Die Auswirkung von speziell zugeschnittenen Medientaxonomien auf die Wahl geeigneter Medien für den Lehr-/Lernprozess


Hausarbeit, 2016

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einführung

2. Forschungsidee und Grundkonzept

3. Vorgehen und Methodik zu Erstellung einer zugeschnittenen Medientaxonomie

4. Theoretische Umsetzung der angefertigten Medientaxonomie

5. Ergebnisse und gewonnene Erkenntnisse bei der Arbeit mit einer speziell zugeschnittenen Medientaxonomie
5.1 Darstellung der einhergehenden Effekte
5.2 Interpretation und Wertung
5.3 Reflexion der Erkenntnisse

6. Fazit

7. Literatur und Quellenangabe

1. Einführung

Das Modul Wissenschaftstheorie und berufs- (feld-) spezifische Forschung ist Bestandteil des konsekutiven Master-Studiengangs Höheres Lehramt an berufsbildenden Schulen in der beruflichen Fachrichtung Elektrotechnik. Da die Lehrveranstaltung am Ende des gesamten Studiums verortet ist, wird der Fokus auf die wissenschaftlichen Erkenntnistheorien und die einhergehenden Methoden gelegt. Dazu werden den Studierenden verschiedene Modelle aufgezeigt sowie deren historische Entwicklung beschrieben. Dabei wird zunächst ein Überblick über die unterschiedlichen Theorien gegeben, damit die Studierenden bei ihren Überlegungen und Vorgehen auf ein breites Spektrum an Ansätzen zurückgreifen können. Nachdem sie ein Thema sowie ein geeignetes Vorgehen gewählt haben, können die Studierenden in Einzelsitzungen mit der dozierenden Person das weitere Vorgehen besprechen. Sie erhalten dort themenbezogene Hinweise für geeignete Literatur und Ratschläge für das korrekte wissenschaftliche Vorgehen.

Das Pflichtmodul „… schafft, je nach Lage, […] Voraussetzungen für die Erprobung und Evaluation von Lernkonzepten im Blockpraktikum B.“[1] Da die Lehrveranstaltung vor dem Praktikum lag, wurden die gewonnenen Erkenntnisse genutzt, um Lernszenarien zu erstellen, welche die Möglichkeit bieten berufsdidaktischen Fragestellungen nachzugehen. Dabei wurden Methoden erstellt, die Ergebnisse interpretiert und die entwickelten Konzepte evaluiert.[2]

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Darlegung jener Vorgehensweise. In den folgenden Gesichtspunkten wird erläutert wie die Fragestellung dieser Arbeit aus den Vorgedanken geschlussfolgert wurde. Ebenso wird gezeigt wo das Thema und die wissenschaftlichen Methoden einzuordnen sind. Dadurch wird der Rahmen jener Arbeit abgedeckt und der theoretische Hintergrund ersichtlich. Ein wesentlicher Bestandteil ist das Arbeiten mit bestehenden lerntheoretischen Orientierungen und die theoretische Umsetzung jener Ansätze. Diese werden bei der Erstellung des Lernarrangements, dem evaluierenden Vorgehen sowie bei der Wertung der Ergebnisse dieser Arbeit berücksichtigt. Daher werden zunächst die lerntheoretischen Ansätze, welche dem Lehr-/Lernprozess an der berufsbildenden Schule zugrunde liegen, beschrieben und erläutert und danach für das eigene Vorgehen genutzt.

Die Kompetenzen, die bei jenen Vorhaben erworben werden, sind wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten für die Erstellung der zukünftigen Masterarbeit. Gerade die gewonnen Erkenntnisse beim wissenschaftlichen Arbeiten, bei dem Umgang mit Fachliteratur und der Ausarbeitung von aussagekräftigen Argumenten zur Belegung von entwickelten Thesen sind essentielle, wissenschaftstheoretische Grundlagen. Daher ist ein persönliches Interesse an dieser Lehrveranstaltung nicht nur einen Einblick, sondern auch Erfahrungen im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens zu erhalten, um diese für kommende Projekte zu nutzen. Des Weiteren erhoffe ich mir Erkenntnisse für die berufliche Praxis. Eine Lehrkraft beobachtet bzw. bewertet nicht nur die Klasse, sondern auch das eigene Vorgehen, die verwendeten Methoden, die genutzten Medien und vieles mehr. Daher ist es wichtig zu wissen, was überhaupt beobachtet werden kann und wie die gewonnen Informationen gewertet werden können. Die Kenntnisse von einem korrekten wissenschaftlichen Vorgehen können einem bei der eigenen Evaluierung helfen und damit auch den eigenen Unterricht verbessern.

2. Forschungsidee und Grundkonzept

Die Basis der wissenschaftlichen Betrachtung dieser Arbeit ist der Unterricht an der berufsbildenden Schule. Dazu gehören die Vorbereitungen mit der Analyse der Einflussfaktoren und der Planung des didaktischen Vorgehens, die Durchführung und die Nachbereitung mit der Auswertung und Reflexion des Unterrichtgeschehens. An den meisten Berufsschulen wird im Fachbereich Elektrotechnik in Lernfeldern unterrichtet. Diese werden in Lernsituationen unterteilt, welche komplexe Situationen schaffen in denen der Lernende mit berufstypischen Anforderungen konfrontiert wird. Dementsprechend unterliegt jener Unterricht der lerntheoretischen Position des situierten Lernens, welche kognitionstheoretische und konstruktivistische Ansätze enthält (vgl. Darstellung 1). Je nach Lernziel und Befähigung der Auszubildenden kann der Einfluss jener Ansätze bei der Gestaltung von Unterrichtsprozessen variieren. Jedoch ist die lerntheoretische Position des situierten Lernens immer ein Zusammenschluss kognitiver- und konstruktiver Lerntheorien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[3]

Bei der lerntheoretischen Position des situierten Lernens wird davon ausgegangen, dass „… – ausgehend von authentischen bzw. realistischen Problemstellungen – eine anwen-dungsorientierte Anregung und Unterstützung von Lernprozessen erfolgen soll.“[4]

Es sollen Lernarrangements entwickelt werden in denen die Auszubildenden Kenntnisse und Fähigkeiten entwickeln, die viabel sind. Dies bedeutet, dass die Lernenden Wissen gewinnen sollen, welches berufliches Handeln anleitet und Problemlösungen in der Praxisermöglicht.Jener Ansatz entstammt aus der konstruktivistischen Lerntheorie. Dort wird der Fokus auf den Inhalt und den individuellen Umgang mit Informationen gelegt. Unter solchen Aspekten dient die Lernumgebung als Orientierung. Die Lernenden konstruieren selbstständig ihr eigenes Wissen, um reale Situationen bewältigen zu können. Jedoch benötigen die Auszubildenden gewisse kognitive Strukturen, um zielführend zu arbeiten. Dieses Vorgehen kann durch geeignete Instruktionen durch die Lehrkraft initiiert werden. Dabei werden die Lernenden angeleitet und darauf hingewiesen wie sie mit den Informationen umgehen müssen, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen. Der Lerngegenstand sollte so gestaltet werden, dass er den Auszubildenden auf eine adäquate Art und Weise zugänglich ist. Jener Ansatz kann der kognitionstheoretischen Orientierung zugeordnet werden. Dort wird angenommen, „… dass ein Individuum – vor dem Hintergrund seiner Erfahrung, Kenntnisstände und seines Entwicklungsstadiums – Informationen in selektiver Weise aufnimmt, interpretiert und verarbeitet.“[5]

Wie bei der konstruktivistischen Lerntheorie stehen die internen Prozesse, welche die Wahrnehmung, Interpretation und Verarbeitung von Informationen beeinflussen im Vordergrund. Jedoch sind im strengen Sinne des Konstruktivismus keine Instruktionen durch die Lehrperson oder anderer Mittel vorgesehen. Dort ist Lernen ein Selbstorganisationsprozess bei dem Informationen nur als Unterstützung angeboten werden. In der Theorie des situierten Lernens vereinen sich die beiden Pole, da anleitende Maßnahmen in den Unterrichtsprozess involviert werden. Jene Zwischenposition übernimmt „… vom Konstruktivismus die Einsicht in die Bedeutung von handelndem Lernen in komplexen Situationen und Problemräumen. Gleichzeitig wird unterstellt, dass ein Lernender hierfür adäquate mentale Modelle oder andere elaborierte kognitive Strukturen braucht, deren Erwerb sich durch Instruktion erleichtern lässt, welche das benötigte Wissen explizit darstellt und organisiert.“[6]

„Sowohl für die Entwicklung als auch für die Anwendung von Medien in Lehr-/Lernprozessen spielt es eine wichtige Rolle, welches Verständnis die entwickelnde bzw. anwendende Person vom Lernprozess hat. Ob bewusst oder unbewusst – die individuellen Annahmen über Lernen, Wissen und den Prozess der Wissensaneignung beeinflussen die Gestaltung von Lehr-/Lernsituationen in jedem Fall maßgeblich. Die Kenntnis verschiedener Ansätze zum Lehren und Lernen kann zur Überprüfung und eventuell zur Änderung bisheriger persönlicher Vorstellungen anregen und zu einem reflektierteren Medieneinsatz in Bildungsprozessen sowie zur Analyse der Prozesse beitragen.“[7]

Demnach muss jene Lerntheorie bzw. jener Zusammenschluss von Lerntheorien bei der Gestaltung von Unterrichtsprozessen berücksichtigt werden. Dementsprechend wird auch die Wahl der genutzten Medien von jenen Theorien beeinflusst. Je nachdem welche Lerntheorie als Ausgangslage dient, können gestalterische Mittel unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden. Der Medieneinsatz im Unterricht hat gewisse Auswirkungen auf das Lernverhalten und den Lernerfolg. Inwieweit dies geschieht kann mithilfe der Lerntheorien und geeigneten Forschungsmethoden erklärt und zum Teil nachgewiesen werden.

Medien können während des Unterrichtsszenarios für unterschiedliche Zwecke genutzt werden. Sie können Prozesse und Sachverhalte aus dem Mikro- oder Makrobereich veranschaulichen bzw. sichtbar machen. Sie können Eindrücke vermitteln, wo eine direkte Erfahrungnicht möglich ist. Gerade im Fachbereich Elektrotechnik werden häufig Lernszenarien geschaffen in denen den Lernenden mithilfe von Medien Abläufe und Gegebenheiten gezeigt werden, die nicht oder kaum direkt beobachtet oder bearbeitet werden können. Dies können physikalische Phänomene im atomaren Bereich oder große Anlagen zur Energieversorgung sein. Zu diesem Zweck kann der Lerngegenstand auf andere Medien übertragen werden, welche die komplexen Strukturen vereinfachen und die relevanten Details verdeutlichen. Dementsprechend können Medien Lehrfunktionen übernehmen. Dadurch wird die Lehrperson in einzelnen Phasen entlastet, da die nötigen Informationen durch das Medium widergegeben werden. Dies kann beispielsweise in der Phase der Aufgabenstellung, wenn Problemsituationen aufgezeigt werden oder in den Phasen der Erarbeitung, wenn unterstützende Informationen dargelegt werden, geschehen. Je nachdem für welchen Zweck Medien im Unterrichtsgeschehen genutzt werden, kann dies unterschiedliche Anforderungen an das Medium haben.Verschiedene Medien können unterschiedliche Resultate bewirken und dies muss in der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden. Manche Informationsträger sind für die Erreichung bestimmter Lernziele besser geeignet als andere. Ein Lerngegenstand kann auf verschiedene Art und Weise dargelegt und vermittelt werden. Dies ist abhängig von dem Vorhaben der geplanten Unterrichtssequenz. Bei der Einführung eines neuen Themengebiets sind gewisse Medientypen angemessener als jene, die den Auszubildenden zusätzlich verwirren. Doch woher bzw. wie weiß der Lehrende welches Medium für welche Situation geeignet ist und nach welchen Kriterien kann ´die Lehrkraft geeignete Medien auswählen?

Medien haben bestimmte Merkmale. Diese können nach den Erfahrungsformen, der Sinnes-modalität, den Darstellungsformen, den Gestaltungstechniken sowie den Ablaufstrukturen unterschieden werden.[8] Hier soll die Erfahrungsform näher betrachtet werden. Dabei lassen sich die Formen der Erfahrung in reale, modellhafte, abbildhafte und symbolische Formen unterteilen. Eine reale Form liegt beim Beobachten oder Handeln in der Wirklichkeit vor. Die modellhafte Form tritt beim Lernen mit Modellen oder der Simulation von Situationen auf. Eine abbildhafte Form entsteht, wenn Informationen mithilfe von schematischen Darstellungen gewonnen werden. Bei der Aufnahme von Informationen durch verbale- oder nicht-verbale-Zeichen handelt es sich um symbolische Erfahrungsformen.[9]

In der Mediendidaktik werden die „… Erfahrungsformen auch Codierungsarten genannt, weil in Medien die gemeinten Inhalte nicht unmittelbar, sondern durch Zeichen bzw. Codes verschlüsselt dargestellt werden.“[10] Erst die Lernenden entschlüsseln die dargelegten Informationen und involvieren sie in vorhandenes Wissen. Diese Decodierung kann den Lernprozess unterstützen, aber auch erschweren. Unübersichtliche oder irreführende Grafiken können ebenso wie fehlende relevante Details den Lernerfolg hindern. Zudem kann die Kombination von verschiedenen Codierungsarten einen Einfluss auf das Lernverhalten haben. Dazu wurden unterschiedlicheUntersuchungen mit Bezug zu den Codierungsarten vorgenommen. Eine davon wurde von Mayer (1997) durchgeführt und beinhaltete eine Zusammenstellung verschiedener Studien zu Text-Bild-Kombinationen. Dabei wurden die Ergebnisse der Kombination zu den Ergebnissen bei der Darbietung einer einzigen Codierungsart (nur Text) im Hinblick auf die gewonnenen Fähigkeiten der Lernenden gegenübergestellt. Als Resultat der Untersuchung ergaben sich folgende Effekte:

[...]


[1] TU Dresden/Fakultät Erziehungswissenschaft: Studienordnung für die Berufliche Fachrichtung Elektrotechnik im konsekutiven Master-Studiengang Höheres Lehramt an berufsbildenden Schulen 2009, S. 8

[2] Vgl. Ebd.

[3] Darstellung 1: Lerntheoretische Positionen (vgl. Herzig, Tulodziecki 2010, S. 128)

[4] Herzig, Tulodziecki 2010, S. 146

[5] Ebd. S. 133

[6] Weidemann 1993, S. 12

[7] Czerwionka, Witt 2013, S. 47

[8] Vgl. Herzig, Tulodziecki 2010, S. 34

[9] Vgl. Ebd. S. 15

[10] Ebd. S. 34

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkung von speziell zugeschnittenen Medientaxonomien auf die Wahl geeigneter Medien für den Lehr-/Lernprozess
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Berufliche Fachrichtungen Berufliche Fachrichtung Elektrotechnik)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V340170
ISBN (eBook)
9783668297814
ISBN (Buch)
9783668297821
Dateigröße
772 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkung, medientaxonomien, wahl, medien, lehr-/lernprozess
Arbeit zitieren
Daniel Gebbert (Autor:in), 2016, Die Auswirkung von speziell zugeschnittenen Medientaxonomien auf die Wahl geeigneter Medien für den Lehr-/Lernprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340170

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