Hauptsächliches Anliegen dieser Studie ist die Untersuchung der Effekte des selbstgesteuerten Lernen für Lernleistung (Note) und Lernaufwand. 679 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe nahmen an dieser Studie teil (Alter: M = 13.92; SD = 3.91). Die Datenerfassung erfolgte mit dem "Constructivist Learning Environment Survey" (CLES), das 33 Items zu situativen (z. B. Relevanz der Lerninhalte, Aushandlung von Bedeutung) und personalen Aspekten der Selbststeuerung (Selbstregulation) umfasst. Das Erhebungsinstrument wurde in einem Messwiederholungs-Design eingesetzt.
Um die unterliegenden Lernaktivitäten zu verstehen, kamen Mediatoranalysen zur Anwendung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie und Forschungsansatz
3 Erkenntnisinteressen
4 Methode
5 Ergebnisse
6 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen selbstgesteuertem Lernen, verschiedenen Facetten der Selbstregulation, der Lernumwelt und dem Lernerfolg bei Schülern der Sekundarstufe. Ziel ist es, die prognostische Bedeutung dieser Variablen für die Lernleistung und den Lernaufwand empirisch zu analysieren sowie die vermittelnde Rolle motivationaler und metakognitiver Prozesse aufzuklären.
- Sozial-kognitive Ansätze des selbstgesteuerten Lernens
- Dimensionen der Selbstregulation (Motivation, Kognition, Metakognition)
- Einfluss der Lernumwelt auf den Lernerfolg
- Methodik der empirischen Untersuchung und Validierung
- Analyse von Mediatoreffekten in Lernprozessen
Auszug aus dem Buch
(1) Motivation
Jedes selbstgesteuerte Lernen ist letztlich nur möglich, wenn der oder die Lernende die Motivation mitbringt, in einem gewissen Inhaltsbereich sein Wissen zu erweitern. Dies bedeutet, er oder sie muss motiviert sein, Leistung zu erbringen (Svinicki & McKeachie, 2014; Nilson, 2010, S. 51f).
Intrinsische Motivation. In der Forschung zum selbstgesteuerten Lernen kommt der intrinsischen Motivation eine besondere Bedeutung zu (z. B. Deci & Ryan, 2000b, 2002; Pagan, 2011). Eine Person gilt als intrinsisch motiviert, wenn sie eine Lernhandlung um ihrer selbst willen durchführt, weil diese zum Beispiel als interessant, spannend oder herausfordernd usw. erscheint (Schiefele & Schreyer, 1994, S. 2).
The more students take ownership of their own learning, the more they are likely to develop intrinsic motivation. (Pagan, 2011, S. 14)
Für den intrinsisch Motivierten spielt folglich der Output einer Handlung keine verhaltensbestimmende Rolle (Krapp, 2003). Das wird oft geradezu als motivationale conditio sine qua non für erfolgreiches selbstgesteuertes Lernen angesehen (z. B. Zimmerman, 2002; Svinicki & McKeachie, 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des selbstgesteuerten Lernens vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und führt in die zentrale Forschungsfrage nach dessen Lernwirksamkeit ein.
2 Theorie und Forschungsansatz: Dieses Kapitel erläutert den sozial-kognitiven theoretischen Rahmen, der das Zusammenspiel von Selbstregulation und Lernumwelt als konstitutiv für selbstgesteuertes Lernen definiert.
3 Erkenntnisinteressen: Hier werden die Forschungsfragen formuliert, die sich auf die prognostische Kraft von Selbstregulationsfacetten und deren vermittelnde Rolle bei Lernprozessen konzentrieren.
4 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Stichprobe von 679 Schülern sowie die verwendeten Instrumente (CLES) und deren Validierung zur Erfassung von Lernstrategien und Lernleistung.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren Korrelationen und Pfadanalysen, die zeigen, wie motivationale und metakognitive Variablen den Lernerfolg und Lernaufwand beeinflussen.
6 Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse kritisch im Kontext früherer Forschung und leitet Implikationen für die pädagogische Praxis sowie zukünftige Forschungsarbeiten ab.
Schlüsselwörter
Selbstgesteuertes Lernen, Lernleistung, Selbstregulation, intrinsische Motivation, Metakognition, Lernumwelt, Pfadanalyse, kognitive Lernstrategien, Schulleistung, Lernaufwand, Motivationale Orientierung, Lehrerunterstützung, Kompetenzentwicklung, Bildungsforschung, Empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die empirische Wirksamkeit von selbstgesteuertem Lernen und analysiert, wie motivationale und (meta)kognitive Prozesse sowie die Lernumgebung die Lernleistung und den Lernaufwand von Schülern beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind das sozial-kognitive Modell des Lernens, die verschiedenen Dimensionen der Selbstregulation (Motivation, Kognition, Metakognition) sowie deren praktische Auswirkung auf den schulischen Lernerfolg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel besteht darin, durch eine empirische Untersuchung zu klären, inwieweit Facetten der Selbstregulation den Lernerfolg vorhersagen und ob sie als Mediatoren zwischen der Lernumgebung und dem Lernergebnis fungieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein quantitatives Untersuchungsdesign mit zwei Messzeitpunkten gewählt, wobei Regressions- und Pfadanalysen zur statistischen Auswertung der Daten (unter anderem mit dem CLES-Fragebogen) zum Einsatz kamen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Fundierung der Selbstregulation, der methodischen Vorgehensweise bei der Erhebung sowie der detaillierten statistischen Auswertung und Interpretation der erzielten Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie selbstgesteuertes Lernen, Lernleistung, Selbstregulation, intrinsische Motivation, Metakognition, Lernumwelt und Pfadanalyse charakterisieren.
Warum spielt die intrinsische Motivation eine so wichtige Rolle für das selbstgesteuerte Lernen?
Intrinsische Motivation gilt als eine Art Grundvoraussetzung für erfolgreiches selbstgesteuertes Lernen, da Lernende, die eine Aufgabe um ihrer selbst willen verfolgen, höhere Lernleistungen und eine bessere Anpassungsfähigkeit bei Schwierigkeiten zeigen.
Welche Bedeutung hat die Lernumwelt für die Lernstrategien der Schüler?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Lernumwelt nicht direkt, sondern über vermittelnde personinterne Prozesse wie Motivation oder metakognitive Bewusstheit wirkt, um das Anwendungsverhalten von Lernstrategien zu fördern.
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- Klaus Konrad (Autor), 2016, Selbstgesteuertes Lernen und Lernleistung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338739