Unternehmensakquisitionen sind - neben einem organischen Wachstum - ein wichtiges Instrument des strategischen Managements von Unternehmen zur Verbesserung, Ausbau oder Erhalt einer nachhaltigen Wettbewerbsposition im nationalen und globalen Wettbewerb. Die nahezu tagtägliche Berichterstattung in der (Wirtschafts)Presse und die meist bedeutenden Transaktionsvolumina unterstreichen dies.
In einer aktuellen empirischen Arbeit von Weinert wurden branchenspezifische Erfolgsfaktoren horizontaler strategischer Unternehmensakquisitionen (Transaktionen) herausgearbeitet. Dabei war die Tendenz erkennbar, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit in den untersuchten Branchen vom jeweiligen Stadium ihres Branchenlebenszyklus abhängt. Untersucht wurden dabei Transaktionen in der Pharmabranche, die überdurchschnittlich erfolgreich waren.
Zentrales Anliegen der Untersuchung von Weinert war der Nachweis, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit (Erfolgsprognose) einer horizontalen strategischen Unternehmensakquisition in der Wachstumsphase einer Branche generell höher ist als z.B. in der den Zyklus abschließenden Degenerationsphase. Dieser Untersuchungsansatz ist insoweit neu, da bislang vordringlich unternehmensspezifische Aspekte und prozessuale Transaktionsaspekte im wissenschaftlichen und praktischen Fokus standen. Die Einstufung in den Branchenlebenszyklus wurde dazu anhand der Wachstumsrate, gemessen an den getätigten Umsätzen bzw. Verkäufen (und nicht Produktionswerten) in US-$ über ein mehrjähriges Zeitfenster, der Branche vorgenommen. Die für den untersuchten Akquisitionserfolg im
besonderen Maße relevanten Merkmale
- Einstufung in den Branchenzyklus,
- Branchenkonzentration und Unternehmensgröße,
- Ressourcenstruktur,
- Ertragssituation,
- Klarheit über die Werthaltigkeit von Unternehmen und Ressourcen,
- Akquisitionserfahrungen sowie
- erkennbare Branchenspezifika (Sonstiges)
wurden jeweils beschrieben und bei der Erfolgsprognose berücksichtigt.
In der vorliegenden Untersuchung wird diese Vorgehensweise mit einer Skizzierung des untersuchten US-Pharmamarktes aufgegriffen und daraus ein erster möglicher Branchenzyklus abgeleitet. Weinert gibt den Leitgedanken vor: „Insoweit bestimmen der Branchenzyklus und die übrigen relevanten Branchenmerkmale gewissermaßen die Wahrscheinlichkeit, mit der Unternehmensakquisitionen in der Branche erfolgreich sind."
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangssituation und Aufgabenstellung
1.1 Modelltheoretische Untersuchung horizontaler strategischer Unternehmensakquisitionen in vier Branchen um 2000
1.2 Eigener Untersuchungsansatz zur Erfolgsmessung von Unternehmensakquisitionen im US-Pharma-Branchenzyklus
2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Wachstum und Unternehmensakquisition
2.2 Akquisitionsziele und -theorien
2.3 Erfolgsmessung von Unternehmensakquisitionen
2.4 Lebenszyklus nationaler Branchen
3 US-Chemie- und Pharmaindustrie seit Ende des 19. Jh.
3.1 Relevante Einflussgrößen für die Entwicklung in den USA
3.2 Synopse der Entstehung und Entwicklung von amerikanischer und deutscher Pharmaindustrie in den letzten 125 Jahren
3.3 Möglicher Branchenlebenszyklus der US-Pharmabranche
4. Vorstellung und Beschreibung des Untersuchungssamples
4.1 Top-10 US-Pharmakonzerne im Jahre 2010
4.2 Raster zur Erfolgsmessung von Unternehmensakquisitionen
4.3 Empirische Ergebnisse des ausgewählten Samples
4.3.1 Akquisitionen von Pfizer
4.3.2 Akquisitionen von Merck Inc. und Johnson & Johnson
4.3.3 Akquisitionen von Eli Lilly und Abbott
4.3.4 Akquisitionen von Bristol-Myers-Squibb und Amgen
4.3.5 Akquisitionen von Baxter und Gilead Sciences
5. Diskussion und erstes Fazit der Ergebnisse
5.1 Ergebnisse im Überblick und Abgleich mit Theorie von Weinert
5.2 Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Erfolg von horizontalen Unternehmensakquisitionen in der US-Pharmaindustrie vor dem Hintergrund ihres spezifischen Branchenlebenszyklus. Ziel ist es, basierend auf dem Modell von Weinert, die Erfolgswahrscheinlichkeit solcher Akquisitionen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, ob ein Zusammenhang zwischen der Phase des Branchenlebenszyklus und der Desinvestitionsrate besteht.
- Branchenlebenszyklen nationaler Industrien
- Erfolgsmessung bei Unternehmensakquisitionen
- Wirtschaftshistorische Entwicklung der US-Pharmaindustrie
- Empirische Analyse von zwölf ausgewählten Unternehmenskäufen
- Abgleich der Ergebnisse mit der Theorie von Weinert
Auszug aus dem Buch
1.1 Modelltheoretische Untersuchung horizontaler strategischer Unternehmensakquisitionen in vier Branchen um 2000
Unternehmensakquisitionen sind - neben einem organischen Wachstum - ein wichtiges Instrument des strategischen Managements von Unternehmen zur Verbesserung, Ausbau oder Erhalt einer nachhaltigen Wettbewerbsposition im nationalen und globalen Wettbewerb. Die nahezu tagtägliche Berichterstattung in der (Wirtschafts)Presse und die meist bedeutenden Transaktionsvolumina unterstreichen dies.
Die jeweilige nationale, aber auch internationale Berichterstattung zu Akquisitionsaktivitäten der meist sehr großen Unternehmen speist sich, neben den damit häufig ausgelösten Veränderungen der jeweiligen Marktstrukturen der betroffenen Branche, auch aus der Vielzahl der letztendlich gescheiterten Unternehmensakquisitionen. Ausgewählte empirische Studien zeigen immerhin Misserfolgsquoten zwischen 45% und 85%.
In einer aktuellen empirischen Arbeit von Weinert wurden branchenspezifische Erfolgsfaktoren horizontaler strategischer Unternehmensakquisitionen (Transaktionen) herausgearbeitet. Dabei war die Tendenz erkennbar, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit in den untersuchten Branchen vom jeweiligen Stadium ihres Branchenlebenszyklus abhängt. Untersucht wurden dabei Transaktionen in der Pharmabranche, die überdurchschnittlich erfolgreich waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ausgangssituation und Aufgabenstellung: Einführung in das Thema der strategischen Unternehmensakquisitionen und Darstellung des theoretischen Rahmens nach Weinert.
2 Grundlagen und Definitionen: Erläuterung der Begriffe Wachstum, Akquisitionstypen und der verschiedenen Methoden zur Messung des Akquisitionserfolges.
3 US-Chemie- und Pharmaindustrie seit Ende des 19. Jh.: Analyse der historischen Entwicklung und Einflussfaktoren der US-Pharmabranche im Vergleich zu anderen Branchen.
4. Vorstellung und Beschreibung des Untersuchungssamples: Detaillierte Darstellung der untersuchten Top-Unternehmen und des gewählten Rasters zur Bewertung der Transaktionen.
5. Diskussion und erstes Fazit der Ergebnisse: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritischer Abgleich mit der theoretischen Grundlage sowie Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Unternehmensakquisition, Branchenlebenszyklus, Pharmaindustrie, Erfolgswahrscheinlichkeit, Desinvestition, Strategisches Management, Wirtschaftshistorie, Synergieeffekte, Marktdurchdringung, Portfoliooptimierung, US-Markt, Unternehmenserfolg, Konsolidierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Erfolg von horizontalen Akquisitionen in der US-Pharmaindustrie unter Berücksichtigung des jeweiligen Branchenlebenszyklus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Pharmabranche in den USA, der Anwendung von Erfolgsmessungskriterien bei Akquisitionen und der Validierung eines theoretischen Lebenszyklus-Modells.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist der Nachweis, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit von Unternehmensakquisitionen stark vom Stadium des Branchenlebenszyklus abhängt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein empirischer Ansatz gewählt, der zwölf historische Transaktionen anhand eines Rasters nach Weinert analysiert und durch eine historische Marktanalyse ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der wirtschaftshistorischen Entwicklung der US-Chemie- und Pharmaindustrie und der detaillierten Fallstudien-Analyse von Transaktionen der Top-10-US-Pharmakonzerne.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Unternehmensakquisition, Branchenlebenszyklus, Pharmaindustrie und Desinvestition geprägt.
Warum wurde die "Desinvestitionsquote" als Messgröße gewählt?
Die Desinvestitionsquote gilt in der Arbeit als eine klare und unbeeinflussbare Messgröße für den Erfolg oder Misserfolg einer Akquisition, da Unternehmen unrentable Einheiten in der Regel veräußern.
Welche Rolle spielt die deutsche Pharmaindustrie in der Untersuchung?
Deutschland dient als historischer Referenzpunkt, um den zeitlich versetzten Branchenlebenszyklus der US-Pharmaindustrie besser einordnen und validieren zu können.
- Quote paper
- Tristan Dostal (Author), 2012, Erfolg von horizontalen Unternehmensakquisitionen im Verlauf des Branchenlebenszyklus in der Pharmaindustrie in den Vereinigten Staaten seit Ende des 19. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344570