Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit der Thematik der schlanken Produktion. Nachdem es in einer ersten Revolution der Autoindustrie zu einem kompletten Strukturwandel hin zur Massenproduktion kam, entwickelte und etablierte sich dieses System als das neue Standardsystem der Produktion in der Auto- und Industriebranche. Auch heute noch vielfach eingesetzt, spielt es weiterhin eine wichtige und zentrale Rolle.
Nach einem kurzen Überblick dieser Ausgangssituation und ihrer Entstehung, wird im nachfolgenden das Kernthema dieser Seminararbeit, die schlanke Produktion, als die zweite Revolution in der Autoindustrie vorgestellt. Hierbei wird neben der Entstehung auch auf die einzelnen Elemente genauer Eingegangen. Es folgt abschließend noch eine Untersuchung der Konzeptumsetzung des theoretischen Ansatzes in der realen Praxis anhand von Daimler-Benz und der Daimler AG.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Definition des Wortes Lean Production
1.2. Abgrenzung der Lean Production zur schlanken Produktion
2. Massenproduktion als Ausgangssituation
2.1. Beginn und Aufstieg der Massenproduktion
2.2. Das Ende der Massenproduktion
3. Lean Production – Die zweite Revolution
3.1. Entstehung und Aufstieg der Lean Production
3.2. Elemente der Lean Production
3.2.1. Der Fabrikbetrieb
3.2.2. Die Koordinierung der Zulieferkette
3.3. Konzeptumsetzung der Lean Production bei Daimler
4. Das Fazit
5. Quellenverzeichnis
5.1. Literaturverzeichnis
5.2. Elektronische Quellen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die historische Entwicklung und die Prinzipien der schlanken Produktion (Lean Production) als maßgebliche Revolution in der Automobilindustrie. Ziel ist es, den Übergang von der klassischen Massenproduktion zu effizienteren, auf Verschwendungsvermeidung basierenden Systemen aufzuzeigen und die praktische Umsetzung dieser Konzepte am Beispiel des Mercedes-Benz Produktionssystems (MPS) der Daimler AG zu analysieren.
- Historische Evolution der Produktionssysteme (Handwerk zu Massenproduktion zu Lean Production).
- Methodische Grundlagen der Lean Production (Muda, Kaizen, Just-in-Time).
- Strukturelle Elemente der schlanken Fertigung und Zulieferkettensteuerung.
- Praxisnahe Untersuchung der Implementierung von Lean Management bei einem Automobilkonzern.
- Bedeutung von Unternehmenskultur und Mitarbeiterschulung für den Erfolg schlanker Produktionssysteme.
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Der Fabrikbetrieb
Es folgt eine stellvertretende Analyse des Fabrikbetriebs anhand des Toyota-Montagewerks Takaoka in Toyota City.
Der offensichtlich größte Unterschied zur Massenproduktion liegt hierbei in den nahezu leeren Gängen der Fabrik. Die Armeen indirekter Arbeiter sind verschwunden, nahezu jeder Arbeiter erbringt eine Wertschöpfung am Auto. Des Weiteren wird mit der kleinsten möglichen Arbeitsfläche gearbeitet. Platz für Lagerbestände gibt es ebenfalls keinen mehr und jeder Arbeiter weist einen Teilbestand von gerade einmal einer Stunde auf. Auf Grund des Fehleranalyse Programms von Ohno (siehe Kapitel 3.1. Entstehung und Aufstieg der Lean Production), lässt sich jedes Teil reibungsloser befestigen und jeder Arbeiter war zu gleichen Teilen am Band ausgelastet. Ein defektes Teil wird wiederum nach sorgfältiger Etikettierung direkt in die Qualitätskontrolle geschickt und - obgleich jeder Mitarbeiter die Möglichkeit hat – das Band anzuhalten, steht dieses wegen der geringen Fehlerquote faktisch niemals still. Es entfallen somit neben den Teilelagern (siehe Kapitel 3.2.3. Die Koordinierung der Zulieferkette) auch noch die riesigen Nachbearbeitungsbereiche, Kennzeichen der klassischen Massenproduktion. Ebenfalls auffällig war die gesteigerte Arbeitsmoral der Arbeiter, welche ein Gefühl für den Zweck ihrer Arbeit aufwiesen, was zweifelslos auch dem System des sicheren Arbeitsplatzes und der Festanstellung auf Lebenszeit geschuldet war.
Alle diese Faktoren führen zu einer bemerkenswerten Steigerung der Produktivität im Vergleich zur Massenproduktion, eindrucksvoll durch Tabelle 1 unter Beweis gestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Automobilindustrie ein und definiert den Begriff der Lean Production als wesentlichen Ausgangspunkt der Untersuchung.
2. Massenproduktion als Ausgangssituation: Das Kapitel erläutert den Aufstieg und das spätere Ende der Massenproduktion als dominierendes System des letzten Jahrhunderts.
3. Lean Production – Die zweite Revolution: Hier werden die Entstehung, die wesentlichen Elemente der schlanken Produktion sowie deren praktische Umsetzung bei Daimler analysiert.
4. Das Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Bedeutung von Lean Production für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zusammen und würdigt die ganzheitliche Implementierung bei der Daimler AG.
5. Quellenverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Fachliteratur sowie elektronische Quellen auf, die der Seminararbeit zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Automobilindustrie, Massenproduktion, Lean Production, Schlanke Produktion, Toyota, Eiji Toyoda, Taiichi Ohno, Muda, Kaizen, Just-in-Time, Mercedes-Benz Produktionssystem, MPS, Effizienz, Produktionsoptimierung, Wettbewerbsvorteil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und den Prinzipien der Lean Production und deren Rolle als "zweite Revolution" in der Automobilindustrie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Wandel von der klassischen Massenproduktion zur schlanken Fertigung, die Vermeidung von Verschwendung sowie die industrielle Anwendung dieser Prinzipien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lean Production die Produktivität steigert und wie diese theoretischen Ansätze in der Praxis, spezifisch bei der Daimler AG, umgesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer Untersuchung der Konzeptumsetzung bei Daimler unter Verwendung von Fachpublikationen und Unternehmensquellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Hintergründe, die Elemente der schlanken Produktion wie der Fabrikbetrieb und die Zuliefererketten sowie das Mercedes-Benz Produktionssystem (MPS) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Lean Production, Muda, Kaizen, Just-in-Time, Effizienzsteigerung und Daimler AG.
Warum wird die Massenproduktion im Text als Ausgangssituation betrachtet?
Sie dient als Referenzsystem, um die Notwendigkeit der technologischen und organisatorischen Veränderungen zu verdeutlichen, die durch die Lean Production erst ermöglicht wurden.
Was unterscheidet das Mercedes-Benz Produktionssystem (MPS) von herkömmlichen Methoden?
Das MPS ist eine spezifische, ganzheitliche Anwendung der Lean-Prinzipien, die über 92 Methoden umfasst, um Probleme in der Daimler-Produktion systematisch zu lösen.
- Citar trabajo
- Marco La Russa (Autor), Dimitri Sorkin (Autor), 2016, Der Aufstieg der schlanken Produktion. The machine that changed the world, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343221