Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob mehrsprachige Lehrpersonen empathischer im Kontakt mit mehrsprachigen Eltern sind. Ein Unterricht, der für Sprachen sensibilisiert, macht die Kinder auf ihre Schätze aufmerksam und weist sie daraufhin, diese nicht nur im täglichen Alltag, sondern auch in der Schule zu gebrauchen. Oft wird darauf verwiesen, dass mehrsprachige Lehrpersonen eine größere Wirksamkeit erzielen und eine Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit anderen Erstsprachen sein können. Neben der Vorbildfunktion, genießen diese Lehrende ein größeres Vertrauen und sind in der Lage, sich in diversen Situationen der Schüler/innen oder auch in die der Eltern hineinzuversetzen.
Im Theorieteil wird vor allem der Fokus auf den Begriff „Elternbeteiligung“ gelegt. Diesbezüglich werden die notwendigen Begrifflichkeiten in Verbindung mit mehrsprachigen Eltern und Lehrpersonen gebracht. Im empirischen Teil wurden verschiedene KEL-Gespräche untersucht, die die Basis für das eigene Rollenspiel-Experiment gelegt haben. In einer voXmi-Schule wurden Beobachtungen in Bezug auf Elternbeteiligung durchgeführt. Das Netzwerk voXmi ist somit ein Teil dieser Arbeit, welches eine zentrale Aufgabe erfüllt hat.
Ein Grund für den Wandel der Schule ist die zunehmende Mehrsprachigkeit an den Schulen, die vielmehr einen Schatz, als ein Hindernis darstellt und somit gefördert und sensibilisiert werden will. In Wien haben rund 36% der Menschen eine ausländische Herkunft, tendenziell steigend. Die Schule bekam somit die Aufgabe sich diesen Verhältnissen anzupassen und die Unterrichtsentwicklung so zu gestalten, damit auch Kinder mit anderen Erstsprachen davon profitieren konnten. Der Unterricht von früher ist mit dem heutigen keineswegs vergleichbar. Heute sprechen wir von einem Unterricht, der für unterschiedliche Kulturen und verschiedene Sprachen sensibilisiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Klärung von relevanten Begriffen
2.1.1 Migration / Menschen mit Migrationshintergrund
2.1.2 Mehrsprachigkeit
2.1.3 Eltern im Kontext Schule
2.1.4 Das Schulnetzwerk voXmi
2.1.5 KEL-Gespräch
2.2 Spezifische Aspekte von Elternbeteiligung in der Schule
2.2.1 Was erwarten sich Eltern von der Schule?
2.2.2 Worin liegen die besonderen Herausforderungen?
2.2.2.1 Die Rolle von Erwartungen der Eltern an die Schule
2.2.2.2 Kompetent mit unterschiedlichen Auffassungen umgehen
2.2.2.3 Herausforderungen im Kontakt mit mehrsprachigen Eltern
2.2.3 Was trägt zur Förderung von Elternbeteiligung bei?
2.3 Mehrsprachige Eltern in der Schule
2.3.1 Maßnahmen zur Förderung der Elternbeteiligung mit Migrant/inn/en
2.3.2 Strategien und Erfahrungen mit Eltern an voXmi-Schulen
2.3.3 Einfluss der Kooperation zwischen Schule und Eltern auf Unterricht und Schulleistungen
2.4 Mehrsprachige Lehrerinnen und Lehrer
3 Empirische Forschung
3.1 Forschungsinteresse und zentrale Fragestellung
3.2 Forschungsdesign, Erhebungs- und Auswertungsmethoden
3.3 Rahmenbedingungen der Erhebung
3.3.1 Beobachtung als Methode
3.3.1.1 Beobachtungsbogen: „Untersuchung an einer voXmi-Schule im Hinblick auf Elternbeteiligung “
3.3.1.2 Beobachtungsbogen: „Beobachtung von KEL-Gesprächen“
3.3.1.3 Fremdeinschätzungsbogen – Rollenspiel: „Elterngespräche“
3.3.1.4 Selbsteinschätzungsbogen – Rollenspiel: „Elterngespräche“
3.3.2 Auswertung
3.4 Vorstudie 1: Beobachtung an einer voXmi-Schule
3.5 Vorstudie 2: Beobachtung von KEL-Gesprächen
3.6 Hauptstudie: Laborexperiment Elterngespräch
3.6.1 Gespräch 1
3.6.2 Gespräch 2
3.6.3 Gespräch 3
4 Conclusio
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, inwiefern mehrsprachige Lehrpersonen empathischer im Kontakt mit mehrsprachigen Eltern agieren und wie eine erfolgreiche Elternbeteiligung in diesem Kontext gestaltet werden kann.
- Die Rolle der Mehrsprachigkeit im Kontakt zwischen Lehrpersonen und Eltern.
- Methoden und Strategien zur Förderung der Elternbeteiligung (insb. an voXmi-Schulen).
- Empirische Untersuchung mittels KEL-Gesprächen (Kind-Eltern-Lehrer/innen-Gespräche).
- Durchführung eines Rollenspiel-Experiments zur Analyse von Kommunikationsstrategien.
- Die Bedeutung der Vorbereitung und Professionalität in Elterngesprächen.
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Was trägt zur Förderung von Elternbeteiligung bei?
Nachdem im letzten Kapitel die Herausforderungen in der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule ausführlich beschrieben wurden, sollen im Folgenden Strategien und Lösungsansätze für kritische Gespräche genannt werden. Günther Hoegg veröffentlicht dabei eine Checkliste zur Unterstützung an Elternabenden (vgl. ebd., S. 20 f). Der Inhalt bezieht sich auf die Vorbereitungszeit, um sich jegliche Komplikationen mitten im Gespräch ersparen zu können. Diverse Unterlagen, wie Klassenlisten und Schulordnung sollen stets griffbereit sein. Auch auf die Sitzordnung sei Wert zu legen, um eine konstruktive und lernförderliche Atmosphäre zu schaffen. Letztlich seien schwierige Eltern nicht auszuschließen, da sie ein Teil des Lehrerberufes sind.
Blickenstorfer widmet sich geeigneten Strategien, die die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule fördern. Dabei stützt sie sich auf fünf Phasen, welche gleichzeitig stattfinden oder aufeinander aufbauen können (vgl. Blickenstorfer 2009, S. 71 ff):
„Sich gegenseitig kennen und respektieren lernen“ (vgl. ebd.). Um die Basis für eine gute Zusammenarbeit zu schaffen soll im Normalfall der erste Schritt von den Lehrern/innen kommen. Obwohl der Schulalltag ihnen viele Möglichkeiten bietet eine Kontaktaufnahme zu den Eltern herzustellen, kann man bei den meisten Anlässen nur einen oberflächlichen Austausch von Informationen erwarten. Es empfiehlt sich, weitere Termine anzubieten, um sich intensiver austauschen zu können. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Kontakt nicht nur dann herzustellen ist, wenn Probleme auftauchen.
„Den Kontakt pflegen und vertiefen“ (vgl. ebd.). Hier kennen sich die beteiligten Personen bereits und haben die ersten Hemmungen überwunden. Es gilt nun diesen Kontakt aufrecht zu erhalten und sich in die Beziehung zu vertiefen. Dazu gehört das Planen von mehreren Gesprächen, was für Lehrpersonen einen enormen Zeitaufwand bedeutet. Um diese Barrieren auch in der Kommunikation mit Migranteneltern aufzuheben werden interkulturelle Vermittlungspartner eingesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die zunehmende Bedeutung der Elternbeteiligung sowie der Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Migration, Mehrsprachigkeit und Elternbeteiligung und diskutiert spezifische Herausforderungen sowie Strategien in der Kooperation mit Eltern.
3 Empirische Forschung: Der empirische Teil beschreibt das Forschungsdesign, die angewandten Beobachtungsmethoden bei KEL-Gesprächen und die Durchführung sowie Auswertung eines Rollenspiel-Experiments zur Analyse von Kommunikation.
4 Conclusio: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer professionellen Vorbereitung und einer wertschätzenden Grundhaltung für gelungene Elterngespräche.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Elternbeteiligung, Kooperation, Schule, KEL-Gespräche, Migrationshintergrund, Lehrperson, Elternarbeit, Kommunikation, Rollenspiel, Schulnetzwerk voXmi, Sprachbarrieren, Bildungszusammenarbeit, Schulerfolg, Interkulturelle Kompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht die Kommunikation zwischen Lehrpersonen und Eltern, wobei ein besonderer Fokus auf der Rolle der Mehrsprachigkeit liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen Elternbeteiligung, der Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt, sowie Strategien zur Verbesserung der Bildungszusammenarbeit.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mehrsprachige Lehrpersonen ihre Kompetenzen nutzen können, um eine vertrauensvolle Basis für die Kooperation mit Eltern zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einem empirischen Teil, der Beobachtungen (KEL-Gespräche) und ein eigenes Rollenspiel-Experiment umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe, erörtert spezifische Herausforderungen bei der Elternarbeit und präsentiert die Ergebnisse der empirischen Studien sowie des Rollenspiel-Experiments.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Elternbeteiligung, Kooperation, Kommunikation und interkulturelle Kompetenz.
Wie wichtig ist die Vorbereitung bei Elterngesprächen?
Die Autorin betont, dass eine gezielte Vorbereitung, einschließlich der Bereitstellung von Informationen und ggf. Übersetzungshilfen, essenziell ist, um Missverständnisse zu vermeiden.
Welche Rolle spielt das Netzwerk voXmi?
Das Schulnetzwerk voXmi dient als praxisnaher Rahmen, der Schulen bei der wertschätzenden Implementierung von Mehrsprachigkeit im Unterricht unterstützt.
Wie wirkt sich Mehrsprachigkeit der Lehrperson auf die Eltern aus?
Laut den Ergebnissen der Arbeit führt die Mehrsprachigkeit der Lehrperson oft zu einem größeren Vertrauen seitens der Eltern, da sie sich verstanden fühlen und Sprachbarrieren leichter abgebaut werden.
- Citar trabajo
- Atdhetare Muji (Autor), 2016, Mehrsprachigkeit zwischen Lehrern und Eltern. Sind mehrsprachige Lehrpersonen empathischer im Kontakt mit mehrsprachigen Eltern von Schülern?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336275