In dieser Fallaufgabe zum Thema Gesundheitswesen werden vier Fragen beantwortet.
Die erste Frage beschäftigt sich mit der Gründung und Aufgabe des Sachverständigenrates. In der zweiten Aufgabe geht es um die Gesundheitsausgaben in Deutschland und ihre Entwicklung von 1992 bis 2014. Die dritte Aufgabe beschäftigt sich mit der Frage nach der Rationalitätenfalle im Gesundheitswesen, und die vierte Aufgabe schließlich behandelt das Thema von steigenden Gesundheitsausgaben und alternder Bevölkerung.
Die Aufgaben im Überblick:
Aufgabe 1 – Der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen
Aufgabe 2 – Gesundheitsausgaben Deutschland 1992-2014
Aufgabe 3 – Rationalitätenfalle
Aufgabe 4 – Steigende Gesundheitsausgaben und alternde Bevölkerung
Inhaltsverzeichnis
Aufgabe 1 – Der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen
Aufgabe 2 – Gesundheitsausgaben Deutschland 1992-2014
Aufgabe 3 – Rationalitätenfalle
Aufgabe 4 – Steigende Gesundheitsausgaben und alternde Bevölkerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch aktuelle gesundheitsökonomische Fragestellungen, insbesondere die Rolle politischer Beratungsgremien, die Dynamik der Gesundheitsausgaben in Deutschland sowie theoretische Erklärungsmodelle für Kostensteigerungen und deren Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung.
- Aufgaben und Funktion des Sachverständigenrates (SVR)
- Analyse der Gesundheitsausgabenentwicklung zwischen 1992 und 2014
- Theorie der Rationalitätenfalle im Gesundheitswesen
- Zusammenhang zwischen demografischem Wandel und Kostenentwicklung
- Kritische Würdigung empirischer Studien zu Gesundheitsausgaben und Sterblichkeit
Auszug aus dem Buch
zu Aufgabe 3 - Rationalitätenfalle:
Die Ursache der Rationalitätenfalle im Gesundheitswesen besteht nach Herder-Dorneich (1982, Abstract und S. 50-53) darin, dass die Bürger aufgrund der Zwangsabgaben die Mitgliedschaft in ihrer Krankenversicherung maximal ausnutzen würden, damit die gezahlten Beiträge nicht zu sehr anderen zugute kommen und dadurch aber die Gesamtkosten, der Arbeitsaufwand der Krankenkassen sowie wiederum die Beiträge steigen und sich daraus resultierend erneut das Anspruchsdenken der Bürger maximiert. Der Kreislauf beginne dann von vorn und schaukele sich in einer Endlosspirale nach oben auf. Dies sei den Mitgliedern jedoch nicht bewusst; die Individuen würden annehmen, dass ihre eigene zusätzliche Inanspruchnahme der Versorgung lediglich geringen Einfluss auf die Beitragshöhe habe. Deswegen sei es ökonomisch rational, auch bei erweiterten Umlagen den Konsum weiter auszudehnen. Hierdurch käme es zu einer Explosion der Gesamtkosten des Systems. Der Autor bezeichnet das Phänomen als Expansionspfad oder kumulativen Prozess.
Die Rationalitätenfalle sei genaugenommen der Konflikt zwischen Sparbestreben und Streben nach maximaler Ausnutzung des Beitragszwanges. Die selbst nicht genutzten Versicherungsbeiträge werden für andere Individuen verwendet, die für die Kostensteigerung verantwortlich seien. Da man ohnehin nichts dagegen tun könne, gönne man sich die bestmögliche Versorgung nach geschätztem eigenen Ermessen. Das Individuum sei zwischen zwei einander entgegenlaufenden Rationalitäten gefangen. Die Rationalitätenfalle ließe sich in dem Moment aufbrechen, wo es gelinge, eine der beiden Rationalitäten moralisch abzuwerten und damit zu unterdrücken (Herder-Dorneich, 1982, S. 31).
Zusammenfassung der Kapitel
Aufgabe 1 – Der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen, Aufgaben und die politische Bedeutung des SVR als beratendes Gremium der Bundesregierung.
Aufgabe 2 – Gesundheitsausgaben Deutschland 1992-2014: Hier werden statistische Daten zur Ausgabenentwicklung dargestellt und der Begriff der Kostenexplosion im Kontext der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung kritisch hinterfragt.
Aufgabe 3 – Rationalitätenfalle: Das Kapitel diskutiert die Theorie der Rationalitätenfalle nach Herder-Dorneich und die damit verbundene Überinanspruchnahme medizinischer Leistungen durch kollektiv Versicherte.
Aufgabe 4 – Steigende Gesundheitsausgaben und alternde Bevölkerung: Abschließend wird untersucht, ob die alternde Bevölkerung kausal für Kostensteigerungen verantwortlich ist, wobei insbesondere die Rolle der Sterbekosten beleuchtet wird.
Schlüsselwörter
Gesundheitswesen, Sachverständigenrat, Gesundheitsausgaben, Rationalitätenfalle, Kostenexplosion, demografischer Wandel, Moral Hazard, Sterbekosten, stationäre Behandlung, Ökonomisierung, Gesetzliche Krankenversicherung, medizinischer Fortschritt, Lebenswartung, Ressourcenallokation, Selbstbeteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit zentralen gesundheitsökonomischen Herausforderungen in Deutschland, insbesondere den Mechanismen der Kostenentwicklung und der Rolle politischer Beratung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktion des Sachverständigenrates, der Analyse der Gesundheitsausgaben, ökonomischen Erklärungsmodellen für Kostensteigerungen sowie dem Einfluss der Alterung auf die Ausgaben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen institutionellen Rahmenbedingungen, individuellem Versicherungsverhalten und der demografischen Entwicklung auf die Kosten im Gesundheitswesen zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die auf der Auswertung bestehender ökonomischer Theorien, gesetzlicher Grundlagen und statistischer Daten des Statistischen Bundesamtes sowie internationaler Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden vier Fallaufgaben bearbeitet, die von der Rolle des SVR über die statistische Entwicklung der Gesundheitskosten bis hin zu theoretischen Modellen wie der "Rationalitätenfalle" reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gesundheitsökonomie, Kostenentwicklung, demografischer Wandel, Rationalitätenfalle, moral hazard und Sterbekosten.
Wie definiert der Autor die "Rationalitätenfalle"?
Die Rationalitätenfalle beschreibt einen Konflikt, bei dem Individuen aufgrund von Zwangsabgaben zur Krankenversicherung versuchen, das System maximal auszunutzen, was zu einer unkontrollierten Kostensteigerung führt.
Was ist das Fazit zur Verbindung von Alterung und Kosten?
Die Datenlage erlaubt es nicht, die Hypothese zu bestätigen, dass die steigende Lebenserwartung die alleinige oder hauptsächliche Ursache für die Kostenexplosion ist, da oft die Nähe zum Tod („Sterbekosten“) ein entscheidenderer Faktor ist.
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- Dorothee Hintzke (Author), 2016, Zur Gegenwart der deutschen Gesundheitspolitik. Fallaufgabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342994