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Eingliederung statt Ausgliederung. Evaluation des betrieblichen Eingliederungsmanagements im Krankenhaus

Titel: Eingliederung statt Ausgliederung. Evaluation des betrieblichen Eingliederungsmanagements im Krankenhaus

Bachelorarbeit , 2016 , 160 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Domenic Sommer (Autor:in)

Führung und Personal - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Krankheitsbedingte Fehlzeiten stellen für Betriebe eine Belastung dar. Sie verursachen Kosten und Behinderungen. Mitarbeiterausfall ist immer mehr Status quo und die Folgen der demografischen Entwicklung sind absehbar. Durch ein BEM können Arbeitgeber ihre Risiken minimieren, denn eine gute Wiedereingliederung von kranken Mitarbeitern ist heute ein Erfolgsfaktor. Das BEM ist ein wichtiges Instrument im BGM und kann die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitern aufrechterhalten. Diese Arbeit hat das Ziel, Verbesserungen im BEM aufzuzeigen. Hierfür wurden zwei Forschungsfragen gestellt. Zum einen wurde gefragt, wie das BEM von Mitarbeitern einer Klinik beurteilt wird. Sie bezog Teilnehmer als auch Nichtteilnehmer am BEM ein.

Die andere Frage ging aus Sicht der Betroffenen spezieller auf die Auswirkungen der Erkrankung auf die Arbeitsplatzrückkehr ein. Zentrale Untersuchungsmethoden waren hierfür jeweils eine qualitative und quantitative Methodik. Durch die quantitative Fragebogenmethodik wird deutlich, dass das BEM sowohl von Mitarbeitern, die ein BEM in Anspruch nahmen, als auch von Mitarbeitern, die es noch nicht in Anspruch nahmen, als sehr wichtig, gut und hilfreich eingeschätzt wird. Es besteht auch unterhalb der Teilnahmevoraussetzung häufig der Wunsch, an einem BEM teilzunehmen. Die Kontaktaufnahme durch den Arbeitgeber ist dabei gewünscht.

Die Vorgesetzten nehmen hier, im BEM, eine unterstützende und positive Rolle ein. Nur wenige haben negative Erfahrungen wegen Erkrankungen gemacht. Im BEM selbst übernehmen die Interessenvertretungen eine wichtige Rolle als einer der ersten und wichtigsten Ansprechpartner. Zusätzlich fällt vor allem ein Wissensdefizit auf. Viele sind über das BEM und seine Beteiligten kaum informiert. Die Interviews konnten dies nochmals bestätigen. Bezüglich der qualitativen Interviews wurde ersichtlich, dass Erkrankungen belasten. Eine wichtige Erkenntnis waren die hohen finanziellen Belastungen, mit denen Mitarbeiter nicht zurechtkommen. Hinzu kommen neben den Funktionseinbußen durch die Erkrankung häufig hoher Druck und Stress.

Angst vor einer Kündigung besteht aber kaum. Durch die Krankheit verändern sich auch Einstellungen und der Lebensstil wird bewusster und gesünder. Das BEM hilft bei einer schnellen Arbeitsplatzrückkehr, bei der auch die Befragten selbst durch das Entwickeln neuer Copingstrategien maßgeblich zum Erfolg beitragen.

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Zum Abstract:
http://www.re-bem.de/bem-im-krankenhaus-beschaeftigte-geben-auskunft

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Gesundheitswissenschaftliche Annäherung

2.1.1 Gesundheit und Salutogenese

2.1.2 Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

2.1.3 Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsfähigkeit

2.1.4 Return-to-work-Programme (RTW)

2.2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

2.2.1 Gesetzliche Grundlage

2.2.2 Ziele und ideale Funktionsweise

2.2.3 Betriebliche Eingliederung als Führungsaufgabe

2.3 Stand der Forschung

2.3.1 Forschung zu Return-to-work-Programmen (RTW)

2.3.2 Forschung zum BEM

2.4 Zusammenfassung

3 Methodik

3.1 Forschungsfeld

3.1.1 Problemstellung

3.1.2 Ausgangslage beim BEM-Prozess

3.2 Quantitative Methodik: Fragebögen

3.2.1 Vorbereitung der Datenerfassung

3.2.2 Datenbasis

3.2.3 Datengewinnung und Ablauf der Untersuchung

3.2.4 Erhebungsinstrument

3.2.5 Datenauswertung

3.3 Qualitative Methodik: Interviews

3.3.1 Vorbereitung der Datenerfassung

3.3.2 Datenbasis

3.3.3 Datengewinnung und Interviewablauf

3.3.4 Interviewleitfaden und Protokoll

3.3.5 Datenauswertung

4 Ergebnisse

4.1 Quantitative Befragung

4.1.1 Beschreibung der Befragungspopulation

4.1.2 Erfahrung der Population mit dem BEM

4.1.3 Gesundheit und arbeitsbezogene Gedanken

4.1.4 Wahrnehmung & Wissen

4.1.5 Vorgesetzte und Kollegen

4.1.6 Zusatzteil zur BEM-Durchführung

4.2 Qualitative Befragung

4.2.1 Belastungen bei der Arbeitsplatzrückkehr

4.2.2 Emotionen und Ängste

4.2.3 Veränderung der Einstellung

4.2.4 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

5 Diskussion

5.1 Beantwortung der Forschungsfragen

5.2 Ergebnisdiskussion mit relevanter Literatur

5.3 Methodendiskussion und Limitationen

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit evaluiert das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) in einem Klinikverbund, um Verbesserungsansätze für die Wiedereingliederung erkrankter Mitarbeiter aufzuzeigen und die personenzentrierte Ausrichtung des BEM zu stärken.

  • Einfluss von Erkrankungen auf die Arbeitsplatzrückkehr aus Sicht der Betroffenen.
  • Wahrnehmung und Wissensstand der Mitarbeiter bezüglich des BEM.
  • Rolle der Führungskräfte und Interessenvertretungen im Eingliederungsprozess.
  • Vergleichbarkeit von quantitativen Fragebogendaten und qualitativen Interviews.
  • Optimierungspotenziale für das BEM im klinischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Der EU-Demografiereport, OECD-Ländervergleiche und Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Bevölkerung in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen immer älter wird (European Commission 2015, S. 8). Die Erwerbstätigkeit älterer Menschen hat in den vergangenen Jahren zugenommen: Waren 2005 rund 28% der 60- bis 64-Jährigen erwerbstätig, gingen 2013 bereits mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe einer Erwerbstätigkeit nach (Statistisches Bundesamt, S. 1). Anhand dessen wird ersichtlich, dass vor allem die über 60-Jährigen heute vermehrt arbeiten. „Viele Deutsche wollen (…) nicht in Rente gehen“ lautet die provokante Schlagzeile eines Zeitungsartikels zu den Erwerbstätigenquoten (Kaiser 2015). Tatsache ist, das in den letzten 20 Jahren der Anteil der Erwerbspersonen bei den 40- bis 64-Jährigen um rund 4,5 Mio. Personen stieg, während bspw. bei den 25- bis 29-Jährigen ein Rückgang von 2,1 Mio. zu verzeichnen ist (Garloff et al. 2012, S. 2). Der Anteil älterer Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt nimmt künftig noch stärker zu und stellt Arbeitgeber vor Herausforderungen. Verschärft wird dies neben dem Fachkräftemangel auch durch restriktive Maßnahmen, wie ein höheres Renteneintrittsalter und die Zunahme von beschäftigten Rentnern (Brenke 2013, S. 4) Die älteren Arbeitnehmer werden die Geburtenrückgänge nicht ausgleichen können (Marquart 2012).

Die Beschäftigung älterer Personen ist jedoch positiv zu sehen und kann die Folgen des demografischen Wandels reduzieren (Garloff et al. 2012, S. 2). Die Erwerbstätigkeit Älterer wird in Zukunft ein zentrales Thema, auf das sich die Arbeitswelt seit Jahren bereits einstellt (Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2012, S. 5). Ältere Arbeitnehmer sind im Vergleich aber häufiger und länger krank (Saß et al. 2009, S. 31). Diese längeren Krankheitsausfälle verursachen sowohl für den Arbeitgeber als auch die Gesellschaft Kosten. 2014 lag die ausgefallene Bruttowertschöpfung durch Arbeitsunfähigkeit bereits bei 57 Mrd. Euro (BAuA 2014, S. 1). Weiterhin haben ältere Menschen nicht selten schwere Erkrankungen, die Einschränkungen und Behinderung nach sich ziehen und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen (Saß et al. 2009, S. 31). Erkrankungen sind Schicksalsschläge. Ist eine Krankheit unvermeidbar, dann sollte der Weg in die erneute Erwerbstätigkeit optimal gestaltet sein, um Mitarbeiter angemessen und schnell wiedereinzugliedern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und die steigende Bedeutung der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit älterer Arbeitnehmer durch ein strukturiertes BEM.

2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie BEM, BGM und Arbeitsfähigkeit und ordnet sie in einen wissenschaftlichen Kontext ein.

3 Methodik: Der methodische Teil beschreibt das gewählte Forschungsdesign, das eine quantitative Fragebogenbefragung mit qualitativen Experteninterviews kombiniert.

4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die deskriptiven Daten aus Befragung und Interviews sowie die durchgeführten Hypothesentests zur Wirksamkeit und Wahrnehmung des BEM.

5 Diskussion: In der Diskussion werden die gewonnenen Daten kritisch mit der bestehenden Fachliteratur abgeglichen und methodische Limitationen reflektiert.

6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für die Praxis sowie Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten.

Schlüsselwörter

Wiedereingliederung, BEM, Gesundheitsmanagement, Arbeit, Arbeitsunfähigkeit, Return-to-work, Reintegration, Gesundheit, Klinik, Mitarbeiterbefragung, Führungsverantwortung, Prävention, Belastung, Coping, Arbeitsplatzrückkehr.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis?

Die Arbeit untersucht das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) in einem bayerischen Klinikverbund, um die Wahrnehmung durch Mitarbeiter und die Auswirkungen von Erkrankungen auf die Arbeitsplatzrückkehr zu evaluieren.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die Wirksamkeit des BEM, der Wissensstand der Beschäftigten, die Rolle von Führungskräften und Interessenvertretungen sowie die psychischen und physischen Belastungen Betroffener.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den aktuellen BEM-Prozess zu analysieren, Informationsdefizite aufzudecken und Empfehlungen für eine personenzentriertere Ausgestaltung der Wiedereingliederung abzuleiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden angewandt?

Es wurde ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt: eine deskriptive quantitative Fragebogen-Vollerhebung unter den Mitarbeitern und leitfadengestützte qualitative Interviews mit Betroffenen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte methodische Beschreibung, die Auswertung der quantitativen und qualitativen Daten sowie die anschließende kritische Diskussion.

Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wiedereingliederung, BEM, Gesundheitsmanagement, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsplatzrückkehr klassifizieren.

Welche Rolle spielt die Schwerbehindertenvertretung laut der Studie?

Die Studie zeigt, dass die Schwerbehindertenvertretung eine zentrale Rolle einnimmt, indem sie als unabhängiger Koordinator fungiert und Betroffene maßgeblich unterstützt.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf das Informationsdefizit?

Der Autor stellt ein erhebliches Informationsdefizit fest; selbst Führungskräfte sind oft nicht ausreichend über den BEM-Ablauf und die Zuständigkeiten informiert, was gezielte Schulungen notwendig macht.

Was sind die zentralen Belastungsfaktoren bei der Rückkehr?

Neben körperlichen Einschränkungen werden besonders finanzielle Ängste, Schuldgefühle gegenüber Kollegen, Zeitdruck im Arbeitsalltag und eine empfundene Überlastung genannt.

Ende der Leseprobe aus 160 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eingliederung statt Ausgliederung. Evaluation des betrieblichen Eingliederungsmanagements im Krankenhaus
Hochschule
Westsächsische Hochschule Zwickau, Standort Zwickau  (Gesundheits- und Pflegewissenschaften)
Note
1,7
Autor
Domenic Sommer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
160
Katalognummer
V338227
ISBN (eBook)
9783668286092
ISBN (Buch)
9783668286108
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebliches Eingliederungsmanagement Arbeitsschutzrecht Eingliederung Integration Arbeitsunfähigkeit Arbeitsfähigkeit Wiedereingliederung BEM Gesundheitsmanagement Return-to-work reintegration management health management employment incapacity for work
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Domenic Sommer (Autor:in), 2016, Eingliederung statt Ausgliederung. Evaluation des betrieblichen Eingliederungsmanagements im Krankenhaus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338227
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  160  Seiten
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