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Kritische Theorie von Wissenschaft und Technik. Marcuse, Habermas und die Frage nach der Emanzipation im Spätkapitalismus

Titre: Kritische Theorie von Wissenschaft und Technik. Marcuse, Habermas und die Frage nach der Emanzipation im Spätkapitalismus

Thèse de Bachelor , 2013 , 35 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Simon Manuel Wanka (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
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Mitte der 1960er Jahre entwarfen Herbert Marcuse und Jürgen Habermas in einer sehr ähnlichen Art und Weise ein Bild der spätkapitalistischen Gesellschaft. Dieses ist gekennzeichnet durch die Nivellierung von gegensätzlichen Klasseninteressen, der kulturindustriellen Beschränktheit gesellschaftlicher Erfahrungen, dem Einbinden jedweder Opposition ins Bestehende und damit einhergehend die Identifikation des Individuums mit bestehenden Normen und Werten. Es zeigt sich eine Gesellschaft, die schlechterdings ein ‚Ende der Geschichte’ erreicht zu haben scheint. Die Motoren der spätkapitalistischen Gesellschaft sind dabei Wissenschaft und Technik, in denen sich die von Horkheimer und Adorno begrifflich gefasste instrumentelle Vernunft kristallisiert. Herrschaft ist dabei nicht aufgehoben, sie ist nicht mehr erfahrbar, sie ist aus dem Bewusstsein der Unterworfenen verdrängt.

Beide Autoren stehen in einer Theorietradition, die von Karl Marx ausgehend, über Georg Lukács und schließlich mit Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in der frühen Kritischen Theorie, die Frage nach der Analyse gesellschaftlicher Zusammenhänge stellt. Dabei ist das so gewonnene Wissen nicht reiner (wissenschaftlicher) Selbstzweck, sondern zielt auf die Aufhebung bestehender Ungerechtigkeiten ab. So soll sich im Folgenden die Frage gestellt werden, inwiefern der Entwurf eines gesellschaftlichen Zustands im Spätkapitalismus, den Marcuse und Habermas in weiten Teilen identisch aufmachen, emanzipatorisches Potential beinhalt. Die zentrale Rolle in der Bestimmung der Gesellschaft, wie sie der Wissenschaft und der Technik in ihren Entwürfen zukommt, lässt dann auch noch die Frage nach einem kritischen Blick auf diese ‚Ideologien’ aufkommen.

Während in den 1960er Jahren Marcuses These, dass Technologie schon Herrschaft sei, hauptsächlich ablehnend diskutiert wurde, so geriet sie in den 1970er und 1980er Jahren fast schon in Vergessenheit. Die utopischen Hoffnungen Marcuses standen in einen zu krassen Gegensatz zur Philosophie dieser Jahre. Es zeigt sich, dass beide Denker einen Bruch markieren, auf der einen Seite zu den Marxschen Grundlagen hin, auf der anderen Seite in der Philosophietradition der Kritischen Theorie selbst. In der Bewertung des Stellenwerts der Produktivkraft in der technisierten Welt, kommen beide zu demselben Ergebnis, das aber ein anderes als bei Marx ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE VERDINGLICHUNG DER WELT

2.A. MARX, LUKÁCS UND DAS GEHEIMNIS DER WARENFORM

2.B. HORKHEIMER UND ADORNO: KULTURINDUSTRIE UND INSTRUMENTELLE VERNUNFT

3. MARCUSES PARALYSIERTE KRITIK

3.A. DIE GESELLSCHAFT OHNE WIDERSPRUCH

3.B. TECHNISCHE RATIONALITÄT ALS NEUE VERNUNFT

3.C. TECHNIK UND BEFREIUNG

4. HABERMAS – LEBENSWELT IM TECHNISCHEN FORTSCHRITT

4.A. ARBEIT UND INTERAKTION

4.B. SPANNUNG ZWISCHEN ZWEI HANDLUNGSSYSTEMEN: VON DER TRADITIONELLEN ZUR STAATLICH GEREGELTEN GESELLSCHAFT

4.C. TECHNIK UND DER HERRSCHAFTSFREIE DISKURS

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Perspektiven von Herbert Marcuse und Jürgen Habermas auf die Rolle von Wissenschaft und Technik im Spätkapitalismus und analysiert, inwiefern deren Konzepte ein emanzipatorisches Potenzial bieten, um die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch zu hinterfragen.

  • Verdinglichung der Welt bei Marx, Lukács, Horkheimer und Adorno
  • Marcuses Kritik an der eindimensionalen Industriegesellschaft
  • Die Funktion technischer Rationalität als neue Herrschaftsform
  • Habermas' Unterscheidung zwischen Arbeit und Interaktion
  • Möglichkeiten der Befreiung durch Technik und herrschaftsfreie Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.c. Technik und Befreiung

Die durch technischen Fortschritt erreichten Möglichkeiten, wie sie sich in der Produktivität der fortgeschrittenen Industriegesellschaft zeigt, lässt sich dahingehend zusammenfassen, „daß die Menschheit die historische Stufe erreicht hat, auf der sie technisch imstande ist, eine Welt des Friedens zu schaffen – eine Welt ohne Ausbeutung, Elend und Angst.“ Es sind die Errungenschaften der technologischen Gesellschaft selbst, die technologischen Prozesse von Mechanisierung und Standardisierung, die den Grundstein für das noch unbekannte Reich der Freiheit bilden. In der Utopie Marcuses würde die innere Struktur des menschlichen Daseins derart geändert werden, das Individuum von den fremden Bedürfnissen und Möglichkeiten befreit, die die Arbeitswelt ihm auferlegt. „Das Individuum wäre frei, Autonomie über sein Leben auszuüben, das sein eigenes wäre.“ Die Aufhebung der Arbeit in einer befreiten Gesellschaft würde den Menschen neue Dimensionen im privaten und gesellschaftlichen Bereich eröffnen, so dass die vollständige Automation der Produktion die geschichtliche Transzendenz zu einer neuen Zivilisation darstellen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der spätkapitalistischen Gesellschaft, die durch Wissenschaft und Technik sowie instrumentelle Vernunft geprägt ist, und die Fragestellung nach dem emanzipatorischen Potenzial bei Marcuse und Habermas.

2. DIE VERDINGLICHUNG DER WELT: Theoretische Herleitung des Begriffs der Verdinglichung durch Marx und Lukács sowie die Weiterentwicklung durch Horkheimer und Adorno unter dem Aspekt der instrumentellen Vernunft.

3. MARCUSES PARALYSIERTE KRITIK: Analyse von Marcuses Sicht auf die widerspruchslose Industriegesellschaft, die technologische Rationalität als Herrschaftsinstrument und die Utopie einer befreiten Technik.

4. HABERMAS – LEBENSWELT IM TECHNISCHEN FORTSCHRITT: Darstellung von Habermas' Differenzierung zwischen Arbeit und Interaktion sowie seiner Kritik an der Kolonisierung der Lebenswelt durch zweckrationales Handeln.

5. FAZIT: Synthese der Ergebnisse, die zeigt, dass beide Autoren Wissenschaft und Technik als verdinglichend analysieren, jedoch unterschiedliche Wege zur Befreiung vorschlagen.

Schlüsselwörter

Kritische Theorie, Spätkapitalismus, Wissenschaft, Technik, Verdinglichung, Emanzipation, Herbert Marcuse, Jürgen Habermas, instrumentelle Vernunft, zweckrationales Handeln, Ideologie, Industriegesellschaft, technologische Rationalität, Lebenswelt, Befreiung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der spätkapitalistischen Industriegesellschaft durch die Kritische Theorie, insbesondere im Hinblick auf die Rolle von Wissenschaft und Technik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Prozess der Verdinglichung, die Macht der instrumentellen Vernunft, das Verhältnis von Arbeit zu Interaktion und das Potenzial zur gesellschaftlichen Emanzipation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Philosophien von Marcuse und Habermas zu vergleichen und zu untersuchen, inwiefern ihre Entwürfe des gesellschaftlichen Zustands im Spätkapitalismus emanzipatorisches Potenzial beinhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophisch-theoretische Analyse und einen Vergleich zentraler Begriffe und Thesen der frühen und späten Kritischen Theorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der Verdinglichung, Marcuses Kritik an der technologischen Herrschaft und Habermas' System-Lebenswelt-Unterscheidung sowie dessen Konzept des herrschaftsfreien Diskurses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kritische Theorie, Spätkapitalismus, Verdinglichung, technologische Rationalität, Emanzipation, Arbeit und Interaktion.

Inwiefern unterscheiden sich Marcuse und Habermas in ihrer Bewertung der Technik?

Während Marcuse eine radikale Erneuerung der Technik im Sinne einer befreiten Utopie anstrebt, sieht Habermas Technik als anthropologisches Projekt, das durch gesellschaftliche Kontrolle und herrschaftsfreie Kommunikation in den institutionellen Rahmen eingebettet werden muss.

Welche Rolle spielt die Kunst bei Marcuse?

Marcuse sieht in der Kunst eine entscheidende Kraft, die die Diskrepanz zwischen dem Wirklichen und dem Möglichen aufzeigt und so zur Befreiung der Menschen beitragen kann.

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Résumé des informations

Titre
Kritische Theorie von Wissenschaft und Technik. Marcuse, Habermas und die Frage nach der Emanzipation im Spätkapitalismus
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Philosophisches Seminar)
Note
1,3
Auteur
Simon Manuel Wanka (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
35
N° de catalogue
V337671
ISBN (ebook)
9783668269859
ISBN (Livre)
9783668269866
Langue
allemand
mots-clé
Philosophie kritische theorie Wissenschaftsphilosophie Marcuse Habermas 20. Jahrhundert Verdinglichung Praktische Philosophie Adorno Lukasc Horkheimer marxismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Simon Manuel Wanka (Auteur), 2013, Kritische Theorie von Wissenschaft und Technik. Marcuse, Habermas und die Frage nach der Emanzipation im Spätkapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337671
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Extrait de  35  pages
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