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Gibt es moralische Dilemmata bei Tierversuchen? Eine philosophische Untersuchung

Title: Gibt es moralische Dilemmata bei Tierversuchen? Eine philosophische Untersuchung

Examination Thesis , 2015 , 60 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Derya Caliskan (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit wir der Frage nachgegeangen, ob bei Tierversuchen ein moralisches Dilemma vorliegt. Dafür wird zunächst eine Unterscheidung zwischen moralischen Konflikten und moralischen Dilemmata gemacht. Außerdem wird diskutiert, ob es moralische Dilemmata überhaupt gibt, da einige Philosophen anhand verschiedener Theorien beweisen wollen, dass es sie nicht geben kann.

Im dritten Kapitel wird Grundlegendes über Tierversuche dargelegt. Es wird auf die Geschichte der Tierversuche eingegangen, Alternativmethoden zu Tierversuchen und die Grenzen der Alternativen aufgezeigt. Zudem wird die Übertragbarkeit der Ergebnisse von Tierexperimenten auf den Menschen diskutiert. Das vierte Kapitel stellt einige wichtige Vertreter und deren Positionen zur Tierethik vor. Mit Hilfe der verschiedenen Positionen soll im fünften Kapitel gezeigt werden, ob und wenn ja, inwieweit Tierversuche moralisch zulässig sind. Abschließend wird im sechsten Kapitel der Versuch unternommen zu zeigen, ob bei der Durchführung von Tierversuchen moralische Dilemmata vorliegen.

Der Streit um Tierversuche ist „zu einem gravierenden gesellschaftlichen Konflikt geworden“. In der Gesellschaft herrscht keine Einigkeit darüber, ob und wenn ja, unter welchen Prämissen Tierversuche durchgeführt werden sollten oder nicht. Auf der einen Seite wird gefordert, dass Medikamente für noch unheilbare Krankheiten entwickelt werden sollen, auf der anderen Seite wollen die wenigsten, dass ein Tier aus diesem Grund Schmerzen, Stress und Leid ertragen muss. Beide Postulate bergen einen ethischen Konflikt, da sie sich zum jetzigen Stand der Wissenschaft nicht zeitgleich erwirken lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Moralische Konflikte

2.2 Moralische Dilemmata

2.2.1 Gibt es moralische Dilemmata überhaupt?

3. Grundlegendes zu Tierversuchen

3.1 Definition und das Tierschutzgesetz

3.2 Geschichte der Tierversuche

3.3 Zahlen

3.4 Einsatzbereiche der Tierversuche

3.5 Tierversuche für Kosmetik

3.6 Alternativen zu Tierversuchen

3.6.1 Grenzen der Alternativmethoden

3.7 Übertragbarkeit auf den Menschen

4. Philosophische Ansätze zur Tierethik

4.1 Klassischer Anthropozentrismus

4.2 Biozentrismus

4.3 Albert Schweitzer

4.4 Pathozentrismus

4.5 Die Position Peter Singers

4.6 Position Tom Regans

4.7 Position Ursula Wolfs

4.8 Die Position Jean-Claude Wolfs

5. Zur ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen

5.1 Rechtliche Beurteilung zur ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen

5.2 Tierethische Positionen zur Beurteilung der ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen

6. Konklusion: Tierversuche: Moralische Dilemmata?

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Dimension von Tierversuchen und hinterfragt, ob es sich bei dem Konflikt zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und Tierschutz um ein unauflösbares moralisches Dilemma handelt. Im Fokus steht dabei die philosophische Analyse der verschiedenen ethischen Ansätze sowie die rechtliche und praxisorientierte Bewertung der Anwendung an Tieren.

  • Unterscheidung zwischen moralischen Konflikten und Dilemmata
  • Geschichte und gesetzliche Regelungen des Tierschutzes
  • Philosophische Positionen von Singer, Regan, Schweitzer und anderen
  • Möglichkeiten und Grenzen von Alternativmethoden
  • Diskussion über die Übertragbarkeit tierexperimenteller Ergebnisse auf den Menschen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Sie werden verbrannt, verbrüht, erdrosselt, eingefroren und wieder aufgetaut, erstickt, mit Elektroschocks traktiert, Hitze und Kälte sowie Hunger und Durstversuchen ausgesetzt, [...] man vergiftet sie mit Chemikalien, was Schüttelkrämpfe, Erbrechen, Fieber, Durchfall, Lähmungen [...] und schließlich den Tod zur Folge hat.1

Dieser Auszug aus einem Zeitungsartikel handelt von Experimenten mit Tieren in der Forschung. Die Wissenschaftler, die derartige Versuche mit Tieren durchführen, sind nicht –wie man glauben könnte– besonders grausam oder sadistisch, sie führen diese Experimente durch, um Leben zu retten oder zu verlängern.2 Die immer lauter werdende öffentliche Kritik fordert seinen Preis, spätestens seit den geheimen Aufzeichnungen, die im September 2014 veröffentlicht wurden. Dieses aktuelle Beispiel des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik3 in Tübingen und das damit einhergehende öffentliche Interesse, zeigt, dass der Streit um Tierversuche „zu einem gravierenden gesellschaftlichen Konflikt geworden“4 ist. Das renommierte MPI ist bekannt für seine Forschung im Auftrag der Wissenschaft. Wegen der geheimen Aufzeichnungen, die von Tierschützern in einem Labor des MPIs aufgezeichnet worden sind und bei „Stern TV“ am 10. September 2014 ausgestrahlt wurden, ging eine Welle der Empörung durch Deutschland und der ganzen Welt. Die Bilder zeigen Tests mit Rhesus-5 und Javaneraffen6, die von Wissenschaftlern untersucht werden, um die Funktionsweise des Gehirns der Affen besser zu verstehen. Es sind blutverschmierte Affen mit offenen Wunden zu sehen, Affen die erbrechen und traumatisiert sind. Die bekannte Primatenforscherin Jane Goodall äußerte sich zu den Tierversuchen in Tübingen folgendermaßen: Ich muss sagen, dass ich selten so sehr schockiert war wie von diesen Experimenten – und die Tatsache, dass diese ‚Grundlagenforschung‘ von einem derartig respektierten und renommierten Institut wie dem Max-Planck-Institut durchgeführt wurde, ist sogar noch schockierender.7

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Tierversuchen ein, beleuchtet das öffentliche Interesse anhand von Beispielen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Existenz moralischer Dilemmata.

2. Moralische Konflikte – moralische Dilemmata: Dieses Kapitel differenziert zwischen moralischen Konflikten und echten moralischen Dilemmata und hinterfragt die Existenz letzterer aus philosophischer Sicht.

3. Grundlegendes zu Tierversuchen: Hier werden Definitionen, die Geschichte, Statistiken, Einsatzbereiche und alternative Methoden unter Einbeziehung des Tierschutzgesetzes dargelegt.

4. Philosophische Ansätze zur Tierethik: Dieses Kapitel stellt bedeutende philosophische Theorien zur Tierethik vor, darunter den Anthropozentrismus, Pathozentrismus und Ansätze bekannter Ethiker.

5. Zur ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen: Der Abschnitt diskutiert die rechtliche Lage und die ethische Rechtfertigung von Tierversuchen auf Basis der zuvor erläuterten philosophischen Positionen.

6. Konklusion: Tierversuche: Moralische Dilemmata?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass es sich um einen lösbaren moralischen Konflikt handelt, jedoch nicht um ein genuines Dilemma.

7. Bibliographie: Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen und Internetverweise auf.

Schlüsselwörter

Tierversuche, Tierethik, Moralische Dilemmata, Tierschutzgesetz, Grundlagenforschung, Alternativmethoden, in vitro, Speziesismus, Utilitarismus, Leidensfähigkeit, Mensch-Tier-Verhältnis, Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Biozentrismus, 3R-Regel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der moralischen Bewertung von Tierversuchen und der Frage, ob diese in ein moralisches Dilemma führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die ethischen Ansätze zur Tierethik, die Geschichte der Tierversuche, aktuelle gesetzliche Regelungen und das Potenzial von Alternativmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Konflikt zwischen medizinischem Nutzen und Tierleid philosophisch zu analysieren und zu klären, ob es sich um ein unlösbares Dilemma handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor wendet eine philosophische Analyse an, die verschiedene ethische Theorien gegenüberstellt und auf die Praxis der Tierexperimente anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen philosophischen Positionen (u.a. Singer, Regan, Schweitzer) sowie der praktischen Anwendung und der Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Tierversuche, Tierethik, Leidensfähigkeit, 3R-Regel und moralische Dilemmata.

Wie bewerten die untersuchten Philosophen das Töten von Tieren für medizinische Zwecke?

Die Positionen sind vielfältig: Während manche wie Tom Regan dies kategorisch als Verletzung von Tierrechten ablehnen, plädieren utilitaristische Ansätze wie die von Peter Singer für eine strenge Interessenabwägung.

Was besagt die 3R-Regel in diesem Kontext?

Die 3R-Regel (replace, reduce, refine) dient als Strategie, um Tierversuche zu vermeiden, zu vermindern und die Belastung für die Tiere bei notwendigen Versuchen zu verfeinern.

Warum wird der Contergan-Skandal im Text erwähnt?

Er dient als historisches Beispiel, das die Gefahren und Fehlbarkeiten der Übertragung von Ergebnissen aus Tierversuchen auf den Menschen verdeutlicht.

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Details

Title
Gibt es moralische Dilemmata bei Tierversuchen? Eine philosophische Untersuchung
College
University of Tubingen  (Philosophische Fakultät)
Grade
1,5
Author
Derya Caliskan (Author)
Publication Year
2015
Pages
60
Catalog Number
V335583
ISBN (eBook)
9783668256354
ISBN (Book)
9783668256361
Language
German
Tags
Philosophie Ethik Tierethik Tierversuche Primatenversuche Vivisektion Tom Regan Ursula Wolf Jean-Claude Wolf Peter Singer Moralischer Konflikt Moralisches Dilemma Dilemma Konflikt Tierschutzgesetz Alternativen zu Tierversuchen Anthropozentrismus Biozentrismus Pathozentrismus Ethische Vertretbarkeit von Tierversuchen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Derya Caliskan (Author), 2015, Gibt es moralische Dilemmata bei Tierversuchen? Eine philosophische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335583
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