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Bernward Vespers "Die Reise". Narrativierung und Diskursivierung von Geschichte in der Postmoderne

Titre: Bernward Vespers "Die Reise". Narrativierung und Diskursivierung von Geschichte in der Postmoderne

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 20 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Matthias Rottländer (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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"Die Reise" ist der Versuch Vespers, sich romanhaft-essayistisch sowie autobiografisch dem eigenen Ich zu nähern. Die Zerrissenheit Vespers offenbart sich beispielsweise schon in dem Unterfangen, dem Buch einen Titel zu geben: Anfangs hatte er vor das Buch "Hate" zu nennen, später dachte er über den Titel "Trip" nach. Aus einem Brief an seinen Verleger vom 06.03.71 geht hervor, dass der endgültige Titel "Logbuch" lauten sollte. Nach eigener Aussage sollte der Text "die versuchsweise genaue Aufzeichnung eines 24stündigen LSD-Trips, und zwar sowohl in seinem äußeren wie in seinem inneren Ablauf" abbilden. Der Untertitel "Romanessay" resultierte aus einer vorläufigen, nach eigener Einschätzung "mühsamen" gefundenen Bezeichnung.

Im Folgenden werden im ersten Schritt die ursprünglichen Konstruktionsabsichten Vespers dargestellt, die er in seiner Korrespondenz mit dem März Verlag formulierte, in einem zweiten Schritt wird überprüft, in wie weit er diese in Verlauf des Schreibprozesses tatsächlich auch eingehalten bzw. umgesetzt hat: Vesper hatte vor den Text aus drei Erzählebenen heraus zu sprechen zu lassen: Der Bericht der realen Reise sollte die erste Erzählebene bilden, in deren Zentrum das so genannte "Hofgartenerlebnis" steht.

Vesper berichtet über eine Autofahrt quer durch Europa, von Dubrovnik, im ehemaligen Jugoslawien nach Tübingen zu seinem Sohn Felix. In München trifft er einen amerikanischen Juden namens Burton mit dem er einen LSD-Trip einwirft. Die zweite Erzählebene sollte durch die von ihm bezeichneten "Trips-Einblendungen", die aus dem großen Trip abzweigen gekennzeichnet sein. Diese psychedelischen Momente werden eingeblendet, um Wahrnehmungen, Visionen, Assoziationen und unterbewusste Prozesse darzustellen und zu erklären. In die zweite Erzählebene sollten außerdem der "Einfache Bericht", drei Porträts und ein Interview mit der Mutter eingebettet werden. Vesper Absicht war es, die gesamten Details des „subtilen Faschismus“ herauszuarbeiten und autobiografisch über seine Kindheit, die Schule, die Fabrikjahre, das Studium sowie politische und literarische Tätigkeiten zu erzählen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Werk und Entwicklung der Fragestellung

2. Hauptteil

2.1. Theoretische Einführung: Die Narrativierung von Geschichte in der Postmoderne

2.2. Bernward Vespers Die Reise

3. Resümee

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, in welcher Weise in Bernward Vespers Werk "Die Reise" Geschichte narrativiert und diskursiviert wird, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen autobiografischem Anspruch, historischer Realität und postmodernen Erzähltechniken liegt.

  • Analyse der Konstruktion von Geschichte in der Postmoderne
  • Untersuchung von Bernward Vespers "Romanessay" im literarhistorischen Kontext
  • Darstellung der verschiedenen Erzählebenen und ihrer Interaktion
  • Bewertung der eingesetzten "Cut-up-Methode" als Ausdrucksmittel
  • Reflexion über das Verhältnis von Sprache, Subjektivität und Wirklichkeitserfassung

Auszug aus dem Buch

2.1. Theoretische Einführung: Die Narrativierung von Geschichte in der Postmoderne

Obwohl das Verhältnis zwischen Literatur und Geschichte in der Postmoderne als eher „problematisch“ eingestuft werden kann, hat v. a. der historische Roman durch seine literarische Repräsentation von Geschichte einen großen Anteil an der Herausbildung von Geschichtsbildern in einer Gesellschaft. Die Einschätzung des Aristoteles, Historiographie und Poesie ließen sich klar voneinander abgrenzen, da auf der einen Seite der Historiker das tatsächliche Geschehen schildere (er erzählt, was geschehen ist) und auf der anderen Seite der Poet sich mit dem Bereich des Möglichen befasse (er erzählt, was geschehen könnte), scheint in neueren Diskurstheorien nicht mehr vertretbar.

Die Postmoderne interpretiert die Geschichte nicht (mehr) als die „magistra vitae“, ihre wissenschaftliche Objektivität, der Wahrheitsanspruch (wegen unvermeidbarer subjektiver Perspektivität), das „richtige“ Beobachten und Nachvollziehen vergangener Wirklichkeiten scheinen eingebüßt. Vielmehr ist Geschichte und ihre Darstellung immer eine sprachliche Konstruktion, mehr von rhetorischer Überzeugungskraft abhängig, als von vermeintlicher Faktizität. Sie kann nur im Nachhinein durch sprachliche Ausdrucksformen, feststehende Begrifflichkeiten und Topoi konstruiert werden, daher hat sie ihren Anspruch als empirische Wissenschaft, die Erfahrungen objektiv darzustellen vermag, verloren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in das Werk und Entwicklung der Fragestellung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehungsgeschichte von Bernward Vespers Werk und formuliert die zentrale Fragestellung der Untersuchung.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit der Narrativierung von Geschichte in der Postmoderne sowie eine spezifische Analyse von Bernward Vespers "Die Reise" unter Berücksichtigung von Gattungsfragen und Erzähltechniken.

3. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass "Die Reise" als postmoderner Text zu lesen ist, der die Möglichkeiten und Grenzen der sprachlichen Wirklichkeitserfassung kritisch hinterfragt.

4. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Bernward Vesper, Die Reise, Postmoderne, Romanessay, Narrativierung, Geschichte, Autobiografie, Historiographische Metafiktion, Cut-up-Methode, Subjektivität, Diskursivierung, Erinnerung, Sprache, Faschismus, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem literarischen Werk "Die Reise" von Bernward Vesper und analysiert dessen spezifische Form der Geschichtsdarstellung sowie die Verknüpfung von autobiografischen und fiktionalen Elementen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die postmoderne Literaturtheorie, das Verhältnis von Geschichte und Literatur, die Autobiografieforschung sowie die Analyse des Schreibprozesses als Mittel zur Identitätsstiftung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, literaturwissenschaftlich zu untersuchen, wie in "Die Reise" geschichtliche und gesellschaftliche Wirklichkeit konstruiert, narrativiert und diskursiviert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Vorgehensweise, die theoretische Ansätze der Postmoderne und Diskursanalyse auf Vespers Text anwendet und dessen formale Stilmittel, wie die Cut-up-Technik, untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zur Narrativierung in der Postmoderne erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Struktur, Gattungszuweisung und der Erzähltechnik in Vespers Werk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Postmoderne, Romanessay, Narrativierung, autobiografischer Pakt und metahistoriographische Fiktion.

Welche Rolle spielt die "Cut-up-Methode" in der Analyse?

Die Cut-up-Methode wird als bewusstes ästhetisches Gestaltungsmittel analysiert, mit dem Vesper versucht, sich von bürgerlichen Erzählmustern zu lösen und die Zerrissenheit seiner Psyche sowie die Kritik an der Sprache als Herrschaftsinstrument abzubilden.

Wie bewertet der Autor den autobiografischen Anspruch von "Die Reise"?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Werk keine Autobiografie im klassischen Sinne ist, da die autobiografischen Anteile durch fiktionale Ebenen und essayistische Strukturen überlagert werden, was den traditionellen "autobiografischen Pakt" hinfällig macht.

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Résumé des informations

Titre
Bernward Vespers "Die Reise". Narrativierung und Diskursivierung von Geschichte in der Postmoderne
Université
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Cours
1968 – Literatur- und Mediengeschichte eines Jahres
Note
1,7
Auteur
Matthias Rottländer (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
20
N° de catalogue
V342641
ISBN (ebook)
9783668322936
ISBN (Livre)
9783668322943
Langue
allemand
mots-clé
bernward vespers reise narrativierung diskursivierung geschichte postmoderne
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Matthias Rottländer (Auteur), 2009, Bernward Vespers "Die Reise". Narrativierung und Diskursivierung von Geschichte in der Postmoderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342641
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Extrait de  20  pages
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