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Evidenzbasierte Nachbehandlung lumbaler Bandscheibenoperationen

Title: Evidenzbasierte Nachbehandlung lumbaler Bandscheibenoperationen

Bachelor Thesis , 2015 , 77 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marco Spiegel (Author)

Health - Physical Therapy / Occupational Therapy
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Summary Excerpt Details

Die Anzahl der lumbalen Bandscheibenoperationen in Deutschland ist hoch. Die Nachbehandlungsempfehlungen sind uneinheitlich und unterscheiden sich zum Teil erheblich bezogen auf den Beginn und den Inhalt der Interventionen. Widersprüchliche Aussagen und Nachbehandlungsrichtlinien, die von pauschalen Bewegungsverboten und Restriktionen geprägt sind, sorgen für Verunsicherung beim medizinischen Personal und bei den Patienten. Dadurch wird die Effektivität der Nachbehandlung negativ beeinflusst und die Wiedereingliederung ins berufliche und soziale Leben verzögert. Physiotherapeuten sind gesetzlich verpflichtet, nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu behandeln, was jedoch aufgrund der Nachbehandlungsanweisung nicht immer möglich ist.

Es soll eine evidenzbasierte Handlungsempfehlung für die Nachbehandlung einer primären lumbalen Bandscheibenoperation für Ärzte und Physiotherapeuten entstehen, um bestehende Ängste und Unsicherheiten abzubauen und eine einheitliche Vorgehensweise zu präsentieren. Dadurch werden bessere Behandlungsergebnisse hinsichtlich Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung erzielt und die Patienten können schneller wieder in den Alltag zurückkehren.

Zunächst wurde eine ausführliche Literaturrecherche in Bibliotheken, im Zeitschriftenarchiv einer Gesundheitseinrichtung und im Internet durchgeführt. Anschließend wurde in Datenbanken nach evidenzbasierten Nachbehandlungs- und Therapieempfehlungen recherchiert. Gängige Nachbehandlungsempfehlungen werden den evidenzbasierten Nachbehandlungsempfehlungen für momentan standardmäßig durchgeführte Operationstechniken gegenübergestellt. Es werden der bestmögliche Zeitpunkt für den Beginn der aktiven Nachbehandlung geprüft und effektive Inhalte dargestellt.

Gängige Nachbehandlungsempfehlungen sind größtenteils nicht evidenzbasiert und nicht an neue Operationsmethoden angepasst. Es besteht eine große Divergenz zu den evidenzbasierten Empfehlungen. Bei einer primären lumbalen Bandscheibenoperation ist eine frühzeitige funktionelle und intensive Übungstherapie indiziert und verbessert die Behandlungsergebnisse signifikant. Pauschale Bewegungsverbote oder limitierende Hilfsmittel sind nicht indiziert.

Durch die evidenzbasierte Nachbehandlung einer lumbalen Bandscheibenoperation wird eine schnellere Wiedereingliederung ins berufliche und soziale Leben ermöglicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodik

3. Evidenzbasierte Physiotherapie

3.1 Geschichte und Definition

3.2 Die drei Bausteine der evidenzbasierten Physiotherapie

3.3 Ziele der evidenzbasierten Physiotherapie

3.4 Umsetzung in die Praxis

3.5 Berufspolitische und gesetzliche Verpflichtung

3.7 Beurteilung von wissenschaftlichen Studien und Artikeln

4. Rückenschmerzen und der lumbale Bandscheibenvorfall

4.1 Relevante Anatomie der Lendenwirbelsäule

4.2 Die Biomechanik der Lendenwirbelsäule

4.3 Die Pathophysiologie des Bandscheibenvorfalls

4.4 Die Bandscheibenoperation

4.4.1 Die Anzahl der Bandscheibenoperationen in Deutschland

4.4.2 Operationsindikationen

4.4.3 Operationstechniken

4.4.4 Operationsergebnisse

4.5 Wundheilung nach der Operation

5. Rehabilitation und Nachbehandlungskonzepte einer Bandscheibenoperation

5.1 Das Wesen einer Rehabilitationsmaßnahme

5.2 Gängige Nachbehandlungskonzepte

5.3 Nachbehandlungskonzepte anderer Indikationen

6. Evidenzbasierte Physiotherapie nach einer Bandscheibenoperation

6.1 Leitlinien

6.2 Die Cochrane Review zur Nachbehandlung einer lumbalen Bandscheibenoperation

6.3 Weitere relevante Studien

7. Zusammenfassende Handlungsempfehlungen für die Nachbehandlung

7.1 Der optimale Beginn der Reha

7.2 Physiotherapie

7.3 Segmentales Stabilisationstraining

7.4 Medizinische Trainingstherapie

7.5 Verbote und Hilfsmittelgebrauch

7.6 Patienteninformation

7.7 Patientenangepasst und kriterienorientiert

7.8 Weitere Therapien

8. Diskussion

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für die postoperative Nachbehandlung nach einem primären lumbalen Bandscheibenvorfall zu erarbeiten, um die bestehende Unsicherheit bei Patienten und Therapeuten zu reduzieren, pauschale Bewegungsverbote kritisch zu hinterfragen und die Wiedereingliederung in den Alltag zu beschleunigen.

  • Evidenzbasierte Physiotherapie (EBP) und deren Relevanz in der Rehabilitation.
  • Pathophysiologie und Biomechanik bei lumbalen Bandscheibenvorfällen.
  • Vergleich gängiger Nachbehandlungsmethoden mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
  • Erstellung von evidenzbasierten Handlungsempfehlungen für Physiotherapeuten.

Auszug aus dem Buch

4.5 Wundheilung nach der Operation

Um den Heilungsprozess nach einer lumbalen Bandscheibenoperation verstehen zu können und somit zum richtigen Zeitpunkt die optimalen Maßnahmen während der Rehabilitation ergreifen zu können, ist die Kenntnis der Wundheilungsphasen hilfreich. Der operative Eingriff stellt für den menschlichen Körper eine Verletzung dar. Er reagiert darauf mit einer Entzündung, die die Wundheilung einleitet. Die Entzündungsphase dauert ca. fünf Tage. Nach der Blutstillung kommt es zu einer vermehrten Durchblutung, die dafür sorgt, dass Sauerstoff, Nährstoffe und Reparaturzellen ins geschädigte Gebiet gelangen. Die Proliferationsphase (Übergangsphase) startet parallel zur Entzündungsphase und dauert bei der Haut drei Wochen, beim Anulus Fibrosus, bei den Sehnen und Bändern drei bis sechs Wochen. In dieser Phase werden neue Zellen gebildet, und das zerstörte Gewebe mit den spezifischen Zellen wird repariert und wieder aufgebaut. Der Übergang in die anschließende Remodellierungsphase (Stabilisierungsphase) ist fließend. Sie kann bis zu einem Jahr und länger dauern. Das neugebildete Gewebe wird gemäß seiner Eigenschaft weiter ausgebildet und gewinnt an Stabilität. (Diemer et al. 2011a)

Die Wundheilung bei der Bandscheibe verläuft nicht analog. Eine wirkungsvolle Wundheilung ist nur in durchblutetem und innerviertem Gewebe möglich und findet somit bei der Bandscheibe nur im äußeren Faserring statt. In der Proliferationsphase wird der äußere Faserring geschlossen und die Bandscheibe versiegelt. Nach sechs Wochen besteht eine Stabilität von ca. 75 Prozent gemessen an der Stabilität einer intakten Bandscheibe. In der mindestens ein Jahr dauernden Remodellierungsphase wird der äußere Faserring immer stabiler. Das Innere der Bandscheibe wird aufgrund der Durchblutungs- und Innervationssituation nicht vollständig repariert, was für eine erhöhte Anfälligkeit für Entzündungen und Schmerzen verantwortlich sein kann. (ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Häufigkeit von Bandscheibenvorfällen, die hohe Zahl an Operationen in Deutschland und die Problematik uneinheitlicher, oft nicht evidenzbasierter Nachbehandlungsrichtlinien.

2. Methodik: Erläutert das Vorgehen bei der Literaturrecherche in Datenbanken und Fachzeitschriften, um den aktuellen wissenschaftlichen Stand für die Nachbehandlung zu erfassen.

3. Evidenzbasierte Physiotherapie: Definiert die Grundlagen, Ziele und Bedeutung der evidenzbasierten Praxis (EBP) für eine moderne, wissenschaftlich fundierte Physiotherapie.

4. Rückenschmerzen und der lumbale Bandscheibenvorfall: Liefert die anatomischen, biomechanischen und pathophysiologischen Grundlagen sowie einen Überblick über Operationsindikationen, -techniken und -ergebnisse.

5. Rehabilitation und Nachbehandlungskonzepte einer Bandscheibenoperation: Beschreibt das deutsche Rehabilitationssystem und vergleicht verschiedene gängige Nachbehandlungsschemata kritisch.

6. Evidenzbasierte Physiotherapie nach einer Bandscheibenoperation: Analysiert relevante Leitlinien, Cochrane Reviews und klinische Studien, um den aktuellen Wissensstand in der postoperativen Versorgung zu bewerten.

7. Zusammenfassende Handlungsempfehlungen für die Nachbehandlung: Leitet aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen praktische Empfehlungen für den Beginn der Reha, die Übungstherapie und den Umgang mit Verboten ab.

8. Diskussion: Reflektiert die heterogene Studienlage, die Barrieren bei der Implementierung von EBP im klinischen Alltag und die Notwendigkeit einer besseren Kommunikation zwischen Operateur und Therapeut.

9. Fazit: Fasst zusammen, dass ein frühzeitiges, aktives und funktionelles Training indiziert ist und die Diskrepanz zwischen veralteten Restriktionen und aktueller Evidenz abgebaut werden muss.

Schlüsselwörter

Evidenzbasierte Physiotherapie, Bandscheibenvorfall, Mikrochirurgische Diskektomie, Rehabilitation, Nachbehandlungsschema, Lendenwirbelsäule, Übungstherapie, Funktionsverbesserung, Schmerzreduktion, Leitlinien, postoperative Versorgung, Patientenedukation, Evidenzbasierte Medizin, Diskektomie, Rumpfstabilisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit aktuelle Nachbehandlungskonzepte nach lumbalen Bandscheibenoperationen wissenschaftlich fundiert sind und ob zwischen gängigen klinischen Strategien und neuester Evidenz Diskrepanzen bestehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die evidenzbasierte Praxis, die Biomechanik und Pathophysiologie der Lendenwirbelsäule, gängige Operationsverfahren sowie evidenzbasierte Rehabilitations- und Übungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung von evidenzbasierten Handlungsempfehlungen für die Nachbehandlung, um Unsicherheiten bei Ärzten und Therapeuten abzubauen und eine einheitliche, effektive Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es wurde eine ausführliche Literaturrecherche in medizinischen Fachdatenbanken, Bibliotheken und Archiven durchgeführt, um aktuelle Studien, Cochrane Reviews und Leitlinien systematisch auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die aktuelle Studienlage zur postoperativen Rehabilitation, vergleicht internationale Erkenntnisse mit deutschen Versorgungskonzepten und erarbeitet konkrete Empfehlungen für Physiotherapeuten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind evidenzbasierte Physiotherapie, Bandscheibenvorfall, Rehabilitation, Diskektomie und der Fokus auf eine aktive, funktionelle Nachbehandlung.

Wie bewertet die Arbeit den Einsatz von pauschalen Bewegungsverboten?

Die Arbeit bewertet pauschale Bewegungsverbote und strikte Restriktionen als wissenschaftlich nicht begründbar und kontraproduktiv, da sie Ängste schüren und den Heilungsprozess verzögern können.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Zeitpunkts für den Beginn der aktiven Reha?

Die Analyse zeigt, dass ein frühzeitiger Beginn der aktiven Übungstherapie innerhalb der ersten zwei Wochen postoperativ sicher ist und bessere Ergebnisse hinsichtlich der Funktionsverbesserung liefert.

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Details

Title
Evidenzbasierte Nachbehandlung lumbaler Bandscheibenoperationen
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Grade
1,3
Author
Marco Spiegel (Author)
Publication Year
2015
Pages
77
Catalog Number
V341586
ISBN (eBook)
9783668318960
ISBN (Book)
9783668318977
Language
German
Tags
Bandscheibenoperation Nachbehandlung Nachbehandlungsempfehlung Physiotherapie Therapie primäre lumbale Bandscheibenoperation Schmerzlinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Spiegel (Author), 2015, Evidenzbasierte Nachbehandlung lumbaler Bandscheibenoperationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341586
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