Die konjunkturellen Schwankungen der letzten Jahre fordern die Unternehmen der Automobilbranche bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. So konnte zwar der massive Nachfragerückgang in den letzten Jahren wieder aufgefangen werden, trotzdem müssen die Unternehmen mehr denn je mit attraktiven Produkten bzw. Leistungen überzeugen. Die österreichische Automobilwirtschaft ist derzeit nicht zu bewundern. Es sind nicht nur die Neuzulassungen gesunken, sondern auch das Geld bringende Aftersalesgeschäft zurückgegangen.
„Wenn man bedenkt, dass viele Autohäuser nur durch das Aftersalesgeschäft überhaupt Profit erwirtschaften und mit Umsatzrenditen von unter einem Prozent arbeiten, dann muss man sagen: Jetzt geht’s ans Eingemachte. Denn wenn für die mittelgroßen Betriebe dieses finanziell so nötige Fundament wegfällt, wird es in den heimischen Werkstatthallen ganz schnell finster“.
Durch den im Neuwagengeschäft zunehmenden Preisnachlasskampf der Konkurrentinnen und Konkurrenten, ist für die Erwirtschaftung von Deckungsbeitrag der Servicebereich von großer Bedeutung. Jedoch werden diese Serviceleistungen von den Fahrzeugherstellerinnen und Fahrzeugherstellern immer mehr standardisiert. Dies erschwert wiederum die Unterscheidung der Mitbewerberinnen und Mitbewerber. Die Differenzierung durch den Preis wird durch regional übliche Stundensätze verhindert.
Durch den Familiensinn wirtschaften die kleinen KFZ-Betriebe (bis zu sieben Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter) noch am effektivsten. Die großen Unternehmen bekommen durch ihren soliden Unternehmensaufbau diesen Wandel kaum zu spüren. Gefahr droht für die mittelständischen Betriebe. In diesen Betrieben ist die Geschäftsführerin bzw. der Geschäftsführer meist in der Werkstatt tätig. Durch ihre Größe fällt aber ein entsprechender administrativer Aufwand an.
Sowohl die Autokunden als auch die Unternehmen der Automobilbranche leben heute in einer Zeit, in der die größten Veränderungen der Wirtschaftsgeschichte stattfinden. Der Hauptdarsteller dieses Wirtschaftsepos ist das Internet. Die Autokunden von heute wissen die digitalen Chancen für sich zu nutzen und sind nicht mehr unbedingt treu. Liefert ein Onlineanbieter billiger oder schneller, entscheidet sich die Kundin oder der Kunde für die günstigere bzw. schnellere Variante. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Forschungsfragen
1.4. Methodologie, Erhebungs- und Auswertungsmethoden
1.5. Qualitätssicherung
2. Begriffsabgrenzungen und –definitionen
3. Darlegung der bestehenden Literatur inkl. kritischer Reflexion der Literatur
3.1. Die Unternehmensführung im Kfz-Betrieb
3.2. Die Kunden
3.3. Unternehmensstrategie und Umsetzung im Kfz-Betrieb
3.4. Marketing im Kfz-Betrieb
3.5. Erfolgsfaktor Internet
3.6. Marktentwicklung
4. Beantwortung der theoretischen Subforschungsfragen
4.1. Verknüpfung Theorie + Forschungsfrage und logische Schlussfolgerung auf Basis der Literatur
4.2. Beantwortung der SFF
5. Erhebung und Auswertung der empirischen Ergebnisse
5.1. Begründung und Nachvollziehbarkeit des Forschungsdesigns und Methodenwahl, Stichprobenauswahl, Operationalisierung
5.2. Interviewleitfaden
5.3 Ergebnisdarstellung
6. Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen
6.1. Verknüpfung Theorie + Empirie und logische Schlussfolgerung auf Basis der Literatur und Empirie
6.2. Beantwortung der SFF
7. Conclusio und Ausblick
7.1. Beantwortung der Hauptforschungsfrage
7.2. Diskussion und Ausblick, Limitation
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Erforschung der strategischen Positionierung und potenzieller Wettbewerbsvorteile von Kfz-Markenwerkstätten, um deren Zukunftsfähigkeit in einem gesättigten Markt zu sichern und Möglichkeiten zur Steigerung der Kundenzufriedenheit sowie Kundenbindung zu identifizieren.
- Strategische Ausrichtung und Differenzierung im Kfz-Markenbetrieb
- Optimierung von operativen Maßnahmen in Funktionsbereichen
- Analyse von Marktentwicklungen und Trends (z. B. Elektro- und Brennstoffzellenautos)
- Methoden zur Kundenbindung und Kundengewinnung im Aftersales
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Mitarbeiterführung
Die Mitarbeiterführung ist nicht nur für die Mitarbeiterin und den Mitarbeiter wichtig, sondern auch für den gesamten Betrieb. Von der Mitarbeiterführung hängen die Einstellung zur Arbeit, die Arbeitsqualität, die Motivation und das Betriebsklima ab. Eine erfolgreiche Führung hängt von mehreren Einflüssen ab. Der richtige Mix setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen: - klare, einsichtige und erreichbare Ziele setzen, - konsequente Delegation und Kontrolle, - Mut zu gemeinsamen Entscheidungen, - Motivation durch Anerkennung, - konstruktive Kritik und - persönliche Weiterbildung.
Der autoritäre Führungsstil lässt sich in der heutigen Zeit schwer durchsetzen, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von heute wollen ihre Ideen einbringen und Teamarbeit. Sie wollen nicht nur Befehlsempfängerin oder Befehlsempfänger sein. Wenn jedoch die Chefin oder der Chef eine große Selbstdisziplin mitbringt und die an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestellten Anforderungen selbst vorlebt, funktioniert der autoritäre Führungsstil besser als der kollegiale Führungsstil. Nachteil an der autoritären Mitarbeiterführung ist, dass die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeiter keine eigenen Ideen in den Betrieb einbringen und dadurch ein Potenzial ungenutzt bleibt. Der Austausch untereinander bleibt aus. Hierdurch erhält die Chefin bzw. der Chef keine Rückmeldung bezüglich des Handelns oder bezüglich verbesserungswürdige betrieblicher Abläufe von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es droht dadurch die Betriebsblindheit (vgl. Zülch 2014, S.21f.)
Beim kollegialen Führungsstil werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Unternehmensziele miteingebunden und übernehmen dabei Verantwortung. Die Chefin oder der Chef hat hierbei die Rolle eines Moderators. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben durch selbst erarbeiten der Ziele, ein persönliches Interesse diese Ziele zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung der Automobilbranche, definiert das Ziel der Masterarbeit und skizziert die methodische Vorgehensweise.
2. Begriffsabgrenzungen und –definitionen: Hier werden grundlegende Begriffe wie das After-Sales-Geschäft, der After-Sales-Service und die Kundenbindung definiert und in den Kontext der Branche gesetzt.
3. Darlegung der bestehenden Literatur inkl. kritischer Reflexion der Literatur: Dieses Kapitel untersucht theoretische Ansätze zur Unternehmensführung, Kundenbindung, Unternehmensstrategie und Marktentwicklung im Kfz-Sektor.
4. Beantwortung der theoretischen Subforschungsfragen: Hier erfolgt eine Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen und die Beantwortung der theoriebezogenen Subforschungsfragen.
5. Erhebung und Auswertung der empirischen Ergebnisse: Dieses Kapitel beschreibt das Forschungsdesign, die Methodik der Experteninterviews und präsentiert die gewonnenen Ergebnisse.
6. Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen: Anhand der Theorie und der empirischen Daten werden hier die Subforschungsfragen beantwortet und Handlungsempfehlungen abgeleitet.
7. Conclusio und Ausblick: Das abschließende Kapitel beantwortet die Hauptforschungsfrage und bietet eine zusammenfassende Diskussion sowie einen Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung.
Schlüsselwörter
Kfz-Markenbetrieb, Automobilbranche, After-Sales-Service, Kundenbindung, Kundenzufriedenheit, Unternehmensstrategie, Mitarbeitermotivation, Marktentwicklung, Elektroautos, Autonomes Fahren, Experteninterviews, Marketing, Preisdruck, Servicequalität, Differenzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die strategische Positionierung und die Zukunftsfähigkeit von mittelständischen Kfz-Markenbetrieben in Österreich in einem sich wandelnden Marktumfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen Unternehmensführung, Kundenbeziehungsmanagement (CRM), Marketingstrategien im Kfz-Bereich, sowie technische Trends wie Elektromobilität und autonomes Fahren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zielführende Maßnahmen für die strategische Differenzierung zum Wettbewerb zu erarbeiten, um wirtschaftliche Erfolge zu erzielen und die Kundenbindung nachhaltig zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse und einer empirischen, qualitativen Untersuchung mittels Experteninterviews (11 Experten aus der Automobilbranche) gewählt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten theoretischen Auseinandersetzung mit Führung, Kundenwesen und Strategie, gefolgt von einer empirischen Erhebung und Analyse von Expertenmeinungen zur Marktentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Kundenbindung, Kfz-After-Sales, Markenwerkstatt, strategische Differenzierung und Automobilmarktentwicklung.
Warum spielt die Kundenbindung eine so große Rolle für Werkstätten?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Kundenbindung in Zeiten zunehmender Standardisierung und Vergleichbarkeit im Neuwagengeschäft der entscheidende Erfolgsfaktor ist, um Werkstattauslastung und Deckungsbeiträge zu sichern.
Welche Herausforderungen sehen Experten für kleine Markenbetriebe?
Experten warnen vor steigenden Anforderungen durch Hersteller-Standards, hohem Preisdruck durch Internetplattformen und der notwendigen Investition in komplexe Technik bei gleichzeitig schwindenden Margen.
- Citation du texte
- Maria Hörack (Auteur), 2016, Die Zukunft des Kfz-Markenbetriebs in Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337828