Der Fall Christian Wulff aus Sicht der Krisenkommunikation


Masterarbeit, 2012

196 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Krise und ihre Merkmale
2.1 Was ist eine Krise?
2.2 Krisenarten und -typen
2.3 Krisenphasen und ihr Verlauf

3. Kommunikation in der Krise
3.1 Krisen-PR: was ist das?
3.1.1 Einordnung
3.1.2 Anforderung und Ziele
3.2 Handlungsempfehlungen für einen professionellen Ablauf
3.2.1 Imagepflege und Reputationsmanagement
3.2.2 Issue-Management und Profiling
3.3 Typische Verhaltensweisen und potentielle Fehlerquellen
3.4 Strategiealternativen

4. Medien und Politik - ein Beziehungsgeflecht der speziellen Art
4.1 Medien als Krisenkatalysatoren
4.2 Von wechselnden Abhängigkeiten und gegenseitigem Anbandeln
4.3 Die Rolle der Spin Doctors Exkurs: Wulff und die Bild-Zeitung - was aus Freundschaft werden kann

5. Der Fall Wulff: Der Niedergang eines Bundespräsidenten
5.1 Vorwürfe, Verfehlungen und Verfahren
5.1.1 Die Sache mit dem Hauskredit
5.1.2 Die Verbindung zum Ehepaar Geerkens
5.1.3 Das Echo der Medien
5.1.4 Wulffs Reaktion
5.1.5 Eine angemessene Krisen-PR?
5.2 Das Verhältnis zu den Medien
5.2.1 Die Mailboxnachricht an den Chefredakteur
5.2.2 Wulffs Reaktion
5.2.2.1 Das TV-Interview
5.2.3 Eine angemessene Krisen-PR?
5.2.4 Das Echo der Medien
5.3 Der ominöse Nord-Süd-Dialog
5.3.1 Klüngelei zwischen Politik und Wirtschaft?
5.4 Urlaub auf Fremdkosten
5.4.1 Die Verbindung zu Filmemacher David Groenewold
5.4.2 Das Echo der Medien I
5.4.3 Die Rolle von Peter Hintze
5.4.4 Zum Rücktritt gezwungen!?
5.4.5 Das Echo der Medien II

6. Zwischenfazit
6.1 Bisherige Erkenntnisse
6.2 Ableiten der Forschungsfrage
6.3 Aufstellen der Forschungshypothesen

7. Empirische Untersuchung
7.1 Aufbau, Methode und Relevanz von Experteninterviews
7.2 Auswahl der Experten
7.3 Auswertung und Vergleich
7.4 Überprüfung der Hypothesen
7.5 Zusammenfassung der Ergebnisse

8. Fazit und Schlussbetrachtung
8.1 Diskussion der Ergebnisse
8.2 Die Lehren des Falles Wulff

9. Aufbauender Forschungsansatz

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Erscheinungsformen von Krisen nach Hamburger

Abbildung 2: Verlauf einer Unternehmenskrise nach Pohl

Abbildung 3: Modell der vier Krisenphasen nach Krystek

Abbildung 4: ARD-Deutschlandtrend vom 5. Januar 2012

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Krisenphasen nach Ditges/Höbel/Hofmann

Tabelle 2: Übersicht über die befragten Interviewexperten

Abstract

Die vorliegende Arbeit trägt den Titel „Der Fall des Bundespräsidenten Christian Wulff aus Sicht der Krisenkommunikation“. Sie geht der Forschungsfrage nach, ob das Krisenmanagement des Staatsoberhaupts die Krise um seine Person verschärft hat.

Ausgehend von dieser übergeordneten Frage wird untersucht, ob der Bundespräsident die Möglichkeit gehabt hat, seiner Krise frühzeitig entgegenzuwirken und bei entsprechenden präventiven Maßnahmen Fehler begangen hat. Ferner wird Wulffs Krisenmanagement auf seine Inhalte und seine Strategie analysiert und die organisatorische Ausrichtung seiner kommunikativen Aktivitäten geprüft. Abschließend soll die Bedeutung und die Auswirkungen der Mailboxnachricht und des TV-Interviews eruiert werden. Für die Durchführung dieser explorativen Studie wird das teil-standardisierte Experteninterview als empirische Untersuchungsmethode herangezogen.

Als Interviewpartner wurden fünf Personen ausgewählt, die von Berufs wegen mit dem politischen Alltag und dem Thema Krisenkommunikation vertraut sind und so über fundiertes Hintergrundwissen in dem forschungsrelevanten Fall verfügen. Ihre Aussagen und Ansichten zur Causa Wulff werden einer vergleichenden Analyse unterzogen. Am Ende seiner praktischen Untersuchung stellt der Autor die Ergebnisse zur Diskussion und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze zur Krisenkommunikation von Politikern.

Grundsätzlich muss Christian Wulff an vielen Stellen eine Fehlsteuerung seines Krisenmanagements und ein Versagen hinsichtlich der getroffenen Vorkehrungen zur Krisenabwehr attestiert werden. Der Bundespräsident hat die Eskalation seiner Krise und damit seinen Rücktritt durch diverse Versäumnisse und Verfehlungen selbst verschuldet.

Als verheerendste Fehler haben sich Wulffs absente moralische Einsicht und seine defensive Verteidigungstaktik ausgewirkt. Das Bestreben des Mauerns hat die Bedürfnisse der Medien nicht befriedigt und stattdessen neue Nachforschungen heraufbeschworen. Durch diese Haltung war den kommunikativen Aktionen des Bundespräsidenten ihre Wirkung entzogen. Seine Botschaften sind nicht mehr zur Öffentlichkeit durchgedrungen, wodurch Wulff seinen Kredit bei den ihm lange wohlgesonnen Bürgern verspielt hat.

1. Einleitung

„Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit“, hat der französische Moralist Joseph Joubert einst gelehrt.1 Sein Gebot soll uns Geheiß sein. Beginnen wir also anstatt mit Christian Wulff selbst zunächst mit seiner Frau - so wie sich das gehört.

Um sich Bettina Wulff zuzuwenden, bedarf es wahrlich keines großen Abstechers von ihrem Gatten. Zeit ihres Daseins stand die First Lady mit dem Staatsoberhaupt auf einer Stufe. Zugespitzt formuliert: Bettina Wulff hat die Position des Bundespräsidenten gleich mit bekleidet. In doppeltem Sinne quasi, als Edeljoker für ihren Mann. Überall dort, wo Christian Wulff von Amts wegen flanierte, erleuchtete die alles überstrahlende Aura seiner besseren Hälfte. Er selbst scheint das frühzeitig erkannt zu haben: „Christian Wulff hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass er seine Präsidentschaft als Teamarbeit verstehe, seine Frau war Partnerin, unbedingte Mitspielerin.“2

Dieses ingeniöse, staatstragende Tandem war auf Langfristigkeit ausgerichtet. Gehalten hat es ganze 598 Tage. Mit dem Rücktritt Christian Wulffs am 17. Februar 2012 war die kürzeste Amtsperiode aller deutschen Bundespräsidenten schon wieder passé. Über das Staatsoberhaupt hat sich eine mannigfaltige Krise ausgebreitet, die in ihrem Gardemaß Ihresgleichen sucht und in letzter Konsequenz Wulffs politische Existenz jäh beendet hat. Dieser Eigenschaften und besonderen Begleiterscheinungen wegen ist sie zum zentralen Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit auserkoren worden.

Ganz nebenbei hat die Krise um ihren Mann auch Bettina Wulffs Lebenstraum von einem glamourösen Leben im öffentlichen Antlitz zum Platzen gebracht. Der Boulevard versank in Melancholie: „Deutschland verliert die bisher ungewöhnlichste Ehefrau eines Bundespräsidenten!“3

Vor diesem Hintergrund sei die Frage gestattet, wie Bettina Wulff das Scheitern ihres Mannes, ihren plötzlichen Lebenswandel, wie sie all das erlebt und verarbeitet hat. Lange hat sie geschwiegen. Jetzt will sie schreiben. Ein Buch soll es sein. Die First Lady will Einblicke gewähren in das Leben und das Rollenspiel an der Spitze des Staates. Immerhin, sie erklärt sich. Man hätte dem Bundespräsidenten wünschen mögen, sie hätte es früher getan.

Vielleicht hätte Bettina Wulff ihren Gatten im Amt halten können. Verhindern können, dass er vor der Öffentlichkeit, den Medien, der Politik und der Justiz - kurzum: vor allen bedeutsamen Institutionen einer funktionierenden Gesellschaft - kapitulieren muss. Wer, wenn nicht sie?

Bettina Wulff ist studierte PR-Fachfrau. Sie kennt das Geschäft, weiß wie Medien ticken. Es ist eine von etlichen skurrilen Pointen im Fall Wulff, dass das deutsche Staatsoberhaupt zum Angriffsziel politischer Berichterstatter verkommen ist, obwohl es den Verteidigungsschild im wahrsten Sinne des Wortes zur Hand hatte. Die Expertin auf diesem Feld stand von Anbeginn an seiner Seite. Nur eingegriffen hat sie nicht. Oder etwa doch?

War es gar so, wie es dem Journalisten Dr. Hugo-Müller-Vogg schwant, dass sich Bettina Wulff in die kommunikativen Belange des Bundespräsidenten einzumischen versucht und so einen Keil zwischen ihren Mann und dessen langjährigen Mentor und Sprecher Olaf Glaeseker getrieben hat?4 Fakt ist: Als die Krise gravierende Ausmaße annahm, ging die erprobte Avantgardeperson Glaeseker von Bord. Christian Wulff war gezwungen, die Krise um seine Person mit anderer personeller Besetzung zu handeln als der über Jahre hinweg vertrauten. Ob das seine kommunikativen Aktivitäten geschwächt hat, soll im Verlauf dieser Arbeit eruiert werden.

„Der Fall des Bundespräsidenten Christian Wulff aus Sicht der Krisenkommunikation“, heißt der Titel der vorliegenden Untersuchung. Darin ist die Organisation und taktische Ausrichtung von Wulffs kommunikativen Aktivitäten nur ein Forschungsschwerpunkt, dem der Autor nachzugehen beabsichtigt. Sein Hauptbestreben ist die fundierte Analyse des gesamten bundespräsidialen Krisenmanagements. Dazu können die präventiven Maßnahmen zur Krisenabwehr, die gewählten strategischen Aktionen zur Eindämmung der Krise sowie deren erzielter Wirkung in der Öffentlichkeit gezählt werden.

Das Forschungsinteresse des Autors rührt von dem Verdacht her, dass der kommunikative Umgang des Bundespräsidenten mit der Krise selbige entscheidend beeinträchtigt hat. Als Indikator für diese These zieht der Autor den schwindenden Rückhalt Wulffs in der Bevölkerung heran. Die gesamte Causa Wulff hat sich ohnehin über einen sehr kleinen Zeitraum von lediglich zwei Monaten erstreckt. Da ist es umso mehr ins Gewicht gefallen, dass sich das öffentliche Ansehen des Bundespräsidenten binnen vier Wochen praktisch ins Gegenteil verkehrt hat. Im Rahmen einer Befragung des ARD-Deutschlandtrends haben am 21. Dezember 2011 noch 79 Prozent der Bevölkerung einen Rücktritt Wulffs kategorisch abgelehnt. Am 19. Januar 2012 hat bereits die Mehrheit für einen Rücktritt des Bundespräsidenten votiert.5 Ob für diese Entwicklung tatsächlich konkrete Ursachen in Wulffs Krisenmanagement auszumachen sind, soll im Verlauf dieser Arbeit mithilfe der Befragung von fünf ausgewiesenen Experten geklärt werden. Der Forschungsansatz dieser Arbeit bildet sich also in der Fragestellung ab: Hat das Krisenmanagement des Bundespräsidenten die Krise um seine Person verschärft?

Sich dieser Problematik anzunähern gedenkt der Autor auf Basis eines breit angelegten Literaturstudiums. Dazu nimmt er in Kapitel 2 zunächst eine eingehende Definition des Krisenbegriffs vor und leitet davon ausgehend verschiedene Krisenarten und -typen ab. Nebst versucht er, differente Krisenphasen zu identifizieren und deren Verlauf zu charakterisieren.

Kapitel 3 dient der Hinwendung auf die kommunikative Erwartungshaltung und die zu erbringenden Leistungen innerhalb einer Krise. Dazu wird der Begriff der Krisenkommunikation im großen Feld der Public Relations eingeordnet und der Versuch unternommen, konkrete Anforderungen und Ziele von Krisen-PR zu formulieren. Die angereicherten Handlungsempfehlungen und Strategieoptionen sollen im Zuge der späteren Gesamtbewertung des Falles Wulff abermals als prüfende Kriterien herangezogen werden.

In Kapitel 4 widmet sich der Autor dem speziellen Beziehungsgeflecht zwischen Medien und Politikern. Vor diesem Hintergrund eröffnet er einen Exkurs über das innige Verhältnis von Christian Wulff und der Bild-Zeitung.

Kapitel 5 ist Basisvoraussetzung für das Verständnis und die Beurteilung des Krisenfalls Wulff. Dazu listet der Autor die Geschehnisse der Causa chronologisch nach markanten Eckpunkten auf - angefangen von der Bild- Berichterstattung über den umstrittenen Hauskredit am 12. Dezember 2011 bis hin zu Wulffs Rücktrittserklärung am 17. Februar 2012. So werden etwa die Vorwürfe gegen Wulff in der Sache des umstrittenen Hauskredits, sein Mailboxanruf beim Chefredakteur der Bild-Zeitung6, Kai Diekmann, und die fragwürdige Beziehung zu Unternehmer David Groenewold ausführlich thematisiert. Gleichzeitig soll das mediale Echo des Bundespräsidenten dar- und eine erste Überprüfung seiner kommunikativen Handlungen angestellt werden.

In Kapitel 6 werden die Erkenntnisse des Literaturstudiums zusammengefasst und in den thematischen Gesamtzusammenhang eingeordnet. Basierend auf dieser Vorleistung leitet der Autor seine Arbeitshypothesen ab, mittels derer er die Forschungsfrage auf ihre Konsistenz hin überprüfen will.

Kapitel 7 kennzeichnet die eigentliche empirische Untersuchungsleistung dieser Arbeit. Mittels leitfadengestützter Interviews werden fünf ausgewählte Themenexperten zu relevanten Sachfragen der Wulff-Krise befragt. Ihre Aussagen sollen vergleichend miteinander analysiert werden. Der Autor erhofft sich durch diesen Schritt zusätzlich zu seinen theoretischen Vorleistungen einen fundierten Erkenntnisgewinn.

Kapitel 8 fasst die zentralen Erkenntnisse der Expertenbefragungen zusammen, zieht diese für die Auswertung heran und stellt die zu Tage geförderten Ergebnisse abermals in einen Gesamtzusammenhang. Darüber hinaus beabsichtigt der Autor, die Lehren des Falles Wulff unter dem Deckmantel der Krisenkommunikation als Ganzes zu betrachten.

In Kapitel 9 liefert der Autor abschließend noch Anreize für die aufbauende Forschung, für die die Erkenntnisse seiner Arbeit als Grundlage herangezogen werden können.

Die Krisenkommunikation im Fall Wulff ist bislang wissenschaftlich kaum untersucht worden. Arlt/Storz haben eine Fallstudie mit dem Namen „Bild und Wulff - Ziemlich beste Partner“ vorgelegt, auf die innerhalb dieser Arbeit (Kapitel 4 und 5) eingehend Bezug genommen wird. Sie rückt jedoch nicht die Krisenkommunikation des Bundespräsidenten als solche, sondern sein spezielles mediales Verhältnis in den Mittelpunkt.

Als weiterer inhaltlicher Anreiz kann die Langzeitstudie von Geiger/Steinbach herangezogen werden. Die Autoren haben bereits Mitte der 90er Jahre die Entwicklung politischer Skandale in Deutschland von 1949 bis 1993 analysiert. Ihre Ergebnisse werden ebenfalls an entsprechenden Stellen dieser Arbeit (vorrangig Kapitel 4) zu Rate gezogen.

Da ansonsten bis dato keine weiteren repräsentativen Forschungsergebnisse zu dem Thema Krisenkommunikation im Fall Wulff veröffentlicht worden sind, kann dem Vorhaben der vorliegenden Arbeit nach Diekmann ein explorativer Charakter zugeschrieben werden.7

2. Die Krise und ihre Merkmale

2.1 Was ist eine Krise?

Die alten Griechen müssen in vollendeter Weisheit gelebt haben. Ausgerechnet sie haben vor Urzeiten eine Bezeichnung aus der Taufe gehoben, die heute über das Schicksal ihrer Nachfahren entscheidet. Der Begriff Krise stammt vom griechischen „krisis“ ab und wurde einst als der Bruch einer kontinuierlichen Entwicklung gesehen. Inzwischen steht der Begriff für eine existenzbedrohende Situation oder benennt eine Entscheidungssituation, die den Höhepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt.8 Einem exakt solchen Szenario sieht sich der hochverschuldete Staat Griechenland aktuell ausgesetzt.

Da mutet es fast grotesk an, dass die „krisis“ einst auch als Unterhaltungselement eingesetzt wurde, etwa im antiken Drama. Dort tritt sie als alles entscheidender Höhepunkt auf, der das Geschick des Protagonisten entweder ins Tragische oder ins Erlösende wendet.9 Der Krise voraus geht turnusgemäß der Konflikt - eine Auseinandersetzung zweier Personen, Parteien etc., bei der die eine Seite etwas beansprucht oder fordert, was die andere Seite ignoriert oder zurückweist. Können die Beteiligten einen Konflikt nicht beilegen, kann daraus eine Krise resultieren.10

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass der Krise bisweilen auch ein etymologischer Ursprung im Lateinischen nachgesagt wird. Dort wird „crisis“ als Vokabel der Medizin verwendet, die den Höhe- und Wendepunkt einer Krankheit beschreibt.11 Merten macht auf die Mehrdeutigkeit des Wortes Krise aufmerksam. So charakterisiere es sowohl eine allgemeine, ungewisse schwierige Lage oder Situation als auch einen Zeitabschnitt, in dem eine Entscheidung gefällt oder eine zu bildende Meinung (im Sinn von Kritik) erzeugt werden oder eine entscheidende Wendung eintreten muss.12

In der einschlägigen Marketingliteratur werden Krisen etwas gestelzt als „unregelmäßige, nicht lineare und unvorhersehbare Störungen von Dynamik in verschiedenen Intervallen“ gekennzeichnet.13 Mit Blick auf das betriebswirtschaftliche Ausmaß von Krisen nimmt Krystek eine umfassendere Einordnung des Begriffs vor. Krisen könnten demnach verstanden werden als „ungeplante und ungewollte Prozesse von begrenzter Dauer und Beeinflussbarkeit, sowie mit ambivalentem Ausgang. Sie sind in der Lage, den Fortbestand der gesamten Unternehmung substantiell und nachhaltig zu gefährden oder sogar unmöglich zu machen. Dies geschieht durch die Beeinträchtigung bestimmter Ziele, deren Gefährdung oder gar nicht Erreichung gleichbedeutend ist mit einer nachhaltigen Existenzgefährdung oder Existenzvernichtung“.14

Nimmt die Entwicklung eines Ereignisses eine extreme Form, einen dauerhaft negativen Verlauf an, spricht man von einer Katastrophe (Kompositum aus dem griechischen kat á [„herab-“, „nieder-“] und str é phein [„wenden“], also eigentlich „Wendung zum Niedergang“).15 Vor diesem Hintergrund ist auch der Definitionsansatz im Bereich des staatlichen Krisenmanagements einzustufen. Eine Krise von dieser Tragweite kann demnach verstanden werden als „eine vom Normalzustand abweichende Lage, die durch ein Risikopotenzial gekennzeichnet ist, das Gefahren und Schäden für Leib und Leben von Menschen oder bedeutende Sachwerte oder schwerwiegende Gefährdungen des politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Systems in sich birgt“.16

Merten zufolge können sich Krisen nicht nur auf Behörden, Organisationen und (Staats-)Apparate, sondern auch auf Personen erstrecken.17 Deshalb hat die Literatur auch persönliche Auswirkungen einer Krise im Blick. Laut Ditges/Höbel/Hofmann ist sie für betroffene Person oft von bedrohlichem Charakter, weil sie bisherige Erfahrungen, Normen, Ziele und Werte infrage stellt.18 „Krisen legen persönliche Defizite offen. Für Betroffene sind sie Grenzerfahrungen, die Alltagsroutinen durchbrechen, in hohem Maße verunsichern, Selbstbilder ins Wanken bringen. An den Kontrollverlust, das Gefühl der diffusen Bedrohung, an das ungesicherte, existenzielle Ausgeliefertsein an einen unbeherrschbaren Prozess erinnert sich niemand gern“.19

Rother erstellt eine Art Schadenbericht von dem, was Krisen alles anrichten können. Krisen besitzen demnach folgende Eigenschaften:20

- Sie sind Wende- oder Höhepunkt einer potenziell gefährlichen Entwicklung, das heißt, sie können sich entweder positiv oder negativ auf ein Unternehmen, eine Organisation oder eine Person auswirken.
- Sie sind meist plötzliche, ungeplante, ungewollte und zeitlich begrenzte Ereignisse, die sich durch Situationen des Risikos, der Unsicherheit und des Zeitdrucks auszeichnen.
- Sie sind dynamisch und komplex.
- Sie bedrohen persönliche Ziele.
- Sie können Reputation oder Image zerstören.
- Sie können im Extremfall Existenzen vernichten.

Es mag verwunderlich anmuten ob der vorangegangenen Auflistung, doch nicht alles an einer Krise ist schlechter Natur - im Gegenteil. Unternehmen oder Personen können durchaus gestärkt aus einer Krise hervorgehen und positive Aspekte aus der Krise ziehen.21 „Die Krise hat auch ein zweites Gesicht: Sie ist die Chance zur wirklichen Veränderung. Ohne Krise gibt es keine Weiterentwicklung.“22 Dieser Punkt wird in Kapitel 3 noch ausführlicher abgehandelt.

2.2 Krisenarten und -typen

Eine Krise gefährdet Image und die Glaubwürdigkeit einer Marke, einer Person oder eines Unternehmens. Zu ihren typische Merkmalen zählen: überraschendes Auftreten, ungewöhnlicher Verlauf, unvorhersehbare Ergebnisse.23 Sie lässt sich oft nicht vorhersagen und nie am Reißbrett konzipieren. Sie kann auftreten, muss aber nicht.24 Gemessen an dem Grad ihrer öffentlichen Wahrnehmung, müssen Krisen von Mal zu Mal neu bewertet, aufbereitet und definiert werden.25

Mit Blick auf die Erscheinungsform einer Krise können dennoch verschiedene Krisenarten oder -typen differenziert werden. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihres Charakteristikums. Ditges/Höbel/Hoffmann sondieren zunächst rein oberflächlich zwischen Schadensereignis, Personenkrise, Naturkatastrophe, Entführung, Produkterpressung und Produktkrise. Nebst werden eine feindliche Übernahme, potentielle Gefahren, die im Laufe eines Gesetzgebungsverfahrens lauern, die wirtschaftlich-rechtlichen Rahmenbedingungen, die Bedrohung des Ansehens sowie eine Informationskrise als Krisentypus angefügt.26 Dies alles geschieht allerdings vordergründig unter unternehmerischen Gesichtspunkten. Da sich die vorliegende Arbeit jedoch ausschließlich auf die Belange des Bundespräsidenten Christian Wulff fokussiert, kann für die weiteren Untersuchungsschritte eine Personenkrise als Grundlage herangezogen werden.

Interessanter erscheint eine tiefgehendere Betrachtung von Krisen im Hinblick auf die Art und Weise ihres Auftretens: In der Literatur werden mitunter drei wesentliche Stufen von Krisen unterschieden: der Skandal, die Welle und die schleichende Krise.27 Der Skandal als überspitzte Form der Krise tritt plötzlich und unvorbereitet auf. Der Zeitpunkt des Einsetzens ist nicht vorherzusehen. „Dies ist die skandalträchtigste Situation, auf die die Medien in besonderer Weise ansprechen“.28

Die wellenförmige Krise hingegen ist geprägt durch kurzes Aufkeimen und sofortiges Abebben nach kurzer Eskalation. Möhrle will diese Form als „Dauerkrise mit unterschiedlichen thematischen Variationen und Konjunkturen“ verstanden wissen.29 Bei der Welle muss demzufolge nicht zwingend ein Thema im Fokus der Medien der Öffentlichkeit stehen. Es ist ebenso gut möglich, dass die vielfältigen Krisenherde über Jahre hinweg lodern und immer mal wieder im Stile eines Vulkans ausbrechen.

Die schleichende Krise ist von Anbeginn latent vorhanden. Jedoch verbirgt sie ihre Entstehung zu größten Teilen. Ihre Krisenpotentiale bauen sich nur langsam, fortwährend auf - solange, bis der Schwellenwert zur Nachricht überschritten ist.30

Ein Krisenmodell mit eben solchen Erscheinungsformen zeichnet u.a. auch Hamburger nach. Sie unterscheidet zwischen überraschender, wellenförmiger und schleichender Krise.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Erscheinungsformen von Krisen nach Hamburger 31

Der Journalist Frank Wilmes charakterisiert darüber hinaus das Szenario der Schockkrise, die sich langsam ankündigt und dann mit zerstörerischer Wirkung zuschlägt.32 Welcher Krisentypus der Fall Wulff gewesen ist, soll im weiteren Verlauf dieser Arbeit geprüft und aufgezeigt werden.

2.3 Krisenphasen und ihr Verlauf

Zwei Phänomene von Krisen sind ihre Mehrdimensionalität und Vielschichtigkeit. Krisen verlaufen in verschiedenen Phasen, die unterschiedliche Anforderungen an die beteiligten Akteure stellen.33 Ein Krisenlebenszyklus ist in der Literatur unbestritten. Unklarheit besteht jedoch dahingehend, über wie viele Verlaufsphasen sich der Krisenprozess erstreckt und wie diese Phasen zu charakterisieren sind.34 Im Wesentlichen kann man eine Krise entlang der drei Stationen Anfang, Wendepunkt und Ende aufspannen. Das einfache Modell Pohls, das auf die Unternehmensperspektive beschränkt ist, gilt zunächst als Blaupause für nachfolgende bzw. ergänzende Erklärungsansätze.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Verlauf einer Unternehmenskrise nach Pohl 35

Allerdings reicht das Spektrum von schlagartig auftretenden Krisen mit rasanter Entwicklung und sehr kurzer Dauer bis hin zu sich sehr langsam entwickelnden Krisen mit langwierigem Bestand.36

Krisenmuster.37 In Phase eins, dem als Normalzustand beschriebenen Stadium, sind Krisen zwar möglich, aber noch nicht vorhanden. Potentielle Krisenherde müssen geprüft und entsprechende Verhaltensweisen entworfen werden. Phase zwei fördert geringfügige Krisenauswirkungen zutage. Sie können jedoch durch geeignete Strategien beeinflusst und ggf. abgewendet werden. In Phase drei tritt die Krise mit ihrer zerstörerischen Wirkung in Erscheinung: Ihre Auswirkungen nehmen schlagartig zu, das Krisenmanagement steht unter maximalem Zeitdruck und Entscheidungszwang. In Phase vier kann das Geschehen außer Kontrolle geraten, die Krise ist kaum noch zu handeln. Existenzielle Ziele geraten unter Umständen in Gefahr.

Ein ähnliches Denkmuster vertreten Ditges/Höbel/Hofmann: Auch ihr Modell zur Einteilung von Krisenphasen gliedert sich in fünf Stufen - zusätzlich zu einem präventiven Stadium. Ihr Ansatz impliziert jedoch, dass die Krise zeitig erkannt und behoben werden kann:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Krisenphasen nach Ditges/Höbel/Hofmann 38

Roseliebs Vorstellungen von Krisenphasen finden sich in einem Vier-Phasen- Modell wieder. Darin setzt er die Bausteine potentielle Krisenphase (Fehlen wahrnehmbarer Krisensymptome, lediglich das Krisenpotential steht im Fokus), latente Krisenphase (durch Methoden und Frühwarnsysteme ist eine Krisenentwicklung nachzuvollziehen, der Großteil der Krise schlummert jedoch im Verborgenen), akute Krisenphase (die Krise schlägt durch, sie erfordert schnelles Eingreifen und gezieltes Entgegensteuern bei eingeschränktem Handlungsspielraum und hohem Zeitdruck für handelnde Personen, Bewältigung dieser Phase ist ausschlaggebend für das Überleben oder das Scheitern) und Nachkrisenphase (Krise überwunden, Lehren ziehen, für die Zukunft vorbeugen und wappnen) zusammen.39

Krystek wählt einen ganz ähnlichen Ansatz: Sein Vier-Phasen-Modell besteht aus einer Grün-Phase, einer Gelb-Phase, einer Rot-Phase und einer Blau-Phase.40

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Modell der vier Krisenphasen nach Krystek 41

Die Grün-Phase wird als Normalzustand oder auch als Nichtkrise bezeichnet. In der potenziellen Krisenphase hat das Krisenmanagement (siehe dazu vor allem Kapitel 3) vornehmlich antizipativen Charakter. Es dient der Krisenvermeidung.

Potenzielle Krisen werden ausgelotet, eventuelle Abwehrmaßnahmen definiert.42

In der Gelb-Phase (korrekt geschrieben wird sie als „latente Krisenphase“ bezeichnet) dagegen treten erste Anzeichen einer Krise auf: Sie kann, muss aber nicht ausbrechen. In dieser Phase werden sowohl Maßnahmen zur Vermeidung einer Krise eingeleitet als auch Bestimmungen für den Ernstfall getroffen. Sollte die Krise schlagartig in Form einer Katastrophe eintreten (siehe Punkt 2.1), entfällt die gelbe Phase. Der Übergang von der grünen in die rote Phase findet somit unmittelbar statt und erhöht den Handlungsdruck.43

Die rote Phase steht für den Ausbruch der Krise. Sie ist omnipräsent und erfordert eine sofortige Reaktion. In diesem Stadium kann das Krisenausmaß existenzbedrohende Strukturen annehmen.

In der blauen Phase, der sogenannten Nachkrisenphase, gilt die akute Krise weitestgehend als überwunden. Die Konzentration kann wieder auf die originären Aufgaben gelegt werden - ohne jedoch die Nachbetrachtung der Krise zu vernachlässigen. Hierbei geht es darum, die Lehren und möglichen Nutzen aus der Krise zu ziehen (Lerneffekt).44

Lerbinger nimmt unterdessen eine Abstufung in die drei Krisenphasen „pre-crisis phase, crisis event and postcrisis recovery“45 vor. Unter diesem Deckmantel schildert er die Anforderungen an das Krisen-Handling:46 In der ersten Phase, die einer Krise vorausgeht (pre-crises), müssen potenzielle Krisenherde ausgelotet werden. Es gilt abzuschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Krise eintritt und mit welchen Notfallmaßnahmen sie entschleunigt werden kann. Phase zwei (crises event) ist die explosivste und prekärste Phase. Entscheidungen müssen unter extremem Zeitdruck getroffen werden. Ziel muss es sein, den Schaden größtmöglich einzudämmen. Die dritte Phase kennzeichnet der Wiederaufbau des Images, mit der sich ein Unternehmen oder eine Person von der Krise erholen soll.

Dass sich Christian Wulff zumindest von Amts wegen nicht mehr von seiner Krise erholt hat, ist spätestens durch seinen Rücktritt klar geworden. Umso mehr richtet der Autor sein Forschungsinteresse unter anderem darauf, eine mögliche Vorkrisenphase der Causa Wulff zu ermitteln sowie die Krise an sich in verschiedene Phasen zu katalogisieren. Im Verlauf dieser Arbeit wird angestrebt, die Phasen zu identifizieren, mögliches Fehlverhalten des Bundespräsidenten zu benennen und mithilfe der leitfadengestützten Experteninterviews verbesserte Handlungsoptionen vorzuschlagen.

3. Kommunikation in der Krise

3.1 Krisen-PR: was ist das?

„Krisen meistert man am besten, indem man ihnen zuvorkommt.“47 Der Evergreen von Wirtschaftsguru Walt Whitman Rostow mag einigen PR-Chefs und Krisenmanager als Arbeitsmotto dienen. Der tägliche Umgang mit Störgeräuschen und Härtefällen diverser gesellschaftlicher Facetten ist aber längst nicht so plastisch zu handhaben, wie es der Rostow‘sche Leitsatz impliziert. Krisenkommunikation geht weit über die gewöhnlichen Anforderungen des PR-Alltags hinaus. Die beteiligten Personen sind einer psychischen und emotionalen Ausnahmesituation ausgesetzt, sämtliche ihrer Handlungen unterliegen einem enormen Entscheidungs- und Zeitdruck und sind zudem in einen engmaschigen Handlungsrahmen gepresst.48 Möhrle beschreibt die besondere Anforderung auf plastische Art: „Der Unterschied in der Krise ist: Jetzt richten sich die Scheinwerfer der Aufmerksamkeit auf die Protagonisten, das Thema, das Ereignis, den Anlass. In der Regel bleibt da zunächst nur die reaktive Schadensbegrenzung.“49 Was genau Krisen-PR charakterisiert, welche Anforderungen und Ziele an sie gestellt werden und wie sie idealtypisch ablaufen sollte, soll in diesem Kapitel explizit geklärt werden.

3.1.1 Einordnung

Die Krisenkommunikation ist eingebettet in das große Feld der Public Relations, zu Deutsch: Öffentlichkeitsarbeit. „Bei der Krisen-PR handelt es sich um eine Teildisziplin der Öffentlichkeitsarbeit, die oftmals als das Fortführen herkömmlicher PR während außergewöhnlicher Situationen verstanden wird.“50 Für letztere hat Pionier Albert Oeckl einst folgende Gleichung aufgestellt: „Öffentlichkeitsarbeit = Information + Anpassung + Integration“. PR sei demnach „das bewusste und planbare Bemühen, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen in der Öffentlichkeit aufzubauen und zu pflegen“. Hierbei sollten Betreiber besser agieren statt reagieren.51

Mit dem Ansatz Oeckls lässt sich ein positives Image erzeugen, der Bekanntheitsgrad einer Person oder einer Marke erhöhen sowie eine mediale Überzeugung herstellen52, genau wie es Puttenat vorschwebt. Die Autorin erachtet aber auch eine negative Kehrseite von PR: „Niemand kann die Zukunft vorhersagen. Die sogenannte öffentliche Meinung ist wankelmütig wie eine Diva. Sie kann ebenso schnell und unvorhergesehen ins Negative umschlagen und einen beträchtlichen Schaden anrichten, der sich, wenn überhaupt, nur mit viel Geld, Zeit und Mühe wieder reparieren lässt.“53

Genau an dieser Stelle setzt Krisen-PR oder auch Krisenkommunikation an. Sie „umfasst alle Kommunikationsanstrengungen nach Eintritt eines Schadens und beinhaltet kommunikative Strategien und Maßnahmen, die dazu dienen, negative Konsequenzen wie Vertrauensverlust oder Imageeinbußen bei Krisen und Konflikten zu verhindern“.54 Herbst ist gar der Ansicht, dass Krisen-PR Teil der langfristigen PR sein müsse und deshalb nicht erst mit Ausbruch der Krise beginnen könne.55

Damit liegt er mit Oeckl auf einer Wellenlänge. Der sieht einen fließenden Übergang von PR zu Krisenkommunikation: „International gesprochen hat die Öffentlichkeitsarbeit heute auch die function of issues management [dazu mehr in Kapitel 3; Anm. d. Verf. ]: heikle Themen voraussehen, vorbereiten, durchdenken, planen und schließlich der Öffentlichkeit richtig antworten! Sie können es auch Krisen-Management nennen!“56 Krisenkommunikation wird somit zur Analyse, Planung, Umsetzung und Kontrolle von Vorbeugung, Vorbereitung, Bewältigung und Nachbereitung einer Krise ausgeweitet.57 Wilmes bricht diesen Gedanken noch weiter herunter. Krisenmanagement implementiere das Erkennen, die Bewertung und die Steuerung des Informationsflusses.58

Der Krisen-PR an sich wird allenthalben ein hoher Stellenwert zugesprochen. Ditges/Höbel/Hofmann preisen sie „als gewichtigen Teil der Krisenbewältigung“. Sie sei mehr „als eine Beruhigungspille für einen imaginären Unfall“ und biete die strategische Chance, „das Schlimme zum Guten zu wenden“.59 Damit zielt das Autorentrio auf ein bereits in Kapitel zwei vorgestelltes Krisenpotential: die Chance zur Umkehr und Verbesserung (Lerneffekt).

3.1.2 Anforderung und Ziele

Eine Krise hat grundsätzlich drei Dimensionen: das reale Ereignis, das Handeln der zuständigen Organisationen in der Krise (Krisenbewältigung) sowie das Image und die Wahrnehmung der Krise.60 „Das Handeln der Verantwortlichen im Rahmen der Krisenbewältigung hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung der Krise durch die Öffentlichkeit und damit auf das Image der Organisation.“61

Krisen-PR kann demnach als „Management aller notwendigen kommunikativen Maßnahmen zur Vermeidung negativer Einflüsse auf Vertrauen und Reputation“62 verstanden werden. Sie hat zum Ziel, ein durch die Krise bedrohtes Gebilde - sei es ein Image, ein Amt, eine Position o.ä. - vor Schaden zu schützen und zu erhalten.63 Bestreben muss es sein, die Dramaturgie einer Krise aufzulösen, einen Zustand der Lähmung zu überwinden und die eigene Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen.64 „Öffentliche, medienbegleitete Krisen sind häufig Vertrauenskrisen. Deshalb zielt die Kommunikation in der Krise darauf, Glaubwürdigkeit und damit Vertrauen […] zurückzugewinnen.“65

Zwecks dieser Anforderung hat Abbrederis bereits folgende Thesen einer Prüfung unterzogen und sie anschließend verifiziert:

1. „Durch den Einsatz von Krisen-PR kann eine Milderung der Krisenintensität erreicht werden.“
2. „Krisen-PR verkürzt den Verlauf von Krisenphasen.“66

Ein besonderer Status innerhalb der Krisen-PR wird der präventiven Arbeit zugewiesen. Röttger zufolge setzt sie weit im Voraus von tatsächlichen Konfliktfällen an und versucht, eine vertrauensvolle, nachhaltige Beziehung zu relevanten Bezugsgruppen zu manifestieren.67 Zur Krisenprävention zählt der Autor außerdem die Analyse von Risikopotentialen, die Entwicklung von Notfallszenarien, die Ableitung entsprechender Maßnahmen sowie die Festlegung von persönlichen Verantwortungsbereichen und Zuständigkeiten. Ditges/Höbel/Hofmann regen in diesem Zusammenhang eine zusätzliche Umfeldanalyse an, um Krisenpotentiale für bestimmte Akteure auszuloten und darauf aufbauend eine Risikoabschätzung vorzunehmen.68

Zur erfolgreichen Abwicklung der Krisenkommunikation haben die Autoren zehn goldene Regeln entworfen. Sie werden nachfolgend in zum Teil leicht verkürzter

Form aufgeführt:69

1. Vertuschung ist Selbstbetrug - Mut zur Selbstkritik und Fehlereingeständnisse wirken vertrauensbildend!
2. Aktion schafft Meinungsvorsprung - Reaktion verursacht Rechtfertigungszwang!
3. Kurzfristige Schadensbegrenzung ist nur PR-Kosmetik - erfolgreiche KrisenPR setzt auf langfristige Vertrauensbildung!
4. Krisenkommunikation ist Chefsache!
5. Eine offene, glaubwürdige Informationspolitik zahlt sich aus!
6. Kampflust unterdrücken, es geht nicht ums Gewinnen!
7. Eine angemessene Überreaktion riskieren!
8. Konsensmanagement ist nicht gefragt!
9. Freunde und Feinde überprüfen!
10. Prävention zur rechten Zeit!

Die aufgeführte Charta wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch eine genauere Rolle spielen. Der Autor beabsichtigt, die kommunikativen Aktivitäten von Bundespräsident Christian Wulff einer genauen Prüfung zu unterziehen und sie abschließend anhand dieser Leitregeln zu bewerten.

3.2 Handlungsempfehlungen für einen professionellen Ablauf

Die PR bemüht sich um intensive und auf gegenseitiges Vertrauen basierende Kontakte zu den Journalisten.70 Im Falle einer Krise kann die Glaubwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens jedoch leicht beeinträchtigt werden. Häufig keimt so zusätzlich eine Vertrauenskrise auf. Als primäres Ziel der PR- Handlung gilt daher, Reputationsschaden abzuwenden bzw. zu begrenzen. Dies geschieht mittels kommunikativer Maßnahmen.71 „Wer den Wettbewerb um die öffentliche Meinung gewinnen will, benötigt einfache und überzeugende Botschaften, die eine emotionale Wirkkomponente besitzen und mit dem […] Image in Einklang stehen.“72

Das sogenannte Reputationsmanagement soll einer Person, einer Institution oder einem Unternehmen (im Fall des Bundespräsidenten Christian Wulff darf man sich an dieser Stelle auf die Person konzentrieren) einen Wert verschaffen, der auch während der Krise in der Öffentlichkeit festen Bestand hat. Laut Möhrle können Krisen besser bewältigt werden, wenn der Betroffene über eine starke Reputation verfügt.73 Die eingehenderen Betrachtungen zur Pflege von Image und Reputation im folgenden Abschnitt sind für diese Arbeit von Bedeutung, da Krisenkommunikation wie aufgeführt das Ziel verfolgt, das bestehende Image - in diesem konkreten Fall das einer Person - zu erhalten bzw. zu stärken.

3.2.1 Imagepflege und Reputationsmanagement

Kotler und Bliemel sehen in einem Image „das mentale Bild einer Person zu einem Bezugsobjekt; dazu gehört alles, was die Person über das Objekt weiß, dazu glaubt, sich darunter vorstellt und damit verbindet“.74 „Images zu entwickeln, […] zu stabilisieren und zu bewahren bedeutet, dies […] zur Herstellung und Bewahrung öffentlichen Interesses und Vertrauens zu tun. Die Funktion von Images ist somit, die komplex strukturierten Prozesse öffentlicher Kommunikation zu vereinfachen, ohne sie zu trivialisieren oder zu banalisieren.“75 Schon 1961 hat Graf Georg-Volkmar von Zedtwitz-Arnim die Imagepflege als ein Hauptanliegen der PR erachtet, nämlich es „so zu formen, dass es für die Öffentlichkeit akzeptabel, dass es sympathiefähig wird und bleibt“.76

Die Imagepflege wird um das in den vergangenen Jahren zunehmend aufgewerteten Konzepts des Reputationmanagements ergänzt.77 Die A&B Communication Group definiert das sogenannte Reputationsmanagement als strategisch und operativ ausgerichtete Maßnahme zur Erlangung, Verbesserung und Sicherung eines guten Rufes.78 Fombrun benennt vor diesem Hintergrund vier konkrete Faktoren, die in Bezug auf Reputation über Wohl oder Übel entscheiden: Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Verantwortungs-bewusstsein.79

Das Besondere an der Imagepflege: Images bauen sich nur langsam auf, aber erstarren nie. Mitunter kann schon eine einzige negative Schlagzeile dazu führen, dass sie sich schlagartig ändern.80 Je mehr Informationen deshalb schon im Voraus einer Krise bekannt sind, desto breiter und zuverlässiger formt sich ein Image.

3.2.2 Issue-Management und Profiling

Wie zu Beginn des Kapitels dargelegt, nimmt die Prävention eine gewichtige Rolle innerhalb der Krisen-PR ein. Krisen können nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn der oder die Betroffene auf sie vorbereitet ist. Diese Ansicht hegte bereits in den siebziger Jahren der PR-Profi W. Howard Chase, der den Begriff des „Issue-Managements“ maßgeblich prägte.81 Er löste sich frühzeitig von der horrenden Vorstellung, eine Krise zu verhindern. Stattdessen schickte er sich an, frühzeitig Einfluss auf den Prozess zu nehmen.82

Für dieses Vorhaben wird in der Praxis ein gängiges Modul zur Krisenprävention herangezogen. Beim sogenannten „Profiling“ handelt es sich um die Basisanalyse, wobei laut Hoffmann Risikopotentiale aus allen Bereichen unter kommunikativen Aspekten erfasst, analysiert und bewertet werden.83 Hasse führt diesen Gedanken fort. Die Herausforderung bestehe darin, relevante Themen - sogenannte Issues - zu antizipieren und diese positiv wahrnehmbar in der Öffentlichkeit zu besetzen.84 „Der gute Ruf kann im Krisenfall […] wie eine Vorschusslorbeer wirken.“85 Anderenfalls kann sich der markante Spruch von Ex- US-Außenminister Henry Kissinger als böse Vorahnung erweisen: „An issue ignored is a crises invited.“86

Ein Thesenpapier des Bundesministerium für Inneres (BMI) zur Krisenkommunikation entwirft ein idealtypisches Handlungs- und Verhaltensmuster für das Anfangsstadium einer Krise: „Entscheidend für die Verkürzung der Krise ist die frühe Erkenntnis beziehungsweise das frühe Eingestehen der Krisensituation. Timing und Inhalte der Krisenkommunikation/Public Relation können die Intensität und die Dauer einer Krise reduzieren.“87 Im Kern geht es um die Beantwortung folgender Fragen: Wie kann eine Krise verhindert werden? Wie kann man sich bestmöglich für eine Krise wappnen? Wie bleibt man innerhalb einer Krise handlungsfähig? Welchen Nutzen kann man aus der Krise ziehen?88

3.3 Typische Verhaltensweisen und potentielle Fehlerquellen

Es ist bereits festgestellt worden, dass Krisen zumeist unvorhergesehen eintreten und im Ernstfall über unvorbereitete Betroffene hereinbrechen. Bisweilen sind die Akteure dann nicht mehr Herr ihrer Sinne. Einer prekären Situation ausgesetzt fehlt es ihnen mitunter an Empathie und innovativem Geschick, geeignete Sofortmaßnahmen als Gegenschritt einzuleiten. Die Folge sind kommunikative Fehltritte, die nicht selten in einem PR-Desaster enden. „Im Moment des Chaos ist die Vermittlung von Verhaltens- und Verfahrenssicherheit das höchste Gut.“89 Ansonsten entsteht bei den Medien und der Öffentlichkeit der Eindruck von 90 Panik.

Puttenat ist der Ansicht: „In mehr als 90 Prozent aller dokumentierten Krisen ist das eigentliche Problem die kommunikative Bewältigung der Krise.“91 Diese Einschätzung wird von verschiedenen Autoren geteilt. Ditges/Höbel/Hofmann halten es für auffällig, dass vordergründig nicht der Skandal an sich betrachtet wird, sondern die Kommunikation in der Krise Kritik erntet.92 Die Kommunikationskrise, so Möhrle, sei immer auch ein Teil der Krise an sich.93

In der Mehrheit der Fälle wählen beteiligte Akteure eine defensive Kommunikationsstrategie: zurückhaltendes und abwartendes Reagieren, um der Krise nicht zusätzliche Intensität zu verleihen.94 Um ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, treten Betroffene ab einem bestimmten Zeitpunkt kommunikativ nicht mehr in Erscheinung.95 „Man stellt sich tot und sagt gar nichts. […] Im Idealfall verliert sich das Interesse der Medien […]. Allerdings kann es andererseits dazu führen, dass Journalisten erst richtig Blut lecken, weil sie eine große Story hinter dem Schweigen vermuten.“96

Im Extremfall werden in einem frühen Stadium der Krise Sachverhalte verschwiegen oder geleugnet. Wenn neue Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, dann über andere Informationswege als von der betroffenen Seite.97 Möhrle erkennt in jenem Stadium häufig Verhaltensmuster wie Wegducken und Mauern. Der Umgang mit der Krise werde häufig durch den Versuch der Verdrängung geleitet. Das reiche bis hin zur Vernachlässigung und Ignoranz selbst gesteckter Grundsätze zur präventiven Krisenbewältigung.98 „Und wenn das nicht hilft: Salami-Taktik - also nur zugeben, was sowieso schon im Raum steht.“99

Allerdings ist es der eigenen Reputation oft schädlicher, Informationen nur scheibchenweise der Öffentlichkeit mitzuteilen, als einmalige Nachrichten mit hohem Negativwert zu generieren.100 Durch Hinhaltetaktiken kann keine Meinungsführerschaft in der Öffentlichkeit erlangt werden. In diesem Fall bleibt dem Betroffenen nur eine defensive Verhaltensrolle mittels Dementis und Richtigstellungen.101 Häufig bewirken Dementis aber genau das Gegenteil dessen, was sie beabsichtigen - nämlich das Gerücht zu entkräften. Durch ein Dementi wird ein aufkeimendes Gerücht erst richtig breitgetreten, sodass es auch diejenigen erreicht, die zuvor von ihm keine Notiz genommen haben. 102

Ein solches Verteidigungsgebärden ist nur allzu natürlich für Personen, die sich in einer Krise mit Anschuldigungen und Verdachtsmomenten konfrontiert sehen. Als Reaktion greifen sie oft auf ein bekanntes Strickmuster zurück, dass sich in der Krisenkommunikation jedoch häufig als untauglich erweist: Leugnen, der Verantwortung ausweichen, Rechtfertigungen suchen, zur Notlüge greifen, Medienschelte betreiben103, gedemütigtes Verhalten zeigen.104,105 Peter M. Wiedemann vom Forschungszentrum für Krisen in Jülich macht dieses aus der Psychologie bekannte Verhaltensschema Schock - Abwehr - Rückzug auch in Krisenfällen als gängige Erscheinung aus.106

Während der CDU-Spendenaffäre 1999 übte sich etwa Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl in beharrlichem Schweigen. Das löste eine heftige Krise um seine Person aus, einschließlich einer langjährigen Führungskrise innerhalb seiner Partei. Kohls Selbstmanagement wurde damals als „Aussitzen“ gegeißelt.107 Das Aussitzen kann sich als probates Mittel erweisen. In der Krise setzt eine Art „Selbstlöseautomatik“ ein, wenn ein Gerücht nicht immer wiederkehrend mit neuem Gesprächsstoff angefüttert wird. Wer darauf spekuliert, muss dem zunehmenden Druck seitens der Medien und der Öffentlichkeit jedoch gewachsen sein.

Im Fall des Bundespräsidenten Christian Wulff, so viel darf man an dieser Stelle bereits vorwegnehmen, war mitunter eine ähnliche Verhaltensweise nachzuvollziehen. Im Verlauf dieser Untersuchung soll erarbeitet werden, ob ihm die Wahl dieser Kommunikationsform geschadet hat.108

3.4 Strategiealternativen

Der defensiven Informationspolitik des Ex-Kanzlers Kohl - man kann in diesem speziellen Fall schon von -verweigerung sprechen - steht die offensive Kommunikationsstrategie gegenüber. Ihre Verfechter mahnen zur raschen und offensiven Aufklärung. Wer schweigt, überlässt anderen das Feld.109 Homuth regt an, negative Informationen vollständig und präzise öffentlich kundzutun: „Je schneller die Aufklärung, desto schneller ist die Krise abgehakt.“110

In der Krise sollte die involvierte Person erster Informant sein. So bewahrt sie sich zumindest die Kontrolle der kommunikativen Fortentwicklung.111 Bisweilen machen es jedoch auch Umstände erforderlich, nicht alles zu sagen, was man weiß. „Aber das, was man sagt, sollte stimmen.“112

Rother vertritt den Standpunkt, dass in Anbetracht einer sich zuspitzenden Krise weniger Instrumente der Krisenkommunikation zum Einsatz kommen dürfen, die auf Abwiegeln, Vertuschen und rein sachlichen Argumenten fußen. Krisenkommunikation müsse umso mehr emotional austaxiert sein.113 Fearn- Banks fasst vier zentrale Punkte ins Auge, die eine effektive Krisenkommunikation ausmachen: Erstens: Krisen können und werden auftreten. Zweitens: Eine Organisation beseitigt sie am besten, wenn sie auf die Krise vorbereitet ist, ihr Charakter und ihr Leitbild von professioneller Natur sind. Drittens: Ein detaillierter Krisenkommunikationsplan ist eine gute Vorbeugung für den Krisenfall. Viertens: Ein strategisch aktiver PR-Plan ist das Beste zur Beseitigung von Krisen.114

4. Medien und Politik - ein Beziehungsgeflecht der speziellen Art

Politiker stehen bei Medien naturgemäß hoch im Kurs. Sie sind gut fürs Geschäft. Erst recht, wenn sie ihnen skandalträchtige Stories bescheren. Durch politische Affären schellen Einschaltquoten, Auflage- und Klickzahlen in die Höhe. Schmidt- Deguelle bezeichnet die Skandalisierung von Politik in den Medien als ein „immer häufiger benutztes Instrument im täglichen Konkurrenzkampf“.115 Da das Alltagsbild der Politik inzwischen von Skandalen mitgeprägt wird116, fungieren ihre Akteure umgekehrt betrachtet als fortwährende cash cows der Medien.

Des einen Freud‘ ist des anderen Leid. Auf Seiten der Politik schürt der zunehmend auf die Privatsphären bekannter Persönlichkeiten abzielende Recherchejournalismus117 Angst vor pikanten Enthüllungen. Ihre Akteure treibt die Furcht umher, in jeder Phase ihres Lebens „medial nackt ausgezogen“ zu werden.118 Verfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem etwa sieht Politiker gefangen „in den Fesseln der Mediengesellschaft“.119

Doch spitzt sich das Zusammentreffen von Journaille und Politik wirklich zu so einem Katz-und-Maus-Spiel zu, wie es auf den ersten Blick anmutet? Oder spielt nicht auch Politikern die stetige Umgarnung seitens der Medien - die Kumpanei zwischen Bundespräsident Christian Wulff und der Bild-Zeitung lässt grüßen - in die Karten? Im Hinblick auf den für diese Arbeit zu untersuchenden Fall sollen die unterschiedlichen Gesichtspunkte der Literatur zu oben aufgeführtem Thema gegenübergestellt werden.

4.1 Medien als Krisenkatalysatoren

Die Medien übernehmen in der Krise eine tragende Rolle. Sie mimen Meinungsbildner und Kritiker zugleich.120 „Welches Thema sich auf dem Markt der Aufgeregtheiten überhaupt als schlagzeilentauglich erweist, entscheidet sich […] allein nach Maßstäben der Medien.“121 Häufig verselbständigt sich ein Thema, nachdem es in den Medien veröffentlicht wurde, verleiht der Krise dadurch zusätzliche Intensität und verstärkt sie negativ.122 Zugespitzt formuliert erzeugen Missstände und Verfehlungen erst durch ihre mediale Präsenz Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Medien beeinflussen also in hohem Maße, „ob ein Fehlverhalten zum Skandal avanciert oder im Sande verläuft“.123 Möhrle hält dazu fest: „Die Mediengesellschaft, in der wir leben, liebt und produziert unentwegt große und kleine Krisen. Schließlich ist die Krise ein hervorragend verkäufliches Gut. Der Grad der Ungeschicklichkeit, mit der sich betroffene Protagonisten im Gestrüpp von Gerüchten, Unterstellungen und ernsten Sachverhalten verheddern, wird vom Medienpublikum mit wohligem Schauern 124 goutiert.“

Im Wettbewerb um Aufmerksamkeit hat der Journalismus aggressive und skrupellose Züge angenommen. Es kommt zu tagesaktuellen Zuspitzungen, Topthemen kommen immer personenbezogener daher.125 Davon betroffen sind in besonderem Maße Politiker. Ditges/Höbel/Hofmann stellen unter diesem Gesichtspunkt heraus: „Bisweilen genügen moralische, charakterliche und persönliche Unzulänglichkeiten, die jenseits der political correctness liegen, um einen Menschen in eine kritische Situation zu bringen. Erst Recht, wenn er sogar ein politisches Amt bekleidet.“

Geiger und Steinbach haben bereits Mitte der 90er Jahre die Entwicklung politischer Skandale analysiert. Demnach hat die Anzahl an Skandalen um politische Akteure in der Bundesrepublik deutlich zugenommen.126 Knapp die Hälfte der aufgedeckten Skandale im Untersuchungszeitraum von 1949 bis 1993 zog einen Amtsverlust der betroffenen Person nach sich. Die Autoren schlussfolgern, dass die Folgen für den betroffenen Politiker maßgeblich mit dem Zusammenspiel verschiedener Medien verbunden ist: „Wenn Journalisten […] die Skandale aufdeckten, besaßen die Skandalierten [die Personen, die von einem Skandal betroffen waren; Anm. d. Verf. ] schlechte Chancen, sich im Amt zu halten. Offenbar wurde die Skandalierung in diesen Fällen besonders energisch vorangetrieben […]. Im politischen Diskurs lassen sich Skandale als Machtkampf betrachten. In diesem Fall könnte das Motiv der Skandalierer [die Seite, die den Skandal öffentlich macht - also häufig die Medien; Anm. d. Verf. ] darin bestehen, Gegner zu schädigen und sich selbst zu profilieren.“127

Pfetsch unterstellt, dass Politiker einem proaktiven Mediensystem, das ihnen die Bedingungen ihrer öffentlichen Präsenz diktiere, machtlos gegenüber stünden.128 Kepplinger hält Journalisten vor diesem Hintergrund vor, die Gegenpartei für ihre Zwecke und Ziele zu instrumentalisieren. Dazu zähle das bewusste Hochspielen von Informationen, die die eigene Sicht auf den Konflikt stützt. Der Autor bezeichnet dieses Phänomen als „Instrumentelle Aktualisierung“.129 Bialecki betrachtet die Folgen dieses Thesenkonstrukts: „Die Medien setzen Politik unter Druck, indem sie immer mehr haben wollen, immer mehr absaugen von Politik. […] Mit den größten Schlagzeilen und den knalligsten Fotos. […] Diese Überhitzung schadet beiden. Das ist ein System, das sich selber zu fressen beginnt. So richtig nutzen kann das eigentlich keinem.“130

Durch seine Eingebung leitet er jedoch einen kontroversen Diskurs ein. Denn längst nicht alle Stimmen der Literatur vertreten die Ansicht, dass sich mediale und politische Akteure als spinnefeind erachten. Im Gegenteil: Sie attestieren den Parteien ein Verhältnis zu beidseitigem Nutzen. So ist etwa der Spiess Verlag bereits 1976 zu der Erkenntnis gelangt: „Journalist und Politiker sind eng verwandte und oft ineinander verflochtene Berufsrollen.“131

4.2 Von wechselnden Abhängigkeiten und gegenseitigem Anbandeln

„Zum Regieren brauche ich Bild, BamS und Glotze.“ Nicht erst seit Gerhard Schröders legendärem Leitsatz drängt sich der Verdacht auf, dass sich Politiker, die ein positives öffentliches Antlitz suchen, von einer medialen Welle tragen lassen. Schatz/Rössler/Nieland hinterfragen vor diesem Hintergrund, ob sich Politiker nicht auch aus freien Stücken in die Fesseln der Medien begäben, weil sie fasziniert seien von der sich bietenden Gelegenheit, via Medien „ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen und ihr Image aufzupolieren“.132 Pfetsch führt den Gedanken an eine symbiotische Beziehung der von Natur aus getrennten Berufsgruppen aus: „Um die grenzüberschreitenden Interaktionen zu meistern, gehen politische Akteure und Journalisten eine Beziehung zum gegenseitigen Nutzen ein, in der routinemäßig Information gegen Publizität getauscht wird. Aus dieser Konstellation wechselseitiger Abhängigkeit erwächst für keinen der Akteure die Macht, den jeweils anderen zu kontrollieren.“133

Diese Ansicht widerspricht zumindest einer der drei Kernthesen zum Verhältnis von Medien und Politik, die sich in der einschlägigen Literatur durchgesetzt haben, nämlich dem Gewaltenteilungsparadigma.134 Es basiert auf der Annahme, Medien hätten eine demokratisch legimitierte Kritik- und Kontrollfunktion. Gemäß diesem verfassungsrechtlichen Auftrag sind sie allen anderen Staatsgewalten als Kontrollinstanz gegenübergestellt.135

Die Dependenzthese unterstellt stattdessen, dass die Politik zunehmend abhängig sei von den Medien. Medien sind demnach selbst zu einer politischen Macht herangewachsen, die auf das politische System nicht nur reagiert, sondern selbst agiert.136 Diesbezüglich sei an dieser Stelle nochmals an die Thesen von Kepplinger und Bialecki (Punkt 4.1) erinnert, die diesen Ansatz unterstützen.

Befürworter der Instrumentalisierungsthese sehen indes ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Medien und Politik zulasten der Journalisten. Dabei wird Medien ein fortlaufender Mangel an Themen attestiert und unterstellt, dass die Politik sie deshalb als Instrument zur Interessensteuerung einsetzen, etwa bei einer sachgerechten Darstellung von Ereignissen oder Personen.137

Dass Politiker Medien für ihre Interessen einspannen, ist in der heutigen Gesellschaft gängige Praxis. „Die optimierte politische Selbstdarstellung erfordert […] eine generalstabsmäßig geplante Instrumentalisierung der Medien.“138 Ästhetische Inszenierungen des Politischen stehen in engem Zusammenhang mit Machterwerb und -erhalt.139 Bekanntester Spitzenpolitiker, der mithilfe der Medien einen steilen Karrieresprung hinlegte, war Bundeskanzler Gerhard Schröder. Das Parkett, das ihm die Medien boten, brachte ihm den Beinamen „Medienkanzler“ ein.140Schröder war der erste Kanzler in der deutschen Geschichte, dessen Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit nicht nur von seinem politischen Denken und Handeln dominiert wurde, sondern auch von seinem Status als celebrity.“141

In einer solchen Konstellation gehen Medien das Risiko ein, sich zum Spielball der Politik zu machen. Laut Badura besteht das Dilemma des Journalisten darin, „dass er denen, die er kritisieren soll, näher ist […] als der Masse derjenigen, die er mit kritischen Informationen über die Regierenden zu versorgen hat. In dieser Situation liegt die Gefahr der Kooperation und als Alternative die der Isolation.“142 Selbst im Falle der Kritik ist der Journalist dazu angehalten, den Mediator und Vermittler von kritischen Themen zu geben.143

In der Praxis treffen sich die verschiedenen Ansätze wohl in der Mitte. Viele Autoren sehen eine wechselseitige Abhängigkeit beider Parteien. So erachtet Plasser das Verhältnis von Medien und Politik als symbiotische Beziehung zweier Systeme, in der die Politik immer medialer und die Medien immer politischer werden.144 Meckel tritt indes für eine Lossagung von Abhängigkeiten zwischen Medien und Politik ein: „Wie auch immer man das Verhältnis […] theoretisch systematisieren will - für die praktische Seite gilt: Die wechselseitige

[...]


1 Zitiert nach http://www.zitate-online.de/sprueche/allgemein/17588/hoeflichkeit-ist-die-bluete- der-menschlichkeit.html - aufgerufen am 6. August 2012

2 Zitiert nach http://www.welt.de/politik/deutschland/article13874720/Von-Bettina-Wulff- werden-wir-noch-hoeren.html - aufgerufen am 6. August 2012

3 Zitiert nach http://www.bild.de/politik/inland/bettina-wulff/598-tage-first-lady- 22696170.bild.html - aufgerufen am 6. August 2012

4 Siehe hierzu explizit die im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung geführte

Expertenbefragung von Dr. Hugo Müller-Vogg, Anhang: Interview Müller-Vogg, Frage 12

5 Vgl. ARD-Deutschlandtrend vom 19. Januar 2011 - online abrufbar unter:

http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1446.html - zuletzt am 1. August 2012

6 Weil die Bild-Zeitung im Verlauf dieser Arbeit an diversen Stellen namentlich erwähnt wird, verzichtet der Autor im Gegensatz zu anderen Medien auf eine kursive Schreibweise des Namens

7 Vgl. Diekmann, 2007, S. 33 f.

8 Vgl. Herbst, 1999, S. 1

9 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 12

10 Vgl. Ebd.

11 Vgl. Apitz, 1987, S. 15f.

12 Vgl. Merten, 2005, S. 17

13 Zitiert nach Klante, 2004

14 Zitiert nach Krystek, 1987, S. 5

15 Vgl. BMI, 2008, S. 8

16 Zitiert nach o.g.V., S. 8

17 Vgl. Merten, 2005, S. 17

18 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 54

19 Zitiert nach Strätling, 2004, S. 31

20 Vgl. im Folgenden Rother, 2003, S. 28

21 Vgl. Abbrederis, 2008, S. 6

22 Zitiert nach Strätling, 2004, S. 37

23 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 13

24 Ebd. S. 17

25 Vgl. Möhrle, 2004, S. 19

26 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 6

27 Vgl. Neujahr, 2005, S. 36

28 Zitiert nach o.g.V., S. 36

29 Zitiert nach Möhrle, 2007, S. 23

30 Vgl. Neujahr, 2005, S. 41

31 Vgl. Hamburger, 2006, S. 5

32 Vgl. Wilmes, 2006, S. 28

33 Vgl. Köhler, 2006, S. 25

34 Vgl. Rother, 2003, S. 28 ff.

35 Vgl. Pohl, 1977, S. 76

36 Vgl. Abbrederis, 2008, S. 6

Herbst entwirft ein fünfstufiges

37 Vgl. im Folgenden Herbst, 1999, S. 8ff.

38 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 17

39 Vgl. Roselieb, http://www.verkauf-aktuell.de/08570101.htm - aufgerufen am 5. Mai 2012

40 Vgl. Krystek, 1987, S. 91 ff.

41 Vgl. Hamburger, 2006, S. 6

42 Vgl. BMI, 2008, S. 19

43 Vgl. im Folgenden: BMI, 2008, S. 20

44 Ebd. S. 21

45 Vgl. Lerbinger, 1997, S. 19

46 Vgl. nachfolgend o.g.V., S. 20

47 Zitiert aus: Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 9

48 Vgl. dazu etwa Hoffmann, 2007, S. 164 ff.; Mast, 2008, S. 633 f.

49 Zitiert nach Möhrle, 2004, S. 15

50 Zitiert nach Kunczik/Heintzel/Zipfel, 1995, S. 15

51 Zitiert nach Oeckl, 1988, S. 23

52 Vgl. Puttenat, 2009, S. 13

53 Zitiert nach o.g.V., Ebd.

54 Zitiert nach Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 236

55 Vgl. Herbst, 1999, S. 1

56 Zitiert nach Oeckl, 1988. S. 23

57 Vgl. BMI, 2008, S. 15

58 Vgl. Wilmes, 2006, S. 38

59 Zitiert nach Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 18

60 Vgl. BMI, 2008, S. 10

61 Zitiert nach o.g.V., S. 10

62 Zitiert nach Köhler/Schaffranietz, 2004

63 Vgl. Puttenat, 2009, S. 19

64 Vgl. Strätling, 2004, S. 33

65 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 22

66 Zitiert nach Abbrederis, S. 58

67 Vgl. im Folgenden Röttger, 2008, S. 507

68 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 67 ff.

69 Ebd. S. 20

70 Vgl. Wilmes, 2006, S. 59

71 Vgl. Abbrederis, 2008, S. 29

72 Zitiert nach Messer, 2004, S. 55

73 Vgl. Möhrle, 2007, S. 182

74 Zitiert nach Kotler/Bliemel, 1992, S. 833

75 Zitiert nach Rühl, 1993, S. 70

76 Zitiert nach Zedtwitz-Arnim, 1961, S. 41

77 Vgl. Rother, 2003, S. 23

78 In Anlehnung an Rosenberger/Pfizenmayer in „prmagazin“ 2/2009

79 Vgl. im Folgenden Fombrun, 1996, S. 72

80 Vgl. im Folgenden: BMI, 2008, S. 15

81 Vgl. Neujahr, 2005, S. 91

82 Ebd., S. 90 f.

83 Vgl. Hoffmann, 2007, S. 165

84 Vgl. Hasse, 2004, S. 182

85 Zitiert nach o.g.V., Ebd.

86 Zitiert nach Brauer, 2002

87 Zitiert nach BMI, 2008, S. 13

88 Vgl. BMI, 2008, S. 15

89 Zitiert nach Möhrle, 2007, S. 195

90 Vgl. Ebd.

91 Zitiert aus Puttenat, 2009, S. 24

92 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 18

93 Vgl. Möhrle, 2004, S. 23

94 Vgl. Apitz, 1987, S. 63

95 Vgl. Puttenat, 2009, S. 14

96 Zitiert nach Deg, 2006, S. 182

97 Vgl. Töpfer, 1999, S. 45

98 Vgl. Möhrle, 2004, S. 13

99 Zitiert nach o.g.V., S. 15

100 Vgl. Klimke/Schott, 1993, S. 233

Geschehen herunterspielen, gekränktes bis

101 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 58

102 Ebd., S. 173 ff.

103 Vgl. hierzu auch das Stigmatisierungsmodell nach Ditges/Höbel/Hofmann: Danach versucht der von einer Krise Betroffene Gruppen als unglaubwürdig darzustellen, die die Krise lanciert haben. Den Gerüchteverursachern werden hinterhältige Motive vorgeworfen.

104 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 130

105 Vgl. im Folgenden Benoit, 1995

106 Vgl. BMI, 2008, S. 11

107 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 131

108 Ebd., S. 173 ff.

109 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 23

110 Zitiert nach Homuth, 1997, S. 36

111 Vgl. Bühler, 2003, S. 45

112 Zitiert nach Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 25

113 Vgl. Rother, 2003, S. 207

114 In Anlehnung an Fearn-Banks, 2001, S. 485

115 Zitiert nach Schmidt-Deguelle, 2004, S. 99

116 Vgl. Maier, 2002, S. 223

117 Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann, 2008, S. 127 ff.

118 Vgl. Göring-Eckardt in: Die Zeit vom 24.5.2012, Nr. 22 - abrufbar unter: http://www.zeit.de/2012/22/DOS-Interview-Schirrmacher; zuletzt am 12. Juni 2012

119 Zitiert nach Hoffmann-Riem, 2000, S. 109

120 Vgl. Homuth, 2000, S. 32

121 Vgl. Meng, 2002, S. 71

122 Vgl. Neujahr, 2005. S. 134

123 Zitiert nach Maier, 2002, S. 224

124 Zitiert nach Möhrle, 2004, S. 14

125 Vgl. Meng, 2002, S. 78 f.

126 Vgl. im Folgenden: Geiger/Steinbach 1996, S. 120 ff.

127 Zitiert nach Geiger/Steinbach 1996, S. 132 f.

128 Vgl. Pfetsch, 2003, S. 32

129 Vgl. Kepplinger, 1993, S. 22

130 Zitiert, nach Bialecki, 2006

131 Zitiert nach Spiess-Verlag, 1976, S. 127

132 Vgl. Schatz/Rössler/Nieland, 2002, S. 11

133 Zitiert nach Pfetsch, 2003, S. 32

134 Paradigma meint eine spezifische Sichtweise in Verbindung mit einem übergreifenden Grundverständnis auf Basis theoretischer, empirischer oder auch politischer Erkenntnisse und Interessen

135 Vgl. Sarcinelli, 2005, S. 110

136 Vgl. Kepplinger, 1985, S. 261

137 Vgl. Schulz, 1997, S. 24 f.

138 Zitiert nach Kamps, 2002, S. 103

139 Vgl. Vorländer, 2003, S. 17

140 Vgl. Meng, 2002, S. 70

141 Zitiert nach Kister, 2005, S. 53

142 Zitiert nach Badura,1972, S. 87

143 Vgl. Spiess-Verlag, 1976, S. 133

144 Vgl. Plasser, 1985, S. 9 ff.

Ende der Leseprobe aus 196 Seiten

Details

Titel
Der Fall Christian Wulff aus Sicht der Krisenkommunikation
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands  (Medien)
Veranstaltung
Krisenkomunikation
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
196
Katalognummer
V340834
ISBN (eBook)
9783668317291
ISBN (Buch)
9783668317307
Dateigröße
1293 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Abschlussarbeit im Studiengang Crossmedia & Communication Management
Schlagworte
Wulff, Christian Wullf, Bundespräsident, Krisenkommunikation, Bild, Bild-Zeitung, Kai Diekmann, Diekmann, Rücktritt
Arbeit zitieren
Marcel Bohnensteffen (Autor), 2012, Der Fall Christian Wulff aus Sicht der Krisenkommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340834

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