Die Bürgerversicherung. Gerechter für alle?


Hausarbeit, 2014

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

nhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Themenübersicht
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Aktuelles Gesundheitssystem
2.1 Gesetzliche Krankenversicherung
2.2 Die Private Krankenversicherung

3. Bürgerversicherung
3.1 Verschiedene politische Konzepte
3.2 Kann die Bürgerversicherung die „Zwei-Klassen- Medizin“ stoppen?
3.3 Kritische Beurteilung der Argumente

4. Schlussfolgerung und Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Bürgerversicherung wird oftmals auch als Volksversicherung bezeichnet speziell von den Parteien SPD, Grüne und Linke, welche dieses System zur Reformierung des Gesundheitsapparates favorisieren.

Das Konzept der Bürgerversicherung basiert größtenteils auf der Abschaffung der Gesetzlichen- und der Privaten Krankenversicherung, sprich des dualen Systems und der Einführung einer einheitlichen Versicherung für jeden Bürger mit jedem Einkommen. Dadurch sollen die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung erhöht werden.[1]

Dieses Konzept erfährt aus der Bundesärztekammer und anderen Bereichen des Gesundheitssektors teils heftige Kritik. Auf politischer Ebene wird hauptsächlich von liberaler und konservativer Seite kritisiert, dass ein monolithisches einheitliches System durch wegfallenden oder reduzierten Wettbewerb der Versicherer die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung verschlechtern würde. Das grundsätzliche Konzept sei nichts anderes als Planwirtschaft und Sozialismus und hätte schon in der DDR nicht geklappt. Manche Modelle wollen ebenfalls die Rentenversicherung mit einbeziehen, das bedeutet, dass alle Menschen in Deutschland in Zukunft auch in der Rentenversicherung pflichtversichert sein müssen und dort nach dem Muster der Gesetzlichen Krankenversicherung die Einkommensgrenze der Rentenversicherungspflicht abgeschafft wird.[2] Ob eine Bürgerversicherug gerechter für alle ist, als das bestehende Duale System, wird in dieser Hausarbeit dargestellt.

1.1 Themenübersicht

Diese fünfzehnseitige Hausarbeit befasst sich mit den verschiedenen Modellen der Krankenkassen, dem aktuellen Anlass für Reform Vorschläge und dem größten Konkurrenten des bisherigen Systems, der Bürgerversicherung. Es wirdein Überblick über denAufbau der verschiedenen Krankenversicherungen gegeben und deren Finanzierung und Funktion wird analysiert.

1.2 Aufbau der Arbeit

Dieses Werk umfasst 15 Seiten, welche eine Einleitung, den aktuellen Stand der Krankenkassen und den Reformversuch der SPD, Grünen und Linken Fraktion erörtern. Zum Schluss wird die Kritik sowohl negativer als auch positiver Natur analysiert und ein Fazit gezogen.

2. Aktuelles Gesundheitssystem

Versicherungen, Versicherte und Leistungserbringer haben oftmals sehr unterschiedliche Ansichten wie, warum und wann eine Leistung erbracht werden muss. Deshalb kümmert sich das deutsche Gesundheitswesen um die Beziehungen zwischen den verschiedenen Fraktionen. Das Gesundheitssystem besteht aus sechs verschiedenen Fraktionen, den Leistungsempfängern (Patienten), den Leistungserbringern (Ärzte, Pflegepersonal usw.), den Leistungsfinanzierern (Arbeitgeber, freiwillig Versicherte in Privat- und Gesetzlicher Krankenversicherung), die Leistungszahler (Versicherungen, Selbstzahler), der Staat (Bund, Länder, Kommunen und Gesundheitsämter) und weiteren Interessenverbände (Selbsthilfeorganisationen).Abgesehen von staatlichen Krankenhäusern werden die Versorgungsleistungen weitgehend privat erbracht. Außerhalb der Krankenhäuser dominieren hauptsächlich freie Berufe, wie niedergelassene Ärzte und Apotheker.Ebenfalls gibt es private Unternehmen, beispielsweise die pharmazeutische und die medizintechnische Industrie. Krankenhäuser werden häufig noch in gemeinnütziger Trägerschaft geführt, werden jedoch immer häufiger privatisiert. Der Staat beteiligt sich als Leistungserbringer nur nachrangig in Form von Gesundheitsämtern, kommunalen Krankenhäusern oder Hochschulkliniken.Ambulanter und stationärer Sektor arbeiten nahezu isoliert voneinander. Viele Kritiker bemängeln, dass dies zu ineffizienter Behandlung führt.[3]

2.1 Gesetzliche Krankenversicherung

Rund 90 Prozent der Bevölkerung In Deutschland sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert, das sind etwa 70 Millionen Versicherte. Sie alle haben Anspruch auf Leistungen. Diese Leistungen umfassen Maßnahmen und Mittel um einerseits ihrer Gesunderhaltung und Wieder-herstellung oder andererseits der Verbesserung des Gesundheitszustandes zu dienen.[4]

Die GKV wird getragen von gesetzlichen Krankenkassen, die als Körper-schaften des öffentlichen Rechts finanziell und organisatorisch unabhängig sind. Sie führen die ihnen staatlich zugewiesenen Aufgaben eigenverantwortlich durch.

Es gibt zwei wichtige Prinzipien die bei der GKV zum Tragen kommen:Zum Einen, das Solidaritätsprinzip, das bedeutet, dass jeder Versicherte unabhängig von seinem Einkommen und seinen Beiträgen, welche er an die Krankenkasse zahlt, die gleiche medizinisch notwendige Versorgung bekommt und zum Anderen, das Sachleistungsprinzip. Dieses stellt diese medizinisch notwendige Versorgung sicher, ohne dass der Versicherte finanziell in Vorleistung treten muss.

In den letzten 45 Jahren hat sich die Anzahl der Krankenkassen ständig reduziert. Durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz hat sich dieser Prozess auf Grund von Fusionen noch verstärkt.

Derzeit gibt es 132 gesetzliche Krankenkassen (Stand: 01.07.2014).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[5]

Die Leistungen der GKV werden hauptsächlich durch Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sowie aus einem Bundeszuschuss aus Steuermitteln finanziert.[6]

Die Bundesbeteiligung wird seit 1.Januar 2004 zur pauschalen Abgeltung der zahlreichen versicherungsfremden Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung geleistet, so unter anderem als Ausgleich für beitragsfreie Versicherungszeiten von Frauen im Mutterschutz oder für die deutlich geminderten Krankenversicherungsbeiträge von Hartz IV-Empfängern. Zum 1.Januar 2009 wurde der Gesundheitsfonds und ein einheitlicher Beitragssatz für alle Versicherten eingeführt. Ebenfalls neu ist seitdem das Instrument der kassenindividuellen Zusatzbeiträge.[7]

Seit dem 1.Januar 2011 gilt ein gesetzlich festgelegter, einheitlicher Beitragssatz von 15,5 Prozent vom Einkommen der Versicherten. Außerdem wurde die paritätische Aufteilung des Beitragssatzes zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgehoben. Der Arbeitgeber muss nun nur noch 7,3 Prozent, der Arbeitnehmer aber 8,2 Prozent des Beitrages leisten. Der Arbeitgeberanteil soll auch bis auf weiteres nicht steigen. Das bedeutet, dass Kosten -steigerungen im Gesundheitswesen in Zukunft hauptsächlich über Zusatzbeiträge finanziert werden. Für diese kassenindividuell als fester Betrag erhobenen Zusatzbeiträge gibt es einen Sozialausgleich, der sich am durchschnittlichen Zusatzbeitrag aller Kassen orientiertMorbiditätsorientierter RSA (Morbi-RSA).

Seit Anfang 2009 orientiert sich der Risikostrukturausgleich (RSA) zwischen den gesetzlichen Krankenkassen auch am Krankheitszustand der Versicherten - der Morbidität. Dieser sogenannte Morbi-RSA stellt den 1994 eingeführten Finanzausgleich auf eine neue Grundlage.[8]

Zeitgleich mit dem Morbi-RSA startete am 1. Januar 2009 der Gesundheitsfonds. Beide Instrumente – also Morbi-RSA und Gesundheitsfonds – bedingen einander inhaltlich nicht, sondern könnten auch unabhängig voneinander wirken.

Kriterien für den Morbi-RSA:

Krankheitsrisiken werden anhand von 80 ausgewählten Krankheitsgruppen direkt über pseudonymisierte stationäre und ambulante Diagnosen berücksichtigt Arzneimitteldaten werden zur zuverlässigen Absicherung ambulanter Diagnosen verwendet Berücksichtigung der bis dahin im bisherigen Finanzausgleich benutzten indirekten Krankheitskriterien Alter, Geschlecht, Anspruch auf Erwerbsminderung Keine gesonderte Berücksichtigung mehr von Versicherten, die in strukturierten Behandlungsprogrammen (Disease-Management-Programme = DMP ) eingeschrieben sind Abschaffung des Risikopools.[9]

Aus dem Gesundheitsfonds erhalten die Krankenkassen pro Versicherten eine Grundpauschale plus einem risikoadjustierten Zu- bzw. Abschlag. Das heißt, Krankenkassen mit kränkeren Versicherten bekommen mehr Geld als die mit gesunden

2.2 Die Private Krankenversicherung

In der Privaten Krankenversicherung (PKV) sind rund 9 Millionen Menschen vollversichert. Außerdem bestehen mehr als 23 Millionen Zusatzversicherungs-verträge. Die PKV finanziert sich ausschließlich über die Beiträge ihrer Versicherten. Grundlage für die Berechnung der Versichertenbeiträge ist nicht nur das Einkommen der Versicherten, sondern es spielen zusätzliche Faktoren, wie zum Beispiel das Eintrittsalter, die Berufsgruppe und der Gesundheitszustand eine Rolle. Die Private Krankenversicherung (PKV) wird von privatrechtlichen Unternehmen in Form von Aktiengesellschaften, zurzeit 24 Unternehmen, oder Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit, zurzeit 19 Unternehmen, betrieben.

Alle Gesellschaften werben um Kunden, und jede bietet eigene und oft auch verschiedene Varianten des Versicherungsschutzes an. Bei den meisten Anbietern muss der Kunde seine Krankenversicherung nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen. Versicherungsschutz für ambulante und stationäre Behandlungen, für Zahnbehandlungen und für Zahnersatz benötigt jeder. Arbeitnehmer und Selbstständige brauchen darüber hinaus ein Krankentagegeld als Ersatz für Einkommensausfall. Bei Privatpatienten stellen die Ärzte ihre Rechnungen nach der Gebührenordnung für Ärzte. Für Zahnärzte gilt die Gebührenordnung für Zahnärzte. Das sind Verzeichnisse, die jedem Arbeitsschritt eine Punktzahl zuordnen. Mit dem Punktwert multipliziert ergibt diese Zahl den einfachen Gebührensatz. Ärzte können diesen je nach Schwierigkeit der Behandlung ohne Begründung bis zum 2,3fachen steigern, mit schriftlicher Begründung bis zum 3,5fachen. Schließen sie mit den Patienten spezielle Honorarverträge, können sie noch höhere Gebühren berechnen.[10] Für ihre im Alter steigenden Gesundheitsausgaben sorgen die Privatversicherten selbst vor: Sie haben in der Kranken- und Pflegeversicherung rund 190 Milliarden Euro an Rücklagen gebildet. Das entlastet die zukünftigen Generationen.[11]

3. Bürgerversicherung

Das Konzept einer Bürgerversicherung (BV) sieht vor, die Finanzierungsbasis der sozialen Sicherungssysteme zu verbreitern. Derzeit werden die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung aus Beiträgen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmer/Innen finanziert, die sich nach dem Arbeitseinkommen der Beschäftigten richten. In einer solidarischen Bürgerversicherung würden weitere Personengruppen, wie Selbstständige, die heutigen Privatversicherten, Beamte und Abgeordnete, mit Beiträgen ins Versicherungssystem einbezogen. Außerdem sollen neben dem Lohn weitere Einkommensarten wie Kapitaleinkünfte unter die Beitragspflicht fallen.[12]

[...]


[1] Vgl.Die Grünen, 27.07.2014, https://www.gruene-bundestag.de/%20themen/gesundheit/buergerversicherung-eine-fuer-alle_ID_212303.html

[2] Vgl. Karl Lauterbach, Heinz Lanfermann, Bürgerversicherung., Dr. med. Mabuse, Nr. 203 Mai/Juni, 2013, S. 16-17

[3] Vgl. Jan Böcken, Martin Butzlaff und Andreas Esche: „Reformen im Gesundheitswesen“ 3. Überarbeitete Auflage, 2003, Verlag Bertelsmann Stiftung

[4] Vgl. GKV-Spitzenverband, 09.08.2014, http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenversicherung_grundprinzipien/grundprinzipien.jsp

5 Grafik: http://www.gkv-spitzenverband.de/media/grafiken/krankenkassen/Grafik_Anzahl_Krankenkassen_300dpi_2014-01-29.jpgAufruf: 09.08.2014

6 Vgl. Linda Karakas: „Gesetzliche vs. Private Krankenversicherung: Pro und Contra unter Berücksichtigung des deutschen Sozialstaatsmodells“, Hamburg, Bachelor + Master Publishing 2014

7 Vgl. Linda Karakas: „Gesetzliche vs. Private Krankenversicherung: Pro und Contra unter Berücksichtigung des deutschen Sozialstaatsmodells“, Hamburg, Bachelor + Master Publishing 2014

8 Vgl. GKV-Spitzenverband, 10.08.2014, http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenversicherung_grundprinzipien/grundprinzipien.jsp#lightbox

9 Vgl. GKV-Spitzenverband, 10.08.2014, http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenversicherung_grundprinzipien/grundprinzipien.jsp#lightbox

[10] Vgl. Stiftung Warentest, 07.09.2014, http://www.test.de/Private-Krankenversicherung-344-Tarife-im-Test-1447386-2447404/

[11] Vgl. Verband der Privaten Krankenversicherung e.V., 07.09.2014, www.pkv.de/themen/krankenversicherung/

[12] Vgl. Martin Pfaff, Bürgerversicherung - solidarisch und sicher!: Die Rolle von GKV und PKV, Beitragsgrundlagen, Leistungskatalog, rechtliche Umsetzung, VSA; Auflage: 1., 01.07.2004

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Bürgerversicherung. Gerechter für alle?
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Veranstaltung
Pflegewissenschaft und Gesundheitsförderung
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V337382
ISBN (eBook)
9783656988717
ISBN (Buch)
9783656988724
Dateigröße
751 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine 15-seitige Ausarbeitung, welche das Konzept einer Bürgerversicherung mit dem momentanen System der Krankenkassen vergleicht.
Schlagworte
Bürgerversicherung, Pflegewissenschaft, Krankenkassen, Gesundheitsförderung, AOK, DAK, Versicherung
Arbeit zitieren
Mischa Spelkus (Autor), 2014, Die Bürgerversicherung. Gerechter für alle?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337382

Kommentare

  • Gast am 26.2.2019

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