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Antipater und Sallust im Vergleich

Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Monographien

Title: Antipater und Sallust im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 19 Pages , Grade: 1, 0

Autor:in: Markus Hofbauer (Author)

Latin philology - Medivial and Modern Latin
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Als rhetorische Koryphäe erläutert Cicero in einem Brief an seinen Vertrauten Lucilius die Form, in welcher sein politisches Erbe die Zeiten überdauern sollte: eine monographische Darstellung. Insbesondere seine Vita, die vom Auf- und Abstieg eines homo novus geprägt war, fordere es geradezu heraus, die dramatischen Schicksalsschläge von den übrigen Ereignissen gesondert auszuschöpfen, um dem Rezipienten ein reichhaltiges Lesevergnügen darzubieten. Die Wurzel eben jener skizzierten Anforderungen, die Cicero ein ihm ebenbürtiges, literarisches Antlitz verleihen sollten, erkennt Atticus in de legibus bei den historiae des renommierten Advokaten Coelius Antipater, der dem Zweiten Punischen Krieg in der ersten römischen Monographie ein leuchtendes Denkmal setzte. An dieses Oeuvre knüpfte Sallust, dessen Monographien, die Coniuratio Catilinae und das Bellum Iugurthinum, das „einzige in frischen Farben übrig gebliebene Bild in der sonst völlig verblassten und verwaschenen Tradition dieser Epoche“ darstellen, formal an. Die Gattungswahl begünstigt daher einen Vergleich in den Instrumentarien, um den geschichtlichen Verlauf darzustellen.

Im Folgenden werden zunächst die Proömien behandelt, wobei deren Intention eine herausragende Rolle spielen wird. Dies soll die Grundlage bilden, um in einem nächsten Schritt ausgewählte Elemente der geschichtlichen Ausgestaltung vergleichen und interpretieren zu können. In diesem Punkt ist anzumerken, dass aufgrund der fragmentarischen Überlieferung der historiae, die nach Herrmann zitiert worden sind, eine akribische Untersuchung kaum möglich ist. Schließlich wird das Ende dieser Arbeit ein Fazit zieren, das einen Schluss

Excerpt


Inhaltsübersicht

I. Einleitung

II. Ausgewählte Elemente der Monographien im Vergleich

II. 1. Das Proömium

II. 2. Der Aufbau und die Konzeption

II. 3. Der stilistischer Anspruch und die künstlerische Formgebung

II. 4. Die orationes fictae

II. 5. Die Exkurse und Digressionen

a) Geographische und ethnographische Exkurse

b) Der Sittenverfall im Exkurs

II. 6. Die Personenporträts und Charakterentwicklung

II. 7. Die episodenhaften Erzählungen

III. Fazit

IV. Bibliographie

IV. 1. Quellen

IV. 2. Sekundärliteratur

Zielsetzung und thematischer Fokus

Diese Arbeit untersucht vergleichend die historiographischen Instrumentarien und die künstlerische Gestaltung der Monographien von Sallust sowie die Fragmente des Coelius Antipater, um deren unterschiedliche Zielsetzungen und Erzählweisen offenzulegen.

  • Vergleich der Proömien und der moralisierenden Intentionen der Autoren.
  • Analyse von Aufbau, Komposition und dem gezielten Einsatz von Exkursen.
  • Untersuchung des stilistischen Anspruchs und der Verwendung rhetorischer Kunstmittel.
  • Bewertung der Charakterentwicklung und der Funktion der orationes fictae (fiktive Reden).
  • Einordnung der Werke in die zeitgenössischen historiographischen Strömungen.

Auszug aus dem Buch

II. 3. Der stilistische Anspruch und die künstlerische Formgebung

Die satura an Emotionen, die CICERO in seiner historiographischen Auffassung hervorrufen wollte, verlangten Stilelemente der hellenistischen Literatur, die seit ANTIPATER über SISENNA hinfort die Kunstsprache SALLUSTS beeinflussten. Daher fand auch bei SALLUST der ennianische color poeticus Eingang, wie in der hexametrischen Ausgestaltung zu Beginn der Werke deutlich wird. Größere Aufmerksamkeit verlangt SALLUST dem Leser aber durch die Inkonzinnität ab, also „dem Bestreben, Satzglieder stilistisch gleicher Funktion syntaktisch verschieden zu gestalten“, die nicht nur einzelne Satzglieder, sondern den ganzen Periodenbau betrifft: „[…] item in agmine in primis modo, modo in postremis, saepe in medio adesse, ne quispiam ordine egrederetur, ut cum signis frequentes incederent, miles cibum et arma portaret“ (SALL. Iug. 45, 2; Vgl. 7, 1). Jedoch ist darin keine gleichbleibende Tendenz zur Erzeugung eines Rhythmus zu konstatieren, da SALLUST eine diametrale Diktion zu ANTIPATER ankündigt: „[…] facta dictis exaequanda sunt“ (SALL. Cat. 3, 2). Bei den historiae hingegen ist der Stil die zweite tragende Säule, auf deren Basis ANTIPATER als „einzig richtiger Stilist zwischen CATO und SISENNA gelten konnte“. Diese Professionalisierung drückt sich in der imitatio des Asianismus aus: So äußert sich CICERO negativ darüber, dass er sich der traiectio verborum bedient, um dem Werk einen besseren Fluss zu verleihen. Konkret kündigt ANTIPATER damit im Vorfeld eine Kollision rhetorischer virtutes an: Er opfere die compositio zugunsten eines Prosarhythmus. Kurze und aufgelöste Satzgebilde waren die Folge.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Gattungswahl der Monographie als Mittel zur Darstellung politischer Hinterlassenschaften und umreißt das methodische Vorgehen beim Vergleich von Sallust und Coelius Antipater.

II. Ausgewählte Elemente der Monographien im Vergleich: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen literarischen Gestaltungsmittel, wie Proömien, Erzählstruktur, Stilistik, Reden, Exkurse sowie Charakterzeichnungen.

II. 1. Das Proömium: Die Analyse zeigt, wie beide Autoren ihre Werke inhaltlich einleiten, wobei Sallust stark moralisierend und Antipater eher methodisch-quellenkritisch agiert.

II. 2. Der Aufbau und die Konzeption: Hier werden die unterschiedlichen Kompositionstechniken untersucht, mit denen beide Historiker den Handlungsverlauf und das Erzähltempo steuern.

II. 3. Der stilistischer Anspruch und die künstlerische Formgebung: Dieses Kapitel vergleicht den ennianisch beeinflussten Stil Antipaters mit dem archaisierenden, prägnanten Nominalstil Sallusts.

II. 4. Die orationes fictae: Es wird die Funktion fiktiver Reden zur Charakterisierung und politischen Positionierung innerhalb der historischen Erzählung erörtert.

II. 5. Die Exkurse und Digressionen: Die Untersuchung beleuchtet den Einsatz von Exkursen zur Geographie und Ethnographie sowie deren Funktion für die moralische Deutung der Geschichte.

II. 6. Die Personenporträts und Charakterentwicklung: Dieses Kapitel analysiert, wie Personenbeschreibungen als Typen zur Darstellung gesellschaftlicher Degeneration oder heldenhafter Virtus genutzt werden.

II. 7. Die episodenhaften Erzählungen: Es wird aufgezeigt, wie Anekdoten und Einzelszenen als Spannungselemente oder zur Illustration historischer Wendepunkte dienen.

III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Unterschiede der Autoren primär in ihrer historiographischen Absicht und ihrem Sujet liegen, während sie ähnliche literarische Mittel unterschiedlich nuancieren.

Schlüsselwörter

Sallust, Coelius Antipater, Historiographie, Monographie, Proömium, orationes fictae, Exkurse, Sittenverfall, Virtus, römische Geschichte, Stilistik, Rhetorik, Antike, Narrativik, Quellenkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet einen vergleichenden Blick auf die historiographischen Monographien von Sallust und die Fragmente des Coelius Antipater, um deren Arbeitsweisen und literarische Intentionen zu kontrastieren.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören die Struktur der Prologe, die stilistische Gestaltung, der gezielte Einsatz von Exkursen sowie die Verwendung fiktiver Reden zur Charakterisierung von Akteuren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu klären, wie sich Sallust formal und inhaltlich an Antipater anschloss und inwiefern sich ihre Ansätze in der historischen Darstellung unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die sowohl die Texte selbst als auch die philologische Sekundärliteratur heranzieht, um die kompositorischen Unterschiede herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung formaler Elemente, von der Einleitung und dem Aufbau über stilistische Merkmale bis hin zu spezifischen Erzählformen wie Personenporträts.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind hierbei der "Sittenverfall", die "rhetorische Durchformung", der "archaisierende Stil" sowie die "historiographische Absicht".

Inwieweit spielt die Rhetorik eine Rolle für die behandelten Historiker?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Rhetorik bei beiden ein entscheidendes Werkzeug ist, wobei sie bei Antipater stärker zur Steigerung der Lesefreude dient, während sie bei Sallust vor allem die moralische Botschaft unterstreicht.

Wie unterscheidet sich die Nutzung von Exkursen zwischen den Autoren?

Während Antipater Exkurse oft als abwechslungsreiche Einlagen nutzt, bindet Sallust sie strategisch in seine argumentative Struktur ein, um gesellschaftliche Degeneration und ursächliche Zusammenhänge zu verdeutlichen.

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Details

Title
Antipater und Sallust im Vergleich
Subtitle
Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Monographien
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für alte Sprachen – Klassische Philologie – Lehrstuhl Latein)
Course
Die römischen Historiker der Republik
Grade
1, 0
Author
Markus Hofbauer (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V340101
ISBN (eBook)
9783668297388
ISBN (Book)
9783668297395
Language
German
Tags
antipater sallust vergleich gemeinsamkeiten unterschiede monographien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Hofbauer (Author), 2015, Antipater und Sallust im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340101
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