Unterrichtsentwurf gemäß §34 Abs. 4 OVP für die unterrichtspraktische Prüfung im Fach Sport zum zweiten Staatsexamen für das Lehramt der Sekundarstufe I und II zum Thema "Einführung in die Grundtechniken des Rugby unter Berücksichtigung des KAR- Modells nach NEUMEIER/MECHLING (1995)".
Jedes Handeln im Rugby erfordert Informationsverarbeitung und ist bestimmten Druckbedingungen ausgesetzt. Neumeier und Mechling entwickelten das sogenannte KAR- Modell, welches auf dem „koordinativen Anforderungsprofil“ basiert, das sich aus den beiden gleichwertigen Komponenten der Informationsanforderungen und der Druckbedingungen zusammensetzt. Neumeier/Mechling (1995) unterscheiden zwischen efferenter Informationsverarbeitung, die in kleinmotorische und großmotorische Aufgabenstellungen unterteilt ist. Hinsichtlich der afferenten Seite geht es um den Einsatz der für die motorische Kontrolle führenden Sinnesorgane (optisch, akustisch, taktil, kinästhetisch, vestibulär).
Inhaltsverzeichnis
1. Thema des Unterrichtsvorhabens
2. Thema der Unterrichtseinheit
3. Aufbau des Unterrichtsvorhabens
4. Sachanalyse
4.1 Wissenschaftspropädeutik
5. Begründung der didaktisch- methodischen Entscheidungen
6. Kompetenzbereiche in der Unterrichtseinheit
7. Ziele der Stunde (Unterrichtseinheit)
8. Artikulation
9. Literatur
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die methodische Einführung in die Grundtechniken des Rugbysports für eine Schulklasse unter Anwendung des KAR-Modells. Die Arbeit untersucht, wie koordinative Anforderungen in spezifischen Drucksituationen gezielt trainiert und in den Sportunterricht integriert werden können.
- Einführung in die technischen Grundfertigkeiten des Rugbys (Passen und Annehmen).
- Anwendung des KAR-Modells (Koordinatives Anforderungsprofil) zur Analyse von Bewegungsaufgaben.
- Gestaltung von Übungsformen unter gezielter Steigerung von Zeit- und Präzisionsdruck.
- Entwicklung der allgemeinen Spielfähigkeit durch die Auseinandersetzung mit ungewohnten Spielstrukturen.
- Einbeziehung passiver Schülerinnen und Schüler in den organisatorischen Unterrichtsprozess.
Auszug aus dem Buch
4. Sachanalyse
Rugby ist eine Mannschaftssportart, welche im Jahre 1823 in der gleichnamigen Stadt durch William Webb Ellis, als dieser erstmalig in einem Fußballspiel den Ball mit den Händen aufnahm und ihn ins gegnerische Tor legte, ihren Ursprung fand (Vgl. Bach, 1992, 8). Ziel ist es, den Ball durch Pass- und Laufspiel ins gegnerische Malfeld zu tragen. Die Verteidiger versuchen die Aktionen der Angreifer durch Halten zu unterbinden. Aus dieser Haltesituation entwickeln sich die für das Rugbyspiel typischen Gruppenkämpfe, bei denen mehrere Spieler gemeinsam um den Ball kämpfen. Hierdurch kommt es zu einer Ansammlung vieler Spieler auf engem Raum, was wiederum zur Folge hat, dass sich auf dem restlichen Spielfeld wenige Spieler in vergleichsweise weiten Räumen befinden.
Nachdem der Ball den Gruppenkampf wieder verlassen hat, erhöht sich für den Angreifer die Chance, durch geschicktes Lauf- und Passspiel die Verteidigungslinie zu überwinden. Bei dieser Angriffsaktion versuchen die Verteidiger den Raumgewinn des Gegners so schnell wie möglich zu verhindern. Wird die Verteidigungslinie erneut nicht überwunden, kommt es wieder zu einem Gruppenkampf. Die wiederholt sich solange, bis eine Verteidigungslinie überwunden wird oder das Spiel aus anderen Gründen, wie z.B. Foulspiel unterbrochen wird. Die Spielidee des Rugby hat mit anderen großen Mannschaftsspielen wie Hockey, Basketball oder Fußball die Grundidee gemeinsam, dass es ein Spielfeld, ein Spielgerät, zwei Mannschaften mit jeweils gleicher Anzahl an Spielern, zwei Ziele, Vorschriften für den Umgang mit dem Spielgerät (Spiel mit Hand, Fuß, usw.), sowie eine Wertung bei Erreichen des Ziels (Tor, Punkt, usw.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema des Unterrichtsvorhabens: Dieses Kapitel definiert das übergeordnete Thema Rugby unter Einbeziehung des KAR-Modells und ordnet es in das Bewegungsfeld der Sportspiele ein.
2. Thema der Unterrichtseinheit: Hier wird der Fokus konkret auf die Einführung und Schulung der Basistechniken innerhalb der Unterrichtsstunde gelegt.
3. Aufbau des Unterrichtsvorhabens: Dieses Kapitel gibt einen tabellarischen Überblick über die geplante Unterrichtsreihe, unterteilt in verschiedene Einheiten mit entsprechenden Stundenthemen.
4. Sachanalyse: Hier erfolgt eine sportwissenschaftliche Einordnung der Sportart Rugby und der spielimmanenten Grundprinzipien.
4.1 Wissenschaftspropädeutik: Dieses Unterkapitel erläutert theoretisch das KAR-Modell und die Bedeutung von Druckbedingungen für die Koordination.
5. Begründung der didaktisch- methodischen Entscheidungen: Hier werden die methodischen Entscheidungen für die einzelnen Phasen der Unterrichtsstunde pädagogisch begründet.
6. Kompetenzbereiche in der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel definiert die angestrebten Lernziele in den Bereichen Bewegungs-, Sach-, Methoden- und Urteilskompetenz.
7. Ziele der Stunde (Unterrichtseinheit): Hier werden das übergeordnete Ziel sowie spezifische Teillernziele auf motorischer, kognitiver und sozial-affektiver Ebene formuliert.
8. Artikulation: Dies stellt den detaillierten Verlaufsplan der Stunde inklusive Zeitplanung, Inhalten und Medien dar.
9. Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Fachliteratur zur Erstellung des Entwurfs auf.
Schlüsselwörter
Rugby, KAR-Modell, Sportunterricht, Passen, Annehmen, Koordinatives Anforderungsprofil, Druckbedingungen, Zeitdruck, Präzisionsdruck, Spielfähigkeit, Mannschaftssport, Bewegungsaufgaben, Sportdidaktik, Unterstufenunterricht, Leistungsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf beschreibt eine unterrichtspraktische Prüfung im Fach Sport, in der die Grundtechniken des Rugbys für Schüler der Sekundarstufe eingeführt werden.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Vordergrund?
Die zentralen Felder sind die Vermittlung technischer Grundfertigkeiten, das Training der Koordination unter Druck sowie die allgemeine Einführung in die Spielidee des Rugby.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist das Erlernen von Pass- und Annahmetechniken in Rugby-orientierten Übungsformen, um die Spielfähigkeit unter variablen Druckbedingungen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die methodische Grundlage bildet das KAR-Modell nach Neumeier und Mechling, welches auf dem koordinativen Anforderungsprofil (Informationsanforderungen und Druckbedingungen) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Sachanalyse des Rugbysports, der didaktischen Begründung der gewählten Übungsformen und der detaillierten Artikulation der Unterrichtsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Rugby, KAR-Modell, Koordinationsschulung, Zeitdruck, Präzisionsdruck und sportliche Spielfähigkeit.
Wie werden die passiven Schüler in das Geschehen eingebunden?
Kranke oder passive Schüler übernehmen organisatorische Aufgaben, indem sie an den Stationen Hilfestellung leisten und den aktiven Mitschülern die Übungen erläutern.
Warum wird Rugby im Schulsport als wertvoll erachtet?
Aufgrund der anders gearteten Spielstrukturen bietet Rugby ein einzigartiges Erfahrungsfeld, das einen hohen Beitrag zur Entwicklung allgemeiner Spielfähigkeit leistet.
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- Erika Wießner (Author), 2015, Einführung in die Grundtechniken des Rugby (Sport Sekundarstufe I und II), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340833