In jeglichen Kommunikationsebenen in Bezug auf Sprache, werden Handlungen vollzogen seitens des Sprechers, die mit der Äußerung des Sprechens verknüpft sind. Diese Sprechakte lassen sich in Kategorien einteilen, beispielsweise der Akt des Informierens und des Verweisens, sowie Akte, die Behauptungen, Fragen, Befehle usw. beinhalten.
Bei den Akten der letzten Kategorie spricht Austin von „illokutionären“ Akten. Ausdrücke, welche diese charakterisieren sind zum Beispiel: behaupten, beschreiben, befehlen, kritisieren und versprechen.
In der Philosophie der normalen Sprache ist es von besonderer Wichtigkeit, Sprechakte zu analysieren und kategorisieren, denn für jede Form sprachlicher Verständigung muss eine Sprachhandlung vorliegen. Nicht das Wort in seiner Zeichenzusammensetzung (Buchstaben) stellt eine Sprechhandlung dar, sondern das Sprechen an sich.
Ein illokutionärer Akt ist somit „die Erzeugung eines Satzzeichens unter bestimmten Bedingungen und stellt als solcher die kleinste Einheit sprachlicher Verständigung dar.“ Er bezeichnet den eigentlichen Zweck eines Sprechaktes, also die dem Sprechakt zugrunde liegende Absicht des Sprechers.
Das Durchführen illokutionärer Akte ist an Regeln gebunden. Fragen und Behauptungen beispielsweise sind dementsprechend regelgeleitete Handlungsweisen, welche notwendige und hinreichende Bedingungen implizieren, diese wiederum kennzeichnen die Äußerung als einen illokutionären Akt.
In dieser Arbeit werde ich die Begriffe Searles und Austins der Sprechakttheorie auf das wesentliche beschränken und den Fokus dabei auf die illokutionären Akte setzen. Als Grundlage schaffe ich eine Einbettung dessen in die Sprechakttheorie.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprechakttheorie
2.1 Theorie von Austin
2.2 Die Weiterentwicklung durch Searle
3. Searles Theorie der Sprechakte
3.1 Analyse des illokutionären Akts des Versprechens
4. Schluss
5. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Grundlagen der Sprechakttheorie, ausgehend von John L. Austin, und deren systematischer Weiterentwicklung durch John R. Searle. Das primäre Ziel ist es, die Funktionsweise illokutionärer Akte zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Sprecher durch Sprache Handlungen vollziehen, wobei ein besonderer Fokus auf den Bedingungen für erfolgreiche Kommunikation liegt.
- Grundlagen der Sprechakttheorie nach Austin
- Die Weiterentwicklung der Theorie durch John R. Searle
- Strukturierung und Kategorisierung von Sprechakten
- Analyse der Bedingungen für den illokutionären Akt des Versprechens
Auszug aus dem Buch
3. Searles Theorie der Sprechakte:
Searle schlägt in seinem Werk Sprechakte als Weiterentwicklung der Sprechakttheorie Austins folgende Strukturierung des Sprechaktes vor:
1. der Äußerungsakt umfasst die Äußerung von Wörtern, Morphemen und Sätzen,
2. der propositionale Akt umfasst die unvollständigen, d.h. nur im Zusammenhang mit illokutionären Akten vollziehbaren Sprechakte der Referenz und Prädikation,
3. der illokutionäre Akt zeigt an, in welchem Sinne man eine Äußerung macht bzw. die Äußerung aufgefasst werden soll.
Damit meint Searle, dass ein Sprecher bei jedem Sprechakt gleichzeitig verschiedene Akte vollzieht. Erstens umfasst der Sprechakt einen Äußerungsakt, denn er geht einher mit dem schlichten Aussprechen von Wörtern und Sätzen, hinzu kommend enthält jeder Sprechakt einen Bezug der Wörter auf bestimmte Objekte, also eine Referenz und Prädikation. Dieser Propositionsakt kann wahr oder falsch sein und drittens wird ein illokutionärer Akt vollzogen. Alle drei Akte werden gleichzeitig vollzogen: zu jedem illokutionären Akt gehören ein Äußerungsakt und ein propositionaler Akt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Grundproblematik ein, dass Sprache nicht nur zur Beschreibung dient, sondern als Handlung vollzogen wird, und definiert den Fokus auf die Sprechakttheorie von Austin und Searle.
2. Sprechakttheorie: Das Kapitel erläutert die Entstehung der Sprechakttheorie als Reaktion auf eine als überzüchtet empfundene Philosophie und stellt die methodischen Unterschiede zwischen Austin und Searle dar.
2.1 Theorie von Austin: Hier wird Austins Differenzierung zwischen performativen und konstativen Äußerungen sowie die Unterteilung in lokutionäre, illokutionäre und perlokutionäre Akte erörtert.
2.2 Die Weiterentwicklung durch Searle: Dieser Abschnitt beschreibt Searles Kritik an Austin und seinen Ansatz, durch präzisere Bedingungen einen universaleren Rahmen für Sprechakte zu schaffen.
3. Searles Theorie der Sprechakte: Es wird die dreiteilige Struktur des Sprechaktes (Äußerungs-, propositionaler und illokutionärer Akt) detailliert analysiert und erläutert.
3.1 Analyse des illokutionären Akts des Versprechens: Anhand von sechs definierten Bedingungen, wie Eingabe-, Einleitungs- und Aufrichtigkeitsbedingungen, wird der komplexe Prozess eines Versprechens systematisch zerlegt.
4. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass Kommunikation untrennbar mit Handeln verbunden ist, weist jedoch kritisch auf die Begrenztheit der Theorie bei längeren Gesprächsverläufen hin.
5. Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Sprechakttheorie.
Schlüsselwörter
Sprechakttheorie, John L. Austin, John R. Searle, Illokution, Perlokution, Lokution, Sprachhandlung, Performative Äußerungen, Proposition, Referenz, Prädikation, Kommunikation, Versprechen, Sprachphilosophie, Sprecherintention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Sprechakttheorie und untersucht, wie sprachliche Äußerungen als Handlungen verstanden werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Systematisierung von Sprechakten, die Abgrenzung verschiedener Akt-Typen nach Austin sowie deren Weiterentwicklung und Präzisierung durch Searle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Einbettung und Erläuterung der illokutionären Akte, um zu verstehen, wie Sprecherabsichten in sprachliche Handlungen übersetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte, philosophisch-linguistische Analyse und Systematisierung der Konzepte von Austin und Searle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Struktur des Sprechaktes, die Unterscheidung zwischen lokutionären, illokutionären und perlokutionären Akten sowie spezifische Gelingensbedingungen anhand des Beispiels „Versprechen“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprechakttheorie, Illokution, Sprachhandlung, Austin, Searle und Performative Äußerungen.
Worin besteht laut Searle der Unterschied zwischen Äußerungsakt und propositionalem Akt?
Der Äußerungsakt beschreibt das bloße Aussprechen von Wörtern und Sätzen, während der propositionale Akt den Bezug dieser Wörter auf Objekte, also Referenz und Prädikation, herstellt.
Warum ist die Analyse des „Versprechens“ für die Theorie so wichtig?
Das Versprechen dient als ideales Beispiel, um die notwendigen und hinreichenden Bedingungen (wie Aufrichtigkeit und Absicht) zu demonstrieren, die eine Äußerung erst zu einer erfolgreichen Handlung machen.
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- Philipp Falk (Autor), 2014, Die Sprechakttheorie nach J.L.Austin & J.Searle und der illokutionäre Akt des Versprechens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342469