Das Internet hat die politische Kommunikation in den letzten zwei Jahrzehnten revolutioniert. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist es erstmals möglich das durch sinkende Mitgliederzahlen, Überalterung und Stammwählerabwanderung entstandene Kommunikationsproblem zwischen Parteien und Wählern zu lösen. Das Internet ermöglicht es, den Nutzer gleichsam zum Sender und Empfänger von Informationen zu machen. Dieses enorme Potential haben die politischen Akteure erkannt und versuchen nun zunehmend, soziale Netzwerke für ihre Zwecke zu nutzen.
Doch welche Auswirkungen hat dies auf die politische Kommunikation? Können Bürger in Zukunft online an Politik aktiv teilhaben? Werden sie gehört oder ignoriert? Kann ein echter Dialog stattfinden? Diese spannenden Fragen können – so viel sei vorab schon gesagt – im Rahmen dieser Arbeit nicht alle beantwortet werden, eine Beschäftigung mit ihnen lohnt sich allerdings.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Politik
2.2 Kommunikation
2.3 Politische Kommunikation
2.4 Parteienkommunikation
3. Veränderte Kommunikationsanforderungen
3.1 Gesellschaftlicher Wandel
3.2 Medienwandel
3.3 Folgen für die Parteienkommunikation
4. Modernisierung der politischen Kommunikation
4.1 Professionalisierung
4.2 Personalisierung
4.3 Medialisierung
4.4 Beispiel: Regierungskommunikation via Social Media
4.5 Risiken der „digitalen“ Politikvermittlung
5. Fazit und Ausblick
6. Literaturverzeichnis
6.1 Monographien und Sammelwerke
6.2 Onlinequellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der politischen Kommunikation im 21. Jahrhundert und analysiert, wie Parteien und Regierungsakteure auf die Herausforderungen durch den digitalen Medienwandel reagieren, um mit der Bevölkerung in Interaktion zu treten.
- Grundlagen der politischen Kommunikation und Parteienkommunikation
- Einfluss des gesellschaftlichen und medialen Wandels auf die Politikvermittlung
- Modernisierungsstrategien wie Professionalisierung, Personalisierung und Medialisierung
- Praxisbeispiel: Nutzung von Social Media in der Kommunikation der Bundesregierung
- Diskussion der Chancen und Risiken durch die digitale Partizipation
Auszug aus dem Buch
3.2 Medienwandel
Massenmedien wie Presse, Radio und Fernsehen, das Internet und Social Web sowie die Öffentlichkeit befinden sich in offenen, demokratischen Gesellschaften ständig in einem Wandlungsprozess. Sie sind inzwischen zu einem so wichtigen Faktor innerhalb der Gesellschaft geworden, dass moderne Gesellschaften auch als „Mediengesellschaften“ bezeichnet werden. Für SARCINELLI spielen die Massenmedien in unserer Gesellschaft eine überaus wichtige Rolle:
„Erst durch die Publizitätsleistungen der Massenmedien entsteht in der modernen Gesellschaft Öffentlichkeit, d.h. ein Raum, der Themen und Meinungen zur Verfügung stellt, die kritisches Räsonnement ermöglichen und so dem Souverän eine Entscheidungsgrundlage verschaffen.“
Diese mediale Öffentlichkeit wurde zunehmend einem Strukturwandel unterworfen und kann heute nach ZEITELHACK in vier Phasen unterteilt werden. In der Öffentlichkeit I, welche ihren Ausgangspunkt in der griechischen Antike hatte, sind es die Bürger selbst, die sich einbringen. Die Ziele, Absichten und Motive des Einzelnen werden sicht-, hörb- und lesbar. Die Verantwortung für die Geschicke des Staates tragen direkt die gewählten Mitbürger. In der durch Familien und Clans organisierten Gesellschaft findet eine unmittelbare, direkte Debatte in der Öffentlichkeit statt. Jeder Einzelne hat eine Chance sich einzubringen und muss das Ergebnis der Diskussion und Abstimmung respektieren. Diese Art von Öffentlichkeit schafft somit den Zwang zu einem Konsens innerhalb der Bürgerschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die durch das Internet revolutionierte politische Kommunikation und die Forschungsfragen bezüglich der veränderten Anforderungen an Parteien und Politiker.
2. Begriffsbestimmungen: Hier werden die zentralen Termini Politik, Kommunikation, politische Kommunikation und Parteienkommunikation wissenschaftlich definiert und in den Forschungskontext eingeordnet.
3. Veränderte Kommunikationsanforderungen: Das Kapitel analysiert den gesellschaftlichen sowie medialen Wandel und dessen Konsequenzen für die traditionellen Vermittlungswege der Parteien.
4. Modernisierung der politischen Kommunikation: Hier werden Strategien wie Professionalisierung, Personalisierung und Medialisierung erläutert und anhand der Regierungskommunikation via Social Media praktisch veranschaulicht.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer Anpassung der Verwaltungsabläufe zusammen und bewertet die Zukunftsperspektiven der digitalen Partizipation.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Monographien, Sammelwerke und Onlinequellen zur wissenschaftlichen Fundierung.
Schlüsselwörter
Politische Kommunikation, Parteienkommunikation, Medienwandel, Digitalisierung, Social Media, Professionalisierung, Personalisierung, Medialisierung, Regierungskommunikation, Öffentlichkeit, Web 2.0, Partizipation, Demokratie, Internet, Politikvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Modernisierung der politischen Kommunikation im 21. Jahrhundert, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen des Internets und der sozialen Medien auf die Interaktion zwischen Parteien und Wählern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Definition politischer Kommunikationsprozesse, der gesellschaftliche und mediale Strukturwandel sowie die Anpassungsstrategien politischer Akteure in modernen Demokratien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die neuen Kommunikationsanforderungen an Politiker zu identifizieren und zu untersuchen, wie durch digitale Instrumente eine Modernisierung der Politikvermittlung stattfindet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit politikwissenschaftlicher Kommunikationsforschung und analysiert aktuelle Entwicklungen anhand von Fachliteratur und Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Modernisierungsebenen (Professionalisierung, Personalisierung, Medialisierung) sowie ein konkretes Beispiel der digitalen Kommunikation der Bundesregierung ausführlich diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem politische Kommunikation, Medialisierung, Professionalisierung, Social Media, Partizipation und die Rolle des Web 2.0 in der Demokratie.
Wie unterscheidet sich die "Öffentlichkeit IV" von früheren Phasen?
In der "Öffentlichkeit IV" verschwinden klassische Gate-Keeper, da jeder Bürger durch soziale Medien selbst zum "Chefredakteur" und Sender von Informationen werden kann, was neue Chancen und Risiken birgt.
Welches Risiko sieht der Autor in der digitalen Politikvermittlung?
Ein zentrales Risiko ist die Gefahr einer "Stimmungsdemokratie" oder eines Informationschaos, bei dem Sachfragen von der medialen Inszenierung überlagert werden und eine echte, tiefgreifende Partizipation durch fachfremde Laien erschwert bleibt.
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- Andreas Ratz (Autor), 2015, Die Entwicklung der politischen Kommunikation im 21. Jahrhundert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336897