Eine wichtige Frage, die sich vermutlich nahezu jeder Mensch – spätestens, wenn er einen geliebten Menschen verloren hat – stellt, ist die nach dem Leben nach dem Tod. Was kommt, wenn das irdische Leben beendet ist und wie geht es danach weiter? Steigt man auf in ein Himmelreich, stirbt auch die Seele?
Ich stelle mir ebenfalls diese Fragen. Was passiert mit Familie, Freunden und mir, wenn der Tag gekommen ist, an dem das Leben im Hier und Jetzt vorüber ist?
Auch wenn auf die Frage nach einem exakten Ablaufplan in dieser Arbeit mit hoher Wahrscheinlichkeit nur eine Annäherung erreicht werden kann, so bin ich doch daran interessiert, auszuarbeiten, an was Menschen lange Zeit vor mir, aber auch noch heute glauben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Postmortalitätsvorstellung der nordischen Mythologie
2.1 Götter und Jenseitsvorstellung
2.2 Das Diesseits
2.3 Opferkult und Totenbeisetzung
2.4 Weltende
3. Die Postmortalitätsvorstellung im Christentum
3.1 Gott und Jenseitsvorstellung
3.2 Das Diesseits
3.3 Opferkult und Totenbeisetzung
3.4 Weltende
4. Ein Vergleich der Jenseitsvorstellungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Jenseitsvorstellungen der nordischen Mythologie mit denen der christlichen Religion. Ziel ist es, durch eine komparative Analyse die Konzepte von Tod, Götterkult, irdischem Leben und Weltende gegenüberzustellen und dabei sowohl Unterschiede als auch signifikante Parallelen in den religiösen Überzeugungen beider Glaubenssysteme herauszuarbeiten.
- Vergleich der Jenseitskonzepte zwischen nordischer Mythologie und Christentum
- Analyse des irdischen Lebens und ethischer Verhaltensrichtlinien
- Untersuchung von Opferkulten und Totenbeisetzungsriten
- Gegenüberstellung der eschatologischen Vorstellungen (Weltende)
- Einfluss der Christianisierung auf die schriftliche Überlieferung nordischer Mythen
Auszug aus dem Buch
2.4 Weltende
Das Weltende in der nordischen Mythologie wird Ragnarök genannt, was so viel wie „Endschicksal der Götter“ bedeutet. Diese Vorstellung schließt auch die Zerstörung der kompletten Welt ein, welche dabei sowohl die Menschen, als auch die Götter betrifft. Ragnarök wird durch große Ereignisse gekennzeichnet, sodass die Menschen klare Indizien dafür hatten, wann das Ende naht.
Ein Anzeichen, dass das nahendes Weltende einläutet, ist der Fimbulwinter. Die Germanen bezeichneten so eine Kälteperiode, die über drei Winter lang anhält, ohne, dass diese von Sommern unterbrochen werden. Dabei kommt es zu Frost, kalten Stürmen und Schnee aus allen Himmelsrichtungen.
Danach kommt es zur Verdunkelung der Sonne. Kein Licht wird mehr scheinen, weil die Sonne durch einen Wolf geschluckt wurde. Familien brechen auseinander. Brüder kämpfen miteinander und Geschwister üben Blutschande. Der Weltenbaum Yggdrasills, dessen Wurzeln über drei Seiten die ganze Welt umfassen, wankt und kracht. Die Erde versinkt immer mehr in dem, von der Midgardschlange aufgepeitschten, Ozean. Zuletzt bricht ein allumfassender Weltenbrand aus. Dieser wird von Surtr, einem Feuerriesen, gelegt und vernichtet die ganze Welt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die menschliche Urfrage nach dem Leben nach dem Tod und führt in den Vergleich zwischen der nordischen Mythologie und dem Christentum ein.
2. Die Postmortalitätsvorstellung der nordischen Mythologie: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Jenseitsorte, Götterbilder, Lebensregeln der Edda, Opferrituale sowie das zyklische Weltende Ragnarök.
3. Die Postmortalitätsvorstellung im Christentum: Es wird das christliche Verständnis von Gott, die ethischen Gebote, das Jüngste Gericht und die biblische Hoffnung auf ein ewiges Leben dargestellt.
4. Ein Vergleich der Jenseitsvorstellungen: Die Gegenüberstellung analysiert Gemeinsamkeiten in der Jenseitserwartung und den Opferriten sowie die Unterschiede im monotheistischen bzw. polytheistischen Weltbild.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass trotz unterschiedlicher Kulturentwicklung überraschend viele Parallelen in den Jenseitskonzepten existieren.
Schlüsselwörter
Nordische Mythologie, Christentum, Jenseitsvorstellung, Tod, Ragnarök, Jüngstes Gericht, Snorra-Edda, Opferkult, Ethik, Diesseits, Leben nach dem Tod, Götter, Weltende, Vergleich, Religion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem komparativen Ansatz bezüglich der Jenseits- und Weltuntergangsvorstellungen in der nordischen Mythologie und der christlichen Religion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Götterkult, dem irdischen Leben, den Opferbräuchen, der Totenbeisetzung und den eschatologischen Vorstellungen beider Glaubenssysteme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der spirituellen Lebensführung und der Interpretation des Todes zwischen diesen zwei historischen Glaubensrichtungen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die sich primär auf die Snorra-Edda und die Einheitsübersetzung der Bibel stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden getrennt voneinander die nordischen und die christlichen Konzepte erläutert, bevor diese in einem gesonderten Kapitel direkt gegenübergestellt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jenseits, Ragnarök, Jüngstes Gericht, Opferkult, christliche Ethik und nordische Götterwelt.
Welche Rolle spielt die Snorra-Edda für den Vergleich?
Die Snorra-Edda dient als zentrale Primärquelle für die nordische Mythologie, wobei der Autor auch den christlichen Einfluss auf Snorri Sturlusons Niederschriften berücksichtigt.
Wie unterscheidet sich die Auffassung des Weltendes?
Während beide Kulturen ein düsteres Ende mit Zerstörung und Kampf beschreiben, endet die nordische Mythologie zyklisch mit einer neuen Erde, während das Christentum auf ein göttliches Reich nach dem Jüngsten Gericht verweist.
- Citar trabajo
- Ulf Tomczak (Autor), 2015, Ein Vergleich der Jenseitserwartungen der nordischen Mythologie und christlichen Religion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338614