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Tiergestützte Erlebnispädagogik? Möglichkeiten und Grenzen der Kombination von Erlebnispädagogik und tiergestützten Interventionen

Theoretische Analyse zentraler Strukturmerkmale

Title: Tiergestützte Erlebnispädagogik? Möglichkeiten und Grenzen der Kombination von Erlebnispädagogik und tiergestützten Interventionen

Bachelor Thesis , 2016 , 67 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simone Feller (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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Summary Excerpt Details

Neben zahlreichen Praxisprojekten innerhalb der jeweiligen Disziplinen der Erlebnispädagogik und der Tiergestützten Therapie ist in den letzten Jahren auch ein Anstieg derjenigen Angebote zu verzeichnen, die sich als sogenannte »Tiergestützte Erlebnispädagogik«, also als eine Art Verknüpfung der beiden Ansätze, bezeichnen. Die Suche nach diesem Schlagwort im Internet liefert innerhalb kurzer Zeit über fünfzehntausend Treffer und nicht selten finden sich darunter Initiativen und Projekte, die sich als Begründer dieses neuen Ansatzes betiteln.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Disziplin kann dabei mit den schnellen Entwicklungen in der Praxis nicht Schritt halten. Der theoretischen Fundierung dieses neuen Ansatzes, der Begriffsklärung und der umfassenden Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien kommt allerdings ein hoher Stellenwert zu; insbesondere, um negative Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit und Seriosität der beiden Ursprungsdisziplinen aufgrund der teils wenig professionellen Angebote Tiergestützter Erlebnispädagogik zu verhindern.

Aus diesem Grund widmet sich die vorliegende Arbeit der Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Dabei steht der folgende Fragenkomplex im Vordergrund: Welche Potentiale und Grenzen ergeben sich aus einer Verknüpfung von Erlebnispädagogik und Tiergestützten Interventionen für die Theorie und Praxis? Welche theoretischen Grundprinzipien liegen den Ursprungsdisziplinen zu Grunde und welche Kombinations- oder Abgrenzungsmöglichkeiten ergeben sich daraus? Welche Kriterien müsste eine Maßnahme erfüllen, um als »Tiergestützte Erlebnispädagogik« bezeichnet werden zu können? Diese Fragen sollen im Verlauf dieser Arbeit behandelt und beantwortet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen der Erlebnispädagogik

2.1 Definition

2.2 Zentrale Grundprinzipien

2.3 Aktionsräume und Zielgruppen

2.4 Zielsetzungen

2.5 Wirkzusammenhänge der Erlebnispädagogik

2.5.1 Transfer und Wirksamkeit

2.5.2 Wirksamkeitsforschung

2.6 Aktualität und gesellschaftliche Relevanz der Erlebnispädagogik

3. Theoretische Grundlagen Tiergestützter Interventionen

3.1 Definitionen, Teilbereiche und strukturelle Voraussetzungen Tiergestützter Interventionen

3.1.1 Exkurs: Therapie oder Pädagogik? – Probleme der begrifflichen Abgrenzung

3.1.2 Arbeitsdefinition: Tiergestützte Interventionen

3.1.3 Voraussetzungen für die Durchführung Tiergestützter Interventionen

3.2 Die Mensch-Tier-Beziehung

3.2.1 Erklärungskonzepte zur Verbundenheit zwischen Mensch und Tier

3.2.2 Kommunikation und Interaktion zwischen Mensch und Tier

3.3 Wirkzusammenhänge Tiergestützter Interventionen

3.3.1 Physische, psychische und kognitive Einwirkungsbereiche Tiergestützter Interventionen

3.3.2 Wirksamkeitsforschung zu Tiergestützten Interventionen

3.4 Aktualität und gesellschaftliche Relevanz Tiergestützter Interventionen

4. Möglichkeiten und Grenzen der Kombination von Erlebnispädagogik und Tiergestützten Interventionen in Theorie und Praxis

4.1 Überblick über den Forschungsstand der vorhandenen Literatur zur Verknüpfung von Erlebnispädagogik und Tiergestützten Interventionen

4.2 Theoretisch-vergleichende Analyse der Strukturmerkmale von Erlebnispädagogik und Tiergestützten Interventionen

4.2.1 Strukturelle Gemeinsamkeiten und Überschneidungsbereiche

4.2.2 Strukturelle Unterschiede und Abgrenzungsmöglichkeiten

4.3 Theoretische Synthese: Tiergestützte Erlebnispädagogik – ein Definitionsversuch

4.4 Schlussfolgerungen für die Praxis Tiergestützter Erlebnispädagogik – Potentiale und Grenzen

4.4.1 Der Erlebnisbauernhof – Ein Praxisbeispiel für Tiergestützte Erlebnispädagogik?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potential und die Grenzen einer methodischen Verknüpfung von Erlebnispädagogik und tiergestützten Interventionen. Ziel ist es, eine theoretische Fundierung für den neuartigen Ansatz der „Tiergestützten Erlebnispädagogik“ zu entwickeln, Kriterien für dessen Definition festzulegen und Praxisbeispiele auf ihre Eignung hin zu analysieren.

  • Theoretische Grundlagen der Erlebnispädagogik und tiergestützter Interventionen
  • Strukturelle Vergleichsanalyse beider Disziplinen
  • Entwicklung eines Definitionsversuchs für Tiergestützte Erlebnispädagogik
  • Praxisnahe Überprüfung der Anwendungsmöglichkeiten und Qualitätsanforderungen

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Kommunikation und Interaktion zwischen Mensch und Tier

Obwohl Menschen und Tiere nicht die gleiche Sprache sprechen, ist es ihnen doch möglich, sich zu verständigen. Auf welche Weise die Kommunikation zwischen Mensch und Tier funktioniert, welche Faktoren die Interaktion beeinflussen und was sie von der zwischenmenschlichen Verständigung unterscheidet, wird im Folgenden erläutert.

Eine häufig herangezogene Theorie zur Beschreibung der Mensch-Tier-Kommunikation, die auf Erhard Olbrich (2003b) zurückgeht, orientiert sich an den Kommunikationsaxiomen von Paul Watzlawick, Jeanet H. Beavin, und Don D. Jackson: In ihren Ausführungen zur menschlichen Kommunikation unterscheiden Watzlawick et al. unter anderem zwischen verbal-digitaler und analog-nonverbaler Kommunikation sowie zwischen Inhalts- und Beziehungsaspekten innerhalb einer Mitteilung (vgl. Watzlawick/Beavin/Jackson 2011, S. 61ff). Die verbal-digitale Kommunikation bezeichnet die Verknüpfung eines Symbols oder Wortes mit einem bestimmten Inhalt oder Gegenstand und dient der Vermittlung von Sachverhalten und Informationen, transportiert also die Inhaltsaspekte einer Mitteilung. Die analoge Verständigung hingegen dient der Vermittlung des Beziehungsaspekts einer Nachricht, verdeutlicht also, wie die Informationen aufzufassen sind. Sie beruht auf nonverbalen Ausdrucksmitteln, wie beispielsweise Gestik, Mimik, aber auch Blickrichtung, Gerüche, Berührungen und die Stimmmodulation.

Während die verbal-digitale Kommunikation als bewusster und kontrollierbarer Prozess gilt, ist es deutlich schwieriger, die oftmals unbewusst gesendeten und teilweise sehr feinen, analogen Kommunikationsanteile zu kontrollieren oder zu verfälschen. In der heutigen technologisierten Gesellschaft, die danach strebt, alle Zusammenhänge rational und wissenschaftlich zu erklären, liegt der Schwerpunkt zwischenmenschlicher Kommunikation auf den digitalen Anteilen. Diese einseitige Betonung der verbal-digitalen Sprache verstärkt die Tendenz, dass analoge Kommunikationsanteile unbewusst und somit unreflektiert gesendet werden, was die zwischenmenschliche Kommunikation erschwert. Ein Beispiel hierfür sind die sogenannten ‚Double-Bind’-Botschaften, also missverständliche Nachrichten, bei denen der digitale Kommunikationsaspekt im Widerspruch zu den analogen Anteilen steht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der Natur für die kindliche Entwicklung und identifiziert die Erlebnispädagogik sowie tiergestützte Interventionen als Disziplinen, die diese Naturerfahrungen nutzbar machen. Sie führt in die aktuelle Entwicklung der „Tiergestützten Erlebnispädagogik“ ein und formuliert die zentralen Fragestellungen und die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER ERLEBNISPÄDAGOGIK: Dieses Kapitel definiert die Erlebnispädagogik als handlungsorientiertes Bildungskonzept und arbeitet zentrale Grundprinzipien wie Handlungsorientierung, Ganzheitlichkeit und Selbststeuerung heraus. Zudem werden die Relevanz der Reflexion und die gesellschaftliche Bedeutung der Erlebnispädagogik vor dem Hintergrund moderner Lebenswelten diskutiert.

3. THEORETISCHE GRUNDLAGEN TIERGESTÜTZTER INTERVENTIONEN: Hier werden Begrifflichkeiten und Teilbereiche wie tiergestützte Pädagogik und Therapie systematisiert, wobei der Mensch-Tier-Beziehung und der tiergestützten Kommunikation eine zentrale Rolle eingeräumt wird. Es folgt eine Analyse der Wirkungsmechanismen auf physischer, psychischer und kognitiver Ebene sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand.

4. MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER KOMBINATION VON ERLEBNISPÄDAGOGIK UND TIERGESTÜTZTEN INTERVENTIONEN IN THEORIE UND PRAXIS: Dieser Hauptteil vergleicht die Strukturmerkmale beider Disziplinen, arbeitet Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede heraus und mündet in einem Definitionsversuch der „Tiergestützten Erlebnispädagogik“. Anhand von Praxisbeispielen, insbesondere dem Erlebnisbauernhof, werden Potentiale und Anforderungen an die Qualifikation der Durchführenden untersucht.

5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit einer fundierten theoretischen Verortung sowie hoher Professionalitätsstandards für diesen neuen Arbeitszweig. Es unterstreicht, dass eine sachgemäße Kombination der Ansätze große Chancen für Bildungsprozesse bietet, sofern Qualitätssicherung und Sicherheit gewährleistet bleiben.

Schlüsselwörter

Erlebnispädagogik, Tiergestützte Interventionen, Tiergestützte Pädagogik, Tiergestützte Therapie, Mensch-Tier-Beziehung, Handlungsorientierung, Ganzheitlichkeit, Selbststeuerung, Transfer, Wirksamkeit, Lebensgestaltungskompetenz, Erlebnisbauernhof, Qualitätssicherung, Naturerfahrung, Interaktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit sich die Konzepte der Erlebnispädagogik und der tiergestützten Interventionen sinnvoll in Theorie und Praxis miteinander kombinieren lassen.

Welche sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen beider Disziplinen, deren struktureller Vergleichsanalyse und der Anwendung in konkreten Praxisprojekten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer fundierten Definition für den Ansatz der „Tiergestützten Erlebnispädagogik“ und die Herleitung von Kriterien, die dessen Anwendung und Professionalität sicherstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der hermeneutischen Analyse angewandt, um die verschiedenen theoretischen Ansätze der Ursprungsdisziplinen zu durchdringen und in einem kombinierten Modell zu synthetisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Synthese, dem Abgleich der Strukturmerkmale beider Disziplinen und der kritischen Bewertung von Praxisbeispielen wie dem Erlebnisbauernhof.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Erlebnispädagogik, tiergestützte Interventionen, Mensch-Tier-Beziehung, Handlungsorientierung, Ganzheitlichkeit und Professionalisierung.

Was unterscheidet die Erlebnispädagogik in diesem Kontext von der tiergestützten Pädagogik?

Während in der Erlebnispädagogik das Erlebnis selbst als Bezugspunkt fungiert, steht bei tiergestützten Interventionen das Tier als zentrales Medium zur Erzielung bestimmter Effekte im Fokus.

Welche Rolle spielt der „Erlebnisbauernhof“ in dieser Arbeit?

Der Erlebnisbauernhof dient als konkretes Praxisbeispiel, an dem überprüft wird, inwieweit bestehende Angebote bereits den theoretisch hergeleiteten Kriterien einer „Tiergestützten Erlebnispädagogik“ entsprechen.

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Details

Title
Tiergestützte Erlebnispädagogik? Möglichkeiten und Grenzen der Kombination von Erlebnispädagogik und tiergestützten Interventionen
Subtitle
Theoretische Analyse zentraler Strukturmerkmale
College
University of Augsburg
Grade
1,3
Author
Simone Feller (Author)
Publication Year
2016
Pages
67
Catalog Number
V342711
ISBN (eBook)
9783668332805
ISBN (Book)
9783668332812
Language
German
Tags
Erlebnispädagogik Tiergestützte Pädagogik Tiergestützte Erlebnispädagogik Tiergestützte Therapie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Feller (Author), 2016, Tiergestützte Erlebnispädagogik? Möglichkeiten und Grenzen der Kombination von Erlebnispädagogik und tiergestützten Interventionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342711
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