Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Bericht in der Praxisphase des 3. Semesters im Studiengang Pflege an der Frankfurt University. Ziel des Praxisauftrags war es, die durchgeführte Pflege, die Reaktion und das Verhalten der Bewohnerin zu beobachten, um dann in einem weiteren Schritt den pflegerischen Handlungsbedarf abzuleiten.
Nachdem die Studenten ihre Bewohner sechs Wochen nicht gesehen hatten, galt es zu beobachten, was sich verändert hatte. Die momentane Ausgangssituation wurde beschrieben. Ob die erreichten Ziele weiterhin gehalten werden konnten, verändert werden mussten, oder ob neue Maßnahmen geplant werden mussten zeigte eine erneute Erhebung und die Unterstützung am Bewohner. Ein weiterer wesentlicher Punkt war die Reflexion der gemachten Erfahrungen. Es galt den Handlungsbedarf für die weitere studentische und berufliche Entwicklung zu beschreiben
An einer 98 jährigen Patientin werden Assessments erhoben, Daten gesammelt und ausgewertet. NANDA Pflegediagnosen werden gestellt, Pflegeziele und Maßnahmen geplant, durchgeführt und evaluiert.
Diese Hausarbeit eignet sich ideal um die komplexe pflegerische Diagnostik nach NANDA theoretisch nachvollziehen zu können und zu praktisch zu erlernen.
Der Bericht ist durch pflegewissenschaftliche Literatur gestützt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Neue Fallerhebung von Fr. S.
3 Bericht vom 21.01.2015
4 Bericht vom 22.01.2015
5 Bericht vom 23.01.2015
6 Bericht vom 4.02.2015
7 Bericht vom 5.02.2015
8 Bericht vom 6.02.2015
9 Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den pflegerischen Handlungsbedarf einer Bewohnerin nach einer sechswöchigen Abwesenheit erneut zu beurteilen, bestehende Pflegeziele zu reflektieren und entsprechende Maßnahmen auf Basis aktueller NANDA-Pflegediagnosen abzuleiten und zu evaluieren.
- Beobachtung und Neubewertung des Gesundheitszustands
- Förderung der Mobilität und körperlichen Aktivität
- Verbesserung der Ernährungssituation und Hautpflege
- Anwendung des Pflegeprozesses und theoretischer Konzepte
- Reflexion der pflegerischen Interaktion und Anleitung
Auszug aus dem Buch
2 Neue Fallerhebung von Fr. S.
An der ärztlichen Medikation hatte sich nichts geändert. Die ärztliche Diagnostik zeigte ebenfalls keine neuen Erkenntnisse. Lediglich Aussagen zur Sehfähigkeit konnten gemacht werden. „Das Brillenmobil“ war bei Fr. S. und hatte ihre Sehfähigkeit überprüft. Die Sehfähigkeit hatte sich verschlechtert. Der Sohn wurde darauf hingewiesen einen Termin beim Augenarzt für seine Mutter zu machen. Er lehnte dies allerdings erneut ab. Seine Begründung war, dass es seiner Mutter mit 98 Jahren nichts mehr bringen würde. Im Gespräch mit der Wohnbereichsleitung ergab sich, dass er wahrscheinlich die anfallenden Kosten nicht tragen wollte. Einen Kalender mit großen Zahlen zur Förderung der Orientierung von Fr. S. lehnte ihr Sohn ebenfalls ab. Weitere Assessments wurden nicht erhoben, da sich keine relevanten Änderungen bei Fr. S. ergaben. Die Assessments des vorherigen Praxisordners konnten somit als aktuell betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Zielsetzung des Praxisauftrags, den pflegerischen Handlungsbedarf bei einer Bewohnerin nach sechs Wochen neu zu bewerten und Erfahrungen zu reflektieren.
2 Neue Fallerhebung von Fr. S.: Dokumentiert den aktuellen Gesundheitszustand der Bewohnerin, einschließlich der veränderten Sehfähigkeit und der Ergebnisse zur Ernährung sowie Ausscheidung.
3 Bericht vom 21.01.2015: Behandelt die Pflegeziele und Maßnahmen hinsichtlich Körperpflege sowie Nahrungsaufnahme unter Berücksichtigung von Tremor und Seheinschränkungen.
4 Bericht vom 22.01.2015: Fokus auf die Verbesserung der Steh-, Geh- und Transferfähigkeit durch gezielte Unterstützung während der Intimpflege.
5 Bericht vom 23.01.2015: Widmet sich der Hautpflege, Dekubitusprophylaxe durch Positionierung und der Förderung einer physiologischen Körperhaltung beim Sitzen.
6 Bericht vom 4.02.2015: Dokumentiert den Fortschritt bei der Hautpflege und thematisiert eine besondere Interaktionssituation mit der Bewohnerin.
7 Bericht vom 5.02.2015: Analysiert Maßnahmen zur Förderung der Orientierung sowie der Kaumuskulatur und fasst das Feedback der Wohnbereichsleitung zusammen.
8 Bericht vom 6.02.2015: Vermerkt den Ausfall des Praxistages aufgrund einer Erkrankung des Studenten.
9 Diskussion und Ausblick: Reflektiert den Lernprozess bei der Gestaltung des Pflegeprozesses und benennt zukünftigen Bedarf an fachlicher Weiterbildung.
Schlüsselwörter
Pflegeprozess, Fallerhebung, NANDA-Pflegediagnosen, Mobilitätsförderung, Körperpflege, Ernährung, Transferfähigkeit, Dekubitusprophylaxe, Muskeltonus, Orientierung, Biografie, Reflexion, Praxisbericht, Altenpflege, Geriatrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert einen 14-tägigen Praxiseinsatz eines Studierenden, in dem eine 98-jährige Bewohnerin intensiv pflegerisch betreut und in ihrem Gesundheitsverlauf beobachtet wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Förderung der Beweglichkeit, der Ernährung und der Körperpflege sowie der allgemeinen pflegerischen Diagnostik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die erneute Erhebung des pflegerischen Handlungsbedarfs, das Ableiten von Pflegemaßnahmen nach NANDA und die Evaluation der Wirksamkeit dieser Maßnahmen im Alltag.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt strukturierte Assessments, Beobachtungen sowie NANDA-Pflegediagnosen, um den Pflegeprozess evidenzbasiert zu planen und zu dokumentieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Tagesberichte, in denen jeweils Diagnose, Zielsetzung, Durchführung und Ergebnisse der pflegerischen Interventionen dargelegt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Pflegeprozess, Altenpflege, NANDA-Diagnostik, Mobilitätsförderung und geriatrische Pflege beschreiben.
Wie geht die Bewohnerin mit ihrer Sehverschlechterung um?
Die Bewohnerin zeigt Ängste, blind zu werden, während ihr Sohn medizinische Maßnahmen oder Hilfsmittel wie einen Orientierungskalender aus finanziellen oder altersbezogenen Gründen ablehnt.
Welche Rolle spielt die Interaktion mit dem Sohn bei der Pflege?
Die Interaktion ist schwierig, da der Sohn notwendige Hilfsmittel oder ärztliche Termine häufig mit der Begründung ablehnt, dass diese für die 98-jährige Mutter nicht mehr sinnvoll seien.
Wie wurde die Mobilität der Bewohnerin gefördert?
Durch gezieltes Training des Transfers, Positionierung mit Dreieckstüchern zur Reduzierung des Muskeltonus und Anleitung zur Stehfähigkeit bei der täglichen Intimpflege.
- Citation du texte
- Benjamin Schmidt (Auteur), 2014, Pflegemaßnahmen beobachten und Handlungsbedarf ableiten. Praxisbericht und Fallbeispiel einer 98-jährigen Patientin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338508