Zusammenfassend beschäftigt sich diese Studienarbeit mit dem Thema der schulischen Integration von syrischen Flüchtlingskindern im deutschen Schulsystem am Beispiel Hamburg. Es wird der Frage nach der Gestaltung der schulischen Integration nachgegangen mit ihren jeweiligen Problemlagen. Insbesondere wird immer wieder auf die wichtige Bedeutung einer schulischen Bildung eingegangen und die daraus entstehenden Lebensperspektiven für die Flüchtlinge, die sich in Deutschland ein neues und vor allem sicheres Leben aufbauen möchten.
Bildung ist die Voraussetzung für ein gutes Leben und steht jedem Menschen rechtlich zu. Auch den Kriegsflüchtlingen aus Syrien steht das Recht auf Bildung zu und ist ausschlaggebend für die Weiterentwicklung ihres zukünftigen Lebens in einem neuen Land. Sie sind aufgrund der aktuellen Gefährdungen durch Bürgerkrieg und Terror durch den IS gezwungen worden ihr Land zu verlassen und sind auf der Suche nach einem Leben in Sicherheit. Deutschland gewährt den syrischen Flüchtlingen eine Aufenthaltserlaubnis von zwei Jahren, die verlängert werden kann. Von den Flüchtlingen aus Syrien haben 2015 insgesamt 162.510 einen Asylantrag gestellt, von denen mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. In Hamburg gilt die Schulpflicht für alle Kinder zwischen 6 und 8 Jahren, unabhängig von ihrem rechtlichen Status.
Nachdem vorerst die Definitionen zu den Begriffen Flüchtling und Integration erläutert werden, bietet sich ein kleiner Einblick in das Recht auf Bildung, die Schulpflicht und in das Hamburger Schulsystem. Schritt für Schritt nähert sich die Studienarbeit der schulischen Integrationsmaßnahmen und widmet sich daraufhin den Problemlagen, die entstehen. Das darauffolgende Kapitel beinhaltet den Vergleich der schulischen Integrationsmaßnahmen von Hamburg zu den anderen Bundesländern und erklärt die wichtige Bedeutung der schulischen Bildung für die Flüchtlingskinder. Als Abschluss wird die Berufliche Situation der syrischen Flüchtlinge in der Arbeitswelt dargestellt. Anschließend bietet der Diskussionsteil die Antwort auf die Fragestellung und weist auf weitere wichtige Fragen hin, die noch offen stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung
2. Einleitung
3. Definition des Begriffs Flüchtling
4. Definition des Begriffs Integration
5. Das Recht auf Bildung
5.1 Integration durch Bildung
6. Das Hamburger Schulsystem
7. Schulpflicht
8. Schulische Integrationsmaßnahmen in Hamburg
8.1 Erste Maßnahmen in Zentralen Erstaufnahmestellen
8.2 Schule für Flüchtlinge
8.3 Mögliche Problemlagen der schulischen Integration
8.4 Hamburg im Vergleich
8.5. Die Bedeutung der Schule
9. Berufliche Situation von syrischen Flüchtlingen
10. Diskussionsteil
Zielsetzung & Themen
Diese Studienarbeit untersucht die schulische Integration von syrischen Flüchtlingskindern am Beispiel Hamburgs. Dabei wird analysiert, wie das Schulsystem diese Kinder aufnimmt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen existieren und mit welchen spezifischen Herausforderungen und Problemlagen die Kinder und das Bildungssystem konfrontiert sind.
- Rechtliche Grundlagen der Bildung und Schulpflicht in Deutschland und Hamburg
- Strukturen der schulischen Integration wie Internationale Vorbereitungsklassen
- Psychosoziale und strukturelle Problemlagen von Flüchtlingskindern
- Vergleich der Hamburger Integrationsmodelle mit anderen Bundesländern
- Bedeutung von Schule als Integrationsfaktor und Lebensperspektive
Auszug aus dem Buch
8.3 Mögliche Problemlagen der schulischen Integration
„Der Schulbesuch stellt für Kinder ein Element der Kontinuität dar und trägt wesentlich zu ihrem Wohlergehen bei“ (UNHCR, S.128). Obwohl der Schulbesuch für die Flüchtlingskinder eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt, stellen sich ihnen viele Probleme in den Weg, sich vollkommen in das Schulleben zu integrieren. Diese Probleme beginnen bereits vor der Ankunft in Deutschland, und zwar auf ihrer Flucht. Die syrischen Kinder tragen große Folgen ihrer Flucht nach, die angefangen durch Bürgerkrieg, Verfolgung und Terror der IS im Heimatland verursacht worden und sich weiter auf dem Fluchtweg über das Mittelmeer mit den vielen tausend Flüchtlingen austragen, die aufgrund der inhumanitären Bedingungen auf den Booten ertrinken (Vgl. Studie UNICEF, 2014, S.10-11). Viele der Flüchtlingskinder leiden somit an Traumata aufgrund ihrer Fluchterfahrungen und der Tatsache, dass sie ihre Heimat verloren haben. Durch psychische Folgen wie beispielweise Konzentrationsschwierigkeiten und Albträume wird die schulische Integration der Flüchtlingskinder verkompliziert und kann zudem zu Überforderung führen, ausgelöst durch den ausgehenden Stress der Schule (Vgl. Ahmad & Rudolph, 2000, S.583). „Es besteht zudem die Tendenz zu sozialem Rückzug, z. B. die Weigerung, in die Schule zu gehen oder zu opponieren“ (Ahmad & Rudolph, 2000, S.584).
Hinzu kommt das Problem „Familie“, das sich auf mehreren Ebenen auf die Kinder auswirkt. Es bestehen Unsicherheiten und Sorgen um den Familiennachzug oder sie trauern um tote Familienmitglieder, was zur Folge hat, dass sie während des Schulgeschehens abgelenkt sind (Vgl. Teckentrup, 2012, S.99).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassung: Ein kurzer Überblick über die Thematik der schulischen Integration syrischer Kinder in Hamburg sowie die Bedeutung schulischer Bildung für ihre Zukunftsperspektiven.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der rechtlichen Ausgangslage, der Schulpflicht sowie der Forschungsfrage der Arbeit.
3. Definition des Begriffs Flüchtling: Klärung des Flüchtlingsbegriffs basierend auf der Genfer Flüchtlingskonvention und Abgrenzung zu anderen Migrationsformen.
4. Definition des Begriffs Integration: Theoretische Herleitung des Integrationsbegriffs als gesellschaftlicher Teilhabeprozess unter Einbeziehung des Bildungssektors.
5. Das Recht auf Bildung: Darstellung des Menschenrechts auf Bildung und dessen Verankerung in internationalen Abkommen und lokalem Schulrecht.
6. Das Hamburger Schulsystem: Erläuterung der Struktur des Hamburger Schulwesens mit Fokus auf die Stadtteilschule und das Prinzip des gemeinsamen Lernens.
7. Schulpflicht: Rechtliche Einordnung der Schulpflicht in Hamburg für Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.
8. Schulische Integrationsmaßnahmen in Hamburg: Detaillierte Analyse der Hamburger Praxis, von der Erstaufnahme bis hin zu Vorbereitungsklassen und den Herausforderungen des Integrationsprozesses.
9. Berufliche Situation von syrischen Flüchtlingen: Untersuchung der Arbeitsmarktbeteiligung syrischer Flüchtlinge und deren Motivation zur beruflichen Integration.
10. Diskussionsteil: Synthese der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion über die Chancen und Hürden der schulischen Integration.
Schlüsselwörter
Schulische Integration, Syrische Flüchtlingskinder, Hamburg, Schulpflicht, Internationale Vorbereitungsklasse, Bildung, Traumata, Flucht, Sprachförderung, Lebensperspektive, Stadtteilschule, Soziale Arbeit, Arbeitsmarkt, Migrationshintergrund, Schulerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der schulischen Integration syrischer Flüchtlingskinder im Hamburger Schulsystem und untersucht, wie diese Kinder aufgenommen und gefördert werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das Recht auf Bildung, die gesetzliche Schulpflicht, die spezifischen Hamburger Förderstrukturen und die psychosozialen Herausforderungen der Kinder.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich die schulische Integration syrischer Flüchtlingskinder konkret am Beispiel Hamburg gestaltet.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von behördlichen Vorgaben, Berichten sowie wissenschaftlichen Studien zur Situation von Flüchtlingskindern.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die schrittweisen Maßnahmen von der Zentralen Erstaufnahme über spezielle Vorbereitungsklassen bis hin zu den Belastungsfaktoren der Kinder.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Integration, Bildungschancen, Hamburger Schulmodell, Flüchtlingsbiografien und soziale Teilhabe.
Welche Rolle spielt Hamburg als Beispiel?
Hamburg dient als Modell für ein zentral gesteuertes System, das spezielle Übergangsangebote wie die IVK anbietet und sich in einigen Aspekten von anderen Bundesländern unterscheidet.
Warum wird im Titel „chancenlos (?)“ in Klammern hinterfragt?
Es deutet auf den Widerspruch hin zwischen der hohen Motivation der Kinder und den strukturellen sowie psychischen Hürden, die ihre Bildungschancen gefährden können.
Was sind die größten Hürden bei der Integration?
Neben den Flucht- und Kriegstraumata sind es die Unsicherheit bezüglich des Aufenthaltsstatus, Sprachbarrieren sowie schwierige Wohnbedingungen in Unterkünften.
Wie unterscheidet sich Hamburg bei der Zuteilung von Schülern?
Hamburg nutzt das Schulinformationszentrum (SIZ) zur zentralen Steuerung der Zuweisung, was einen einheitlichen Ablauf im Vergleich zu anderen dezentral organisierten Bundesländern ermöglicht.
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- Sarah Persicke (Autor), 2016, Die Integration von syrischen Flüchtlingskindern im deutschen Schulsystem. Fallbeispiel Hamburg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335523