Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart wurde und wird die Medizinethnologie auf verschiedenste Art und Weise in den unterschiedlichen Kontexten definiert und abgegrenzt. Die Medizinethnologie gilt folglich als kulturwissenschaftliche Erforschung von Medizin, Krankheitsbildern und deren Gesundheitsstörungen in Verknüpfung mit ihrer kulturellen Umgebung. Generell lassen sich Medizinsysteme in große und kleine Systeme unterteilen, die grob dem Umfang der jeweils zurechenbaren Traditionsgemeinschaften entsprechen.
Inhaltsverzeichnis
1. Medizinethnologie
2. Medizinischer Pluralismus mit Erläuterungen anhand der indischen Heilkunst: Ayurveda
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Medizinethnologie als Forschungsdisziplin zu definieren und das Konzept des medizinischen Pluralismus anhand einer Differenzierung zwischen großen und kleinen Medizinsystemen zu verdeutlichen, wobei die ayurvedische Heilkunst als exemplarisches Fallbeispiel dient.
- Definition und kulturwissenschaftliche Abgrenzung der Medizinethnologie
- Differenzierung zwischen Medizinsystemen (great-tradition vs. little-tradition medicine)
- Die Rolle der Humoraltheorie und Körpersäfte in professionellen Medizinsystemen
- Ganzheitlichkeit und Wechselwirkungen in der ayurvedischen Heilkunst
- Strukturelle Unterschiede zwischen institutionell verankerten Systemen und rituellen Heilweisen
Auszug aus dem Buch
Medizinischer Pluralismus mit Erläuterungen anhand der indischen Heilkunst: Ayurveda
Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart wurde und wird die Medizinethnologie auf verschiedenste Art und Weise in den unterschiedlichen Kontexten definiert und abgegrenzt. Die Medizinethnologie gilt folglich als kulturwissenschaftliche Erforschung von Medizin, Krankheitsbildern und deren Gesundheitsstörungen in Verknüpfung mit ihrer kulturellen Umgebung.
Generell lassen sich Medizinsysteme in große und kleine Systeme unterteilen, die grob dem Umfang der jeweils zurechenbaren Traditionsgemeinschaften entsprechen (Leslie 1976:2). Der Grund für die große Zahl an Medizinsystemen auf der Welt liegt im Prozess der Sozialisierung eines jeden Volkes bzw. einer Gesellschaft begründet: „a social mechanism that transforms generalized inputs (manpower, mandate, knowledge, money) into spezialized outputs in the form of medical services aimed at the health problems of society“ (ebd.:85). Leslie unterscheidet die praktizierenden Medizinsysteme auf der einen Seite in großen Traditionsbereichen als great-tradition medicine und auf der anderen Seite die kleinen Medizinsysteme als little-tradition medicine (ebd.:2).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Medizinethnologie: Dieses Kapitel führt in das Fachgebiet ein und definiert Medizinethnologie als kulturwissenschaftliche Untersuchung von Krankheitskonzepten innerhalb ihres sozialen und kulturellen Umfelds.
2. Medizinischer Pluralismus mit Erläuterungen anhand der indischen Heilkunst: Ayurveda: Dieser Abschnitt analysiert Medizinsysteme hinsichtlich ihrer Organisationsform, der Bedeutung von Körpersäften für das Krankheitsverständnis und erläutert anhand von Ayurveda die Bedeutung von Ganzheitlichkeit und Gleichgewicht.
Schlüsselwörter
Medizinethnologie, Medizinischer Pluralismus, Medizinsysteme, Great-tradition medicine, Little-tradition medicine, Ayurveda, Humoraltheorie, Tri-Doshas, Vata, Pitta, Kapha, Ganzheitlichkeit, Professionelle Medizin, Kulturanthropologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Medizinethnologie und der Klassifizierung verschiedener Medizinsysteme weltweit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die kulturwissenschaftliche Definition von Medizin, die Unterscheidung zwischen großen und kleinen Medizinsystemen sowie die Funktionsweise der ayurvedischen Heilkunst.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Medizinsysteme durch kulturelle Prozesse entstehen und welche Rolle die Humoraltheorie in der Konzeption von Gesundheit und Krankheit spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse der Medizinethnologie unter Heranziehung etablierter Fachliteratur (u.a. Charles Leslie) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird die Unterscheidung zwischen "great-tradition" und "little-tradition" Medizin sowie die Praxis des Ayurveda detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Medizinethnologie, medizinischer Pluralismus, Ayurveda und Humoraltheorie bilden das begriffliche Fundament.
Wie definiert Leslie Medizinsysteme?
Leslie definiert sie als soziale Mechanismen, die allgemeine gesellschaftliche Ressourcen in spezialisierte medizinische Dienstleistungen umwandeln.
Was sind die Tri-Doshas im Ayurveda?
Die Tri-Doshas (Vata, Pitta, Kapha) sind die drei Naturprinzipien, deren Gleichgewicht im Körper die Voraussetzung für Gesundheit darstellt.
Wie grenzen sich kleine Medizinsysteme ab?
Kleine Medizinsysteme sind lokal begrenzt, basieren auf kleinen Traditionsgemeinschaften und werden meist nur mündlich oder praktisch überliefert.
Welche Bedeutung hat das Ungleichgewicht der Körpersäfte?
Ein Ungleichgewicht der Säfte oder Doshas wird in den untersuchten großen Medizinsystemen als die direkte Ursache für Krankheit betrachtet.
- Quote paper
- Oxana Peters (Author), 2016, Medizinischer Pluralismus mit Erläuterungen anhand der indischen Heilkunst: Ayurveda, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339505