Ernährungsgewohnheiten und Essverhalten gehört zu den beständigsten Verhaltensweisen des Menschen. Die Prägung hierfür findet bereits in den ersten Lebensjahren statt, indem Kleinkinder sich an ihren Eltern, Gleichaltrigen oder Menschen in ihrem direkten Umfeld orientieren und Erfahrungen und Beobachtungen in ihrer Lebenswelt nachahmen. Daher ist es von großer Bedeutung, den Kindern ein gesundes Essverhalten vorzuleben, sie darin einzubeziehen und ihnen eine positive Vorbildfunktion zu geben. Neben den direkten Bezugspersonen der Kinder spielen hierbei auch Erzieher/innen und Lehrkräfte eine entscheidende Rolle, wenn es um die Ernährungserziehung im Kindesalter geht.
Ein wichtiger Grundbaustein für eine nährstoffreiche Ernährung bilden hochwertige Getreideprodukte. Sie stellen ein weltweites Grundnahrungsmittel dar und sind sogleich der bedeutendste Energielieferant für den menschlichen Körper. Doch obwohl Kinder Getreideprodukte in verschiedensten Variationen verzehren, hat die Mehrzahl der Kinder kaum Kenntnisse über die Bedeutung, Verarbeitung und Verwendung dieses wertvollen Rohstoffes gesammelt. Dies führt dazu, dass die volle Nährstoffvielfalt und Wirkkraft des Getreides häufig nicht vollständig ausgeschöpft wird. Dabei sind die im Getreide enthaltenen Nährstoffe in vielen Bereichen von großer Wirkkraft: Sie unterstützen das Wachstum des Kindes, sorgen für Wohlbefinden und einen ausgeglichenen Nährstoffhaushalt und können sogar die schulische Leistung positiv beeinflussen.
Daraus abgeleitet besteht umso mehr die Notwendigkeit, das Themengebiet „Getreide und Brot“ in den schulischen Unterricht zu integrieren und die Kinder über die vielfältige Bedeutung des Rohstoffes aufzuklären. Die folgende Seminararbeit wird daher davon handeln, die Tragweite von Getreide in der Ernährung des Kindes darzustellen und Möglichkeiten zu liefern, die Thematik im schulischen und außerschulischen Umfeld aufzugreifen. Hierfür werde ich zunächst einige theoretische Grundlagen bezüglich der Morphologie und inneren Substanz der Getreidepflanze nennen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Bedeutung des Nährstoffgehalts des Korns.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretische Aspekte zu Korn und Getreide
1.1 Botanische Grundlagen
1.2 Kornaufbau und Nährstoffe der Kornbestandteile
2. Der Stellenwert von Getreideprodukten in der Ernährung von Kindern
2.1 Tägliches Verzehrverhalten von Brot und Getreideprodukten
2.2 Ernährungsempfehlungen
3. Die Relevanz getreidehaltiger Nahrung für die kognitive Leistung
3.1 Kraftstoffe für das Gehirn
3.2 Optimale Nährstoffverteilung
4. Kritische Getreideprodukte und Unverträglichkeiten
4.1 Cornflakes, Zimties, Smacks und Co.
4.2 Zöliakie und Verdauungsprobleme
5. Vollkornbrot oder das dunkle Grauen
Mein persönliches Ernährungsverhalten
6. Kinder mögen gesunde Ernährung – theoretisch!
Meine Erfahrungen mit Kindern und deren Getreideverzehr
6.1 Fallbeispiel: Finn
6.2 Fallbeispiel: Lena
6.3 Zusammenfassung und Bewertung
7. Umsetzungsmöglichkeiten in die Unterrichtspraxis
7.1 Gemeinsames Schulfrühstück
7.2 Do it yourself: Getreideprodukte selbst herstellen
7.2.1 Haferflocken
7.2.2 Individuelle Brötchen
7.2.3 Vollkornwaffeln
7.3 Für kleine Entdecker: Experimentieren
7.3.1 Der Geist in der Flasche
7.3.2 Wie kommen die Löcher ins Brot?
7.4 Getreide selbst anbauen
8. Bauernhof, Mühle und Bäckerei – eine Vielzahl an außerschulischen Lernorten
8.1 Lernort Bauernhof
8.1.1 Meienackerhof Familie Seidel
8.1.2 Bauernhof Familie Kori
8.2 Museen und Ausstellungen
8.2.1 Museum der Brotkultur Ulm
8.2.2 Brot-Lehrschau Ludwigsburg
8.3 Mühlen und Bäckereien
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Getreideprodukten für die kindliche Entwicklung, reflektiert das Ernährungsverhalten und erarbeitet handlungsorientierte Konzepte für die schulische Vermittlung des Themas.
- Wissenschaftliche Grundlagen zu Getreide und dessen Nährstoffgehalt
- Ernährungsphysiologische Relevanz für kognitive Leistungen bei Kindern
- Analyse des kindlichen Ernährungsverhaltens und Werbeeinflüssen
- Praktische Umsetzungsmöglichkeiten durch Experimente und Schulfrühstück
- Einbindung außerschulischer Lernorte in den Unterricht
Auszug aus dem Buch
7.3.1 Der Geist in der Flasche
Ob Brötchen oder Kuchen, bei keinem Backrezept ist Backpulver wegzudenken. Doch warum ist das weiße Pulver so wichtig und was bewirkt es? Eine Frage die auch ich mir gestellt habe, als ich meine ersten Backversuche als Kind getätigt habe. Daher halte ich das Experiment „Geist in der Flasche“ aus der Reihe der Beki-Experimente für besonders sinnvoll und möchte dieses in folgendem genauer vorstellen.
Durchführung
Hintergrund des Experiments ist es, die chemische Teiglockerung durch Backpulver anhand eines Luftballons und Säure deutlich zu machen. Benötigt werden hierzu 1 Flasche, 1 Trichter, 1 Luftballon, 1 Päckchen Backpulver und 50 ml Essig. Zunächst füllen die Kinder mit Hilfe des Trichters das Backpulver in den Luftballon und geben den Essig in die Flasche. Anschließend wird der Luftballon vorsichtig über den Flaschenrand gestülpt. Damit sich das Bachpulver mit dem Essig mischt, wird der Luftballon nach oben gehoben. Nachdem Backpulver und Essig in Berührung gekommen sind, entfaltet das Backpulver seine Triebkraft und der Luftballon beginnt sich langsam zu füllen und wird aufgeblasen. Um die Reaktion zu verstärken, kann die Flasche zusätzlich leicht geschüttelt werden.
Erklärung
Durch die Reaktion des Backpulvers mit der Säure kam es zur Freisetzung von Kohlendioxid, welches den Luftballon aufblasen lies. Dieses entsteht als Produkt bei der Reaktion von Essigsäure mit Natriumhydrogencarbonat, einem Hauptbestandteil des Backpulvers. Das gleiche Prinzip wird bei der Herstellung von Backmitteln benutzt. Durch die Freisetzung des Kohlendioxids wird der Teig aufgelockert, gestartet wird die Reaktion durch die Feuchtigkeit im Teig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretische Aspekte zu Korn und Getreide: Dieses Kapitel erläutert botanische Merkmale von Getreidepflanzen und analysiert den inneren Aufbau sowie den Nährstoffgehalt des Korns.
2. Der Stellenwert von Getreideprodukten in der Ernährung von Kindern: Hier wird das tatsächliche Verzehrverhalten von Kindern basierend auf Studien wie DONALD und ESKIMO im Vergleich zu Ernährungsempfehlungen dargestellt.
3. Die Relevanz getreidehaltiger Nahrung für die kognitive Leistung: Es wird die physiologische Rolle von Kohlenhydraten und anderen Nährstoffen für die Energieversorgung des Gehirns und den Lernerfolg erläutert.
4. Kritische Getreideprodukte und Unverträglichkeiten: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit stark verarbeiteten Kinderlebensmitteln auseinander und thematisiert gesundheitliche Aspekte wie Zöliakie.
5. Vollkornbrot oder das dunkle Grauen: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Ablehnung gegenüber Vollkornprodukten und setzt diese in den Kontext frühkindlicher Prägung.
6. Kinder mögen gesunde Ernährung – theoretisch!: Durch zwei Fallbeispiele wird das Essverhalten von Kindern im Alltag analysiert und der Einfluss von Werbung und optischer Präsentation bewertet.
7. Umsetzungsmöglichkeiten in die Unterrichtspraxis: Dieses Kapitel liefert konkrete didaktische Vorschläge wie gemeinsames Kochen, Experimente und das Anbauen von Getreide im Schulgarten.
8. Bauernhof, Mühle und Bäckerei – eine Vielzahl an außerschulischen Lernorten: Der Fokus liegt hier auf dem praktischen Erleben des Themas außerhalb der Schule durch Besuche von Betrieben und Museen.
Schlüsselwörter
Getreide, Vollkorn, Ernährungserziehung, Schulkinder, Kognitive Leistung, Ernährungsempfehlung, Kinderlebensmittel, Unterrichtspraxis, Außerschulische Lernorte, Backpulver, Hefe, Getreideanbau, Nährstoffgehalt, Essverhalten, Experimentieren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Getreide als Grundnahrungsmittel für Kinder und wie dieses komplexe Thema pädagogisch sinnvoll im Grundschulunterricht vermittelt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen Ernährungswissenschaft, die kognitive Bedeutung von Nährstoffen, das Essverhalten von Kindern sowie praktische unterrichtliche Umsetzungsideen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, theoretisches Wissen über Getreide mit den Ernährungsempfehlungen für Kinder zu verknüpfen und Wege aufzuzeigen, wie ein gesundes Bewusstsein durch handlungsorientiertes Lernen gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer reflektierenden Beobachtung von Fallbeispielen aus dem Bekanntenkreis der Autorin.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte zum Getreide, eine Analyse des Ernährungsverhaltens von Kindern, eine Selbstreflexion und eine Sammlung von praktischen Unterrichts- und Ausflugsideen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Getreide, Ernährungserziehung, Vollkorn, handlungsorientiertes Lernen und außerschulische Lernorte.
Wie lässt sich das Interesse von Kindern an Vollkornprodukten laut der Autorin steigern?
Die Autorin argumentiert, dass die optische Darbietung der Mahlzeiten eine entscheidende Rolle spielt und Kinder eher zu gesunden Lebensmitteln greifen, wenn diese ansprechend präsentiert werden.
Warum ist das Experiment "Der Geist in der Flasche" besonders geeignet?
Es veranschaulicht mit sehr einfachen, für Kinder faszinierenden Mitteln die chemische Wirkung von Backtriebmitteln, was einen direkten Alltagsbezug zur Nahrungsherstellung herstellt.
- Arbeit zitieren
- Janet Schua (Autor:in), 2013, Vom Korn zum Brot. Theoretische Grundlagen, Reflexionen und Unterrichtsvorschläge zum Thema Getreide, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342298