Diese Arbeit befasst sich mit der Frage nach den Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren eines Flagship Stores. Ein Flagship Store dient als Vorzeigeladen für das Unternehmen, er trägt dabei nur eine einzige Marke, wird vom Markenhersteller betrieben und hat die Intention, die Marke zu stärken und nicht durch den Verkauf der Produkte den Gewinn zu maximieren. Das Ziel eines Flagship Stores ist es, ein Markenerlebnis für den Kunden im Store zu schaffen, die Marke von der Konkurrenz abzugrenzen, das Markenimage zu verbessern und die Kunden langfristig an die Marke und damit an das Unternehmen zu binden.
Das Ziel dieser Case Study ist es, die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren eines Flagship Stores herauszuarbeiten. Dies soll mit Hilfe von Kundenbewertungen zu dem Apple Store auf der Fifth Avenue und dem Freitag Store in Zürich geschehen. Die Ergebnisse der Fallstudie dieser Arbeit zeigen, dass die Architektur und das Design des Stores, der Service, die Produktauswahl und der Standort als wesentliche Erfolgsfaktoren für den Kunden gelten. Gleichzeitig können sie jedoch bei falschem Einsatz zum Misserfolg des Flagship Stores führen. Für das Unternehmen ist es wichtig, die Markenidentität in dem Store räumlich und bildlich durch den Einsatz der Erfolgsfaktoren greifbar zu machen. Die Identität der Marke darf dabei nicht verloren gehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Markenimplementierung durch Markenführung
2.1 Fundament und Ziel der Markenführung
2.1.1 Markenpositionierung
2.1.2 Markenloyalität
2.2 Erlebniswelten für Marken
2.3 Customer Experience Management
2.3.1 Die zentralen Erlebnistreiber des CEM-Ansatzes
2.3.2 Die Erlebnismodule des CEM
3 Das grundlegende Konzept des Flagship-Stores
3.1 Aufbau eines Flagship-Stores und seine Mechanismen
3.1.1 Architektonische Gestaltung
3.1.2 Die drei Ladenkonzepte des Flagship-Stores
3.1.3 Distributionsmanagement
3.2 Ziele eines Flagship-Stores
4 Case-Study
4.1 Aufbau und Durchführung der Case-Study
4.2 Apple Inc. – von der Garage auf die Fifth Avenue
4.2.1 Gestaltung des Apple Stores
4.2.2 Bewertungen der Kunden
4.3 Freitag lab.ag – Recycling von der LKW-Plane bis hin zum Container
4.3.1 Der Containerturm als Visitenkarte
4.3.2 Bewertungen der Kunden
5 Die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren eines Flagship-Stores
5.1 Die Erfolgsfaktoren des Flagship-Stores
5.1.1 Architektur und Design
5.1.2 Service
5.1.3 Produkte
5.1.4 Standort
5.2 Die Misserfolgsfaktoren des Flagship-Stores
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren von Flagship-Stores als strategisches Marketinginstrument. Anhand einer Case-Study der Unternehmen Apple und Freitag wird analysiert, wie diese Stores durch Architektur, Design und Markenerlebnisse zur Kundenbindung und Markenpositionierung beitragen.
- Grundlagen der Markenführung und des Customer Experience Management
- Konzeption und Ziele von Flagship-Stores
- Empirische Untersuchung mittels Kundenbewertungen
- Identifikation zentraler Erfolgsfaktoren (Architektur, Service, Lage)
- Analyse von Risikofaktoren und Misserfolgsursachen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Die drei Ladenkonzepte des Flagship-Stores
Der Sakrale Shop ist eine Art verbotener Ort. Es muss eine Zugangsbeschränkung überwunden werden, um den Raum zu betreten. Diese Zugangsbeschränkung soll einen Spannungszustand bei dem Konsumenten auslösen, welcher erst durch die Überwindung dieser Beschränkung befriedigt werden kann. Das Gefühl, etwas nicht direkt bekommen oder betreten zu können, erhöht den Wunsch danach nur umso mehr. Eine Zugangsbeschränkung kann hierbei ein geheimer Raum, ein Türsteher oder ein Laden sein, der sich versteckt. So ist der Apple Store in der Fifth Avenue in New York ein solch sakraler Ort. Erst über eine Treppe, die unter die Erde führt, kann der Konsument den eigentlichen Laden erreichen. Eine weitere Besonderheit des Sakralen Shops sind die Reliquien. Unter einer Reliquie stellt man sich zunächst einen religiösen Gegenstand vor, der in einem Schrein aufbewahrt wird. In Zusammenhang mit dem Flagship-Store sind das indes Produkte, die in einem besonderen Ausstellungsobjekt (z.B. eine Art Schrein) oder einer besonderen Verpackung präsentiert werden. Das Konzept des Sakralen Shops wird meist von Luxusartikelherstellern wie Modedesignern oder Schmuckherstellern verwendet.
Ein weiteres Konzept ist der Lifestyle Shop. Der Kunde soll hier ein Erlebnis des Lifestyles vermittelt bekommen, wenn er das Produkt verwendet. Dafür werden authentische Themenwelten gestaltet, wie z.B. eine Wohnung mit Modeartikeln, Designermöbeln und von der Marke selbst produzierter Musik. Damit soll der Lebensstil in einer Designerwelt vermittelt werden. Auch Cafés oder Snackbars bieten einen Treffpunkt für die Kunden und regen so zum Verweilen an. Der Flagship-Store wird ein „begehbares Lifestyle Magazin mit hoher Verweildauer“.
Das dritte Konzept ist der Mega Store. Riesige Ladenflächen warten darauf, gefüllt zu werden und sollen so dem Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis vermitteln. Die Fläche des Stores bietet viel Platz für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Marken im heutigen Konsumalltag ein und erläutert die Funktion von Flagship-Stores als "begehbare Werbung" und Ort des Markenerlebnisses.
2 Markenimplementierung durch Markenführung: Das Kapitel erläutert theoretische Grundlagen wie Markenpositionierung, Markenloyalität sowie das Customer Experience Management als zentrale Werkzeuge für emotionale Kundenbindungen.
3 Das grundlegende Konzept des Flagship-Stores: Hier werden die strategischen Funktionen, architektonischen Konzepte (Sakral, Lifestyle, Mega Store) und das Distributionsmanagement von Flagship-Stores dargelegt.
4 Case-Study: Dieses Kapitel führt eine empirische Analyse der Kundenbewertungen des Apple Flagship-Stores in New York und des Freitag Flagship-Stores in Zürich durch, um deren spezifische Erfolgsfaktoren zu isolieren.
5 Die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren eines Flagship-Stores: Basierend auf der theoretischen Analyse und der Case-Study werden die entscheidenden Erfolgs- und Risikofaktoren wie Standortwahl, Architektur und Servicequalität synthetisiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Flagship-Stores zwar kostspielige, aber hocheffektive Instrumente zur Markeninszenierung darstellen, sofern die Markenidentität konsequent in allen Elementen gelebt wird.
Schlüsselwörter
Flagship-Store, Markenführung, Markenidentität, Markenerlebnis, Customer Experience Management, Architektur, Case-Study, Apple, Freitag, Kundenbindung, Markenpositionierung, Einzelhandel, Marketinginstrument, Konsumentenverhalten, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Funktionsweise von Flagship-Stores und identifiziert, welche Faktoren maßgeblich zu deren Erfolg oder Misserfolg beitragen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Markenführung, das Customer Experience Management, verschiedene Ladenkonzepte sowie die empirische Untersuchung von Kundenbewertungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Erfolgsfaktoren für Flagship-Stores herauszuarbeiten und zu verstehen, wie diese zur Markenbindung und Imageverbesserung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Case-Study durchgeführt, bei der Kundenbewertungen von zwei spezifischen Stores (Apple New York und Freitag Zürich) qualitativ analysiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Markenführung, die Vorstellung verschiedener Store-Konzepte und die detaillierte Auswertung der Fallbeispiele hinsichtlich Architektur, Service und Standort.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Markenidentität, Flagship-Store, Customer Experience Management, Architektonische Gestaltung und Kundenbindung.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von Apple von dem bei Freitag in der Studie?
Während Apple als Luxusmarke auf einen "sakralen" Ansatz mit Fokus auf Service und exklusivem Standort setzt, nutzt Freitag den "Containerturm" als visuelles Symbol für Nachhaltigkeit und Recycling.
Was sind laut der Arbeit die größten Risikofaktoren für einen Flagship-Store?
Die hohen Kosten in Kombination mit dem Umstand, dass es sich primär um ein Werbemittel und nicht um einen primären Verkaufsort handelt, sowie bei Fehlplanung eine Schwächung des Markenimages.
- Arbeit zitieren
- Donata Gräfin von Baudissin (Autor:in), 2016, Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren der Markenimplementierung. Die Flagship Stores von Apple und Freitag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338304