarkeit analysiert. Ziel ist es, die häufig als veraltet betrachtete Methode durch eine strukturierte Vorbereitung und didaktische Aufbereitung wieder nutzbar zu machen.
- Strukturierung der Vortragsvorbereitung anhand antiker Rhetorik-Prinzipien.
- Methoden der Ideensammlung und Zielbestimmung.
- Rhetorische Aspekte wie Verständlichkeit, Anschaulichkeit und Visualisierung.
- Gegenüberstellung von Vorteilen und Nachteilen des Vortrags im Lehrkontext.
- Strategien zur aktiven Einbindung der Zuhörerschaft.
Auszug aus dem Buch
2.1 Ideensammlung und Zielbestimmung: Inventio und Dispositio
Am Anfang jedes Vortrags steht die Frage nach seinem Inhalt: Welches Thema wähle ich? Welche Punkte möchte ich behandeln? Die antike Methode, sich diesem Problem zu nähern, umfasst verschiedene Fragen, durch die man den Inhalt des Vortrages zuerst bestimmen und dann einkreisen kann. Diese Fragen sind: wer?, was?, wo?, warum?, wie? und wann?. Die hier gewählte Reihenfolge ist dabei völlig willkürlich und kann je nach Präferenz verändert werden (vgl. Knoll 1993: 34 f).
Neuere Formen der Ideensammlung lehnen sich mehr an der Idee des Brainstorming an. Dieses kann entweder in Form einer Zettelsammlung oder mit Hilfe des sogenannten Mind Map angewandt werden. Bei der Zettelsammlug werden die Ideen in Stichwortform auf kleine Zettel oder Karteikarten niedergeschrieben und dann unter verschiedenen Überschriften zusammengefasst. Erst bei diesem zweiten Schritt, dem sogenannten Clustern, findet dabei das Aussortieren der nicht brauchbaren Ideen statt. Die Methode des Mind Mappings unterscheidet sich von der Zettelsammlung dahingehend, dass die verschiedenen Einfälle und Gedanken auf einem einzigen Blatt Papier festgehalten und durch Pfeile und Verästelungen verbunden werden. Auch hier sollte zuerst der Kreativität freien Lauf gelassen und erst in einem letzten Schritt aussortiert werden (vgl. Motamedi 1993: 44 ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit von Lehrenden, unter der Vielzahl an Methoden die passende auszuwählen, und positioniert den Vortrag trotz Kritik als relevante Lehrtechnik.
2. Zum Aufbau des Vortrags: Dieses Kapitel erläutert die sechs Arbeitsschritte der Vortragserstellung, angelehnt an die klassische Rhetorik, von der Ideensammlung bis hin zur abschließenden Evaluation.
3. Zur Anwendbarkeit des Vortrags: Hier werden die ökonomischen Vorteile des Vortrags bei der Wissensvermittlung den methodischen Nachteilen, wie etwa der mangelnden Interaktion, gegenübergestellt.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass der Vortrag bei fundierter Vorbereitung eine wertvolle Methode bleibt und die Qualität des Vortragenden maßgeblich vom individuellen Engagement abhängt.
5. Literaturangaben: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Forschungsliteratur auf.
Schlüsselwörter
Vortrag, Lehrmethode, Rhetorik, Ideensammlung, Dispositio, Elocutio, Memoria, Actio, Evaluation, Wissensvermittlung, Didaktik, Präsentationstechnik, Rhetorische Stilmittel, Zielgruppenanalyse, Lehrform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Lehrmethode des Vortrags, verteidigt dessen Relevanz im Bildungskontext und bietet einen Leitfaden für dessen methodisch fundierte Gestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der klassische Aufbau einer Rede, rhetorische Gestaltungsmittel, die visuelle Unterstützung sowie die pädagogische Einbettung in den Lehralltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Vortrag durch systematisches Vorgehen lebendig und effektiv gestaltet werden kann, um der Kritik der "Verstaubtheit" zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung rhetorischer Prinzipien und didaktischer Fachliteratur, die auf die moderne Vortragspraxis übertragen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Anleitung zur Vorbereitung (Inventio bis Evaluation) und eine kritische Diskussion der Vor- und Nachteile der Vortragsmethode.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Vortrag, Didaktik, Rhetorik, Wissensvermittlung und methodische Vorbereitung sind die zentralen Begriffe der Publikation.
Warum wird der Vortrag oft als veraltete Methode kritisiert?
Die Kritik gründet sich oft auf die geringe Interaktion zwischen Vortragendem und Zuhörerschaft sowie auf negative Erfahrungen mit monotonen, schlecht vorbereiteten Referaten.
Wie kann man die Passivität der Zuhörer beim Vortrag minimieren?
Durch Methoden wie Buzz-Groups, das Einbauen von Denkanstößen, gezielte Ja/Nein-Abfragen oder einen interaktiven Aufbau kann die Einweg-Kommunikation aufgelockert werden.
- Quote paper
- Marion Klotz (Author), 2004, Der Vortrag als Lehrmethode: Aufbau, Merkmale und Anwendbarkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33538