Die Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt hat neben anderen Bereichen natürlich auch in der betriebswirtschaftlich orientierten Forschung Einzug gehalten. Zuvor haben gesellschaftspolitische und ökonomische Veränderungen dazu geführt, dass das Thema kulturelle Vielfalt beziehungsweise Diversität auf die politische Agenda gebracht wurde. Die kulturelle Vielfalt, die in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, resultiert aus dem demografischen Wandel.
Die deutsche Bevölkerungsentwicklung ist einerseits durch eine niedrige Geburtenzahl und andererseits durch eine zunehmende Lebenserwartung geprägt, sodass ein steigender Anteil der Älteren zu verzeichnen ist. Die Bevölkerungsstruktur wird zudem durch Zu- und Abwanderung beeinflusst. Derzeit befindet sich Deutschland in einem starken Wanderungszugewinn, welcher zu einer leichten Abschwächung des Alterungsprozesses sowie einer heterogeneren Gesellschaft in ethnischer Hinsicht führt.
Aufgrund der Entwicklungen des demografischen Wandels stehen viele Organisationen bzw. Unternehmen vor einer großen Herausforderung: Die ausreichende Bindung und Beschaffung von qualifizierten Mitarbeitern. Um dieses Problem zu lösen, versuchen Unternehmen vermehrt, neue Mitarbeitergruppen zu akquirieren. Infolgedessen führt die Integration von Mitarbeitern unterschiedlichen Geschlechts, Erfahrungsreichtums, Alters sowie verschiedener kultureller und nationaler Herkunft zu einer ansteigenden Uneinheitlichkeit innerhalb der Belegschaft.
Die Fragen, die unter wirtschaftlichen Aspekten im Bereich des Human Resource Controllings in diesem Zusammenhang unter anderem aufkommen, sind nun, wie sich diese Vielfalt nutzen lässt, um besser am Wettbewerb partizipieren zu können und welche Konzepte und Vorgehensweisen dazu notwendig sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Diversität und Diversitätsmanagement
2.1 Abgrenzung der Termini Diversität und Diversitätsmanagement
2.2 Diversität und Globalisierung
2.3 Mitarbeitervielfalt und die Relevanz von Diversität für die Unternehmen
2.4 Ziele des Diversitätsmanagements und deren Bedeutung für den Unternehmenserfolg
3. Human Resource Controlling
3.1 Grundlagen
3.2 Demografischer Wandel und die Relevanz im Kontext des Human Resource Controllings
3.3 Nutzung kulturell-ethnischer Vielfalt für den Unternehmenserfolg I
3.4 Nutzung kulturell-ethnischer Vielfalt für den Unternehmenserfolg II: Wissensmanagement
4. Umsetzung in der Praxis von kultureller Vielfalt im Bereich Human Resource Controlling
4.1 Strategische Implementierung von Diversität im Bereich Human Resource Controlling
4.2 Operatives Human Resource Controlling und Praxisbeispiele für eine Implementierung von Diversität
5. Fazit: Vorteile – Nachteile – Kosten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welchen Beitrag das Human Resource Controlling zu einem erfolgsorientierten Diversitätsmanagement leisten kann, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, wie durch eine gezielte Einbindung diverser Mitarbeitergruppen und die Nutzung ihrer Potenziale Wettbewerbsvorteile erzielt und ökonomische Mehrwerte generiert werden können.
- Analyse des demografischen Wandels und dessen Auswirkungen auf das Humankapital in Unternehmen.
- Gegenüberstellung von theoretischen Diversitätskonzepten und deren praktischer Implementierung.
- Darstellung der Rolle des HR-Controllings bei der Steuerung und Messung von Diversitätsmaßnahmen.
- Untersuchung der Bedeutung von Wissensmanagement zur Nutzung kulturell-ethnischer Vielfalt.
- Diskussion der ökonomischen Implikationen (Vorteile, Nachteile, Kosten) eines Diversitätsmanagements.
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundlagen
Bereits seit den 1980er-Jahren wird die Thematik des Human Resource Controllings im Rahmen des Human Resource Managements von der Forschung diskutiert, denn ab dato und zunehmend in der Folgezeit, erkannte man, dass besonders in personalintensiven Branchen das Personal großen Einfluss auf den Unternehmenserfolg hat. Zuvor sah man in der Personalabteilung lediglich einen Kostentreiber, der selbst keinen Profit erzeugt, sondern in erster Linie Kosten verursacht. Daher wurde die permanente, erfolgsorientierte Steuerung und Kontrolle des Personaleinsatzes als separater Teil des Unternehmenscontrollings etabliert.
„Das Human-Resource-Controlling (oder HR-Controlling) ist die Teilfunktion des Personalmanagements, die ein optimales Verhältnis von personalbezogenem Aufwand (…) zu personalbezogenem Ertrag (…) überwacht und dabei die derzeitige und künftige wirtschaftliche Entwicklung im Unternehmen und in dessen Umfeld berücksichtigt.“
Das bedeutet also, dass besonders in der heutigen Zeit, die geprägt von technischer Rationalisierung ist, das Humankapital einen Hoffnungsträger zur weiteren Produktivitätssteigerung darstellt. Das Humankapital zählt, aus betriebswirtschaftlicher Sicht, zu den immateriellen Vermögenswerten eines Unternehmens. Im Gegensatz zu den immateriellen Vermögenswerten, wie Markenkapital und Humankapital, gehören zu den materiellen Vermögenswerten eines Unternehmens zum Beispiel das Gebäude, die Produktionsanlagen und die Produkte. Grundsätzlich gilt dabei, dass das Verhältnis von materiellen und immateriellen Vermögenswerten sowohl branchen- als auch unternehmensbezogen variiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung kultureller Vielfalt und deren Resultat aus dem demografischen Wandel ein.
2. Diversität und Diversitätsmanagement: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Termini Diversität und Diversitätsmanagement und beleuchtet deren Zusammenhang mit Globalisierung und Unternehmenserfolg.
3. Human Resource Controlling: Hier werden die Grundlagen des HR-Controllings, dessen Bedeutung für das Humankapital sowie die Relevanz von Wissensmanagement im Kontext demografischer Veränderungen erörtert.
4. Umsetzung in der Praxis von kultureller Vielfalt im Bereich Human Resource Controlling: Dieses Kapitel fokussiert auf die strategische und operative Implementierung von Diversität sowie auf praktische Anwendungsbeispiele in Unternehmen.
5. Fazit: Vorteile – Nachteile – Kosten: Das Fazit fasst die ökonomischen Auswirkungen, Chancen und Risiken eines professionellen Diversitätsmanagements zusammen.
Schlüsselwörter
Human Resource Controlling, Diversitätsmanagement, Demografischer Wandel, Humankapital, Wissensmanagement, Unternehmenserfolg, Personalmanagement, Diversität, Inklusionsmanagement, Personalcontrolling, Unternehmenskultur, Unternehmenseffektivität, Arbeitsmarkt, Interkulturelle Vielfalt, Potenzial-Prinzip.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen können, indem sie Diversitätsmanagement gezielt mit den Instrumenten des Human Resource Controllings steuern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind der demografische Wandel, die Definition und strategische Bedeutung von Diversität, die Instrumente des HR-Controllings sowie die praktische Umsetzung von Diversitätsmaßnahmen in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie kulturelle Vielfalt in Organisationen nicht nur als soziale Notwendigkeit, sondern als wertvolle Ressource für den Unternehmenserfolg gemanagt und kontrolliert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und Modelle sowie empirische Befunde zur Unterstützung der Argumentation heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Diversität, die Rolle des HR-Controllings, die strategische Implementierung von Diversitätsmanagement sowie die operative Umsetzung durch verschiedene Praxisbeispiele.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Diversitätsmanagement, Human Resource Controlling, demografischer Wandel, Wissensmanagement und Unternehmenserfolg.
Welche Rolle spielt das Wissensmanagement laut der Arbeit?
Das Wissensmanagement dient als Instrument, um die kulturelle und ethnische Vielfalt der Belegschaft in Wissenstransfer und organisatorische Problemlösungskompetenz zu übersetzen.
Wie unterscheidet sich das strategische vom operativen HR-Controlling in diesem Kontext?
Das strategische Controlling befasst sich mit langfristigen Entwicklungen und weichen Kennzahlen wie Motivation, während das operative Controlling kurz- bis mittelfristige "harte" Kennzahlen, Ertrag und Kosten in den Fokus stellt.
- Citation du texte
- Asier Yohannes (Auteur), 2016, Was trägt Human Resource Controlling zu einem erfolgsorientierten Diversitätsmanagement bei?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341298