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Surrealistische Theatertheorie. Antonin Artaud "Le jet de sang"

Título: Surrealistische Theatertheorie. Antonin Artaud "Le jet de sang"

Trabajo Escrito , 2014 , 16 Páginas , Calificación: 10

Autor:in: Niklas Werner (Autor)

Didáctica de la asignatura Francés - Literatura, trabajos
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Antonin Artaud war ein französischer Schauspieler, Regisseur und Theatertheoretiker. Auf sein Schaffen geht neben weiteren Werken unter anderem das Théâtre Alfred Jarry und das Théâtre de la Cruauté zurück. Artauds Schaffenszeit als Regisseur und Schauspieler lag Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit entwickelte sich zunehmend die Literaturbewegung des Surrealismus, deren Leitidee es war mit Schriften eine revolutionäre Veränderung des Kunstverständnisses und der Lebenspraxis anzustreben.

Den Theatertext Le jet de sang schrieb Antonin Artaud vor seinen drei großen Schaffensphasen und während seiner Mitgliedschaft im Kreise der Surrealisten. Eigentlich für das, während seiner ersten Schaffensperiode geschriebene Théâtre Alfred Jarry , bietet Le jet de sang bereits erste Eindrücke von Artauds Theatertheorie, die durch die drei Aspekte des Traumtheaters, der Improvisation beziehungsweise des Spontantheaters und der Einbeziehung des Zuschauers geprägt sind.

Der Einakter Le jet de sang, der in Schriftform gerade einmal 4 Seiten zählt, besteht aus „assoziativ aneinandergereihten traumartigen Sequenzen“. Die verschiedenen Traumsequenzen bringen eine Unruhe in das Stück und regen den Zuschauer somit zum nachdenken an. Da Le jet de sang aus scheinbar sinnlos aneinander gefügten Szenen besteht, soll näher betrachtet werden, aus welchem Grund Artaud keine sich eindeutig erschließende Handlungskette für die Inszenierung wählte, sondern bewusst auf Unlogik setzte.

Der surrealistische Bezug an Le jet de sang wird vor allem durch die abrupten Brüche zwischen den verschiedenen Sequenzen und durch eindrucksvolle Requisiten, sowie detailliert formulierte Regieanweisungen deutlich. So fallen nach einem Orkan scheinbar wahllos Dinge unterschiedlichster Art (fleischige Beine, Arme, Haare, Masken, Rahmen) vom Himmel. Diese verschiedenen Bühnenanweisungen bzw. Bühnenbilder vermitteln einen Eindruck der Vorstellungen, die Artaud mit den Möglichkeiten eines surrealistischen Theaters verband.

Für mich stellt sich die Frage, wie Artaud seine surrealistische Theatertheorie und seine Forderungen an ein neues Theater zu Beginn seines Schaffens umsetzt. Dies soll im Rahmen dieser Hausarbeit am Beispiel von Le jet de sang untersucht werden.
Hierzu möchte ich zunächst zeigen, welche surrealistischen Kategorien und literaturtheoretischen Positionen des Surrealismus sich in Le jet de sang wiederfinden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Artaud im Kreis der Surrealisten – surrealistische Denkkategorien und literaturtheoretische Positionen in Le jet de sang

2.1 Bühnenbilder in Le jet de sang und die Idee einer inneren Gesetzmäßigkeit

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Antonin Artaud seine surrealistische Theatertheorie und seine Forderungen an ein neues Theater zu Beginn seines Schaffens am Beispiel des Einakters Le jet de sang umsetzt. Dabei steht die Frage im Zentrum, warum Artaud bewusst auf eine logische Handlungskette verzichtet und welche Funktion die surrealistischen Stilmittel in diesem Kontext einnehmen.

  • Grundlagen des Surrealismus und Artauds Bezug zum Kreis der Surrealisten.
  • Die Abkehr von konventionellen, logischen Theaterstrukturen durch Unlogik.
  • Die Funktion von Bühnenbildern und Regieanweisungen als brückenschlagende Elemente.
  • Kritik an rationalistisch-logischen Kulturformen sowie religiöse und gesellschaftliche Infragestellung.
  • Verhältnis zwischen Text und visueller Inszenierung (Bilder, Requisiten).

Auszug aus dem Buch

2.1 Bühnenbilder in Le jet de sang und die Idee einer inneren Gesetzmäßigkeit

Dass Artaud Traumbilder verarbeitet, wird in Le jet de sang an mehreren Stellen deutlich.

Artaud spricht von ‚Bildern‘, die zwar mehrdeutig und semantisch inkohärent sind, jedoch keinesfalls willkürlich, sondern sich nach einer inneren Gesetzmäßigkeit organisieren. Da Artaud selbst von mehrdeutigen Bildern spricht, lässt er bewusst Platz für Interpretation.

Die ‚Bilder‘ von denen die Rede ist, sind in der surrealistischen Literaturtheorie begründet. Diese geht davon aus, dass die aus dem Unterbewussten geschöpften Elemente nicht nur versprachlicht (…), sondern auch über eine direkte spontane Wiedergabe mentaler Vorstellungsbilder (‚images‘ – ‚Bilder‘) ohne Rekurs auf die Sprache möglich sind. Hierbei ist auch das Theater gemeint. Artaud setzt die Wiedergabe mentaler Vorstellungsbilder in seinen Regieanweisungen und Bühnenbildern um. Dies führt mich zur Darstellung der Regieanweisungen und Bühnenbilder als zusammenhangverleihendes Element in Le jet de sang.

Ausgehend von den bereits genannten Brüchen im Stück, soll an diesen Stellen ein brückenschlagendes Element gezeigt werden.

Der erste extreme Bruch in Le jet de sang ist der aufziehende Orkan nach dem Dialog zu Beginn. Der aufbrausende Orkan zerreißt nicht nur symbolisch die Liebe der beiden jungen Figuren, sondern kontrastiert auch zu dem vorher gesagten „Ah que le monde est bien établi“. Die weitere Inszenierung manifestiert diesen Kontrast. Mit dem Begriff „Gestirne“ wird der Horizont des Stücks, der sich bisher auf Himmel und Erde beschränkt, um das Universum erweitert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Person Antonin Artaud und die Einordnung seines Werkes Le jet de sang in den surrealistischen Kontext sowie Darstellung der zentralen Forschungsfrage.

2. Artaud im Kreis der Surrealisten – surrealistische Denkkategorien und literaturtheoretische Positionen in Le jet de sang: Theoretische Herleitung des Surrealismus und Analyse der gezielten Abkehr von logischen Handlungsketten zugunsten einer traumartigen Unlogik.

2.1 Bühnenbilder in Le jet de sang und die Idee einer inneren Gesetzmäßigkeit: Untersuchung der spezifischen Funktion von Traumbildern und Bühnenanweisungen als strukturbildendes Element auf der Metaebene.

3. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei die Rolle der surrealistischen Leitideen für die Kritik an gesellschaftlichen Kulturformen hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Antonin Artaud, Le jet de sang, Surrealismus, Theatertheorie, Bühnenbild, Regieanweisung, Unlogik, Gotteskritik, Inzest, Bewusstseinsveränderung, Traumtheater, Gesellschaftskritik, Metaebene, Traumbilder, französische Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Theatertext Le jet de sang von Antonin Artaud und der Anwendung surrealistischer Prinzipien im Theater der 1920er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kritik an rationalistisch-logischen Gesellschaftsformen, die Darstellung von Unlogik, metaphysische Gotteskritik und die Bedeutung von Bühnenbildern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu ergründen, wie Artaud surrealistische Theatertheorien in seinem Stück umsetzt und weshalb er bewusst auf eine konventionelle Handlungskette verzichtet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturtheoretische Analyse, die das Werk in den Kontext des Surrealismus und Artauds eigener Schriften sowie zeitgenössischer Forschungsliteratur einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Brüche im Stück, die Symbolik der Bühnenbilder und die Rolle von Traumsequenzen für die Struktur des Dramas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Surrealismus, Le jet de sang, Antonin Artaud, Unlogik, Theater und Bewusstseinsveränderung.

Wie deutet Artaud den vom Himmel fallenden „Alambic“?

Der Alambic steht als Symbol für die Trennung von Stoffen, was im Stück die Trennung des Liebespaares einleitet.

Was bedeutet das plötzliche Wechseln des Priesters ins Schweizerdeutsche?

Dies unterstreicht die Abkehr vom Rationalen und die Nutzung eines sonoren Zeichensystems, das den Zuschauer irritieren soll.

Inwiefern spielt der Inzest eine Rolle in der Interpretation?

Der Inzest dient als Element der Gesellschaftskritik, um die normierten moralischen Vorstellungen zu hinterfragen und zu untergraben.

Gibt es eine kausale Verbindung im Stück?

Das Stück verzichtet weitgehend auf Kausalität, wobei Artaud lediglich auf einer Metaebene durch eine innere Gesetzmäßigkeit der Bilder Zusammenhänge stiftet.

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Detalles

Título
Surrealistische Theatertheorie. Antonin Artaud "Le jet de sang"
Universidad
University of Kassel  (Institut für Romanistik)
Curso
Surrealistische Theatertheorie
Calificación
10
Autor
Niklas Werner (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
16
No. de catálogo
V339379
ISBN (Ebook)
9783668289253
ISBN (Libro)
9783668289260
Idioma
Alemán
Etiqueta
surrealistische theatertheorie antonin artaud
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Niklas Werner (Autor), 2014, Surrealistische Theatertheorie. Antonin Artaud "Le jet de sang", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339379
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