Das Erfolgsrezept des Hauses Bosch. Ist eine Stiftung ein Garant für Unternehmenserfolg?


Seminararbeit, 2014
31 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Robert Bosch: Der Schwabe
1.1. Gemeinsamkeiten mit Adam Smith
1.2 Robert Bosch: Der Philanthrop

2. Der lange Weg zur Stiftung
2.1 Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und die Gründung der VVB
2.2 Die Umwandlung der Robert Bosch AG in eine GmbH
2.3 Die Auslegung des Testaments
2.4 Vom Familien- zum Stiftungsunternehmen
2.4.1 Zwei Wege ein Ziel
2.4.2. Hans Walz Rolle in der Nachfolgeregelung
2.4.3 Der Abschluss der Nachfolgeregelung

3. Unternehmensnachfolge
3.1 Das Grundmodel der Doppelstiftung
3.2 Die Verfassung des Hauses Bosch

4. Das Geheimnis des Unternehmenserfolgs
4.1 Das Wagnis der Nachfolge heute
4.2 Die langfristige Sicherung des Unternehmens Bosch

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Robert Bosch: Der Schwabe

In Albeck, einem Ort auf der Schwäbischen Alb bei Ulm, wurde Robert Bosch am 23.September 1861 als elftes von zwölf Kindern eines Gast- und Landwirtschaftspaars geboren. Die Familie besaß das Gasthaus zur Krone mit einem Grundbesitz von etwa 75 Hektar Ackerland und Wald. Der Vater Robert Boschs, Servatius Bosch, war ein belesener Herr mit festen Grundsätzen. Die Mutter, Maria Margaretha Bosch, stammte aus einer Gastwirtsfamilie. Die Eltern waren nach heutigem Verständnis wohlhabende Mittelständler.

Robert Bosch nahm seinen Vater, der sich sehr den „Ideen von 1848“ verbunden fühlte und eine Abneigung gegen den preußischen Militarismus hegte, in vielen Dingen zum Vorbild. So teilten sie nicht nur gemeinsame politische Ansichten, sondern auch das Verständnis für soziale Fragen und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.1

Nach seinem Realschulabschluss begann er eine Feinmechanikerlehre, wobei er sich in dieser dreijährigen Ausbildung bei dem Ulmer Mechaniker und Optiker Wilhelm Maier erstmals mit elektrotechnischen Apparaten vertraut machen konnte.2

Im Frühjahr 1884 entschloss sich Robert Bosch gemeinsam mit einem Freund aus Ulm, in die USA zu reisen. Robert Bosch schrieb, er wäre damals in die USA gegangen, „um sich in der Welt umzusehen, dann aber auch, weil den jungen Demokraten, der ich aus Erziehung und nach dem Vorbild meines Vaters und meiner älteren Brüder war, dieses Land, das Land der Freiheit besonders lockte.“3

In den USA dauerte es nicht lange und Robert Bosch fand eine Arbeitsstelle als Mechaniker im deutsch-amerikanischen Unternehmen von Sigmund Bergmann, welcher gemeinsam mit Thomas Edison die Glühlampe entwickelt hatte. Bergmanns Unternehmen war Vorgänger der später von Edison gegründeten General Electric Company.4 Robert Bosch wurde jedoch schon bald bei einem Konjunktureinbruch von dem Unternehmen entlassen. Diese Enttäuschung und die Verlobung mit Anna Kayser hatten ihn wohl dazu bewogen wieder nach Europa zurückzukehren. Vom Land der Freiheit war der junge Robert Bosch enttäuscht.

Er schrieb: „der Eckstein der Gerechtigkeit fehlte: die Gleichheit vor dem Gesetz.“5

Im Alter von 25 Jahren ließ sich Robert Bosch in Stuttgart nieder. Er hatte sich nun entschlossen seine eigene Firma zu gründen, da er durch die eigene Firma die gesicherten Einkünfte erwartete die zur damaligen Zeit erforderlich waren um heiraten zu können. Ein Jahr nach der Gründung des Unternehmens im November 1866, folgte die Hochzeit.6 Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: die Töchter Margarete (geb.1888) und Paula (geb.1889), der Sohn Robert (geb.1891) und eine weitere Tochter Elisabeth (geb.1893). Später stellte sich heraus, dass der Sohn Robert Bosch jr., der als Nachfolger des Unternehmens eintreten sollte, an Multipler Sklerose erkrankt war und nicht mehr geheilt werden konnte. 1913 musste er sein Studium abbrechen und wurde zum Pflegefall. 1923 verstarb Robert Bosch jr. 7

Nach dem Tod des Sohnes soll Robert Boschs Frau Anna in Depressionen versunken sein. Die Ehe wurde 1927 geschieden. Robert Bosch heiratete jedoch unmittelbar ein zweites Mal. Aus seiner Ehe mit Margarete Wörz wurde Robert Bosch in hohem Alter noch einmal Vater. Es wurden die Kinder Robert d.J. und Eva geboren.

Bosch war seinerzeit nicht sehr begeistert von Clubs oder Prominententreffs. Ihn zog es eher mit seiner Familie in die Alpen. Aber nicht in die Fünf-Sterne-Hotels in denen sich viele reiche Unternehmer trafen.8 Robert Bosch blieb Zeit seines Lebens seinem eigenen Charakter und seinem eigenen Stil treu. Trotz seines kometenhaften Aufstiegs, den er als Unternehmer erlebte, blieb er wie es Hans Walz zum 80. Geburtstag des Firmengründers ausdrückte - „von unscheinbarer Schlichtheit“. 9

Seine Grundsätze, wie das Streben nach hoher Qualität, nach Verlässlichkeit und Kundennähe, prägen sich bis heute in das Unternehmen ein.

„Immer habe ich nach dem Grundsatz gehandelt: Lieber Geld verlieren als Vertrauen. Die Unantastbarkeit meiner Versprechungen, der Glaube an den Wert meiner Ware und de(r) an mein Wort standen mir stets höher als ein vorübergehender Gewinn.“10

„Ich hatte nie den Ehrgeiz, etwas selber gemacht haben zu wollen“, gehört wohl auch zu den Klassikern der Bosch-Zitate. Es verdeutlicht, dass er sein Handwerk verstand und er ebenfalls fähig war talentierte Mechaniker, Ingenieure und Kaufleute zu finden und an sein Unternehmen zu binden. So strebte er nicht an etwas allein erfinden zu wollen, sondern er hatte vielmehr die Absicht, sowie die gute Eigenschaft innovative Ideen zu unterstützen.

„Robert Bosch war ein Entrepreneur im Sinne Joseph Schumpeters, ein gestaltungsfreudiger, dynamischer Unternehmensgründer, der neue Ideen umsetzte und sich nie auf seinem Vermögen ausruhte.“11

1.1 Gemeinsamkeiten mit Adam Smith

Wirtschaftswissenschaftler haben sich schon immer dafür interessiert was erfolgreiche Unternehmer ausmacht. „Der Brite Adam Smith etwa stellte 1776 fest, dass das Streben nach persönlichem Reichtum keinesfalls ausreichte, um als Unternehmer erfolgreich zu sein, weil es der Notwendigkeit entgegenstehe, die Gewinne zu reinvestieren statt diese wie der Knauserer zu horten oder der Lebemann zu konsumieren.12

Sowohl Adam Smith, als auch Robert Bosch legen sehr viel Wert auf das Wachstum des Wohlstandes in der Gesellschaft. Robert Bosch bewies sein soziales Engagement durch seine zahlreichen Stiftungen, die bis heute sehr geschätzt werden (Die wichtigsten Stiftungen: Anhang).13 Das Bestehen der Robert Bosch Stiftung seit 1964 ist ein weiterer Indiz dafür. Mit seinen Stiftungen und seinen wichtigen Erfindungen, welche er zusammen mit seinen Mitarbeitern entwickelte, hatte er die Absicht, die Lebensverhältnisse seiner Zeit zu verbessern.

Für Robert Bosch war die sachliche Hilfe grundlegend und dies tat er aus seinem bürgerlichen Pflichtgefühl heraus, ein „wachsendes Vermögen für Volkswohlfahrt im weitesten Sinne fruchtbar zu machen.“14 Auch bei seinen Erfindungen war er ein Perfektionist und stets bemüht immer vom Besten das Beste herzustellen.15

„Lieber Geld verlieren als Vertrauen: Die Unantastbarkeit meiner Versprechungen, der Glaube an den Wert meiner Ware und der an mein Wort standen mir stets höher als ein vorübergehender Gewinn.“16 Dieses Zitat von Bosch verdeutlicht wie wichtig es ihm war, dass die Menschen die Leistung erhielten wofür sie auch bezahlten.17 Auch Adam Smith zeigte durch sein berühmtestes Werk „Wohlstand der Nationen“ sein Interesse an dem Wohlstand der Allgemeinheit.18 Sowohl Robert Bosch, als auch Adam Smith begriffen beide den Zusammenhang zwischen gerechter Verteilung des Gewinns, welches vom Unternehmen erwirtschaftet wird und dem Wohlstand des Unternehmens, oder bei Adam Smith der Gesellschaft.19

In einem Zitat Adam Smiths, wird seine Geisteshaltung verständlicher: „Die Nachfrage nach Lohnarbeitern steigt also zwangsläufig, wenn Einkommen und Kapital in einem Lande zunehmen, aber auch nur unter dieser Voraussetzung. Wachstum von Einkommen und Kapital bedeutet Zunahme des nationalen Wohlstands, was wiederum die entscheidende Voraussetzung für eine wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften ist.“20 Smith erkannte, dass eine gerechte und gute Entlohnung ein wichtiger Faktor für einen wachsenden Wohlstand war und auch heute noch ist.21 Gerechte Entlohnung war auch für Bosch von höchster Priorität: „Ich zahle nicht gute Löhne weil ich viel Geld habe sondern ich habe viel Geld weil ich gute Löhne zahle.“ Diese Aussage verdeutlicht, dass der Unternehmer davon überzeugt war, dass gut versorgte Arbeiter auch gute Arbeit leisten würden, was sich wiederum positiv auf den eigenen Gewinn auswirkt. Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit waren für Adam Smith die leitenden Prinzipien, welche für den Wohlstand der Nationen verantwortlich sind. Darüber hinaus sollen genau diese Prinzipien allen Schichten der Gesellschaft den Wohlstand sichern.22 Robert Bosch war ebenfalls ein Vertreter dieser drei Prinzipien.

Die Äußerung Boschs: „Der Eckstein der Gerechtigkeit ist die Gleichheit vor dem Gesetz“, verdeutlicht sein Interesse an Gleichheit und Gerechtigkeit. Überdies gab Robert Bosch seinen Mitarbeitern die Freiheit ihre Religion ausüben zu können. So zeigte er großen Respekt, denn er war selber nicht gläubig.23 Eine weitere Gemeinsamkeit Adam Smiths und Robert Boschs war , dass sie beide viel Wert auf Bildung legten. Die Erwachsenenbildung war für Bosch ein sehr wichtiges Anliegen. Er unterstützte beispielsweise den Verein zur Förderung der Volksbildung und bat Bildungsangebote für seine Mitarbeiter an.24

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 (f ü r Publikation entfernt):

Robert Bosch mit Lehrling (1938)25

Adam Smith weist in „Wohlstand der Nationen“ aufdringlich darauf hin, dass die Öffentlichkeit sich mehr um die Erziehung des einfachen Volkes kümmern sollte, als um die der oberen Schicht. Smith forderte dies nicht nur auf Grund der Gleichstellung der Bildungschancen für alle Schichten, ererkannte auch, dass mit einem höheren Bildungsniveau eines Volkes und mit mehr Fachkräften in einer Gesellschaft der Wohlstand der Nation erhalten bleibt.26

Dass Robert Bosch jedoch nicht nur ein bedeutender Unternehmer seiner Zeit war, sondern auch ein Philanthrop wird im Folgenden Kapitel (1.2) genauer erläutert.

1.2 Robert Bosch: Der Philanthrop

Die Begrifflichkeit der Philanthropie hat seine Wurzeln aus dem Griechischen „philánthrōpos“, wobei phílos freundlich bedeutet und ánthrōpos für den Menschen steht. Folglich beschreibt das Wort Philantrop einen Menschenfreund. Auch Robert Bosch war solch ein großer Menschenfreund, weshalb man ihn bis heute auch als Philanthrop bezeichnen kann.27

Schon im Jahre 1910 leitete Robert Bosch mit einer Spende in Höhe von einer Millionen Mark an die Technische Hochschule Stuttgart „sein schier unvergleichliches Mäzenatentum28 ein“(Theodor Heuss).

Die Wurzeln seines philanthropischen Wirkens entstanden durch gedankliche Unabhängigkeit, Familientradition und die frühe Beschäftigung mit den sozialen Fragen seiner Zeit. Mit seinen Spenden und anderen öffentlichen Aktivitäten hatte er die Absicht, die Lebensverhältnisse seiner Zeit zu verbessern.29

2. Der lange Weg zur Stiftung

Heutzutage gehört die Robert Bosch Stiftung zu den größten Stiftungen in Deutschland. Bei all ihren Programmen wird der Mensch in den Mittelpunkt gestellt, sodass im Sinne des Stifters Robert Bosch philanthropisch gehandelt wird. Sie fördert in den Bereichen Gesundheit und Wissenschaft, Bildung der Gesellschaft und Kultur, die Völkerverständigung Amerikas und Asiens und die Völkerverständigung Europas und seiner Nachbarn. Die Robert Bosch Stiftung feiert 2014 ihr 50-jähriges Bestehen. Der lange Weg zur Stiftung und der gesamten Unternehmensverfassung Bosch war jedoch kein leichtes Unterfangen. Wie sich dies genau abspielte wird in den folgenden Kapiteln erläutert.

2.1 Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und die Gründung der VVB

Bosch hatte ursprünglich in seinem 1891 geborenen Sohn Robert den Nachfolger und Erben für sein Unternehmen gesehen. Nachdem er jedoch wusste, dass sein Sohn unheilbar krank war, war der 55-jährige Robert Bosch dazu entschlossen das Unternehmen juristisch von seiner Person zu trennen. Er hatte sich zuvor, im Jahre 1905, dazu entschieden, sein Unternehmen für fünf Millionen Mark an „Simms“30 zu verkaufen. Weitere fünf Jahre später, 1912, hatte Boschs Einstellung sich allerdings grundlegend verändert. Er wollte sein Unternehmen nicht mehr verkaufen sondern in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Bosch sah nun in seinem Unternehmen sein Lebenswerk, das es zu sichern galt. Als er diese Entscheidung traf, wusste er allerdings noch nicht, dass er später noch einmal Vater eines Sohnes werden würde.

Das Unternehmen wurde daraufhin im Jahre 1917 zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt. Nach dem Tod seines Sohnes hatte Robert Bosch sehr bittere Erfahrungen gemacht. Er wollte die Zukunft des Unternehmens nicht in die Hände einer einzelnen Person legen.31 Der Kerngedanke bei dieser Entscheidung war, seine wichtigsten Mitarbeiter am Kapital zu beteiligen. Das Unternehmen sollte damit auch nach dem Tod Robert Boschs in sicheren Händen liegen. Bei der Gründung der AG war es nicht vorgesehen, die Aktien zum Börsenhandel zuzulassen, vielmehr sollte es ein erweitertes Familienunternehmen werden. 32 Bei der neu gebildeten Aktiengesellschaft übernahm Robert Bosch den Vorsitz des Aufsichtsrates. Nach der Gründung der Aktiengesellschaft drängte Scheuing (juristischer Berater und Rechtsanwalt) auf eine Regelung für das jetzt vom Firmenvermögen getrennte Privatvermögen Boschs. Hans Walz, Robert Bosch und Paul Scheuing arbeiteten an einem Entwurf für eine gemeinnützige Treuhand- GmbH für Vermögensverwaltung. Diese GmbH stand nun im Mittelpunkt für gemeinnützige Bestrebungen des Unternehmens. Aus diesen Überlegungen ging 1921 die spätere Vermögensverwaltung Bosch GmbH (VVB) hervor. 33 Aber warum plante Robert Bosch sich in seinem eigenen Unternehmen als Angestellter einstellen zu lassen?

Robert Bosch hatte zu dieser Zeit keinen Nachfolger für sein Unternehmen, dennoch wollte er durch Richtlinien für die AG ein verpflichtendes Beispiel errichten, sodass das Unternehmen in seinem Sinne fortgeführt werden würde. Folglich sollten die wichtigsten Mitarbeiter an der Spitze des Unternehmens stehen, um dies nach Robert Boschs Vorstellungen weiterzuführen.34

2.2 Die Umwandlung der Robert Bosch AG in eine GmbH

Das Unternehmen Bosch wurde am 10. Dezember 1937 in eine GmbH umgewandelt. Der Eigentümer, Robert Bosch, war nun nicht mehr Aktionär, sondern Gesellschafter seines Unternehmens. Die Entscheidung von 1917 passte nicht mehr ganz zu der familiären Situation Boschs. Damals hatte der Unternehmensgründer nicht damit gerechnet ein zweites Mal Vater zu werden. Obwohl Robert Bosch noch Töchter hatte, kamen sie als Nachfolgerinnen für ihn nicht in Frage. Die Umwandlung der Rechtsform war aber auch eine Reaktion auf das neue Aktiengesetz vom 30.Januar 1937.35

Bosch war damals in der Rechtsform der Aktiengesellschaft im Aufsichtsrat vertreten. Das neue Gesetz stärkte jedoch die Rechte des Vorstands, während der Aufsichtsrat nicht mehr die Geschäfte leiten konnte, sondern nur die Kontrollfunktion übernahm, wie wir es heute aus Aktiengesellschaften kennen.36

Durch die Umwandlung des Unternehmens in eine GmbH konnte somit auch eine Zersplitterung der Anteile vorgebeugt werden. Paul Scheuing betonte, dass das Unternehmen nun in der Form einer GmbH die Anteile in Erbfällen besser binden und zusammenhalten könnte. Dadurch war es nicht jedem Aktionär möglich, sich in Unternehmensgelegenheiten einzumischen, während die Fortführung nach den Richtlinien von Robert Bosch gewährleistet war.37

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass bei einer Aktiengesellschaft die Interessen der Shareholder in den Vordergrundrücken. Robert Bosch beugte diesem Effekt mit dem Wechsel in eine GmbH vor, sodass die eigenen Interessen in den Vordergrund kamen und nicht die der Aktionäre.

2.3 Die Auslegung des Testaments

Robert Bosch verstarb am 12.März 1942 in Stuttgart.

Von 1935 bis 1938 hatte er sich intensiv damit beschäftigt sein Erbe zu regeln. Sein zentrales Anliegen war es, dass das Unternehmen auch nach ihm nach seinen Vorstellungen weitergeführt werden würde. Aus diesem Grund hatte er Anfang der 1920er Jahre die Vermögensverwaltung Bosch (VVB) gegründet (die VVB kümmerte sich um gemeinnützige Zwecke), um seine philanthropischen Ziele weiterzuführen. Am 31. Mai 1938 benannte Bosch die sieben Testamentsvollstrecker und zugleich Gesellschafter der VVB: Erwin Bohner, Herrmann Fellmeth, Arthur Leinss, Paul Scheuing, Richard Stribeck, Hans Walz und Karl Martell Wild.38

Als Robert Bosch wusste, dass er ein zweites Mal Vater eines Sohn werden würde, fügte er einen Nachtrag zu den VVB-Richtlinien hinzu. „ Die Erben sollten an der VVB mit 40 Prozent des Gesellschaftskapitals beteiligt sein. Falls sich unter ihnen ein für die Leitung des Unternehmens besonders befähigter Mann befände, sollten ihm die angestellten VVB- Gesellschafter nach einer Bewährungsphase 18-31 Prozent der Anteile abtreten, so dass dieser als „Familiendirektor“ über die Majorität verfüge.“39 1939 schrieb Robert Bosch seinem Sohn einen Brief, in dem stand dass er in ihm den zukünftigen Familiendirektor sah.40

Die Testamentsvollstrecker hatten darüber zu wachen, „dass die Unternehmungen der Robert Bosch GmbH in Robert Boschs Sinne weitergeführt werden. Sie erhielten die Aufgabe eine kraftvolle und reiche Entwicklung zu sichern.41

Robert Bosch hielt in seinem Testament folgende Wege fest, die zur Regelung der Nachfolge in seinem Unternehmen dienen sollten:

Der erste Weg, der TV- Weg, sah es vor, einen fähigen Nachfahren als Familiendirektor zu bestimmen, welchem 51 Prozent des Stammkapitals der Robert Bosch GmbH zugeteilt werden würden.

Als zweite Lösung war die Stärkung der VVB durch Übertragung sämtlicher Robert Bosch GmbH Anteile vorgesehen, womit die VVB dann 86,7 Prozent halten würde. Das war der sogenannte VVB-Weg.

Nach Robert Boschs Richtlinien wurde bestätigt, dass seine Ideen kein starres Gefüge sein sollten. Er hatte darauf hingewiesen eine Lösung zu finden, welche als erstes das Unternehmen sicherstellte.42

[...]


1 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.19

2 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.20

3 Bähr, Erker, 2013, S.21

4 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.21

5 Bähr, Erker, 2013, S.22

6 Vgl.Bähr, Erker, 2013, S.22

7 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.23

8 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.30

9 Bähr, Erker, 2013, S.31

10 Bähr, Erker, 2013, S.32

11 Bähr, Erker, 2013, S.24

12 WIWO b

13 Siehe: Die wichtigsten Stiftungen

14 Bosch-Stiftung a

15 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S. 24

16 Bähr, Erker, 2013, S.32

17 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S. 32

18 Vgl. Winter, Rommel, 1999, S. 7

19 Unternehmen können im weiteren Sinn auch als eine Gesellschaft bezeichnet werden.

20 Winter, Rommel, 1999, S.103

21 Vgl. Winter, Rommel, 1999, S.104

22 Vgl. Winter, Rommel, 1999, S. 174

23 Vgl.Bähr, Erker, 2013, S.31

24 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S. 31

25 Abb.2 Robert Bosch mit Lehrling

26 Vgl. Winter, Rommel, 1999, S.210

27 Duden a

28 Förderung, Unterstützung

29 Bosch-Stiftung b

30 Unternehmen, Anfang des 20.Jahrhunderts

31 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.88

32 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S. 89

33 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.90

34 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.91

35 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S. 166

36 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S. 167

37 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.168

38 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.249

39 Bähr, Erker, 2013, S. 249

40 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.250

41 Bähr, Erker, 2013, S.249

42 Vgl. Bähr, Erker, 2013, S.284

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Das Erfolgsrezept des Hauses Bosch. Ist eine Stiftung ein Garant für Unternehmenserfolg?
Hochschule
Hochschule der Wirtschaft für Management
Note
1,7
Jahr
2014
Seiten
31
Katalognummer
V342508
ISBN (eBook)
9783668324169
ISBN (Buch)
9783668324176
Dateigröße
1030 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erfolgsrezept, hauses, bosch, stiftung, garant, unternehmenserfolg
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Das Erfolgsrezept des Hauses Bosch. Ist eine Stiftung ein Garant für Unternehmenserfolg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342508

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