Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem ersten Teil der Sintfluterzählung aus dem 1. Buch Mose. An einigen Stellen bezieht sich die Arbeit jedoch auf die gesamte Sintfluterzählung, um bestimmte Muster und Motive besser aufzeigen zu können. Hierzu wurde die Übersetzung der Elberfelder Bibel aus dem Jahr 2011 benutzt.
Außerdem wurden zur Texterschließung verschiedene Übersetzungen miteinander verglichen, um zu versuchen die ursprüngliche Übersetzung herauszufiltern. Im Anschluss folgt eine Untersuchung zur Entstehungsgeschichte des Textes. Des Weiteren wird auf die Motivgeschichte und die Intertextualität näher eingegangen. Am Ende werden die Ergebnisse mit dem Ziel zusammengefasst den Aussagegehalt der Sintfluterzählung im alten Israel herauszuarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Bibelstelle:
2. Textkritik/ Texterschließung
2.1 Übersetzungsvergleich:
2.2 Der literarische Zusammenhang
2.3 Abgrenzung des Textes:
2.4 Gliederung:
2.5 Sprachliche Analyse:
3. Entstehungsgeschichte
3.1 Literarkritik:
3.2 Redaktion und Komposition:
3.2.1 Die nicht-priesterliche Sintfluterzählung:
3.2.2 Die priesterliche Sintfluterzählung:
4. Motivgeschichte und Intertextualität
4.1 Form und Gattungskritik:
4.2 Andere Flutmythen:
4.2.1 Gemeinsamkeiten mit altorientalischen Flutmythen:
4.2.2 Unterschiede zu den altorientalischen Flutmythen:
5. Untersuchung zum prägenden Hintergrund des Textes
5.1 Die konkrete historische Situation:
5.2 Die allgemeine Lebenssituation (Sitz im Leben):
5.3 Die geistesgeschichtliche Situation:
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit widmet sich der exegetischen Untersuchung der biblischen Sintfluterzählung in Genesis 6,5-7,6, wobei ein besonderer Fokus auf der Textkritik, der Entstehungsgeschichte sowie dem Vergleich mit altorientalischen Flutmythen liegt, um den theologischen Aussagegehalt für das alte Israel zu erschließen.
- Exegetische Analyse der biblischen Sintfluterzählung
- Methodischer Vergleich zwischen masoretischem Text und Septuaginta
- Literarkritische Trennung der Quellen (Jahwist und Priesterschrift)
- Intertextueller Vergleich mit mesopotamischen Flutmythen
- Einordnung in den historischen und geistesgeschichtlichen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.1 Übersetzungsvergleich:
Um der ursprünglichen Lesart des Textes möglichst nahe zu kommen, werden im Folgenden verschiedene Übersetzungen miteinander verglichen und versucht die Gründe der verschiedenen Variationen zu erklären. Gleich vorweg sollte erwähnt werden, dass es sich bei wahrscheinlich allen Geschichten im Alten Testament erst um mündlich tradierte Geschichten handelte, die oftmals erst nach einer langen mündlichen Überlieferungszeit niedergeschrieben wurden. Weitere Gründe für verschiedenen Übersetzungsvarianten sind zum Einen, dass die Texte im Laufe der Zeit oft abgeschrieben wurden und dabei Übertragungsfehler unterlaufen konnten und zum Anderen wurden an einigen Stellen bewusst Ergänzungen und Auslassungen vorgenommen. Letzteres gilt es in diesem Schritt zu ergründen. Zum Vergleich stehen die Auslegung des masoretischen Textes (MT), auf die sich auch die Elberfelder Übersetzung stützt und die der Septuaginta (LXX).
In Gen 6,7 der MT Fassung steht: „…da reute es den Ewigen, daß er die Menschen auf Erden geschaffen,…“. Während die LXX an dieser Stelle das Wort „reuen“ weglässt: „…da nahm es sich Gott zu Herzen, dass er den Menschen auf der Erde gemacht hatte,…“. Hier wurde vermutlich bewusst die Aussage vermieden, Gott bereue die Schöpfung des Menschen und damit seine eigene Tat. Mit dieser Auslassung wird gezielt eine theologische Aussage getroffen, um einem Konflikt zu entgehen. Dadurch lässt sich vermuten, dass hier die LXX etwas überarbeitet wurde und der MT die ursprüngliche Lesart ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Rahmen der Exegese zu Genesis 6,5-7,6 und legt die methodische Vorgehensweise sowie die Auswahl der verwendeten Bibelübersetzungen dar.
2. Textkritik/ Texterschließung: Dieses Kapitel analysiert durch einen Vergleich zwischen masoretischem Text und Septuaginta die ursprüngliche Lesart und untersucht den literarischen Zusammenhang sowie die Gliederung und sprachliche Besonderheiten des Textes.
3. Entstehungsgeschichte: Der Abschnitt befasst sich mit der literarkritischen Analyse und trennt die priesterschriftliche Quelle (P) von der nicht-priesterlichen Quelle (J), um die inhaltlichen Redaktionen und Kompositionen der Erzählung aufzudecken.
4. Motivgeschichte und Intertextualität: Hier wird der Bericht in das Genre des Mythos eingeordnet und mit altorientalischen Flutmythen wie dem Gilgamesch- oder Atramchasis-Epos verglichen, um Gemeinsamkeiten und theologische Differenzen aufzuzeigen.
5. Untersuchung zum prägenden Hintergrund des Textes: Das Kapitel verortet die Erzählung in ihrem historischen und geistesgeschichtlichen Umfeld während des babylonischen Exils und deutet sie als Ausdruck eines kulturellen Dialogs und einer Gnaden-Geschichte.
Schlüsselwörter
Sintfluterzählung, Genesis, Exegese, Altes Testament, Priesterschrift, Jahwist, Textkritik, Intertextualität, Flutmythos, Gilgamesch-Epos, Urgeschichte, Bundesschluss, Schöpfungstheologie, Babylonisches Exil, Noah
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der biblischen Sintfluterzählung, wobei der Fokus auf dem Textverständnis sowie der Entstehungsgeschichte liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?
Zentrale Themen sind die literarkritische Quellenunterscheidung, der Vergleich mit altorientalischen Vorbildern und die Einordnung der Erzählung in den geschichtlichen Hintergrund.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine tiefgehende Analyse den Aussagegehalt und die theologische Bedeutung der Sintfluterzählung im Kontext des alten Israels herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin/der Autor verwendet methodische Ansätze der Exegese, insbesondere den Übersetzungsvergleich, die Literarkritik und die gattungsgeschichtliche sowie intertextuelle Analyse.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die Abgrenzung des Textes, die Trennung der Quellen (P und J), die Analyse der Gottesbilder und den Vergleich mit anderen mesopotamischen Flutmythen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten beschreiben?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sintflut, Exegese, Literarkritik, Urgeschichte und Schöpfungstheologie charakterisieren.
Warum unterscheidet die Arbeit so genau zwischen den Quellen J und P?
Die Unterscheidung ist notwendig, um die inhaltlichen Spannungen und Doppelungen im Text zu erklären und zu verstehen, wie verschiedene theologische Sichtweisen in die Erzählung eingeflossen sind.
Welche Bedeutung kommt dem Vergleich mit dem Gilgamesch-Epos zu?
Der Vergleich verdeutlicht, dass die biblische Erzählung auf einem im alten Orient verbreiteten Flutmythos basiert, ihn jedoch durch ein monotheistisches Gottesbild und eine spezifische Schuld-Strafe-Theologie theologisch neu ausrichtet.
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- Leonie Schneider (Autor:in), 2015, Exegese von Genesis 6,5-7,6. Die Sintfluterzählung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341528