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Arisierung der Wirtschaft. Verdrängung der Juden aus dem Privatbankenwesen

Title: Arisierung der Wirtschaft. Verdrängung der Juden aus dem Privatbankenwesen

Term Paper , 2014 , 17 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Georg Kahl (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die Verbrechen des Nationalsozialistischen Systems in Deutschland reichten von Diffamierung und Verfolgung über Deportation und systematischer Ermordung bis zur Verschleppung von Menschen und Zwangsarbeit. Der Vollzug dieser Verbrechen, die ideologisch-rassistisch geprägt waren, ist bis heute eine beispielslose Erfahrung für Europa gewesen.

In dieser Hausarbeit soll untersucht werden, wie das politische Ziel der Regierung, die Arisierung der deutschen Wirtschaft, abgelaufen ist und welche Mittel dazu genutzt wurden, die jüdischen Unternehmer aus ihren Unternehmen zu verdrängen. Dabei möchte ich auch klären, inwieweit der Begriff einer Schonzeit für die Jahre nach der Machtergreifung bis zum Jahre 1938 zutrifft oder ob es sich bei genauer Betrachtung nur um eine imaginäre Schonzeit handelt.

Dazu werde ich im ersten Teil der Arbeit den Begriff Arisierung definieren und danach die ersten Maßnahmen der Regierung betrachten nachdem sie die Macht übernommen hatte. Des Weiteren werde ich die Ausschaltung der jüdischen Bürger in den Verbänden und mittleren Unternehmen untersuchen und anschließend anhand der größten deutschen Aktiengesellschaft versuchen, erste Erkenntnisse über die Maßnahmen und Mittel der Arisierung zu gewinnen.

Diese Erkenntnisse werde ich im zweiten Teil der Hausarbeit im Privatbankensektor vertiefen und hier deutlich aufzeigen, welchen Schikanen sich die jüdischen Unternehmen aussetzen mussten. Dazu werde ich zuerst die Anzahl und Verteilung der Privatbanken analysieren und auch das Verhältnis von nichtjüdischen und jüdischen Banken in diesem Sektor klären sowie die Einschränkungen und Eingriffe, die im geschäftlichen Betrieb der Banken vorgenommen wurden. Außerdem werde ich die Zwangsarisierung der jüdischen Privatbanken betrachten. Am Ende dieser Arbeit fasse ich meine Ergebnisse zusammen und kläre, ob der Begriff Schonzeit für den Zeitraum bis 1938 zutrifft oder ob es sich damit um eine Illusion handelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arisierung der Wirtschaft

2.1. Begriffsdefinition

2.2. Judenverfolgung nach der Machtübernahme

2.3. Ausschaltung aus Verbänden und Unternehmen

2.4. Ausgrenzung der jüdischen Wirtschaftseliten

3. Arisierung der Privatbanken

3.1. Anzahl der jüdischen Privatbanken

3.2. Veränderungen im Bankbetrieb

3.3. Juristische Angriffe und Devisenstrafverfahren

3.4. Zwangsarisierung der Banken

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den Prozess und die Methoden der "Arisierung" der deutschen Wirtschaft zwischen 1933 und 1938. Dabei wird insbesondere untersucht, ob die Annahme einer "Schonzeit" für jüdische Unternehmen in diesem Zeitraum historisch haltbar ist oder als Illusion zu bewerten ist, wobei ein Schwerpunkt auf dem Privatbankensektor liegt.

  • Methoden der Verdrängung jüdischer Unternehmer aus der Wirtschaft
  • Ausschaltung jüdischer Akteure aus Verbänden, Unternehmen und Aufsichtsräten
  • Analyse der Arisierung im Sektor der Privatbanken
  • Die Rolle von Boykotten, juristischen Angriffen und Devisenbewirtschaftung als Instrumente der Enteignung
  • Kritische Überprüfung des Begriffs der "Schonzeit" für den Zeitraum 1933–1938

Auszug aus dem Buch

3.2. Veränderungen im Bankbetrieb

Der antijüdische Boykott im April 1933 fand nicht die vom Regime gewünschte Rückendeckung in der Bevölkerung. Deshalb schwang die Regierung wahrscheinlich auf einen stärkere Legalistische Judenverfolgung mit Hilfe der Politik um. Allerdings hatte Propagandaminister Goebbels im Vorfeld des Boykotts dazu aufgerufen, das Bankwesen nicht zu schikanieren. Dementsprechend verlief der Boykott für die meisten jüdischen Bankunternehmen ohne große Zwischenfälle. Hintergrund dieser Rücksichtnahme war vermutlich, dass hohe Vertreter des Regimes und der NSDAP das jüdische Bankwesen als einen empfindlichen Bereich in der deutschen Wirtschaft einstuften. Da die jüdischen Bankiers über gute Verbindungen und Kapitalbeziehungen in das Ausland verfügten, wollte das Regime diese Geschäftsbeziehungen nicht durch Ausschreitungen beeinträchtigen, da man diese für den Devisenhandel benötigte. Zusätzlich sollte das negative Bild vom deutschen Regime nicht zusätzlich verstärkt werden. Die führenden Privatbanken verwalteten einen Großteil der Forderung der Auslandsschulden. Selbst 1935 hatten die fünf größten Privatbanken, die sich alle jüdischer Hand befanden, noch über 14% der deutschen Auslandskredite. Um diesen Kredit- und Devisenfluss nicht zu gefährden, ordnete der Parteiapparat an, umfangreiche Maßnahmen gegen Privatbanken zu unterlassen. Ein funktionierendes Bankenwesen hatte also Vorrang vor der Durchsetzung der antijüdischen Maßnahmen und der Verfolgung der Ziele der ideologischen Judenpolitik.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Verbrechen des NS-Systems, definiert das Forschungsziel der Arbeit und stellt die zentrale Frage nach der Existenz einer sogenannten "Schonzeit" für jüdische Unternehmen.

2. Arisierung der Wirtschaft: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Arisierung" und beleuchtet die schleichende Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung aus der Wirtschaft durch Boykotte, Gesetze und massiven Druck auf Unternehmen sowie Führungsebenen.

3. Arisierung der Privatbanken: Der Hauptteil analysiert die systematische Zerschlagung jüdischer Privatbanken durch juristische Angriffe, Devisenstrafverfahren und gezielte Maßnahmen zur Isolierung von Geschäftskunden.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Begriff der "Schonzeit" zwischen 1933 und 1938 eine Illusion ist, da die Ausgrenzung von Beginn an systematisch vorangetrieben wurde.

Schlüsselwörter

Arisierung, Nationalsozialismus, Privatbanken, Judenverfolgung, Wirtschaftselite, Machtübernahme, Enteignung, Devisenbewirtschaftung, Boykott, Ausgrenzung, Bankwesen, NSBO, Antisemitismus, Verdrängung, Schonzeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den systematischen Prozess der "Arisierung" in Deutschland, bei dem jüdische Unternehmer aus der Wirtschaft verdrängt und ihr Vermögen entzogen wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der nationalsozialistischen Judenpolitik in der Wirtschaft, die Instrumente der Verdrängung in Verbänden und Großkonzernen sowie die spezifische Situation im Privatbankensektor.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Methoden der Arisierung und die kritische Hinterfragung des Begriffs einer "Schonzeit" für jüdische Unternehmer im Zeitraum 1933 bis 1938.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine historische Analyse durch, die auf der Auswertung von Fachliteratur und Dokumenten zur nationalsozialistischen Wirtschafts- und Verfolgungspolitik basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Phasen der Ausgrenzung, beginnend bei allgemeinen Boykottmaßnahmen bis hin zur spezifischen Zerstörung der jüdischen Privatbanken durch juristische Willkür und Devisenbeschränkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Arisierung, Enteignung, Privatbanken, Diskriminierung und der Prozess der systematischen wirtschaftlichen Isolation jüdischer Bürger.

Warum war der Privatbankensektor zunächst eine Ausnahme bei Boykotten?

Das Regime fürchtete anfangs negative Auswirkungen auf den Devisenhandel und das Ansehen im Ausland, da jüdische Bankiers wichtige internationale Kapitalbeziehungen und Auslandsschulden verwalteten.

Wie endete der Prozess der Arisierung für die Privatbanken?

Bis Ende 1938 war der Prozess durch Lizenzentzüge, Devisenstrafverfahren und massiven Druck so weit vorangeschritten, dass die jüdischen Banken fast vollständig aus der deutschen Wirtschaft verschwunden waren.

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Details

Title
Arisierung der Wirtschaft. Verdrängung der Juden aus dem Privatbankenwesen
College
University of the Federal Armed Forces München  (Historisches institut)
Course
Staat und Gesellschaft in der Geschichte
Grade
2,7
Author
Georg Kahl (Author)
Publication Year
2014
Pages
17
Catalog Number
V343870
ISBN (eBook)
9783668339415
ISBN (Book)
9783668339422
Language
German
Tags
Drittes Reich Hitler Nationalsozialismus Arisierung Wirtschaft Privatbankenwesen Juden Verfolgung Prognome
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Georg Kahl (Author), 2014, Arisierung der Wirtschaft. Verdrängung der Juden aus dem Privatbankenwesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343870
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