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Canguilhems "Das Normale und das Pathologische". Anwendung auf die Psychiatrie

Título: Canguilhems "Das Normale und das Pathologische". Anwendung auf die Psychiatrie

Trabajo , 2013 , 14 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Henriette Frädrich (Autor)

Filosofía - Otras
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In vielfachen Diskursen wurde versucht, der Frage, was als normal oder pathologisch gilt und wo deren Grenzen liegen, mit einer allgemeingültigen Antwort zu begegnen. Diese Frage kann dennoch in verschiedenen Kontexten zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. So kann zum Beispiel ein bestimmtes Verhalten, das innerhalb öffentlicher Institutionen wie der Schule als normal gilt, in einem anderen Kontext, etwa einer partnerschaftlichen Beziehung, durchaus fehl am Platz sein und als anormal gewertet werden; beispielsweise die höfliche Anrede „Sie“. In der vorliegenden Arbeit stütze ich mich auf die Theorie in der von dem französischen Philosophen Georges Canguilhem verfassten Schrift „Das Normale und das Pathologische“ aus dem Jahre 1943. Die hier aufgestellten Theorien über Normalität und Pathologie sollen als Arbeitsgrundlage dienen, um beispielhaft das Verhältnis von normal und pathologisch im Bereich der Psychiatrie aufzuzeigen.

Canguilhem nimmt eine Determination der Begriffe „normal“ und „pathologisch“ vor und darüber hinaus des „Anormalen“, sowie der Begriffe „Gesundheit“ und „Krankheit“, die ich im Folgenden darstellen möchte. Ich werde in dieser Schrift der Frage nachgehen, inwieweit sich die zuvor gelisteten Begriffsbestimmungen Canguilhems auf die Psychiatrie übertragen lassen: Was ist nach Canguilhem als „psychisch gesund“ bzw. „krank“ zu verstehen? Was heißt es, „psychisch normal“ zu sein? Abschließend werde ich eine persönliche Bewertung der Betrachtungsweise des Verhältnisses von „normal“ und „pathologisch“ in der Psychiatrie treffen und aufzeigen, welche weiterführenden Aspekte in der psychiatrischen Debatte von „normal“ und „pathologisch“ beachtet werden sollten, um eine umfassendere Sichtweise zu erhalten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung – Grundlagen zum Begriff des Normalen und Pathologischen nach Canguilhem

1.1 Physiologie = Gesundheit – Pathologie ≠ Krankheit

1.2 Normalität und Anormalität

2. Übertragung der Begriffe „normal“ und „pathologisch“ bzw. „gesund“ und „krank“ auf die Psychiatrie

2.1 Das „psychisch Normale“, das Individuum und die Gesellschaft

2.2 Was heißt „psychisch krank“ bzw. „psychisch gesund“?

3. „Das Normale und das Pathologische“ in der Psychiatrie - Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit der Begriffsbestimmungen von „Normalität“ und „Pathologie“ nach Georges Canguilhem auf den Kontext der Psychiatrie. Ziel ist es, die Problematik einer normativen Definition von Gesundheit und Krankheit zu beleuchten und eine differenzierte Sichtweise zu entwickeln, die sowohl das individuelle Empfinden als auch die klinische Praxis berücksichtigt.

  • Philosophische Grundlagen der Normalität nach Canguilhem
  • Abgrenzung der Begriffe Gesundheit, Krankheit, Normalität und Anormalität
  • Die Rolle gesellschaftlicher Normen in der psychiatrischen Diagnostik
  • Multifaktorielle Konzepte psychischer Störungen
  • Die Bedeutung der individuellen Autonomie bei der Krankheitswahrnehmung

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung und Fragestellung – Grundlagen zum Begriff des Normalen und Pathologischen nach Canguilhem

In vielfachen Diskursen wurde versucht, der Frage, was als normal oder pathologisch gilt und wo deren Grenzen liegen, mit einer allgemeingültigen Antwort zu begegnen. Diese Frage kann dennoch in verschiedenen Kontexten zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. So kann zum Beispiel ein bestimmtes Verhalten, das innerhalb öffentlicher Institutionen wie der Schule als normal gilt, in einem anderen Kontext, etwa einer partnerschaftlichen Beziehung, durchaus fehl am Platz sein und als anormal gewertet werden; beispielsweise die höfliche Anrede „Sie“.

In der vorliegenden Arbeit stütze ich mich auf die Theorie in der von dem französischen Philosophen Georges Canguilhem verfassten Schrift „Das Normale und das Pathologische“ aus dem Jahre 1943. Die hier aufgestellten Theorien über Normalität und Pathologie sollen als Arbeitsgrundlage dienen, um beispielhaft das Verhältnis von normal und pathologisch im Bereich der Psychiatrie aufzuzeigen. Canguilhem nimmt eine Determination der Begriffe „normal“ und „pathologisch“ vor und darüber hinaus des „Anormalen“, sowie der Begriffe „Gesundheit“ und „Krankheit“, die ich im Folgenden darstellen möchte. Ich werde in dieser Schrift der Frage nachgehen, inwieweit sich die zuvor gelisteten Begriffsbestimmungen Canguilhems auf die Psychiatrie übertragen lassen: Was ist nach Canguilhem als „psychisch gesund“ bzw. „krank“ zu verstehen? Was heißt es, „psychisch normal“ zu sein?

Abschließend werde ich eine persönliche Bewertung der Betrachtungsweise des Verhältnisses von „normal“ und „pathologisch“ in der Psychiatrie treffen und aufzeigen, welche weiterführenden Aspekte in der psychiatrischen Debatte von „normal“ und „pathologisch“ beachtet werden sollten, um eine umfassendere Sichtweise zu erhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung – Grundlagen zum Begriff des Normalen und Pathologischen nach Canguilhem: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Begriffe „normal“ und „pathologisch“ nach Georges Canguilhem ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich deren Anwendbarkeit auf die Psychiatrie.

1.1 Physiologie = Gesundheit – Pathologie ≠ Krankheit: Der Abschnitt diskutiert die Notwendigkeit, den Normalzustand physiologisch zu definieren, bevor eine Pathologie bestimmt werden kann, wobei die Problematik quantitativer Messungen hervorgehoben wird.

1.2 Normalität und Anormalität: Dieses Kapitel differenziert zwischen „Anomalie“ und „Pathologie“, wobei betont wird, dass das „Anormale“ nicht zwangsweise als Krankheit gewertet werden muss, da es sich um eine individuelle Normvariation handeln kann.

2. Übertragung der Begriffe „normal“ und „pathologisch“ bzw. „gesund“ und „krank“ auf die Psychiatrie: Hier wird der Transfer der philosophischen Begriffe auf die psychiatrische Praxis vollzogen und die Problematik einer objektiven Krankheitsdefinition im klinischen Kontext erörtert.

2.1 Das „psychisch Normale“, das Individuum und die Gesellschaft: Dieser Teil beleuchtet die Rolle von gesellschaftlichen Normen bei der Identitätsbildung und warnt vor einer Stigmatisierung des „Anormalen“ in der psychiatrischen Diagnostik.

2.2 Was heißt „psychisch krank“ bzw. „psychisch gesund“?: Das Kapitel diskutiert verschiedene Störungskonzepte – wie psychologische, sozialwissenschaftliche und humanistische Ansätze – und zeigt die Komplexität einer multifaktoriellen Krankheitsdefinition auf.

3. „Das Normale und das Pathologische“ in der Psychiatrie - Ein Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der Canguilhems Theorien als hilfreich für die Psychiatrie bestätigt werden, jedoch ein objektives Bewertungsinstrument gefordert wird, das individuelle Autonomie respektiert.

Schlüsselwörter

Normalität, Pathologie, Canguilhem, Psychiatrie, Gesundheit, Krankheit, Psychische Störung, Anormalität, Normativität, Individuum, Gesellschaft, Stigmatisierung, Diagnose, Klinische Praxis, Lebensnorm.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung von Normalität und Pathologie, basierend auf dem Werk von Georges Canguilhem, und deren Übertragbarkeit auf den Bereich der Psychiatrie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Begriffsabgrenzung zwischen gesund und krank, die Rolle gesellschaftlicher Normen, die Problematik der Durchschnittsnorm sowie die Bedeutung der individuellen Autonomie bei der Beurteilung psychischer Zustände.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Canguilhems theoretische Bestimmungen genutzt werden können, um eine differenziertere Sicht auf psychische Gesundheit und Krankheit in der klinischen Praxis zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Reflexion philosophischer Schriften sowie deren kritische Anwendung und Überprüfung anhand aktueller fachpsychiatrischer und soziologischer Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung von Canguilhems Thesen, die Übertragung auf das psychiatrische Störungsverständnis unter Berücksichtigung von Individualität und Gesellschaft sowie die Diskussion verschiedener psychiatrischer Krankheitsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Normalität, Pathologie, psychische Gesundheit, Anormalität, Normativität und die kritische Auseinandersetzung mit der psychiatrischen Diagnostik.

Wie unterscheidet Canguilhem zwischen „Anomalie“ und „Pathologie“?

Canguilhem definiert eine Anomalie als einfache Abweichung vom Durchschnitt, die nicht zwingend krankhaft ist, während Pathologie erst dann vorliegt, wenn eine Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Normsetzung (Normativität) gegeben ist.

Warum ist eine rein statistische Norm für die Psychiatrie laut der Arbeit unzureichend?

Die Arbeit argumentiert, dass eine statistische Durchschnittsnorm die Individualität des Einzelnen missachtet und eine unangemessene Stigmatisierung von Abweichungen fördert, da jede psychische Situation einen spezifischen Kontext erfordert.

Welche Rolle spielt die „Autonomie des Menschen“ bei der Krankheitsbewertung?

Die Autonomie wird als einer der wichtigsten Werte hervorgehoben, da das subjektive Empfinden des „Krankseins“ und die Fähigkeit, eigene Lebensnormen zu gestalten, ausschlaggebend dafür sind, ob ein Zustand für den Betroffenen als pathologisch gewertet werden sollte.

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Detalles

Título
Canguilhems "Das Normale und das Pathologische". Anwendung auf die Psychiatrie
Universidad
Technical University of Berlin  (Fakultät 1 – Geisteswissenschaften)
Curso
Seminar: Das Normale und das Pathologische
Calificación
1,7
Autor
Henriette Frädrich (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
14
No. de catálogo
V337297
ISBN (Ebook)
9783656987734
ISBN (Libro)
9783656987741
Idioma
Alemán
Etiqueta
Psychiatrie Normalität Anormalität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Henriette Frädrich (Autor), 2013, Canguilhems "Das Normale und das Pathologische". Anwendung auf die Psychiatrie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337297
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