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Die Inszenierung der Geschlechterverhältnisse in Hartmanns von Aue "Erec"

Titre: Die Inszenierung der Geschlechterverhältnisse in Hartmanns von Aue "Erec"

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 16 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Martin Hinz (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Möchte man sich mit einer klassisch literaturwissenschaftlichen Methodik einem Text nähern, so gibt es verschiedene Ansätze dies zu tun. Im Allgemeinen unterscheidet man drei große Theoriefelder: die textimmanenten Theorien (u.a. Strukturalismus, Hermeneutik), die interdisziplinären Richtungen, hier vorzugsweise der psychoanalytische Interpretationsansatz und schließlich die kulturwissenschaftlichen Interpretationsansätze (z.B. Gender Studies). Im Verlauf dieser Hausarbeit möchte ich den letztgenannten Ansatz auf Hartmanns von Aue höfischen Roman „Erec“ anwenden.

„Erec“ ist der erste Artusroman in deutscher Sprache und besticht durch sein Protagonisteninventar, also dadurch, dass der heldenhafte Ritter nicht alleine auf âventiure geht, sondern seine Frau auf die Reise mitnimmt. Diese Konstellation stellt eine Rarität dar und bietet neben der erzählerischen Weise einen Anstoß, die Inszenierung der Geschlechterrollen genauer zu betrachten.

Im Verlauf dieser Arbeit werde ich zunächst einen sehr groben Überblick über das Theoriefeld der Gender Studies im Allgemeinen und danach im Hinblick auf das Mittelalter geben. Es folgt eine ebenfalls theoretische Einführung, wie sich im Wechselspiel aus Individuum, Individualität und Identität ein Charakter während des Vorgangs der Sozialisation herausbildet, wie wir ihn in Erec und Enite vorliegen haben. Ich werde ausgewählte Passagen des Artusromans genauer unter dem Aspekt der Geschlechterrollendarstellung Erecs und Enites untersuchen und schließlich schildern, welche andere Formen der patriarchalischen Machtausübung auf Enite einwirken. Ferner wird die Frage aufgeworfen, ob das geschlechtliche Hierarchiegefälle in Hartmanns Roman explizite Intentionen des Autors wiedergibt, oder ob hier nur eine kontemporäre Spiegelung gesellschaftlicher Konventionen erfolgt, d.h., ob Hartmann unmotiviert handelt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Gender-Studies

II.I Gender-Studies und das Mittelalter

III. Das Wechselspiel zwischen Individuum, Identität und Individualität

IV. Erec und Enite

IV.I Die männliche Perspektive: Erec (ein ritter guot)

IV.II Die weibliche Perspektive: Enite (nâch wîplîchem site)

V. Formen emotionaler und sexueller Gewalt gegen Frauen

VI. Fazit

VII. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Inszenierung von Geschlechterrollen in Hartmanns von Aue Artusroman Erec. Das primäre Ziel ist es, die Genese und Modifikation von Identität der beiden Hauptfiguren zu analysieren und dabei das patriarchale Machtgefüge sowie Formen emotionaler und sexueller Gewalt gegen die Protagonistin Enite kritisch zu hinterfragen.

  • Anwendung von Gender-Studies auf mittelalterliche Literatur
  • Wechselspiel von Individuum, Identität und sozialer Rolle
  • Analyse der männlichen Perspektive (Erec) und weiblichen Perspektive (Enite)
  • Untersuchung von Machtstrukturen und Gewaltverhältnissen im Roman
  • Diskussion über die Intention des Autors im Kontext gesellschaftlicher Konventionen

Auszug aus dem Buch

IV.II Die weibliche Perspektive: Enite (nâch wîplîchem site)

Anders als Hartmanns adaptierte Version Erec, heißt Chrétien de Troyes Originalfassung Erec et Enide und stellt hiermit einen zentralen Bezug zur Plotstruktur her. Denn wie man meinen könnte, ist nicht Erec der wahre Protagonist, sondern das Paar als solches. Natürlich werden Erecs ruhmreichen Abenteuer dargestellt, doch ohne Enite würde der Roman sein Hauptcharakteristikum verlieren.

Zwar stellt Liebeswerbung ein wichtiges Element höfischer Literatur dar, doch was nach einer Vereinigung geschieht, findet wenig Beschreibungsbeispiele.

Auch finden sich in den drei folgenden Artusromanen von Hartmann nicht wieder eine derartige Personenkonstellation, nämlich, dass eine Frau den Ritter auf seiner aventiure-Fahrt begleitet, ja vielmehr er durch ihre Hilfe erst überleben kann. Diese Aufgabe, dem Mann beizustehen, kann theologisch interpretiert werden, denn in der Genesis heißt es, die Frau sei „dem Mann zur Hilfe“ (Genesis 2,18) geschaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Vorstellung des methodischen Ansatzes der Gender Studies zur Untersuchung der Geschlechterrollen im Erec.

II. Gender-Studies: Definition des Begriffs Gender als soziale Konstruktion und Erläuterung der Bedeutung für moderne und mediävistische Textanalysen.

II.I Gender-Studies und das Mittelalter: Auseinandersetzung mit historischen Geschlechtermodellen und der Übertragbarkeit moderner Analysetools auf mittelalterliche Texte.

III. Das Wechselspiel zwischen Individuum, Identität und Individualität: Analyse der soziopsychologischen Grundlagen, die zur Ausbildung höfischer Charaktere und Rollenerwartungen führen.

IV. Erec und Enite: Überblick über die Doppelweg-Struktur des Romans und die Charakterisierung des Protagonistenpaares.

IV.I Die männliche Perspektive: Erec (ein ritter guot): Untersuchung von Erecs Entwicklung, seiner Krise durch das verligen und der Wiederherstellung seiner ritterlichen Identität.

IV.II Die weibliche Perspektive: Enite (nâch wîplîchem site): Analyse von Enites Rolle als loyale Gefährtin, ihre Unterordnung im patriarchalen System und die interne Spiegelung ihrer eigenen Schwäche.

V. Formen emotionaler und sexueller Gewalt gegen Frauen: Reflexion über Gewaltstrukturen, Unterdrückung und das Objektbild der Frau innerhalb der aventiure-Fahrten.

VI. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Identitätsgenese und der Geschlechterhierarchie im Roman.

VII. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Erec, Gender Studies, Mittelalter, Identität, Geschlechterrollen, Enite, Patriarchat, höfischer Roman, Identitätsgenese, Sozialisation, aventiure, Gewalt gegen Frauen, Machtverhältnisse, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Konstruktion von Geschlechterverhältnissen in Hartmanns von Aue Artusroman Erec unter Anwendung kulturwissenschaftlicher Methoden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Identitätsbildung der Protagonisten, das Spannungsfeld zwischen individuellem Anspruch und gesellschaftlichen Normen sowie die patriarchale Machtausübung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll aufgezeigt werden, wie Hartmann die Geschlechterrollen inszeniert und ob dabei eine bewusste Kritik an gesellschaftlichen Konventionen oder eine bloße Spiegelung derselben vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der Gender Studies und interdisziplinäre kulturwissenschaftliche Interpretationsansätze zur literarischen Textanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Identität und Gender, eine detaillierte Analyse der Protagonisten Erec und Enite sowie eine kritische Untersuchung von Gewaltformen im Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen unter anderem Erec, Enite, Gender Studies, Identität, Patriarchat und mittelalterliche Literatur.

Warum ist das "Redeverbot" für Enite ein zentraler Punkt der Analyse?

Das Redeverbot unterstreicht Erecs Machtanspruch und seine patriarchale Autorität, wobei die Zuwiderhandlung Enites deren ambivalente Rolle als treue Ehefrau und Vermittlerin verdeutlicht.

Wie bewertet der Autor die Gewalt in der Episode mit dem Grafen Oringles?

Der Autor ordnet die physische Gewalt als Ausdruck sexueller Begierde ein, die Enite als Objekt betrachtet und ihre Stimme und Wünsche vollständig ignoriert.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit über die Charakterstärke von Enite?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Enite eine stärkere Persönlichkeit aufweist als Erec, da sie demütig und loyal als Stütze fungiert, während Erec durch seine Labilität aus dem Gleichgewicht gerät.

Ist der Roman laut der Arbeit als Kritik an patriarchalen Strukturen zu verstehen?

Nein, der Autor argumentiert, dass der Roman nicht als generelle Kritik gelesen werden sollte, da männliche Gewalt primär dann kritisiert wird, wenn sie ohne Grund erfolgt.

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Résumé des informations

Titre
Die Inszenierung der Geschlechterverhältnisse in Hartmanns von Aue "Erec"
Université
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophische Fakultät/Germanistik)
Cours
Hartmann von Aue- "Erec"
Note
1,0
Auteur
Martin Hinz (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
16
N° de catalogue
V340711
ISBN (ebook)
9783668304079
ISBN (Livre)
9783668304086
Langue
allemand
mots-clé
Arthusroman Hartmann von Aue Erec Gender Mediävistik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Martin Hinz (Auteur), 2015, Die Inszenierung der Geschlechterverhältnisse in Hartmanns von Aue "Erec", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340711
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Extrait de  16  pages
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