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Das Lebensskript im Märchen erkennen

Titre: Das Lebensskript im Märchen erkennen

Essai , 2016 , 4 Pages

Autor:in: Prof. Mag. Brigitte Prem (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Pédagogie, Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Menschen liegen Grundbilder menschlichen Verhaltens und menschlichen Denkens. Diese sind angeblich in allen Kulturen gleich.

Ungeheure psychische Wirkungskraft der Märchen:
Wenn der Mensch sich bewusst wird, nach welchen Bildern sich sein Leben ausrichtet, gibt ihm das die Freiheit, Einfluss zu nehmen, und das steigert sein Wohlbefinden. Da Märchen Ausdruck dieser Bilder sind, können sie helfen.
Gegenläufigen Teile der Persönlichkeit erkennen:
Es gibt negative Züge im Menschen wie ein gestörtes Verhältnis zur Autorität, dargestellt in der bösen Stiefmutter. Diese zu erkennen hilft sie zu meistern.

DER VATER MORDET DEN SOHN
Seit 5000 Jahren gibt es Väter, die ihre Söhne ermorden. Warum?
Die Tatsache, dass dieses Motiv in drei so verschiedenen Sprachen erzählt wird, lässt wohl darauf schließen, dass vor vielen tausend Jahren, als diese Sprachen noch Dialekte waren, etwas geschehen ist, dass die Menschen völlig erschütterte, sodass es jahrtausende lang weiter erzählt und auf verschiedene Personen übertragen wurde.
Irischer Mythos: Conlai betritt die Atlantik-Küste in Ulster, die Heimat seines Vaters Cucullain Der Sohn, den Aife dem Cuchullain geboren hatte, wurde Conlai genannt. Als viele Jahre vergangen waren, bat Conlai, Cuchullain´s Sohn, seine Mutter Aife, ihn ziehen zu lassen, um seinen Vater zu suchen. Die Edlen von Ulster waren an der Küste am Atlantik versammelt. Da kam in einem Boot Conlai an das Ufer. Conlai weigerte sich, seinen Namen zu sagen. Einer nach dem anderen der Edlen kämpfte gegen Conlai, jeden besiegte er. Endlich griff ihn Cuchullain an. Seine Frau Emer warnte ihn, aber er hörte nicht auf sie. Nachdem Cuchullain Conlai getötet hatte, erkannte er am Schmuckstück seinen Sohn.

Cuchullain und Conlai erleben die Problematik des von der Gesellschaft nicht anerkannten Sohnes. Im althochdeutschen Hildebrandslied lehnt Hadubrand seinen Vater Hildebrand ab, weil dieser 30 Jahre abwesend war und Hadubrand nicht wollte, dass er Besitzansprüche stellte. Auch Hildebrand tötet seinen Sohn Hadubrand. Der persische Rostam tötet seinen Sohn im Kampf, dem er im feindlichen Heer gegenübersteht.

Laut dem Psychologen Jürgen Zeuner fühlen Menschen sich wohler, wenn sie sich klar werden, ob sie in ihrem Leben Vater oder Sohn entsprechen, wobei Vater für Autorität und Sohn für Abhängigkeit steht. Dabei ist zu beachten, dass der Sohn den Kampf will, der Vater, jedenfalls im Hildebrandslied, nicht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Lebensskript und Märchen

2. DIE ELTERNFIGUR

3. GESCHWISTERLIEBE UND GESCHWISTERHASS

4. DER JUNGE UND DER ALTE LIEBHABER

5. SCHLUSSFOLGERUNG

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Verbindung zwischen persönlichen Lebensskripten und archetypischen Mustern in Märchen sowie Mythen. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Märchen als Spiegel menschlicher Grundsituationen dienen können, um eigene unbewusste Lebenspläne zu erkennen, zu hinterfragen und gegebenenfalls neu zu gestalten.

  • Die Entstehung und Prägung von Lebensskripten durch frühe Kindheitserfahrungen.
  • Die symbolische Bedeutung der Elternfiguren, insbesondere der Rolle der Stiefmutter.
  • Dynamiken von Geschwisterbeziehungen zwischen Unterstützung und Rivalität.
  • Die archetypische Darstellung des alternden Liebhabers und die resultierende Fluchtdynamik.

Auszug aus dem Buch

DIE ELTERNFIGUR:

Zur Stiefmutter: Die Stiefmutter kommt nicht gut weg; das ist nicht nur im Märchen sichtbar, sondern auch in dem Ausdruck "stiefmütterlich". Warum, weiß ich nicht, denn ich kenne viele gute Stiefmütter, nicht nur heute, sondern auch aus der Literatur von früher "Viola Tricolor" von Theodor Storm etwa oder Marie von Ebner-Eschenbach.

Eine moderne Deutung ist ja, dass der Begriff Mutter idealisiert worden war und bei der Darstellung von Elternproblemen daher statt Mutter Stiefmutter eingesetzt worden ist. Das glaube ich eher nicht, denn bei den Märchen, die sich offensichtlich bis in die Bronzezeit zurück verfolgen lassen, IST es die Stiefmutter. Darauf komme ich noch. Vorerst: Es ist ein ELTERNPROBLEM. Als die Stiefmutter Schneewittchens Herz (oder Leber) essen wollte, fragte ich mich schon als Kind: Wo bleibt der Vater? Der Vater spielt in all diesen Märchen eine eher schwächliche Rolle, auch wenn er die Kinder liebt. Fallweise versteckt er sie vor der Stiefmutter, aber dank ihrer Zauberkraft findet sie sie doch.

Zum Lebensskript zu dieser Märchenstruktur: Ich kenne niemanden, der nicht sein Leben irgendwo nach seinen Eltern ausrichtet, entweder, indem er etwas nachlebt oder indem er es bewusst anders macht oder indem er/sie es den Eltern recht machen will, auch, wenn diese schon tot sind, oder indem sie /sie ein dumpfes Gefühl hat: "Verzeih, Mama (oder Opa), aber ich bin nicht wie du."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lebensskript und Märchen: Einführung in die psychologische Bedeutung von Lebensskripten und die These, dass Märchen als Werkzeuge dienen, um diese zu erkennen und zu modifizieren.

2. DIE ELTERNFIGUR: Analyse der stiefmütterlichen und väterlichen Rollenbilder in Märchen und deren Einfluss auf die Ausrichtung des eigenen Lebensentwurfs.

3. GESCHWISTERLIEBE UND GESCHWISTERHASS: Untersuchung von Geschwisterkonstellationen in der Literatur als Ausgleichsmechanismus für elterliches Fehlverhalten oder als Quelle für Eifersucht und Konflikte.

4. DER JUNGE UND DER ALTE LIEBHABER: Darstellung des mythologischen Archetyps des alternden Liebhabers als übermächtige Figur, vor der nur die Flucht Schutz bietet.

5. SCHLUSSFOLGERUNG: Zusammenfassende Betrachtung des Lebensskripts als unbewussten Lebensplan, der durch die bewusste Auseinandersetzung mit Literatur und Märchen positiv beeinflusst werden kann.

Schlüsselwörter

Lebensskript, Märchen, Psychologie, Elternfigur, Stiefmutter, Geschwisterliebe, Geschwisterhass, Archetyp, Lebensplan, Literatur, Mythos, Übermächtiger Vater, Eifersucht, Kindheitserfahrungen, Identitätsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse von sogenannten Lebensskripten, also unbewussten Lebensplänen, und deren Korrespondenz mit archetypischen Mustern, die wir in klassischen Märchen und Mythen finden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die elterliche Prägung, die Dynamik von Geschwisterbeziehungen sowie der Einfluss übermächtiger Figuren auf die individuelle Lebensgestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Lesern zu vermitteln, wie die Reflexion über Märchenmotive dabei helfen kann, eigene Lebensmuster zu identifizieren und bewusste Entscheidungen für alternative Lebenswege zu treffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen literatur- und kulturanthropologischen Ansatz, indem sie Märchenmotive bis in die Bronzezeit zurückverfolgt und mit psychologischen Erkenntnissen nach Eric Berne verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer archetypischer Konstellationen: das Eltern-Kind-Verhältnis, das Geschwistergefüge sowie die Problematik des alternden Liebhabers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lebensskript, Märchen, Archetyp, elterliche Prägung und bewusste Lebensgestaltung.

Warum spielt die Stiefmutter eine so zentrale Rolle im Text?

Sie fungiert als archetypisches Symbol für ein tieferliegendes Elternproblem, das in Märchen seit Jahrtausenden thematisiert wird, um kindliche Ängste und Konflikte darzustellen.

Wie verhält sich der „übermächtige Vater“ in den untersuchten Mythen?

Der übermächtige Vater agiert oft zerstörerisch gegenüber dem Sohn, meist aus Machtanspruch, Unwissenheit oder Konkurrenzdenken heraus, was als Belastung in das Lebensskript eingehen kann.

Gibt es einen Ausweg aus den im Märchen dargestellten Problemen?

Ja, laut Autorin dient das Erkennen des Musters als erster Schritt, um das eigene Lebensskript bewusst umzuschreiben oder alternative Handlungsweisen im echten Leben zu wählen.

Was ist die Kernbotschaft zum Thema Geschwister?

Geschwisterliebe fungiert oft als Korrektiv für elterliches Versagen, während Geschwisterhass, etwa im Märchen „Die Kinder von Lir“, als destruktive Kraft durch Eifersucht dargestellt wird.

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Résumé des informations

Titre
Das Lebensskript im Märchen erkennen
Cours
"Hohe Schule des Schreibens"
Auteur
Prof. Mag. Brigitte Prem (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
4
N° de catalogue
V340260
ISBN (ebook)
9783668301757
Langue
allemand
mots-clé
lebensskript märchen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Prof. Mag. Brigitte Prem (Auteur), 2016, Das Lebensskript im Märchen erkennen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340260
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