"Erstellen des Lebensweges". Ausarbeitung im Rahmen der Ausbildung zur/zum Heilerziehungspfleger/in


Ausarbeitung, 2016
18 Seiten, Note: 2
Stefanie F. (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thema des Angebotes
2.1 Theoretischer Bezugsrahmen
Biografiearbeit
Das Zeitbewusstsein
Identität
2.2 Lernvoraussetzungen und Lernmöglichkeiten

3. Didaktik – Methodik
3.1 Beschreibung des Teilnehmers Herr B.
Emotionale und soziale Entwicklung
Körperliche und motorische Entwicklung
Psychosexuelle Entwicklung
3.2 Tabellarische Darstellung der persönlichen Daten
3.3 Biografische Daten
3.4 Beschreibung spezifischer Bereiche
Lernvoraussetzungen bezüglich der PÜ
3.6 Strukturelle Rahmenbedingungen
3.7 Inhalte und Intentionen des Angebotes
3.8 Darstellung und Begründung des geplantes methodischen Vorgehens und der eingesetzten Medien
3.9 Dauer der Durchführung

4. Zielformulierung

5. Übersicht über den geplanten Handlungsverlauf

6.Quellen:

1. Einleitung

Den fachpraktischen Teil meiner Ausbildung absolviere ich in einer Wohngemeinschaft. Dort leben neun erwachsene Menschen mit Beeinträchtigung.

Das Thema meiner Facharbeit lautet „Die biografische Aufarbeitung der Lebensgeschichte als Grundlage für eine Persönliche Zukunftsplanung“.

Die Aufgabe meiner Facharbeit habe ich in die Bereiche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufgeteilt. Die Angebote zu meiner Facharbeit werde ich mit Herrn B. durchführen. Er lebt seit 2014 in der Wohngruppe.

2. Thema des Angebotes

In diesem Angebot zur „biografischen Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte“ werde ich Herrn B. dabei unterstützen seinen Lebensweg auf einer Leinwand zu gestalten. Dieser soll Herrn B. dabei helfen sich selbstständig zu erinnern und ihn bei der zeitlichen Einordnung unterstützen.

2.1 Theoretischer Bezugsrahmen

Biografiearbeit

Biografiearbeit wird seit den 1970er Jahren in der Erziehungswissenschaft angewendet. Eine wichtige Funktion der Biografiearbeit ist es, die Identitätsentwicklung und Lebensbewältigung durch sinnhaftes Verknüpfen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu unterstützen. Das Ziel ist es die Bestandteile des Lebens zu akzeptiere und zu integrieren[1].

Für die Biografiearbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung kann man viele verschiedene Methoden anwenden. Diese sollen dem konservieren und archivieren von Erinnerungen und der Produktion von „andenken“ dienen. Bilder und Fotos können zu Erzählungen anregen und auch bei der zeitlichen Einordnung dienen. Zudem geben die Bilder Auskunft über zwischenmenschliche Beziehungen. Sie dient zur Verarbeitung und Bewältigung lebensgeschichtlicher Aufgaben und ist die Grundlage zur Persönlichen Zukunftsplanung.

Die Dokumentation der Lebensgeschichte in Form eines Lebensweges kann Menschen mit geistiger Behinderung dabei helfen sich selbstständig zu erinnern und bei der zeitlichen Einordnung zu unterstützen.

Ein Lebensweg (oder Lebenslauf) beschreibt

„Im engeren Sinne die äußeren Daten, Rollen und Ereignisse des Lebenswegs. Die Biografie ist die Innenseite, das, was die Lebensgeschichte einer Person ausmacht. Hier kommen auch Wünsche, Bedürfnisse, Umwege etc. zum Tragen.[2] “.

Das Zeitbewusstsein

Ein zentrales Kriterium für eine geistige Behinderung und als ein vorstechendes Merkmal von Menschen mit geistiger Behinderung ist ein fehlendes oder durch die kognitive Beeinträchtigung fehlgeleitetes Zeitbewusstsein.

Wenige Menschen mit geistiger Behinderung orientieren sich an Jahreszahlen oder an Altersangaben. Die zeitliche Perspektive orientiert sich eher an einprägende Erinnerungen, wie z.B. an die letzte Jahresfeier, an den Umzüge von zuhause in die Wohngruppe, an dem Tod einer nahestehenden Person oder an die Arbeitsstelle als Mitarbeiter X. noch die Gruppe geleitet hat. Dadurch kann die zeitliche Perspektive verschieben, was dazu führen kann, dass Menschen mit Behinderung ihr Alter falsch einschätzen oder Zeitspannen nicht „richtig“ eingeordnet werden. Dieses beschreibt aber nur das objektive Zeiterleben.

„Lebenslauf und Lebensgeschichte sind also auch zu verstehen als zwei unterschiedliche Formen, dass individuelle Leben zu konzipieren.“[3]

Schulze unterscheidet lebenslaufbezogene und lebensgeschichtliche Äußerungen. Lebenslaufbezogene Äußerungen sind zweckgebunden und werden in administrativen Handlungs- oder Behandlungszusammenhänge gebracht. Lebensgeschichtliche Äußerungen sind Selbstzweck. Sie unterscheiden sich in der sprachlichen Äußerung und sind beide Teil der Gestaltung des eigenen Lebens.

Jeder Mensch (mit oder ohne Behinderung) benutzt unterschiedliche Denkschemata und Handlungspläne. Lebensläufe sind durch Qualifikation und Rollen konzipiert während Lebensgeschichten durch „das Bemühen um die Erzeugung und Erhaltung von Identität[4] “ bestimmt wird.

Identität

Identität ist die einzigartige Persönlichkeit eines Menschen und entwickelt sich durch soziale Prozesse. Nur durch die vielen Auseinandersetzungen mit den Anforderungen der sozialen Umwelt und der eigenen Vorstellung kann sie wachsen. Sie beginnt in den ersten Lebensmonaten. Innerhalb der ersten drei Lebensjahre entwickelt sich eine gewisse psychische Unabhängigkeit, das eigenständige Ich. Sie ist die Grundlage für eine stabile Identität. Der Entwicklungsschwerpunkt ist in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter, aber der Prozess der Identitätsentwicklung endet nie.[5]

2.2 Lernvoraussetzungen und Lernmöglichkeiten

Lernvoraussetzungen für dieses Angebot basieren meiner Meinung nach auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Herr B. soll entscheiden können ob er dieses Angebot annimmt und welche Ereignisse er preisgeben möchte. Wenn er sich dafür entscheidet, sollte er Orte und Personen auf Bildern erkennen und diese mit „passenden“ Ereignissen verknüpfen können. Er sollte entscheiden können welche Bilder auf die Leinwand kommen und welche nicht. Zudem sollte er einfache Fragen zu verschiedenen Lebensabschnitten beantworten können.

Lernmöglichkeiten für Herr B. sehe ich darin, dass er den Lebensweg dafür nutzt, ihn bei Erzählungen über sein Leben zu unterstützen. Das er sieht und versteht wie viel er schon in seinem Leben „durchgemacht“ hat (positiv wie negativ).

Herr B. soll erkennen, dass er an negativen Erinnerungen nicht festhalten muss. Das das Leben weiter geht und das noch viele Momente kommen um positive Erinnerungen zu schaffen.

Der Erinnerungen durch den Lebensweg können Herrn B. dabei helfen alte Vorlieben wiederzuentdecken. Zudem können neue Wünsche und Ideen für seine Zukunft entstehen.

3. Didaktik – Methodik

3.1 Beschreibung des Teilnehmers Herr B.

Emotionale und soziale Entwicklung

Herr B. ist in der Lage die Gefühle seiner Mitbewohner/innen wahrzunehmen, versichert sich aber meist erst bei den Mitarbeitern/innen ob seine „Vermutung“ stimmt. Die Kontaktaufnahme zu seinen Mitbewohnern/innen kommt meistens von ihm aus. Er ist sehr hilfsbereit und unterstützt seine Mitbewohner/innen gerne bei Hauswirtschaftliche Aufgaben. Er zeigt seine Gefühle in dem er sich z.B. über bestimmte Personen freut oder um seine Eltern trauert. Diese kann er auf Nachfrage auch benennen und begründen.

Oft zeigt er ein prosoziales[6] Verhalten gegenüber seinen Mitbewohnern/innen bei denen er erkennt, dass sie Unterstützung benötigen und ihnen hilft z.B.: beim Einsteigen ins Auto, Tür aufhalten, begleiten ins Tageszentrum. Dieses Verhalten kann aber leicht in Bevormundung übergehen, so dass er seitens der Mitarbeiter/innen daran erinnert werden muss, dass seine Mitbewohner/innen nicht immer Unterstützung benötigen.

Er ist auch in der Lage sich für andere zu freuen z.B. wenn ein Mitbewohner/in Geburtstag hat und deren Familie zum Feiern vorbeikommt. In letzter Zeit schaut er sich das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter/innen gegenüber den Bewohnern/innen ab und versucht auch seinen Mitbewohnern Anweisungen zu geben z.B. in dem er sie abends ins Bett schicken möchte.

Herr B. hat bis zu dem Tod seines Vaters 2009 zuhause gewohnt. Von seinem Elternhaus haben sich viele Werte und Normen bei ihm eingeprägt. Zum einen ist er sehr hilfsbereit. Gerade Hauswirtschaftliche Tätigkeiten macht er gerne und gut. Gibt ihm fremden Menschen zur Begrüßung die Hand. Er zieht seinen Hut in geschlossenen Räumen ab. Betet ab und zu vor dem Essen. In Restaurants oder Cafés bedankt er sich bei der/m Kellner/in fürs Essen.

[...]


[1] Vgl Hölzle, Christina: Ressourcenorientierte Biografiearbeit, Grundlagen – Zielgruppe- Kreative Methoden S. 47-49

[2] Scharringhausen, Ruth: Heilerziehungpflege 2, S. 139, Definition Lebenslauf

[3] Baacke, Th; Schulze, D.: Aus Geschichten lernen: zur Einübung pädagogischen Verstehens.Lebenslauf und Lebensgeschichte. S. 189; Weinheim, München

[4] Schulze: Aus Geschichten lernen: zur Einübung pädagogischen Verstehens. Lebenslauf und Lebensgeschichte. S. 189; Weinheim, München

[5] Vgl. Scharringhausen, Ruth: Heilerziehungspflege 1. S.159 Identitätsentwicklung

[6] Vgl. Scharringhausen, Ruth: Heilerziehungspflege 1, S. 159; Soziale Entwicklung

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
"Erstellen des Lebensweges". Ausarbeitung im Rahmen der Ausbildung zur/zum Heilerziehungspfleger/in
Note
2
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V341784
ISBN (eBook)
9783668318236
ISBN (Buch)
9783668318243
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heilerziehungspflege, Heilerziehungspflegerin, Heilerziehungspfleger, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Beeinträchtigung, SMART, Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung, Biografiearbeit, Persönliche Zukunftsplanung, geisitge Behinderung, geistige Beeinträchtigung, Ausbildung, Berufspraktikum, Ausarbeitung, Praktische Übung, PÜ
Arbeit zitieren
Stefanie F. (Autor), 2016, "Erstellen des Lebensweges". Ausarbeitung im Rahmen der Ausbildung zur/zum Heilerziehungspfleger/in, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341784

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